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Archiv 2015


Reibungskoeffizienz

ReibungskoeffizientDie Reibungskoeffizienz beschreibt laut Duden die von der Oberflächenbeschaffenheit eines Werkstoffes und dessen Geschwindigkeit abhängigen auftretenden Reibungsverluste, die sich vornehmlich in Wärme äußern. Unter Verwendung von Schmierstoffen verringert sich allerdings dieser Faktor.

Das kennt jeder – zum Beispiel, wenn man die Hände schnell aneinander reibt, dann wird es eben warm. Mit Handcreme geht’s allerdings besser. Man kann diesen Selbstversuch auch auf zwei Finger reduzieren. Dabei zeigt sich der gleiche Effekt.

Volkstümlich und sogar international ist dieser Selbstversuch allerdings besetzt mit einem ganz eigenen Verständnis. Wer nämlich zur Veranschaulichung des Reibungskoeffizienten Daumen und Zeigefinger aneinander reibt, der macht damit etwas ganz anderes deutlich – es geht dann eher unmissverständlich um´s Geld als um ein physikalisches Phänomen. Auch in diesem Zusammenhang helfen „Schmierstoffe“, um die Reibung zu minimieren.

mood_schmier (1)Gott sei Dank sind wir in unserer Gemeinde nicht darauf angewiesen, mit Hilfe von nicht verbuchten, illegalen Aquisitionsbeihilfen die Existenz unserer Pfarrei aufrecht zu erhalten. Ganz im Gegenteil – aber ohne offizielle, nachweisliche und verbuchte finanzielle Unterstützungen geht es eben nicht.

Deshalb an ersten Stelle: Den besten Dank an alle, die unserer Gemeinde im vergangenen Jahr durch Zuwendungen, Kollekten, Spenden und Beihilfen unterstützt haben. Dank auch an alle, die mithelfen bei Festen, Veranstaltungen und Gottesdiensten -, die die Gemeinde und mich dabei nicht nur fördern, sondern auch immateriell Zeit und Geld sparen helfen.

Ganz besonders dankbar bin ich denjenigen, die aus dem europäischen Ausland ihre Spenden uns hier zukommen lassen, da sich die „Ehemaligen“ immer noch mit unserer Kirche hier in Bangkok verbunden fühlen. Einfach großartig!

deutschespracheAber ganz ehrlich – wenn es diese grenzüberschreitenden Spenderinnen und Spender nicht gäbe, dann hätten wir vor Ort ganz schön zu kämpfen. Eigentlich schade, da in unserer Gemeinde viele Menschen sind, die sich nicht nur zugehörig fühlen, sondern auch viele, die insbesondere die kostenlosen Angebote der Kirchengemeinde nutzen. Noch dazu zahlt man hier in Thailand keine Kirchesteuer, auf die man ja als Gemeinden in Deutschland zählen kann. Ein Grund mehr, sich bei einer Jahresspende großzügig zu zeigen.

Deshalb meine einmalige, aber in jährlicher Regelmäßigkeit freundlich, aber bestimmt formulierte dringende Bitte, diese unsere Gemeinde auch finaziell zu unterstützen.

Um es unverblümt auszudrücken – ohne den jährlichen Haushaltsnachweis, dass wir es aus eigenen Kräften stämmen, nämlich die Ausgaben der Gemeinde selbständig zu decken, steht die Gemeinde in ihrer Existenz zur Disposition. Die Bischofskonferenz stellt Pfarrhaus und Pfarrer – und das ist bereits ein äußerst erheblicher pekunitärer Faktor, für den die Gemeinde nicht aufkommen muss. Aber alles andere müssen wir selber tragen. Sollte dies nicht mehr gewährleistet bleiben, endet die Zeit der katholischen deutschsprachigen Gemeinde in Thailand.

Um es ebenfalls ehrlich zu sagen – bisher ging das auch alles ganz gut. Und dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Aber dies bleibt nur gewährleistet, wenn Sie sich freundlicherweise bereit erklären, sich an den Kollekten weiterhin zu beteiligen und/oder auf eine angemessene und großzügige Jahresspende zurück zu greifen.

Manchmal bin ich wirklich verdutzt, dass bei einer vollen Kirche viele grüne Zwanziger in überdurchschnittlich hoher Zahl erscheinen – manchmal überrascht es mich auch, dass die Höhe der Kollekte über dem liegt, was man auf Grund der Kirchenbesucherzahl erwarten könnte. Ich weiß – Rot und Braun sind Farben, die politisch besetzt sind. Aber in Bezug auf die Farben Thailändischen Geldes sind sie sehr attraktiv. Lila geht auch und wird immer gerne gesehen.

1000Darum – bitte keine falsche Scheu und keine Hemmungen, einen nationalen oder internationalen Geldtransfer zugunsten unserer Gemeinde in die Wege zu leisten. Sie investieren damit zuletzt auch in ihre eigene Zukunft, nämlich im Ausland eine deutschsprachige und mittlerweile internationale Gemeinde vorfinden zu können, die Ihnen auf vielfältige Weise eine seelsorgliche, religiöse, kulturelle, festliche, gesellschaftliche und pastorale Bühne bereitet, die für Sie jederzeit zugänglich ist und auch bleiben soll. Zum finanziellen Engagement der Gemeinde siehe hier.

Somit verringern Sie unmittelbar den Reibungskoeffizienten zwischen erhofften Einnahmen und notwendigen Ausgaben der Gemeinde.

Dafür allerbesten Dank!

Ihr Jörg Dunsbach, Pfr.

Wie Sie Spenden können? Siehe hier, oder:

1. Per Scheck:
Empfänger:  „Catholic Mission of Bangkok“
Betrag: nach oben offen
Am besten mir persönlich übergeben oder per Post/Einschreiben zukommen lassen.
Joerg Dunsbach
152, Sukhumvit Road Soi 20
Klong Toey
Bangkok, 10110
Thailand

2. Inlandsüberweisung oder vom Ausland nach Thailand:
Bank: Deutsche Bank AG, Bangkok Branch
Empfänger: Catholic Mission of Bangkok
Konto: 0042523000
SWIFT Code: DEUTTHBK
Verwendungszweck: Donation Catholic Mission of Bangkok

2. Aus Deutschland/Europa auf deutsches Konto der Gemeinde:
Bank: Deutsche Bank, Bonn
Empfänger: Verband der Diözesen Deutschlands wg. Kath. Auslandssektretariat
Konto: 38070059
SWIFT-BIC: DEUTDEDK380
IBAN: DE55380700590036124600
Verwendungszweck: Spende an Gemeinde Bangkok

3. Spendenquittung zur Vorlage beim deutschen Finanzamt:
Wenden Sie sich bitte per Email an Frau Andrea Kreuter A.Kreuter@dbk.de im Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz; unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Adresse und dem Nachweis Ihrer Überweisung, damit Frau Kreuter Ihnen eine Spendenquittung zukommen lassen kann.

Bitte teilen Sie mir auf jeden Fall per Email mit, wenn Sie eine Überweisung auf das thailändische Konto vorgenommen haben. Leider wird aus den Kontoauszügen nicht deutlich, wer eine Überweisung vorgenommen hat. Schließlich möchte ich mich ja bei Ihnen bedanken, ok? post@gemeinde-bangkok.com

PS: Das vergangene Haushalstjahr 2015 wird im Januar abgeschlossen. Die Buchführung für Bangkok und Pattaya ist öffentlich und kann bei mir eingesehen werden.


Du blöder Ochs – du dummer Esel!

Zur weihnachtlichen Ehrenrettung zweier pseudo-biblisch tierischer Gestalten

Ochs und EselOb das die beiden Tiere in der Krippe wohl gerne gehört hätten? Sicherlich nicht – waren sie doch treue Begleiter in der Krippe, wie das spätere Pseudo-Matthäusevangelium (entstanden um 600 n. Chr.) berichtet.

Zudem hat die Exsistenz beider animalischen Krippeneinwohner ja auch Sinn. Der Esel diente sehrwohl als Transportmittel und ein Ochs weiß ja auch, wo er in der Regel hingehört, auch wenn sich im deutschen Verkehrsfunk die Warnhinweise zu freilaufenden Rindern häufen.

Das instinktive Wissen der beiden Viecher ist dann der Hintergrund dafür, dass beide Tiere über die Heilige Schrift und die frühchristliche Ikonographie Einzug gehalten haben in die Krippe.

Maßgeblich verantwortlich dafür ist der Prophet Jesaja, der in seinen Schriften davon spricht, dass „der Ochse seinen Besitzer (kennt) und der Esel die Krippe seines Herrn“ (Jes 1,3).

Also – mit dem Regress auf Jesaja könnte man fragen: War denn die Bereitstellung dieser beiden Tiere etwa nur originäre Deko für die ersten frühchristlichen Krippendarstellungen? Sozusagen platzfüllende Materialien für eine ansonsten leere Tierunterbringungsmöglichkeit – abgesehen von der Ein-Kind-Familie?

Na ja, Tiere waren immer schon attraktiv – und wer die sozialen Netzwerke oder Youtube nach Katzen-Videos durchsucht, der kann davon ein tierisches Lied singen. Aber die beiden Haustiere sind mehr als dekorative Staffage. Sie haben – wie alle Bilder in der Bibel – ihren tieferen, symbolischen Sinn.

Krishna KuhFangen wir also mit dem Ochsen an. Wenn man ihn genderneutral und geschlechtsunspezifisch betrachtet, dann dürfte es vielleicht auch eine Kuh gewesen sein. Heilige Kühe gibt es ja genug – und ich meine nicht das hier im umgangssprachlichen gemeinte Tabu. Wenn auch im Thailändischen Buddhismus mit seinen hinduistischen Wurzeln die Kuh bei weitem nicht so heilig ist wie in den Sub-Himalaya-Variationen, so gilt sie insbesondere im indischen Kulturkreis ja deswegen als sakrosankt, weil sie nicht nur ein Statussymbol für Besitz ist, sondern vor allem, weil das Rind die Verkörperung der Mutter-Erde-Gottheit Prithivi Mata ist, und in einer der Reinkarnationen Krishnas. Wer einmal in Indien war, der weiß, wie buchstäblich unausweichlich Rinder sein können.

Im Mediterran-Vorderorientalischen war die Kuh oder der Ochse – also das Rindvieh – eher Nutztier. Beim Geben von etwas Milch, beim Pflügen der steinigen Felder, als Lasttier beim Transport oder beim Ziehen der Karren auf unebenem Gelände – dazu konnte er gute Dienste leisten. Seelig durfte sich der fühlen, der mit des Ochsen Hilfe rechnen und arbeiten konnte.

Ansonsten schaut er nur treu-doof. Mit genügend Druck ist Verlass auf seine Arbeit – und wenn nicht gerade als Stier, so ist er gutmütig und fast schon naiv. Seine Existenz bewegt sich im Triptychon von Arbeit, Heu und Wasser – das war´s dann auch schon, wenn wir die mehr oder weniger schmackhafte, kulinarische Verwendung mal vegan auschließen.

Kein Wunder, wenn er mit dem Attribut „blöde“ zumindest im deutschen Sprachraum belegt wurde. Stupide (engl.: stupid) könnte man auch sagen. Stoich in der intellektuellen Variante – aber immer sehr einfältig, verlässlich, fast schon treu, und vor allem einfach widerspruchslos unter das Joch gebeugt, untergeben und gehorsam. Was für ein blödes Rindvieh!

viele EselMit dem putzigen Esel tun wir uns vielleicht leichter: „Oh, wie süüüß!“ hört man es auf einem Eselsfest in Luxemburg von allen Seiten. Und putzig sind sie allemal. Zwar struppig im Winterfell, aber gutmütig auf den ersten Blick und leicht zu reiten. Vielleicht liegt meine persönliche Affinität zum Esel darin begründet, dass er Einzelkindcharakter hat. Wenn er etwas nicht will – dann will er es nicht, und macht es erst recht nicht. Das Bild der eselhaften, vielleicht überbewerteten, aber sprichwörtlichen Störrigkeit zieht sich wie ein Archetypus dieses Vierbeiners durch unser kollektives Bewusstsein. Da hilft auch die an der Stange vorgebundene Karotte nicht mehr.

Wie ein Elefant vergisst ein Esel ebenfalls nicht und einmal unsanft behandelt, kennt er seinen Peiniger und vor allem keine Vergebung. Ganz abgesehen davon, dass ein Esel mit Regenwasser auf der Nasenspitze unter keinen Umständen zum Verlassen seines Unterstandes zu bewegen ist. „Na, dann mach doch, was du willst, du dummer Esel!“ … sagt man im entsprechenden oder analogen Falle nicht nur zu dem Nutztier, oder?

Oh, oh, und sowas nun stellt das Pseudo-Matthäusevangelium, bzw. wir heute in unsere Krippen? Natürlich – und zur Ehrenrettung beider hier nun die Erklärung:

Vorweg – es liegt mir fern, hier in stereotype Klischees zu verfallen, ich möchte nur die Bilder aufgreifen, die die Alten Kirchenväter – also Theologen der Frühzeit des Christentums – bereits benutzt haben, um die beiden Paarhufer an der Seite des Christkindes ihre dramaturgische Rolle zu geben.

Also: Wo liegt Christus? Na, zwischen beiden Tieren in der Krippe – Maria, Josef, Engel, Hirten, Könige mehr im Vordergrund, aber Ochs und Esel nun mal als flankierende tierisch coole Begleiter daneben.

Christus wird hineingeboren in eine Welt, die sich bezüglich seiner Heimat in zwei Kulturkreise aufteilt. Da ist zum einen das jüdische Umfeld mit seinen Traditionen und Gesetzen; da ist auf der anderen Seite das gottlose Treiben der Römer und Griechen und anderer Orientalen mit ihrem – aus jüdischer Sicht – heidnischen Götzenopferdienst. Die Kirchenväter deuten also die beiden Tiere als die beiden sich gegenüberstehenden Theologien, Kulturen und Heilserwartungen, die nun in der Krippe Ihre Nahrung, ihr Lebensmittel finden.

Krippe-Ochs-EselBezugnehmend auf Jesaja, der ja Ochs und Esel zuschreibt, dass genau diese den Heiland erkennen und wissen, wo ihr Platz ist (Jes 1,3; s.o.), wird das Christuskind zum Versöhner der beiden. So dumm sind sie also garnicht. In ihm, Jesus, hebt sich ihr Widerspruch auf. Beide finden in seiner Verehrung den Weg zum Heil und zur Erlösung. Für Juden und Heiden gleichermaßen ist Christus geboren worden.

Die einen verlieren das beschwerliche Joch des erdrückenden Gesetzes, die anderen werden frei von der Abhängigkeit mehrfacher, eifersüchtiger Götter. Christus wird zum Passpartout, der gleichzeitig in zwei Schlösser passt und von beiden Seiten Türen zu ihm hin öffnen kann.

Soweit die allegorische, bildliche Deutung beider Haustiere. Darüber hinaus meine ich, dass wir uns den beiden Tieren noch mehr nähern können. Hand auf´s Herz – wie war das denn? Gab´s das nicht schon mehr als einmal, dass man sich selbst auch den Vorwurf machte? „Ich blöder Ochs! Ich dummer Esel“ !?

stupidGenau – Welcome to the Club! In diesem Sinne haben auch wir einen Platz an der Krippe. Beide Tiere sind für mich persönlich die besten weihnachtlichen Identifikationsfiguren in der wohldurchdacht inszenierten Komposition des Krippengeschehens. Ich – als blöder Ochs, als dummer Esel darf also mit dabei sein, und Christus gibt jedem die Möglichkeit, ganz nahe bei ihm zu sein.

Und das ist ja der tiefe Sinn von Weihnachten. Gott wird Mensch, um einer von uns zu sein. Ziemlich nahe dran zu sein am Menschen, um mit Leib und Seele verstehen und nachfühlen zu können, wie wir ticken. Selbst ich als dummes Rindvieh und mit all den Eseleien, mit denen man das eigene Leben versaubeuteln (schon wieder ein Tier!) kann – genau deswegen haben wir alle einen Platz bei diesem Jesus. Mag unser Leben noch so verhundst (sic!) sein, es wird von Christus selbst veredelt. Er sucht sich genau diesen Platz bei uns aus! Genau da will er hin. Was für eine Ehre für alle Ochsen und Esel – in und vor der Krippe.

Und wenn alle gegangen sind: Engel, Hirten, Schafe, Könige, – wer bleibt dann zurück? Genau – dann sind Ochs und Esel noch da, natürlich neben Maria und Josef. Und der Esel wird Jesus sogar noch zweimal tragen, nämlich nach Ägypten und später hinein nach Jerusalem.

Herr EselEine tierische Gesellschaft da an der Krippe. Wenn auch die beiden vierbeinigen Begleiter eher im Hintergrund bleiben, so werden sie für uns nun doch eine herausragende Stellung einnehmen. Denn wenn ich jetzt in die Krippe schaue, dann sehe ich mich selbst neben dem Christuskind stehen. Zusammen bilden nämlich  Asinus et Bovem in Personalunion eine Eselsbrücke, die mich auch an meinen eigenen Platz in der Krippe erinnert.

„Du blöder Ochs, du dummer Esel!“ – keineswegs, denn: Sollten die Engel an Weihnachten singen: „Wir preisen Gott in der Höhe!“, dann darf ich als alter Esel aus tiefster Kehle antworten: „Ihh Ahh!“ – was ja bekanntermaßen auf bayrisch so viel heißt wie: „Ich auch!“

In diesem Sinne – tierisch frohe und gesegnete Weihnachten 2015 – Ihnen und all Ihren Lieben, wo immer Sie alle auch sein mögen.

Ihr Jörg Dunsbach, Pfr.

Gebet der Esel:

Gib, o Herr, dass wir mit den Füßen auf dem Boden bleiben und unsere Ohren zum Himmel wenden, um nichts von deiner Botschaft zu verlieren.

Gib uns einen mutigen Rücken, um die unerträglichsten Menschen zu ertragen und eine heldenhafte Kehle, die nicht – ihrem Ruf entsprechend – jedes Mal trinkt, wenn sie Durst hat.

Lass uns voranschreiten, indem wir gleichermaßen das schmeichelnde Streicheln und die beleidigenden Stockschläge ertragen.

Lass uns über der Ungerechtigkeit und der Undankbarkeit stehen, weil dies die einzige Überlegenheit ist, die wir anstreben.

Wir bitten dich nicht, dass wir alle Dummheiten vermeiden, denn – wie schon Aristoteles sagt: Ein Esel macht immer Eseleien.

Lass uns nur niemals die Hoffnung verlieren auf die seelige Barmherzigkeit für uns ach so unseelige Esel – wie es ja die armen Menschen über uns sagen. Jene, die weder was von den Eseln, noch von Dir, unserem Gott, verstanden haben:

Der Du auf dem Rücken eines unserer Brüder nach Ägypten geflohen bist, und der Dir den prophetischen Einzug nach Jerusalem auf dem Rücken einer der unseren bereitet hat.

(aus Frankreich)


Gartenmesse

IMG_2581Aus der Not eine Tugend machen – das ist eine Grundvoraussetzung, um unter geänderten Bedingungen in einem asiatischen Umfeld flexibel zu reagieren, um das Beste aus einer unerwarteten  Situation zu machen.

So geschehen am Sonntag, den 22.11.2015. Ja, die Heilige Messe soll in einer Kirche gefeiert werden. Nur – was machen, wenn unsere Kapelle an diesem Tag renoviert wird und geschlossen bleibt?

Ausweichen? – Tja, in anderen Kirchen war zu dieser Zeit auch Gottesdienst – allerdings nicht in deutscher Sprache. Also kurzerhand die Gemeinde informieren und umziehen – aber in den frisch renovierten Pfarrhausgarten und dort Gottesdienst feiern.

Die etwa vierzig Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer hatten sich also auf den Weg in die Innenstadt gemacht, um unter freiem Himmel, aber geschützt vor der Sonne der beginnenden Trockenzeit miteinander zu singen und zu beten. Ein einmaliges Ereignis, das aber Schule machen soll.

IMG_2575Einhellig kamen wir überein, dies zweimal im Jahr zu veranstalten. Das Besondere daran – der ansonsten auch übliche Stehempfang nach dem Gottesdienst in unserer Kapelle konnte hier im Garten und Pfarrhaus ausgedehnt werden zu einem gemütlichen Frühschoppen. Ausreichend Softdrinks, Hopfenblütentee und eisgekühltes Wasser, sowie ein Korb mit frischen Brezeln von OTTO führten dazu, dass die letzten Gäste erst um 15.00 Uhr den Heimweg antraten.

Wieder einmal die gemeinsame Erfahrung, dass Kirche viel mehr ist als die Zeit, die man mit der Feier der Sakramente verbringt. Im Namen Jesu zusammen zu sein , – das ist mehr als nur das Singen und Beten während der Messe. Und wenn das Pfarrhaus dazu den Rahmen bietet, dann soll dies auch in Zukunft ab und an so sein.

Die nächste Gartenmesse wird wohl um das Songkran-Fest im April herum sein. Wir werden noch einen Termin finden.

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Musikliebhaber 1

Lumpini ConcertWie in jedem Jahr bietet Bangkok über den Jahreswechsel wieder besondere kulturelle Angebote. Ausgesprochener Beliebtheit erfreut sich dabei das Bangkok Symphony Orchestra, das nun zum 22. Mal zur Konzertreihe „Concert in the park“ im Lumpini Park einlädt.

Unter freiem Himmel, auf dem Boden oder auf mitgebrachten Stühlen sitzend, können sich die Gäste an einem Potpourri klassischer und für Orchester umgeschriebener Popmusik erfreuen. Der Eintritt ist frei. Die Konzerte finden in der Mitte des Parks in dem Musik-Pavillion und der Wiese davor statt.

Besonders beliebt – der Verzehr selbst mitgebrachter Speisen und Getränke – allerding besteht Alkoholverbot.

Unter abendlicher Sonne erklingen in entspannter Atmosphäre Wohlklänge aus mehreren Jahrhunderten klassischer Musik, bis sich im Abendrot die Sonne hinter der Skyline von Bangkok in allen Rot- und Orrangeschattierungen verabschiedet und der Sternenhimmel sich über dem Lumpini ausbreitet. Also ein Wohlgenuss für alle Sinne.

Auf meine besondere Empfehlung hin – herzliche Einladung dazu. Vielleicht sieht man sich ja dort 🙂

Mehr Infos siehe >hier.

Hier die Termine für die Konzerte:

TagDatumZeit
Sonntag13. Dezember 201517.30 Uhr
Sonntag20. Dezember 201517.30 Uhr
Sonntag27. Dezember 201517.30 Uhr
Sonntag10. Januar 201617.30 Uhr
Sonntag24. Januar 201617.30 Uhr
Sonntag31. Januar 201617.30 Uhr
Sonntag7. Februar 201617.30 Uhr
Sonntag14. Febrzar 201617.30 Uhr
Sonntag21. Februar 201617.30 Uhr

Musikliebhaber 2

Mahidol OrchesterDas neue Programm des Thailand Philharmonic Orchestra ist bereits erschienen, aber leider erst heute für mich zugänglich. Daher möchte ich es nicht versäumen, auf die laufende Saison 2015/16 hinzuweisen und zu den Kozertveranstaltungen einzuladen.

hier das:  Konzertprogramm

Ich weiß, die Mahidol-Universität liegt ziemlich weit draußen, ist aber auch mit dem eigens eingesetzten Bus-Transfer günstig und einfach zu erreichen. Daher auch hier der besondere Hinweis auf den Bus-Shuttle-Service:

Busfahrplan

Herzliche Einladung und viel Freude an der Musik!

Der doppelte Sankt Martin

Martin Pfarrhaus 2016Es war eine Premiere, zumindest in der Innenstadt von Bangkok: ein ökumenischer Laternenumzug, zu dem die Evangelische Gemeinde und die Katholische Gemeinde in das katholische Gemeindehaus in der Sukhumvit Soi 20 eingeladen hatten – und mehr als 25 Erwachsene und Kinder waren gekommen.

Mit Bildern und mit Liedern – begleitet von einem thailändischen Bläserensemble – wurde an den christlichen Heiligen Martin erinnert: der vom römischen Soldaten zum Christen wurde, darauf den Kriegsdienst verweigerte und schließlich sogar das Amt eines Bischofs bekleidete. Und der in seinem Handeln und äußeren Auftreten immer die Armen und Machtlosen im Blick behielt. „Eine überraschende Ähnlichkeit zum gegenwärtigen Papst Franziskus …“ wie der evangelische Pastor Holste-Helmer an dieser Stelle ergänzte.

Darauf folgte ein kleiner Laternenumzug in der Soi vor dem Gemeindehaus, wiederum stimmungsvoll vom thailändischen Bläserensemble untermalt. Und natürlich noch das Austeilen der von OTTO schmackhaft gebackenen Martinsbrezeln , die von den Kindern und Erwachsenen anschließend gerecht aufgeteilt und mit Genuss verzehrt wurden.

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Martin SchuleAm Vorabend gab es bereits einen ökumenischen Sankt-Martins-Workshop an der Schweizer Schule, durchgeführt von den beiden Pfarrern und einigen Eltern. Da sich überrschenderweise 60 Kinder dazu angemeldet hatten, wurden drei Gruppen beauftragt, Szenen aus der Martinsgeschichte bildlich darzustellen. Ausgestattet mit unterschiedlichen Tüchern und Requisiten konnten die Kinder sehr spielerisch die zuvor gehörte Lebensgeschichte des Heiligen Martin umsetzen.

Im Anschluss an den Workshop fand draußen vor der Schule die Martinsfeier mit anschließendem Umzug statt. Dabei wurde mit Liedern und den zuvor gemachten Bildern die Martinsgeschichte nochmals erzählt. Ein großes Erstaunen, als sich die Kinder wieder entdeckten oder von anderen Kindern auf den großen Bildern erkannt wurden.

Beim anschließenden Laternenumzug durch einen kleinen Vorort von Minburi zogen die Eltern, Lehrerinnen und Kinder mit ihren Laternen natürlich die Aufmerksamkeit nicht nur der in den Gesang einstimmenden Straßenhunde auf sich, sondern auch der Thais, die dort leben. Da dieser Umzug aber schon eine lange Tradition hat, wussten die Anwohner natürlich, was auf sie zukommt.

Hier noch weitere >Bilder und Details

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Erster Eltern-Kinder-Koki-Abend

img_2459 Zum ersten Treffen im Pfarrhaus kamen am Freitagabend, den 06.11.2015 die Eltern und Kinder zusammen, die 2016 Erstkommunion feiern werden. Nach einem sättigenden Nudel-Bolgnese-Käse-Abendmahl – schmackhaft zubereitet von Regina von der Mosel – durfen die Kinder sich zum ersten Mal kennen lernen und zugleich im Garten und im ganzen Pfarrhaus herumtoben.

Die Eltern nutzen die Gelegenheit, sich über den Ablauf, die formalen Dinge, Termine, Inhalte der Familienvorbereitungszeit zu informieren. Schnell war auch der Sonntag für die Feier gefunden. Unsere Gemeinde lädt also ein, am Sonntag, den 01. Mai 2016 um 10.30 Uhr festliche Erstkommunion zu feiern.

Zu den Vorbereitungs-Einkehrtagen kommen die Kinder jeweils samstags zusammen, nämlich am 06. und am 13. Februar, sowie am 05. und 12. März 2016. Beginnen werden wir aber mit einem Familienganztagesausflug nach Ko Samae San / Sattahip am Samstag, den 23. Januar 2016.

„Gott mit neuen Augen sehen lernen“ – auf dieses Abenteuer lassen sich die Familien ein. Begleitet werden sie auch bei und nach den Gottesdiensten, wenn die Kinder in zusätzlichen Kurzkatechesen Symbole und Zeichen aus der Liturgie oder dem Gottesdienstraum kennen lernen werden.

img_2462Herzlich bitte ich unsere Gemeinde, für unsere Kommunionkinder und deren Familien zu beten. Es ist nicht einfach, als Familie mit christlichem Interesse heute hier zu leben. Um so schöner, wenn Eltern ihre Kinder unterstützen, diesen Weg mit Freude zu gehen.

Nikolaus – Das Original

Nikolaus GemäldeWeihnachtsmann, Rentier Rudolf, rotbemützte Buzelmänner & Co. haben es noch nicht geschafft, den Heiligen Nikolaus gänzlich zu verdrängen. Nicht zuletzt, weil wir ihm jedes Jahr einen ganzen Tag widmen und uns mit Kindern und Erwachsenen an ihn erinnern.

Deswegen laden die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Thailand und die Deutschsprachige Katholische Gemeinde in Bangkok/Thailand ein zum

Kindergottesdienst  und zur Nikolausfeier
am Samstag, den 28.November 2015, um 15.30 Uhr

im Garten des evangelischen Gemeindehauses

125/1 Soi Sitthi Prasat, Rama IV Road, Thung Mahamaek, Sathorn, Bangkok 10120

(Anfahrtsskizze)

 

Voranmeldung ist dringend erbeten!

Vorverkauf der Eintrittskarten bei der Evangelischen und der Katholischen Gemeinde (nach den Gottesdiensten), sowie in der Swiss School.

Der Eintritt beinhaltet das adventliche Kaffeetrinken und die Nikolaustüten für die Kinder (150,- THB) und für Erwachsene (300,- THB)

WeihnachtsmannfreiWer die Eintrittskarten nicht persönlich kaufen kann, darf diese auch gerne per Email bestellen. Diese müssen dann an der Abendkasse bezahlt werden. Bitte haben Sie aber auch Verständnis dafür, dass wir bei Nichterscheinen den Betrag von Ihnen nachträglich erbeten werden, ok?

Weitere Infos siehe hier: Niko Info

Email-Vorverkauf der Einrittskarten unter: post@gemeinde-bangkok.com

Mehr als Sonne, Mond und Sterne

Bildschirmfoto 2015-11-04 um 14.25.05Kinderbibeltag zu Sankt Martin

Mit anderen Kindern zusammenkommen, Gemeinschaft erleben; Bibel, christlichen Glauben, Traditionen und Kirche kennen lernen – gleich, ob evangelisch oder katholisch. Das sind die Ziele eines neuen Angebotes für Kinder in Bangkok.

Deshalb nutzen wir als Kirchengemeinden das Martinsfest, um zu einem besonderen ökumenischen Kinderbibeltag einzuladen.

Samstag, 14. November 2015, 15.00 – 18.00 Uhr
im kath. Pfarrhaus (Lageplan)

Mit den Kindern wollen wir die verschiedenen Facetten dieses Heiligen betrachten und spielerisch umsetzen.

Um 18.00 Uhr findet dann ein kleiner Martinsgottesdienst statt, an den sich ein Umzug mit Laternen durch die kleine Straße vor dem Pfarrhaus anschließt. Wer Laternen hat, kann diese gerne mitbringen. Ansonsten steht eine begrenzte Anzahl von Laternen zur Verfügung (für 100,- THB käuflich zu erwerben). Auch wer nicht am Nachmittagsangebot teilgenommen hat, darf gerne zum Umzug dazu kommen.

Für beide Veranstaltungen brauchen wir aber eine kurze Anmeldung. Bitte schreiben Sie uns doch, mit wie vielen Kindern Sie teilnehmen möchten, auch bitte mit der Angabe des Alters der Kinder. Entweder an

Jörg Dunsbach ( post@gemeinde-bangkok.com ) oder
Ulrich Holste-Helmer ( ev.kirche.th@gmail.com )

Anmeldung bis bitte spätestens Donnerstag, den 12. November 2015

Martinsumzuggelb

Übrigens: Für musikalische Unterstützung ist bereits gesorgt. Eine Bläsergruppe wird uns begleiten. Und leckere Martinsbrezeln von OTTO gibts anschließend dann auch – zum Teilen 🙂

Herzliche Einladung

Jörg Dunsbach, Pfr.

PS: Martinsumzüge in der Presse :-)))

Totengedenken im November

Totengedenken 01.11.2015 (1)Traditionell gedenken die Christen im November ihrer Verstorbenen. Nur – der übliche Besuch auf den Friedhöfen und den Gräbern gestalten sich hier in Thailand doch anders als in Europa. Zum einen, weil es zwar in Thailand Friedhöfe gibt – auch christliche -, die aber sehr selten sind und verstreut liegen. Zum anderen wurden in den allermeisten Fällen die Angehörigen der hier lebenden Familien auf den Friedhöfen ihrer Heimatländer beigesetzt. Fällt also das Totengedenken aus, weil „man nicht auf den Friedhof gehen kann“?

Ganz im Gegenteil: Die Kirche bietet gerade in ihrer Vielfalt reichhaltige Formen des Totengedenkens an. Dem ist insbesondere der 2. November, also der Allerseelentag, gewidmet. In Deutschland zumindest hat er sich – wegen des Feiertags – auf den Allerheiligentag am 1. November verlagert. Auch nicht schlimm, denn unsere Verstorbenen mit der Gemeinschaft der Heiligen in Verbindung zu setzen ist sinnvoll, werden wir doch durch unsere Taufe zu „Mitbürgern der Heiligen und Hausgenossen Gottes“ (Eph. 2,19).

Also haben unsere Gemeinden in Bangkok und Pattaya dies zum Anlass genommen, im November in ihren Gottesdiensten das Gebet für die Toten in eine Form zu bringen. So konnten alle Gottesdienstteilnehmer eine kleine Kerze aufstellen, die zu Ehren derer brennen sollte, die man besonders im Blick hatte. Verstorbene Angehörige, Verwandte, Eltern, Kinder, Geschwister, Freundinnen und Freunde, verstorbene Seelsorgerinnen und Seelsorger – und so viele mehr. Ein berührender Augenblick – konnte doch jeder seiner Trauer, die es in irgendeiner Form noch gibt, einen hoffnungsvollen Ausdruck verleihen.

In guter Tradition nehmen wir an diesem Tag nicht nur diejenigen in den Blick, mit denen wir im Leben verbunden waren, sondern auch alle, die „namenlos“, anonym und ohne Anteilnahme durch Freunde und Verwandte hier in Thailand aus dem Leben geschieden sind. Der katholische Begriff der sog. „Armen Seelen“ – also derjenigen, derer niemand mehr gedenkt, bekommt hier eine ganz konkrete Facette. Von all diesen Menschen konnten keine Angehörige, Verwandte oder Freunde ermittelt werden.

Totengedenken

Erschreckenderweise ist das hier in Thailand aus der deutschsprachigen Community doch eine erheblich hohe Anzahl. Seit dem 01. November 2014 waren dies im vergangenen Jahr 45 Menschen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland.  Daher wollen wir sie als Kirchengemeinde nicht vergessen und auch für sie beten, wenn wir im Gebet ihre Namen vorlesen werden. Niemand soll vergessen sein – nicht im Leben und auch nicht im Tod.

„… und durch Christus, der für dich gestorben, soll ewiges Leben dich erfreuen.“ So heißt es in einem Choral der Beerdigungsfeierlichkeiten. Die brennenden Kerzen, miteinander vereint vor dem Kreuz Jesu, sind ein leuchtendes Zeichen dafür, dass wir alle in dem Glauben verbunden sind; und dass die Liebe stärker ist als der Tod.

Totengedenken in Bangkok:    Sonntag, 01.11.2015, 10.30 Uhr, Kapelle St. Louis Hospital

Totengedenken in Pattaya:      Samstag, 07.11.2015, 11.00 Uhr, St. Nikolaus Lirche, Sukhumvit Road

Zum Ende der Synode in Rom

Richtlinien

Nach dreiwöchiger Beratungszeit geht die Familiensynode nun in Rom zu Ende. Ganz bemerkenswert: Der Bericht der Bischöfe zum Stand der Beratungen in der deutschsprachigen Gruppe. Hier ein sehr deutlicher und wirklich beachtenswerter Auszug, der höchsten Respekt verdient:

„Mit großer Betroffenheit und Trauer haben wir die öffentlichen Äußerungen einzelner Synodenväter zu Personen, Inhalt und Verlauf der Synode wahrgenommen. Dies widerspricht dem Geist des Zusammengehens, dem Geist der Synode und ihren elementaren Regeln. Die gebrauchten Bilder und Vergleiche sind nicht nur undifferenziert und falsch, sondern verletzend. Wir distanzieren uns entschieden. (…)

An dieser Stelle war uns ein Bekenntnis wichtig: Im falsch verstandenen Bemühen, die kirchliche Lehre hochzuhalten, kam es in der Pastoral immer wieder zu harten und unbarmherzigen Haltungen, die Leid über Menschen gebracht haben, insbesondere über ledige Mütter und außerehelich geborene Kinder, über Menschen in vorehelichen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften, über homosexuell orientierte Menschen und über Geschiedene und Wiederverheiratete. Als Bischöfe unserer Kirche bitten wir diese Menschen um Verzeihung.“ (Zitat Ende)

Wer die gesamte, sehr aufschlussreiche Stellungnahme lesen will, kann dies hier tun: Bericht der Bischöfe zum Stand der Beratungen in der deutschsprachigen Gruppe

Wir haben Post

Bischof Koch PHirtenbrief von Erzbischof Dr. Heiner Koch, Berlin

Es ist eine gute Tradition, dass sich die Bischöfe in ihren Hirtenbriefen an die Bistümer wenden.

Schön, dass Erzbischof Koch dabei auch nicht die Auslandsgemeinden vergisst, für die er ja im Namen der Deutschen Bischofskonferenz verantwortlich ist.

Deshalb hat er nun speziell den deutschsprachigen Auslandsgemeinden geschrieben – gleich nach seiner Amtseinführung als neuer Erzbischof von Berlin.

Für seine mutmachenden und bestärkenden Worte sagen wir alle aus der Gemeinde in Bangkok, Pattaya, Hua Hin und aus ganz Thailand herzlichen Dank und wünschen ihm für die Zukunft in seinem neuen Bistum Gottes Segen und den Heiligen Geist, der uns alle führen soll.

Aber lesen Sie doch bitte selbst: Hirtenbrief Erzbischof Koch – An die Auslandsgemeinden

Natürlich hat er viel zu tun – aber sicherlich freut sich auch ein Bischof, wenn er aus den Auslandsgemeinden Post bekommt. Wer schreiben will, wendet sich am besten an folgende Adresse:

Erzbischöfliches Ordinariat Berlin
Herrn Erzbischof Dr. Heiner Koch
Niederwallstr. 8-9
10117 Berlin

E-Mail: info@erzbistumberlin.de

PS:
Postkarten mag Erbischof Koch ganz besonders gerne.

1. Kinderbibeltag

KIKIZu einem ersten ökumenischen Kinderbibeltag laden Evangelische und Katholische Kirchengemeinde herzlich alle Kinder und Familien ein – und zwar am

Samstag, 10. Oktober 2015, von 10.00 bis 13.00 Uhr
im Evangelischen Gemeindehaus,
Nr. 125/1 Soi Sitthi Prasat, Rama IV Road, Bangkok 10120
(Anfahrtsplan)

Thema ist das Vaterunser-Gebet: gesprochen, gesungen und getanzt

Voranmeldung und weitere Informationen bei

Pastor Ulrich Holste-Helmer
E-Mail: ev.kirche.th@gmail.com
Mobil: 08 1815 9140

oder

Pfarrer Jörg Dunsbach
E-Mail: post@gemeinde-bangkok.com
Mobil: 08 1158 9812

siehe auch hier: Fotoserie Bewegtes Vaterunser Kinderkirche 10.10.2015

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Hinweis: Nächster Kinderbibeltag zu St Martin am Samstag, den 14.11.2015 von 15.00 – 18.00 Uhr, im Katholischen Pfarrhaus und anschließend St. Martins-Umzug und Brezelteilen.

Ökumenische Bibelgespräche – Termine

BibelkreisNach dem ersten erfolgreichen und sehr intensiven Bibelgespräch im vergangenen Monat wollen wir eine Reihe weiterer Gespräche dieser Art anbieten.

Was sagt mir die Bibel? Welche Themen interessieren mich? Was haben verschiedene Zeichen, Symbole, Bildworte zu bedeuten? Wie hat die Geschichte Israels die Bibelentstehung beeinflusst? Stimmt das alles genau so, wie man es in der Bibel lesen kann? Ist sie ein Geschichts- oder ein Geschichtenbuch?

Viele Fragen, die wir nach und nach besprechen wollen, wobei jeder nicht nur mit seinen Fragen, sondern auch mit seinen eigenen Beiträgen und Deutungsideen willkommen ist.

Daher heute die herzliche Einladung, an einem oder mehreren dieser Treffen teilzunehmen.

Wann?      einmal im Monat mittwochs vormittags, 10.00 – 12.00 Uhr
Wo?           abwechselnd im Evangelischen und im Katholischen Gemeindehaus

Termine:

Mittwoch, 07. Oktober 2015, 10.00 – 12.00 Uhr, Katholisches Gemeindehaus
Thema: Turmbau zu Babel

Mittwoch, 18. November 2015, 10.00 – 12.00 Uhr, Evangelischen Gemeindehaus
Thema: Die Söhne Abrahams

Mittwoch, 02. Dezember 2015, 10.00 – 12.00 Uhr, Katholisches Gemeindehaus
Thema: wird noch gefunden

Jazzwurst-Fest im Pfarrhausgarten

Pfarrhaus Garten JazzNein, es ist kein Oktoberfest – davon gibt es schon so viele. Und nein, der Pfarrer zieht auch keine Lederhose an – er hat gar keine.

Aber ja, saftige Weißwurst, bekömmliches Weizenbier, knusprige Brezeln und süßer Senf – das gibts hier mit Sicherheit, und das alles im Pfarrhausgarten mit schöner Live-Jazz-Musik untermalt. Softdrinks gibt es natürlich auch.

Deshalb herzliche Einladung zum Jazzwurstfest am

Samstag, 26. September 2015
ab 17.30 Uhr
im Garten des kath. Pfarrhauses (Anfahrtsplan)

Klar, dass ich etwas planen muss, nicht dass noch Bier oder Würste zu wenig da sind. Deshalb bitte ich um kurze Anmeldung, mit wie vielen Gästen Sie gerne kommen möchten, ok?

Einfach eine kurze, formlose Mail an mich:  Anmeldung Jazzwurstfest  bitte bis spätestens Mittwoch, den 23.09.2015.

Ich freue mich auf Ihr Kommen und heiße Sie jetzt schon herzlich willkommen.

Jörg Dunsbach, Pfr.

Gemeindefest im September

Maria Kapelle St LouisHerzlich darf die Gemeinde wieder zu ihrem jährlichen Fest einladen, das wir mit einem feierlichen Gottesdienst zu Mariä Namen begehen und anschließend zum Festessen auf dem Vorplatz der Kirche bitten. Andreas Luck wird uns wieder ein köstliches Catering gestalten mit Würstchen, Steaks, Salaten und Brot, Softdrinks und dem traditionellen Weizenbier. Den Gottesdienst feiern wir am

Sonntag, den 13. September 2015 um 10.30 Uhr

in unserer St. Louis Kapelle.

Diesmal bitte ich besonders darum, sich an dem Projekt-Chor zu beteiligen. Wer also den Festgottesdienst im Chor mitgestalten will, sei herzlich zur Probe nach dem Gottesdienst am Sonntag, den 6. September, eingeladen. Geplant sind zwei oder drei kleine, einfache und mehrstimmige Lieder für die Messe.

Ökumenischer Bibelkreis

Foto: Mathilde Kohl, Siemensstrasse 9, 50825 Kšln, Tel. 0221.5506635 Bibel

Die Bibel ist ein Schatz, den man heben kann, natürlich bei der Auslegung, im Nachlesen, in der theologischen Diskussion. Aber die Bibel hätte ihre Strahlkraft längst verloren, wenn es nicht immer wieder Menschen gäbe, die sich zwanglos und unvoreingenommen, offen und verständnisvoll darüber austauschen, sie gemeinsam lesen und zu verstehen versuchen, auch und gerade ohne theologische Grundausbildung.

Genau dazu möchten wir hier einladen, nämlich zu einem ersten ökumenischen Bibelgespräch am

Mittwoch, den 16. September 2015 um 10.00 Uhr im Evagelischen Gemeindezentrum (Anfahrtsplan).

Wir möchten den Termin diesmal am Morgen anbieten, da viele, die nicht berufstätig sind, auch einmal dieses Angebot am Vormittag nutzen können.

Vorbereitung Kinderbibeltag

KinderbibeltagEin weiteres Angebot wird in Zukunft ein ökumenischer Kinderbibeltag sein. Spielerisch, kindgerecht, offen für Kinder und Familien einen Tag miteinander zu gestalten, der dann unter einem ganz speziellen biblischen Thema, einer ausgewählten biblischen Person oder Geschichte steht. Beide Gemeinden laden dazu gemeinsam ein.

Allerding bedarf ein solcher Tag der besonderen Vorbereitung – und dazu möchten wir alle einladen, die für ein solches Projekt gerne mit Verantwortung übernehmen wollen. Alle, die sich gerne darüber unterhalten wollen, wie, was und wie lange, wo und unter welchen Themen ein solcher Tag gelingen kann, sind herzlich zu einem Vorbereitungstreffen eingeladen am

Montag, den 21. September um 19.30 Uhr im Katholischen Pfarrhaus (Anfahrtsplan) – Vorbereitungstreffen

Bitte sagen Sie uns doch kurz Bescheid, ob Sie an diesem Treffen teilnehmen möchten: entweder bei der  evangelischen oder bei der katholischen Kirchengemeinde.

Der eigentliche Kinderbibeltag wird dann stattfinden am Samstag, den 10. Oktober 2015 von 15.00 bis 18.00 Uhr im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche. Nähere Infos dazu werden Sie dann nach dem Vorbereitungstreffen erhalten.

Mehr als Sonne, Mond und Sterne –
Kinderbibeltag zu St. Martin und Martins-Umzug

Martin UmzugMit Sicherheit werden wir zu einem Kinderbibeltag zu St. Martin einladen. Am

Samstag, den 14. November von 15.00 – 18.00 Uhr im Katholischen Pfarrhaus (Anfahrsplan)

Ab 18.00 Uhr ist dann der gemeinsame St. Martins-Umzug geplant. Zu diesem sind auch alle anderen Interessierten eingeladen, die nicht am Kinderbibeltag nachmittags teilnehmen können. Nähere Informationen dazu folgen dann in Kürze.

Hinweis: Workship an der Schweizer Schule zu St. Martin: Laternenumzug 2015, Lantern Procession 2015

Touch me!

Ostern 2015

Lous KooKennen Sie Louis Koo? Mir war er jedenfalls immer unbekannt. Aber scheinbar hat dieser nunmehr 44jährige Schauspieler aus Hongkong soviel Anziehungskraft, Charme und Faszination ausgeübt, dass er nicht nur einen Stern auf der Avenue of Stars in Hongkong bekommen hat, sondern dass die hier zu sehende junge Dame es sich nicht hat nehmen lassen, ihr Hände in seine Hände, zumindest in die Abdrücke davon zu legen. So, wie das übrigens viele dort tun. Berührungspunkte der ganz besonderen Art.

Klingt bekannt? Klar doch! Was wird nicht alles an Geld ausgegeben, um irgendwelche „Reliquien“ von Stars und Sternchen bei Ebay zu ersteigern, nur um einmal zu sagen: Ich habe dies oder das angefasst, was einmal dieser oder jener berühmten Persönlichkeit gehört hat, nur um einmal ganz nah an einer Berühmtheit dran gewesen zu sein. Ich bin selber ganz stolz darauf, einmal die Lederjacke von Jimy Hendrix angezogen zu haben, die er bei seinem letzten Konzert in Deutschland 1970 getragen hat, sowie die Uniform von Matwei Prokopjewitsch Burlakow, des letzten befehlshabenden Generals der NVA, oder am Tisch der Zwei-Plus-Vier-Gespräche gesessen zu haben – alles im tiefen, staubigen Fundus des „Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ in Bonn.

BabyKlingt immer noch bekannt, oder? Klar doch! Ist es doch eine uralte Sehnsucht des Menschen, etwas anzufassen. Säuglinge tun dies vom ersten Lebensalter an -, ist der Sinn des Greifens doch der erste, mit dem sie ihre Umwelt buchstäblich erfassen. Und deshalb erklärt es sich von selbst, wenn viele sagen: Was ich nicht sehen, hören, messen, definieren, ja anfassen kann, das ist für mich ohne Bedeutung. Ein Argument, das man gläubigen Menschen oft vorwirft.

Nun, da waren die Aportel wohl nichts Besonderes. Ich frage mich, was sie den Frauen am Ostermorgen nicht alles an den Kopf geworfen haben, als sie die unerhörte Nachricht von dem leeren Grab gehört haben. „Das kann nicht sein! Habt ihr euch das nur ausgedacht? Habt ihr irgendwas Nachprüfbares gesehen? Habt ihr euch das nur eingebildet? Gibt es Beweise?“

ThomasAber nur von Thomas wird überliefert, was viele sicherlich gefühlt oder gedacht haben haben. War er auch ausgerechnet nicht da, als Jesus in die Mitte der Jünger trat. Ich frage mich, was er zu tun hatte. Alle noch außer sich vom Geschehen des Karfreitages, verlässt er die Gruppe der Gleichgesinnten und gibt sich seinen Grübeleien hin. Kein Wunder also, dass er so schwer zu überzeugen ist. „Wenn ich nicht selbst ….“ anfassen, berühren, betasten, sehen, feststellen, beweisen, messen, … kann, dann glaube ich nicht. Also, Thomas hat alle meine Sympathien. Mit meiner großen Vorliebe zur Naturwissenschaft kann ich mich schon mal gerne auf seine Seite stellen und ihm Recht geben. Wenn ihm das Haptische, das Anfassen versagt bleibt, dann ist es eben auch nicht leicht, das alles zu glauben.

Dont TouchUnd dennoch – was gibt es nicht alles, das wir nicht anfassen, berühren, betasten, sehen, feststellen, beweisen, messen können. Du liebst einen Menschen? Beweise es! … und es bleibt unmöglich, dies zu tun. Nur, um ein Beispiel zu nennen.

Also: Es bleibt ein Ausgestreckt sein zwischen Wissen und Glauben, zwischen der Sehnsucht nach Gewissheit und der Unsicherheit des Ungewissen. Thomas hat scheinbar diesen Spagat geschafft, wenngleich wir nicht wissen, ob dieser bei der späteren Begegnung mit Jesus denn tatsächlich die Hände in seine Wunden und Nagelmale gelegt hat. „Touch me!“ Fast schon aufdringlich wirkt die Aufforderung Jesu, ihn nun endlich anzufassen und zu glauben. Zumindest hat Thomas sich ansprechen lassen. Nicht er hat Jesus berührt, sondern Jesus hat ihn berührt. Eben in seiner Sehnsucht nach dem Begreifbaren. Und wahrscheinlich meint Jesus genau das: Selig zu sein, wenn man nicht anfassen und doch glauben kann. Ja, so jemand kann wirklich glücklich sein.

Mir fällt es immer noch schwer, Ostern in seiner Vielschichtigkeit zu begreifen. Aber ich bin davon berührt. Vom Sterben, vom Leiden, vom Auferstehen, vom Leben. Und – ich möchte es wie Thomas ebenfalls anfassen, berühren, erleiden, lebendig werden lassen. Man kann niemals aus seiner Haut heraus. Denn wir sind und bleiben Menschen, die nicht nur mit dem Geist glauben, sondern mit Haut und Haaren, mit Seele und mit dem Leib.

HandGut, dass Jesus am Abend vor seinem Sterben uns etwas hinterlassen hat, das sich nicht nur anfassen lässt. Um nochmals auf die Kleinkinder zurück zu kommen. Was tun die mit allem, was sie in die Hände bekommen? Klar, in den Mund stecken. Sich einverleiben. Sicher ein evolutionärer Reflex der Nahrungsaufnahme, aber viel tiefgründiger auch die Bewegung, alles um mich herum in mich aufnehmen zu wollen, ein Teil von mir werden zu lassen. Und so ist das mit diesem heiligen Brot, diesem lebendigen Nahrungsmittel für den Leib und die Seele, das den Weg über unser Anfassen und Einverleibt-werden sucht. Es wird Teil von uns selbst und wir Teil dieses Jesus, der die Brück schlägt zwischen dem Unfassbaren und doch Begreiflichen.

Ach, was wäre es so schön, wenn es eine „Avenue of Saints“, einen „Walk of Saints“, einen „Camino dei Santi“  in Rom gäbe: im Boden eingelassene goldene Heiligenscheine mit den Handabdrücken der Heiligen darin, von den Zeitgenössigen zurück über die Kirchenlehrerinnen und -lehrer bis hin Halozu den Aposteln und am Anfang: Jesus. Und man könnte selbst die Hände hinein legen und so einfach Gewissheit erlangen. Aber das werden wir nicht finden. Dafür aber den Auferstandenen, der uns berührt, der seine Hände in die unseren legt, und ganz am Schluss fest zupacken wird, um uns aus dem Tod heraus zu reißen. Na, das sind doch schöne Aussichten, oder?

In diesem Sinne frohe und gesegnete Ostern 2015  (siehe Osterfestkreis)

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

Besuch vom Antonius-Kolleg Neunkirchen Seelscheidt

Antonius 2015Am Sonntag, den 15.03.2015 war dann der langersehnte Besuch des Antonius-Kollegs aus Köln mit diesmal 12 Jungendlichen und zwei Betreuern, die ihr Sozialpraktikum in dem HIV-Kinderheim Baan Gerda absolvieren. Lesen Sie hier mehr dazu im eigenen Blog der Schülerinnen und Schüler. Gleich am ersten Abend ein Höhepunkt – Abendessen im Restaurant des Bayoke-Towers und Besuch der Aussichtsplattform mit Blick über das nächtliche Bangkok.

Sonntagmorgen traditionell der gemeinsame Jugendgottesdienst. „Mein Weg mit Gott“, so war das Motto, das Resonanz fand in den ausgesuchten Texten, Bildern, Liedern und der Predigt, die den „Lebensrucksack“ der Jugendlichen zum Inhalt hatte. „Wo liegen meine Fähigkeiten, was gibt mir Orientierung, was macht mein Leben hell; und wie kann ich diese mir von Gott geschenkten Begabungen teilen?“, so die Überlegungen zur Lebenswirklichkeit dieser jungen Leute, die eine beeindruckende Zeit in Thailand erlebt haben. Klar, dass dann von den süßen Brezeln am Schluss des Gottesdienstes nicht mehr viel übrig blieb. Schließlich war ja Brezelsonntag.

Foto 08.04.15 11 28 40Ein Wiedersehen mit den Jugendlichen gab es dann am Abend, des 1. April zur gemeinsamen Grillparty im Pfarrhausgarten, sowie eine Stadtführung mit Deanna Schurrer, unserer Praktikantin, wie auch ein Abschlussbesuch auf der Skybar.

Ganz schön was los hier…

Bischof Koch P„Na, wie ist er denn so?“ – so die Frage von Firmlingen in Bangkok bezüglich Bischof Dr. Heiner Koch. „Na, eigentlich ganz cool!“, so meine Antwort, um die Jugendlichen neugierig zu machen. Und es sollte sich herausstellen, dass ein Bischof auch mal erfrischend „so ganz anders“ sein kann, als viele das zuerst erwartet hätten. Aber der Reihe nach…

Sehnlichst erwartet war der Besuch von Bischof Koch, Bistum Dresden-Meißen, und Monsignore Peter Lang vom Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Schon beachtlich, dass die beiden sich nach dem Besuch der Gemeinde bei Pfarrer Hans Cornelsen in New Dehli noch einmal auf den Weg machten, um die beiden Standorte in Pattaya und Bangkok zu visitieren. Denn es wartete in der Zeit vom 09.-12. März 2015 ein volles Programm auf beide.

Gleich am ersten Abend eine Sitzung mit dem erweiterten Pfarrgemeinderat. Wie stellt sich die Gemeinde dar? Wie ist der Gottesdienstbesuch? Was ist das Spezifische der Gemeinde? Wo sind die Stärken dieser Community, wo liegen aber auch die Schwächen? Was ist ausbaufähig und wie stellen sich die Schwerpunkte in der Zukunft dar? Können die Nachbarstaaten Kambodia, Laos oder Myanmar seelsorglich mit in den Blick genommen werden?

Bischof Koch hat sich äußerst neugierig gezeigt, auch in Bezug auf die Motivationen der Menschen, hier nach Thailand zu kommen, hier zu leben und zu arbeiten und zugleich auch Kontakt zu halten zur deutschsprachigen Kirche.  Ein Bischof also, der sich wirklich interessiert zeigt am Leben der Menschen, genau so wie Peter Lang auch.

Die regelmäßigen Gottesdienste, der Schuldienst, Katechese, Touristenseelsorge, die verschiedenen Begegnungsräume der Gemeinde, und vieles mehr – schnell wurde klar, dass sich die kirchliche und pastorale Arbeit in Thailand auf weite Felder erstreckt -, aber auch präsent ist in Arbeitsbereichen der Seelsorge, die nicht immer offensichtlich sind oder sich sogar der öffentlichen Wahrnehmung völlig entziehen, wie zum Beispiel die Mitarbeit im Deutschen Hilfsverein, das soziale Engagement im Gastland oder bei der Einzelseelsorge.

Bischof Pattaya 1Nach einer doch recht kurzen Nacht und einem frühen Frühstück im Pfarrhausgarten Aufbruch zur Gemeinde im zwei Stunden entfernten Pattaya. Kaum eine Stadt, die weiter entfernt sein könnte von der katholischen Morallehre, aber dennoch ein Ort mit einer lebendigen, engagierten christlichen Gemeinde, insbesondere der Anteil der Deutschsprachigen. In einer fast vollbesetzen St. Clemens-Kapelle  wurde der Gottesdienst gefeiert. Natürlich mit den Gemeindemitgliedern, aber zum Teil auch mit Menschen, die noch nie einem Bischof begegnet sind und „einfach mal kucken“ wollten. Bischof Koch zeigte sich wiederum als ein Mensch ohne Berührungsängste und einem großen Interesse, mit den Gottesdienstbesuchern in unmittelbaren, wohlwollenden und wertschätzenden Kontakt und Austausch zu kommen. Besonders bemerkenswert: Die gelungene Mitfeier des ev. Gospel-Chores aus dem Evangelischen Begegnungszentrum in Pattaya. Wiederum ein weiteres Zeichen unkompliziert gelebter Ökumene, für die alle hier in Asien sehr dankbar sind.

In der Predigt ging Bischof Koch genau darauf ein: Was macht mich eigentlich zu einem Christen? Unter anderem: Nicht vordergründig mein moralisch einwandfreies Leben – wenn überhaupt möglich und außerdem schwer genug -, sondern von Gott bewusst gewollt ins Leben gerufen zu sein und ihm ein Leben lang darauf Antwort zu geben. „Wer betet, der schenkt Gott seine Aufmerksamkeit. Und Deine Lebensgeschichte ist die Antwort darauf, was Gott Dir alles aus freien Stücken bereits geschenkt hat!“, so Bischof Koch. Und so unterschiedlich die Lebensgeschichten nun einmal sind, so unterschiedlich fällt diese Antwort ja auch aus, auch und gerade in Thailand.

Bischof PartyBesonders beachtlich – ganz viele derer, die morgens beim Gottesdienst in Pattaya dabei waren, kamen dann am frühen Abend noch nach Bangkok. Die Gemeinde in der Hauptstadt hatte eingeladen zum Begegnungsfest mit Bischof und Monsignore im Garten des Pfarrzentrums. Wieder waren es mehr, als eigentlich angemeldet waren, noch dazu international, interreligoös und interkonfessionell. Ein Wunder, dass das Essen dennoch reichte und niemand hungrig oder durstig nach Hause gehen musste. Eine großartige Gelegenheit, bei schöner Jazz-Musik und angenehmer ökumenischer Atmosphäre, beide Repräsentanten der Bischofskonferenz hautnah erleben zu dürfen. Ein perfekter Rahmen, in dem Bischof Koch auch noch eine weitere, kölsche Seite ausleben durfte, indem er Einblick gab in seine humoristische Art und Weise, die er auch im Rheinischen Karneval schon zum Ausdruck bringen konnte.

Bischof TempelWer – wie Bischof Koch – zum ersten Mal nach Bangkok kommt, der muss natürlich den Königstempel und -palast sehen. Auf dem Weg dorthin mit der Hochbahn durch die Stadt hin zum Fluss, konnten die Gäste sich einen exemplarischen Überblick verschaffen. Bankenviertel, Geschäftsviertel, Botschaftsviertel und Rotlichtviertel. „Und das kennen Sie auch?“ „Klar!“, so meine Antwort, denn unsere Gemeinde ist überall.

Über den Fluss mit dem Boot zum Königstempel. Natürlich beeindruckend für jemanden, der dies alles zum ersten Mal sieht. Und interessant, wie Bischof Koch auch die Ähnlichkeiten zwischen Chistentum und Buddhismus erkannte, zumindest in den tief zugrunde liegenden Ausdrucksformen und Symbolen, die wir in allen Religionen finden.

Botschafter Schulze von der Deutschen Botschaft hatte danach dankenswerter Weise zum Gespräch eingeladen. Hochinteressant, aus berufenem Munde auch eine nüchterne Einschätzung der wirtschaftlichen und politischen Lage Thailands zu erhalten. Die guten Beziehungen beider Kirchengemeinden mit den Vertretungen der deutschsprachigen Nationen wurde wieder einmal bestätigt. Gut, dass es diese neutrale, aber sehr kooperative Wertschätzung gibt.

FirmlingeAm Abend dann die Firmung, zu der sich neun Jugendliche bereit erklärt hatten. Der von den Jungen und Mädchen vorbereitete Gottesdienst, die modernen Lieder, die musikalischen Instrumentalstücke, der Solo-Gesang und der spontan entstandene neue Chor, die persönliche und sehr ansprechende Predigt des Bischofs und nicht zuletzt die gespannte Erwartung der Jugendlichen – alles trug dazu bei, dass die Gottesdienstgemeinde eine sehr bewegende Zeit erlebte, die nachhaltig auch die Jugendlichen prägen wird. Selten, dass ein Gottesdienst so dicht war. „Der ist wirklich cool!“, so die Bestätigung der Firmlinge. Nun, der Geist weht eben, wo er will.

Am späten Abend noch ein gemütliches Abendessen im Restaurant „Deutsches Eck“, gleich in der Nähe des Pfarrzentrums. Auch hier – unkomplizierte Begegnungen mit Gemeindemitgliedern, die zwar sonst den Stammtisch der Kirchenbank vorziehen und sich nie im Gottesdienst blicken lassen, aber eben auch zur Community dazu gehören. „Wie, ein Bischof? Ist der echt? Kann man dem die Hand geben?“ Und schon waren Bischof Koch und Peter Lang umringt von Menschen, die die Neugier an Kirche und ihren Vertretern noch nicht verloren haben. Gerne hätten alle noch länger zusammen gesessen…

Deshalb an dieser Stelle der beste Dank an Monsignore Peter Lang, dem ja die unmittelbare Leitung des Auslandssekretariates untersteht, und auch zugleich an Bischof Koch, der sich trotz seiner unermüdlichen Tätigkeit in seinem eigenen Bistum es sich nicht nehmen lässt, die Gemeinden im Ausland auch persönlich kennen zu lernen.

IMG_7554Ein besonderer Dank auch an alle, die diese Tage möglich gemacht haben. Allen die zur Pfarrgemeinderatssitzung eingeladen haben und die uns versorgten. Allen, die als Fahrer oder Organisator im Hintergrund tätig waren. Allen, die zum Gelingen des Gartenfestes ihr Mögliches getan oder beim Gottesdienst auch musikalisch einen Dienst übernommen haben. Dank auch an die beiden Firmkatecheten und an alle, die zu den Gottesdiensten, Gesprächen, Festen und Begegnungsmöglichkeiten gekommen sind, sei es aus Bangkok oder aus Pattaya, Chaing Mai, Udon Thani und Hua Hin. Denn ohne Sie alle wären diese Tage so nicht möglich gewesen. Schön, dass sich die Gemeinde wieder einmal von ihrer sehr lebendigen und kreativen Seite gezeigt hat.

Kein Wunder, dass Bischof Koch wieder kommen will, vielleicht auch einmal privat. Wie auch immer – er und Peter Lang haben gespürt, dass sie – wie alle Besucher und Gemeindemitglieder, Touristen und Interssierte – hier in dieser quirligen, facettenreichen, modernen und traditionellen Stadt jederzeit herzlich willkommen sind und auch kirchlich eine Heimat finden können.

Bischofsbesuch und Firmung 2015

Bischof KochDie Deutschsprachige Katholische Kirchengemeinde in Thailand erhält in der Zeit vom 09. bis zum 12. März 2015 hochrangigen Besuch aus Deutschland.

Der von der Deutschen Bischofskonferenz für die Auslandsseelsorgerinnen und -seelsorger beauftragte Bischof Dr. Heiner Koch, Dresden-Meißen, wird die Gemeinden in Bangkok und Pattaya besuchen, um die Gemeindmitglieder auch persönlich kennen lernen zu können. Begleitet wird er von Msgr. Peter Lang, dem Leiter des Auslandssekretariates der Deutschen Bischofskonferenz, der schon zweimal bei uns zu Gast war.

In diesem Zusammenhang wird es unter anderen einen Gottesdienst in Pattaya geben. Dort wird Bischof Koch die Heilige Messe im Father Ray Center am Dienstag, den 10. März 2015 morgens um 11.00 Uhr feiern.

Am gleichen Tag, also Dienstag, 10. März 2015, findet abends im Pfarrhausgarten in Bangkok (152, Sukhumvit Soi 20) ein Gemeindefest statt, das um 18.00 Uhr beginnen wird. Dazu sind alle Interessierte herzlich eingeladen. Während des Festes bei Cocktails, Holland-Bier, Smooth-Jazz und Grillwürstchen wird genügend Gelegenheit bestehen, mit dem Bischof persönlich ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei.

Am Mittwoch, den 11. März 2015 feiert Bischof Koch mit der Gemeinde die feierliche Firmung in unserer Kapelle beim St. Louis Krankenhaus, Sathorn Road, um 19.00 Uhr. Erfreulicherweise haben sich bereits 9 Firmlinge dazu angemeldet. Auch dazu herzliche Einladung.

„Freut Euch, denn der Herr ist immer nahe!“ – so der Wahlspruch von Bischof Koch. Die Freude, dass Gott in seinem Sohn mit uns ist, soll auch diese Tage der Begegnung mit ihm prägen.

So freut sich unsere Gemeinde sehr über diesen Besuch und heißt Bischof Dr. Heiner Koch und Msgr. Peter Lang hier in Bangkok herzlich willkommen.

Jörg Dunsbach, Pfr.

Dritter Einkehrtag der Firmlinge

 

Foto 07.03.15 10 35 51Heute, am Samstag, den 07.03.2015, war der dritte Einkehrtag der Firmlinge im Pfarrhaus. “Sünden googlen” – sollte im Internet ja nicht besonders schwer sein. Aber – doch gar nicht so leicht, etwas detaillierter und spezifischer über die Zehn Gebote heraus zu finden. Wie lauten sie? Wie kann man diese in unsere Welt übersetzen? Haben diese Gebote eigentlich etwas mit meinem Leben zu tun. Und wenn ja, welche genau?

Per Losverfahren haben die zehn Jugendlichen ein Gebot ausgewählt. Mit Tablets und Smartphones ins pfarrhauseigene WiFi eingewählt und dann losgegooglet. Am Ende: Jeder konnte etwas zu “seinem” Gebot beitragen und der Runde vorstellen.

Im Gespräch wurde dann schnell deutlich, dass Gebote auf den ersten Blick oft den Charakter von Verboten haben. Aber ebenso schnell konnten wir heraus finden, dass Gebote eben auch einen Weg vorschlagen können, wie Leben gelingen kann. Dass das nicht immer funktioniert, war dann aber auch sehr schnell klar.

Foto 07.03.15 12 22 38Im zweiten Schritt – Gebote, Übertretungen, Sünden, Schuld, also die ganze Palette von Versagen – aber vor dem Hintergrund, was Jesus gesagt und getan hat. Sein letztes Abendmahl, sein Tod und die Vergebung der Sünden werden zum Schlüssel, die Gebote nicht als Belastung zu verstehen. Denn alle einzuhalten gelingt ja niemandem. Also bietet sich durch Jesus ein Ausweg: Er, der die Sünden wegnimmt. Er, der Vergebung schenkt. Er, in dem deutlich wurde, dass Gott die Menschen liebt und nicht verlässt. Er, der immer die Hand hinstreckt, um wieder einen neuen Anfang mit uns zu wagen.

Und dann davon ausgehend: Selbst die Zehn Gebote des Alten Testamentes nicht mehr als Voraussetzung für eine gelungene Gottesbeziehung zu verstehen, sondern als Ergebnis eines Suchens nach Gott und einer lebendigen Beziehung zu ihm. Also nicht: Erst wenn ich alle Gebote halte, dann schenkt Gott mit seine Gegenwart. Sondern: Gerade dann, wenn ich weiß, dass Gott mich immer liebt, werde ich versuchen, ein gelingendes Leben zu führen, sozusagen als Antwort auf das Vorschussvertrauen Gottes in mich. Und wenns dann doch nicht klappt?

Foto 07.03.15 13 05 18Das war der dritte Abschnitt: Einsicht in die eigene Fehlerhaftigkeit – nicht als vernichtendes Urteil, sondern als Chance, Gottes Versöhnung zu erfahren. Ein liebender Gott, der sich gerade in der Sünde als ein Meister der Vergebung erweist. “Lass Dir sagen, dass Du niemals aus Gottes Liebe herausfallen kannst!” Das war eigentlich nur die Umschreibung dessen, was das Sakrament der Versöhnung bedeutet, das die Jugendlichen dann am Ende des Tages auch empfangen durften.

“Und? War´s schlimm?” so meine Frage an einen Jugendlichen, und seine Antwort: “Nö, gar nicht. Wann kann ich das nochmal machen?” Na also, geht doch!

Zwischendrin – einen leckeren Lunch, vorbereitet von Julian Trost, der seine Fähigkeiten als „Ceranfeldballerina“ wieder einmal unter Beweis stellen konnte. Aufgebackene Pittas, selbstgemachtes Tzaziki, Schweinegeschnetzeltes und frischer Salat – alles zusammen eine gute Auswahl zur Fütterung der Raubtiere. Und zum Nachtisch: Gummibärchen und mitgebrachte Donats.

Zum Schluss dann noch Vorbereitung und Ausarbeitung des Firmgottesdienstes, damit jeder auch bei der Messe mitgestalten kann.

Besuch vom Antonius-Kolleg
Jugendgottesdienst und Brezelsonntag

Baan Gerda 2014Eine gute Tradition hat sich da entwickelt: Das Antoniuskolleg aus Neunkirchen-Seelscheid bei Köln bietet unter der Leitung des Klassenlehrers Gerhard Wittig nun schon zum vierten Mal an, das obligatorische Sozialpraktikum der 10. Klasse in Thailand zu machen. Wie auch in der Vergangenheit kommen dieses Mal 12 Schülerinnen und Schüler nach Thailand und verbringen 14 Tage im Kinderheim Baan Gerda.

Hier zum Video vom Besuch in 2014:

Doch bevor es dort los geht, steht ebenfalls der traditionelle Besuch unserer Gemeinde an mit gemeinsamen Jugendgottesdienst am Sonntag Morgen. „Auf den Weg machen“ – so das Motto des Jugendgottesdienstes am Sonntag, den 15. März 2015 um 10.30 Uhr in unserer Kapelle beim St. Louis Hospital. Natürlich sind dazu alle herzlich eingeladen. Eine eigene kleine Band und ein Chor wird den Gottesdienst auch musikalisch mitgestalten.

Gleichzeitig ist auch wieder Brezel-Sonntag. In der Mitte der Fastenzeit versüßen wir uns nach dem Gottesdienst die Zeit mit Zuckerbrezeln, damit man wieder Kraft tanken kann für den Rest der Fastenzeit.

Wenn die Jugendlichen wieder aus Baan Gerda zurück sind, werden sie in Bangkok noch ein paar Tage Sightseeing verbringen können. Begleitet von Deanna Schurrer, unserer fleißigen Praktikantin, werden sie mit Bus und Klongboot die Kanäle Bangkoks befahren, den Golden Mountain und den Königstempel besichtigen, sowie am Abend (01. April 2015) zum Grillen in den Pfarrhausgarten eingeladen sein. Ebenfalls dazu sind die Firmlinge mit ihren Familien eingeladen, um gemeinsam mit den Jugendlichen den Abend zu verbringen.

Am letzten Tag ihrer Reise steht dann noch ein Highlight an: Ein Besuch auf der Skybar im Lebua State Tower, um zum Abschluss die Lichter des nächtlichen Bangkoks bis zum Horizonth zu genießen. Wir freuen uns schon auf das Video dieser Reise, das dann auch später hier zu sehen sein wird.

Allen ein herzliches Willkommen!

Zweiter Einkehrtag der Firmlinge

Firmtag 2-1Die große Gina, die elegante Estella, die strazziatellaeisliebende Saskia, der beste Benedikt, der racing-car-fahrende Ronald, der coole Constantin, die durchgedrehte Deanna, die abenteuerlustige Angelika, die rächende Rebecca, der Pandabär-Paul, der jagende Julian und der Jumboelefanten-Jörg – das war das Ergebnis der aufgefrischten Vorstellungs- und Auflockerungsrunde beim zweiten Firmtreffen und Einkehrtag der Firmlinge. Und danach gings auch schon gleich mit der Arbeit los.

Was spricht Dich an an diesem Jesus? Was hat er an Besonderem für Dich? Wie sieht Dein Gottesbild aus? Viele unterschiedliche Fragen – viele unterschiedliche Antworten. Eben genau so unterschiedlich, wie diese Firmlinge eben sind. Das war Inhalt des zweiten Einkehrtages am Samstag, den 21. Februar. Die Jugendlichen konnten sich verschiedene Jesus- Bilder aussuchen und sich darüber ihre Gedanken machen. Warum gerade dieses Bild? Wie wird Jesus hier dargestellt? Was soll dieses Bild wohl Firmtag 2-2über Jesus aussagen? Von Karrikaturen, über schwarz-weiß Skizzen, über neuzeitliche Gemälde bis hin zu Mosaiken alter römischer Basiliken – alles war dabei und fand reichlich Interesse. Was heißt eigentlich „Guter Hirt“? Was bedeuten die fremden, griechischen Buchstaben neben dem Jesuskopf? Würde Jesus jeden einladen oder vergeben? Könnte ich auch die andere Wange hinhalten? Was würde Jesus sagen zu Menschen, die sich nicht versöhnen können? Wer ist alles eingeladen zum Abendmahl? Bis hin zur Frage, warum es Krieg gibt oder warum das Leid da ist. Alles ziemlich tiefgreifende Fragen und im Anschluss eine ebenso tiefgründige Diskussion.

Nach dem deftigen Gulasch und dem gemeinsamen Mittagessen dann der zweite Schritt. Es ging um die Würde jedes Einzelnen. Ausgehend von der Frage, was eigentlich einen König auszeichnet, die Annäherung an die Salbung mit Chrisam bei Taufe und Firmung. Salbung als eigentliches Zeichen für die Königswürde. Und als Freund und Freundin Jesu ebenfalls Königin und König zu werden, weil Christus, der Gesalbte, jedem diese Würde zu Teil werden lässt. Abschließend dann noch ein kleiner Wortgottesdienst mit gegenseitiger Salbung in die Hände und dem Segensspruch: „Du bist ein Segen – und ein Segen sollst Du sein!“ – zusammen mit den Eltern, die zu diesem Zeitpunkt mit dabei gewesen sind.

Firmtag 2-3Abends dann freiwillig – Pizza-Movie-Night, „Phase 10“ zocken und großes Kino im „Pfarrsälchen“, natürlich mit selbstgemachtem Popcorn süß und salzig.

Übernachtung unter Aufsicht von Deanna und Julian, die schon den ganzen Tag als Katecheten und Gulaschkanonenverantwortliche mitgemacht hatten. Morgens dann auch gemeinsames großes Frühstück im Pfarrhausgarten mit den Externen und den Eltern. Und dann – natürlich – alle zusammen zum Gottesdienst in unserer Kapelle mit der Gemeinde.

Wieder mal eine intensive Zeit mit vielen Begegnungen, viel Lachen und Freude, und ein Pfarrhaus voller Lebendigkeit. So, wie es eigentlich sein soll.

Ziege oder Schaf?

Na, was denn jetzt? Die einen sagen so, die anderen so – sei es nun Schaf oder Ziege (das chin. Wort „Yang“ bedeutet übrigens beides) – der Mond wandert jetzt in ein neues Sternbild – und schwups, wieder ein neues chinesisches Jahr. Und chinese new year 2015die entsprechenden Tiersymbole bestimmen dann angeblich das Leben und die Zukunft.

Um es gleich zu sagen – allen Respekt vor einer Jahrhunderte alten Tradition. Und es liegt mir fern, jemanden nicht ernst zu nehmen, der dieser Kultur folgt oder sein Leben danach ausrichtet. Wie gesagt: Jeder nach seiner Façon…

Aber es sei mir doch bitteschön erlaubt zu bemerken, wie erstaunlich doch die Blüten einer Pseudowissenschaft wie der Astrologie (bitte deutlich zu unterscheiden von der Astronomie!) und dieser Lebenseinstellung sind. Äußerst interessant dazu der Artikel im aktuellen Farang >siehe hier. Ganz zu schweigen von den psycho-sozialen Auswikungen dieser unter Zwängen und Ängsten stehenden Lebensweise.

Ich kann es ja irgendwo verstehen: Die Sehnsucht nach Sicherheiten, die es letztendlich doch nicht gibt; oder das Bedürfnis, die Eigenverantwortlichkeit abzuschieben auf ein übermächtiges Schicksal, aber damit sowohl Freiheit als auch Sicherheit zu verlieren.

freiheit_sicherheitIn aller Kürze ein Vorschlag zu einem anderen Lebenskonzept: Ich lege mein Leben nicht in die Hände zufälliger Sternenkonstellationen, die ohnehin in astronomischer Hinsicht nicht von Dauer sind. Außerdem erkenne ich aber auch wirklich keinen einzigen Kausalzusammenhang zwischen der gravitationsbedingten Verteilung von Materie im interstellaren Raum und dem Schicksal von halbwegs intelligenten Lebewesen auf dem unbedeutenden dritten Planeten eines durchschnittlichen Sonnensystems am Rande eines Spiralarmes einer ebenso durchschnittlichen Galaxie.

Also bei allen Vorbehalten gegenüber des politischen Systems der Volksrepublik China – in einem könnte ich durchaus dem Soziologieprofessor Gu Jun von der Universität Shanghai zustimmen, der in dem Parteiorgan „Volkszeitung“ folgendes themenbezogen veröffentlicht: «Das ist vollkommener Quatsch.» Es gebe keinen automatischen Zusammenhang mit einem bestimmten Geburtsjahr und dem späteren Leben.

Also: Geboren im Jahre 1967 (auch Ziege!) lege ich mein Leben in Gottes offene Hände. Dort ist es gut aufgehoben. Denn dazu gehört, dass er mir von Beginn an, wie auch allen Menschen(!), etwas mit in die Wiege gelegt hat, das ursprünglich ein Teil meines menschlichen Wesens ist und bleibt. Nämlich die Freiheit. Ich bin existenziell frei, über mein Leben zu bestimmen. Zwar lebe ich nicht in einem abgeschlossenen System, deshalb gibt es immer Rahmenbedingungen, aber das sagt nichts aus über meine prinzipelle Eigenschaft als Mensch, nämlich frei zu sein.

Gott SchachEs gibt keine Sternenkonstellation, die mich zum unbestimmten Spielball eines undefinierten, gesichtslosen Schicksals macht. Es gibt keinen Gott, der mich als Schachfigur auf dem Schöpfungsplan hin und her zieht, der mich nur aus einer Laune heraus aufs Spielfeld setzt oder wieder beliebig rauskickt. Aber ich glaube an einen lebendigen, kreativen, freiheitsliebenden und respektvollen Gott, der seinen Geschöpfen den Raum lässt, den sie brauchen, ob sie sich nun für oder gegen ihn entscheiden – wir erinnern uns an diese unglückliche Sache mit dem Apfel, damals…

Gott ist das genaue Gegenteil eines Kontroll-Freaks. Er lässt alles zu, was wir frei entscheiden und wendet sich im schlimmsten Fall noch nicht einmal von uns ab. Erst recht auf so manchen Holzwegen stolpert er mit uns. Ja selbst da überlässt er uns die Freiheit, in seine ausgestreckte Hand einzuschlagen oder eben nicht.

Und wenn ich denn schon soweit gehe und Hinweise nach dem guten Weg oder einer gelingenden Zukunft suche, dann finde ich sie sicher nicht in zufällig gelegten Karten, fallenden Holzstäbchen, irgendwelchen fantasievoll am Himmel zu Bildern kombinierten Kernfusionsreaktoren (Sterne), sondern zum einen in mir selbst und meiner, selbstverständlich subjektiven Wahrnehmung, oder in den Fingerzeigen von Menschen, die mir begegnen, die mich bestärken oder auch in Frage stellen. Übrigens – ein guter Spiegel dafür sind die Glaubenserfahrungen der Menschen in der Bibel, die sich ebenfalls nach dem woher und dem wohin gefragt haben. Sie haben ganz interessante Antworten gefunden und gelebt.

Säulen der SchöpfungIn diesem Sinne danke ich meinem Schöpfer, dass er mir in seiner Freiheit dieses wunderbare Leben geschenkt hat. Unter seinem Segen frei zu sein ist mir mehr wert, als alle Prognosen, Zukunftsvorhersagen oder Weissagungen. Lassen wir das Leben wie es ist: bunt, vielfältig, spontan, unberechenbar, überraschend, herausfordernd – einfach lebendig. Und jeder von uns mittendrin.

Und die Sterne? Stauenenswert und wunderbar – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Herzliche Grüße und in diesem Sinne ein spannendes neues chinesisches Schafsziegenjahr bis zum nächsten Februar 2016.

Jörg Dunsbach, Pfr.

Filmaufnahmen und Interviews nach dem Gottedienst

New TV THDer neue thailändische Fernsehkanal „new TV“ poduziert eine Sendereihe über Ausländer in Thailand, ihre Kultur und Lebensweisen.

Unsere Gemeinde ist angefragt worden, einen Teil ihrer Kultur zu zeigen und zu erklären. Dazu will uns der Sender beim Gottesdienst besuchen und anschließend fragen, wie man hier in Thailand als Christ leben und seine Relgion ausüben kann. Besonders interessiert sind die Produzenten an „gemischten Paaren“. Also: Wie kann das gut gehen, wenn in einer Familie zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander stoßen?

Deshalb herzliche Einladung zum Gottesdienst am 01. März 2015 um 10.30 Uhr in unserer Kapelle und zu den anschließdenden Gesprächen mit dem Filmteam vor der Kirche.

Hier der am 11. März 2015 in Channel 8 gesendete Bericht:

TV Messe

Aschenkreuz im Gottedienst

FZDa am Aschermittwoch kein Gottesdienst in unserer Kapelle ist, lade ich herzlich ein zum Empfang des Aschenkreuzes am ersten Fastensonntag, 22. Februar 2015 um 10.30 Uhr in unserer Kapelle, St. Louis Krankenhaus, Sathorn. Mal sehen wie lange die Asche hält. Aber es ist und bleibt eine gute Tradition, mit diesem Zeichen die Fastenzeit zu beginnen. Keine Sorge – alles wird Gut! Denn wir gehen ja auf Ostern zu. Dauert zwar noch vierzig Tage, aber das schaffen wir schon!

Rosenmontag

KölleFaschingswüste Thailand?

Na ja, wie sollte bei dem Stau hier auch ein Karnevalsumzug durch die Straßen ziehen? Obwohl – manchmal hat es schon so was an sich. Ich denke an die Protestumzüge zu Beginn des vergangenen Jahres vor dem politischen Wechsel hier. Mit besetzten Straßen und wüsten Camps an den großen Kreuzungen, mit lauter Musik, Fahnenschwenkern, plärrenden Lautsprechern auf menschenüberladenen Transportern und Pick Ups, – fast meinte man, „de Prinz kütt!“. Nun gut, das hat dann ja auch ein Ende gefunden.

Aber auch sonst: Futuristische Lastwagen und Kleintransporter, beladen mit Menschen und was weiß ich auch immer, die Grenzen der Physik überschreitend und gegen alle Gesetze der Schwerkraft. Da bleibt man schon mal stehen und schaut diesem „Zug“ staunend hinter her. Kamelle gibts dann aber nur beim Straßenhändler gleich nebenan, aber leider nicht umsonst. Klar – Karneval hat hier keine Tradition, aber irgendwie ist hier immer irgendwo und irgendwie Fasching. Und schließlich holt man hier ein vergleichbares Straßenfest ja bekanntlich an Songkran nach.

Wer und wo auch immer heute und in diesen Tagen sich jemand dem närrischen Treiben hingibt, dem wünsche ich ganz viel Spaß dabei. Denn – am Aschermittwoch ist ja bekanntlich wieder alles vorbei…

Erster Einkehrtag der Firmlinge 2015

Foto 24.01.15 12 32 42Glücklicherweise haben sich in diesem Jahr 9 Firmlinge angemeldet, um am Mittwoch, den 11. März 2015 in unserer Kapelle am St. Louis Krankenhaus das Sakrament der Firmung zu empfangen. Bischof Dr. Heiner Koch aus Dresden wird eigens dafür anreisen.

Angelika Leiler, Rebecca Leiler, Benedikt Ayrle, Constantin Ayrle, Estella Vavricka, Saskia Puck, Gina Stricker, Ronald Bauer und Felix Wolf haben sich bereits angemeldet.

Nach einem ersten gemeinsamen Abendessen und Vorbereitungstreffen mit den Eltern konnte dann am Samstag, den 24. Januar die Vorbereitung als Einkehrtag starten.

ZwFoto 24.01.15 12 07 19ei Themenfelder standen an diesem Tag im Mittelpunkt: Wie sah mein bisheriges Leben aus und wo spielten dabei Gott und Kirche eine Rolle, bzw. wie hat sich mein Glaube von Kindestagen an verändert. Die Jugendlichen haben dazu ihre Biographie sehr kreativ dargestellt und versucht, sie mit vielen Materialien in Form zu bringen. Ganz spannend, wie unterschiedlich doch die Lebensstationen und -erfahrungen waren.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es dann einen Jesus-Check: Was weiß ich alles über seine Person? Alphabetisch geordnete Schlagwörter ergaben bereits zusammen ein sehr differenziertes Bild, wenn auch noch einige Fragen unbeantwortet blieben.

Das nächste Treffen ist dann am Samstag, den 21. Februar geplant ab 10.00 Uhr.

Weitere Bilder siehe auch >hier.

Spendenaufruf für die Gemeinde 2015

DoofOhne Dich ist alles doof!

Sicher kennen Sie diese lustigen Kartoons mit den typischen Schafen, mit denen man zum Ausdruck bringen will, dass es ohne einen bestimmten Menschen, meistens eine Freundin oder einen Freund, ziemlich doof ist – also unbefriedigend, leer, sinn- und farblos.

Ok, zugegeben, vielleicht hinkt der Vergleich schon etwas, aber doch ist etwas dran. Denn einmal im Jahr – und dafür um so nachdringlicher – muss ich nämlich darum bitten, die Kirchengemeinde mit einer angemessenen Spende zu bedenken, denn:

Ohne Spenden ist alles doof.

Zunächst aber ein großes Dankeschön an alle, die sich im vergangenen Jahr durch Spenden, Sponsoring und Kollekten an der Finanzierung unserer Kirchengemeinde beteiligt haben – seien sie nun hier aus Thailand oder auch zu einem erheblichen Teil aus Deutschland eingegangen. Nur dadurch war es möglich, die laufenden Kosten und das soziale Engagement hier in unserem Gastland aufrecht zu erhalten, ohne dabei Verlust zu machen. Von ganzem Herzen: DANKESCHÖN!

Thai Bath TreeSie wissen ja: Wir haben hier keine Mitgliederregistierung inklusive der Verpflichtung zur Zahlung eines Mitgliedsbeitrages; und – es gibt hier keine Kirchensteuer. Außerdem – die wenigsten Mitglieder unserer Kirchengemeinde zahlen diese in Deutschland. Deshalb ist es mir wichtig, nochmals darauf hinzuweisen, dass wir als Gemeinde buchstäblich nur überleben können, wenn auch in Zukunft die Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung gewährt bleibt.

Aufgrund zurückgehender staatlicher Unterstützung und anderer Einnahmeausfällen wird derzeit sehr intensiv geprüft, welche Gemeinde im Ausland noch Bestand haben werden und von der Deutschen Bischofskonferenz aufrecht erhalten bleiben.

Die finazielle Unzterstützung durch Sie, liebe Gemeindemitglieder, Freunde und Förderer, ist also tatsächlich existenziell.

Daher meine ausdrückliche und wirklich persönliche Bitte, mit einer Spende in angemessener Höhe die finanziellen Belange der Gemeinde mit zu tragen.

Vielleicht fällt es ihnen leichter, sich dazu durchzuringen, wenn Sie bedenken, was alles fehlen würde: unsere Gottesdienste, das Angebot von Taufen, Erstkommunion, Firmung und Beistand bei Sterbefällen, die Unterstützung von Menschen in Notsituationen unterschiedlichster Art, die Fürsorge für Kinder aus Wasienheimen, die schönen Gartenfeste, Nikolausfeier und wie zuletzt der wunderschöne Neujahrsempfang. All dies, was unsere Gemeinde auszeichnet, wäre ohne Ihre Spenden nicht möglich. Das wäre – zugegebener Maßen – ein Verlust, und dann gilt auch:

Ohne Spenden bleibt alles doof!

In diesem Sinne helfen Sie bitte mit, dass unsere Gemeinde hier in Thailand eine Zukunft hat.

Wenn Sie also spenden möchten (es geht ganz einfach und tut auch nicht weh) – hier geht es zu den verschiedenen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung:

Bitte hier spenden!

Mehr Informationen zu den Aufgaben und Ausgaben der Gemeinde finden Sie >hier.

Mit dem besten Dank im Voraus

Herzlich Jörg Dunsbach, Pfr.

Ökumenischer Neujahrsempfang 2015

Jörg 2In gewohnter Tradition wollen beide deutschsprachigen Kirchengemeinden auch im kommenden Jahr zum ökum. Neujahrsempfang herzlich einladen.

Unter dem Motto: „Saarländisches Lyonerfeschd“ – und hier können Sie ja meine eigentliche Herkunft gleich erraten – wollen wir in gemütlicher Runde im Garten des kath. Pfarrhauses zusammen kommen.

Ein kurzer gemeinsamer Jahresrückblick und -ausblick ist eingebettet in ein gemütliches und kulinarisches Umfeld: Kalte und gegrillte Fleischwurst (Lyoner), original Amora-Senf, Salate, Softdrinks, leckeres Holland-Bier, sowie eine exotische Cocktailbar, dazu Live Musik und viele liebe Gäste. Gegen Ende dann auch wieder ein kleiner humoristischer Abschluss, wie Sie dies ja auch schon von meinen evangelischen Kollegen und mir kennen.

Um als Gemeinden Danke zu sagen für die gemeinsame Zeit wird dies alles kostenlos angeboten. Wenn es Ihnen gefallen hat, darf man sich aber auch gerne mit einer Spende an den entstandenen Kosten beteiligen.

Hier noch eine Bitte: Wer gerne noch Salate oder Beilagen mitbringen möchte, darf dies gerne tun. Um so reichhaltiger wird das Buffet.

Termin: Samstag, 17.01.2015 ab 18.00 Uhr
Ort: Kath. Pfarrhaus
152, Sukhumvit Road Soi 20, Bangkok
(Anfahrtsskizze hier)

Und: Bitte melden Sie sich bis spätestens Mittwoch, den 14.01.2015 an, damit wir besser planen können. Schließlich soll niemand hungrig oder durstig nach Hause gehen. Entweder bei mir, joerg.dunsbach@gmx.net oder bei der evangelischen Gemeinde unter ev.kirche.th@gmail.com .

In diesem Sinne schon heute herzliche Einladung. Wir freuen uns, wenn Sie zu uns kommen!

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

Neujahrsgruß 2015

Realität gute vorsätzeLassen Sie es am besten sein. Fangen Sie erst garnicht damit an! Wieso soll es in diesem Jahr anders sein?

Na, oder was soll ich dazu sagen, wenn es um gute Vorsätze geht? Wie ist es denn damit: Weniger essen, weniger Alkohol oder Genussmittel, weniger Stress, weniger Arbeit, und, und, und…

Die einzige Kontinuität, die es bei guten Vorsätzen zum neuen Jahr gibt, ist, dass sie sich schon bald wieder verabschiedet haben. Manche schon mit dem letzten Böller in der Sylvesternacht.

Also eigentlich ziemlich frustrierend, diese Sache mit den guten Vorsätzen. Wäre es da nicht besser, ehrlich zu sein und sie erst garnicht aufzustellen? Dann habe ich da etwas für Sie:

Meistens ist es ja so, dass man eben irgendetwas lassen will, oder auf etwas verzichten möchte. Ich schlage deshalb einen Perspektivwechsel vor: Statt einem Weniger vielleicht ein Mehr…

Auf diese Idee hat mich jemand aus der Gemeinde gebracht, der mir bei einem Gespräch einen sehr interessanten Text geschenkt hat. Er stammt ursprünglich von Bronnie Ware, einer australischen Autorin, die aufgrund ihrer Arbeit mit Schwerstkranken und Sterbenden ihre Erfahrungen zusammengefasst hat. Und darin heißt es:

5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Versäumnis Nr. 1: Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarteten.

Versäumnis Nr. 2: Ich wünschte, ich hätte nicht soviel gearbeitet.

Versäumnis Nr. 3: Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Versäumnis Nr. 4: Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten.

Versäumnis Nr. 5: Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.

Zugegeben – das klingt auf den ersten Blick sehr traurig. Denn es schwingt so etwas mit wie: Hätte ich doch; wäre ich doch; würde ich doch… Also ziemlich viele Konjunktive und dadurch eben alles sehr utopisch, wenn nicht sogar unmöglich. Für die, die das so formuliert haben, war es auch bestimmt unerreichbar.

Deshalb heute die Einladung, es garnicht soweit kommen zu lassen. Also ein neues Jahr, das jedem Bereuen oder Bedauern von vorne herein schon das Wasser abgräbt. Also ein Jahr, – nicht mit Einschränkungen und Verzicht, sondern mit ungeahnten Chancen und unerwarteten Möglichkeiten. Also drehen wir die Versäumnisse um und machen sie zu einer Schatzkiste für das neue Jahr:

bonne chance5 Chancen, die das neue Jahr bietet:

Chance Nr. 1: Ein Jahr zum Entdecken, wer, was und wie ich bin und dies als meine Relaität zu schätzen und stolz darauf zu sein: Nämlich ein unverwechselbarer, einmaliger Mensch zu sein.

Chance Nr. 2: Ein Jahr, die Pausen zu planen, sie sich zu nehmen und zu füllen – auch mal mit einem zweckfreien und genussvollen Nichtstun.

Chance Nr. 3: Ein Jahr, sensibel zu sein für das, was ich brauche, was mir fehlt, was mir gut tut, was mich stört, was mir auf die Nerven geht, was mich erhebt, was mich glücklich macht – und all das auch vertrauensvoll mit anderen zu teieln. Weinen und Lachen, Freude und Schmerz, Lust und Leid, Sehnsucht und Enttäuschung – dieses ganze Prisma so vieler Emotionen ist ein weites Feld, das mein Menschsein ausmacht. Ein Schatz, den man heben kann und nicht vergraben muss.

Chance Nr. 4: Ein Jahr, sich seine Adressbücher vorzunehmen – die in meinem Kopf, aber auch die vielen anderen in Telefon oder Computer, die sogenannten „Freunde“ in den sozialen Netzwerken (von denen nämlich viele gar keine sind!), oder auch die noch von Hand in einem Buch Aufgeschriebenen. Da wird man überrascht sein, wen man alles findet. Ein gute Möglichkeit, sich von einigen zu trennen und auf die Wichtigen mehr Wert zu legen. Denn die guten Freundinnen und Freunde sind es wert, mit ihnen – so weit es geht -, das Leben zu teilen.

Chance Nr. 5: Vergiss das Leben nicht! Entdecke die Möglichkeiten! Nutze den Tag, die Nacht, Dein ganzen Leben, denn Du hast nur eins und es geht schnell vorbei. Also mach was draus! Und Du hast alles Recht der Welt, es Dir mit aller Dankbarkeit so gut wie möglich gehen zu lassen. Sorgen gibt es immer noch genug, aber vergiss das Leben in Fülle nicht.

Also dann auf französisch: Bonne Chance! – was soviel heißt wie: Viel Glück!

Und das wünsche ich Ihnen zum neuen Jahr 2015. Möge es Ihnen gelingen, diese Chancen zu nutzen. Dazu schenke Ihnen allen Gott seinen Segen und seine Nähe in diesem neugeborenen Menschensohn, der gekommen ist, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben (Joh 10,10).

Herzlich

Jörg Dunsbach