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ökumenischer Neujahrsempfang der Gemeinden

Die evangelische und katholische Gemeinde möchten herzlich zum Beginn des neuen Jahres zu einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst einladen. Wir beginnen am

 Sonntag, den 01. Januar 2017
um 17.00 Uhr
im evangelischen Gemeindehaus

125/1 Soi Sitthi Prasat,
Rama IV Road, Bangkok 10120,

Mobile: +66 (0) 8 1815 9140
eMail: ev.kirche.th@gmail.com

Lageplan siehe: >hier

 

Im Vorfeld steht von 16.00 Uhr bis 16.45 Uhr auch Kaffee und Kuchen bereit.

Aus Anlass des 500jährigen Reformationsgedenkens wollen wir daher das Jahr ökumenisch beginnen. Der Gottesdienst steht dabei unter der sog. Jahreslosung – dieses Jahr aus dem Buch Hesekiel 36,26 : „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Im Anschluss an den Gottesdienst findet dann unser traditioneller Neujahrsempfang statt. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Unterdessen geben wir auch einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr, sowie einen kurzen Ausblick auf 2017. MIt einem kleinen humoristischen Finale soll der Empfang gegen 21.00 Uhr ein Ende finden.

Herzliche Einladung

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

 

 

Weihnachtsgottesdienste 2016

Herzlich darf ich Sie heute zu unseren diesjährigen Weihnachtsgottesdiensten einladen:

24. Dezember 2016 – Heiliger Abend
20.00 Uhr Christ Church Bangkok, 11 Convent Road, Bangkok
Wegbeschreibung >hier
Musikalische Gestaltung: Khun Patrick, Querflöte und Pfeifenorgel; Khun Sassis mit Bläserquintett
Im Anschluss: selbstgemachter Glühwein und mit Liebe gebackene Weihnachtsplätzchen

25. Dezember 2016 – Weihnachtshochamt
10.30 Uhr Kapelle des Camillian Hospitals, Thong Lo, Bangkok
Wegbeschreibung >hier
Gast: Pastorin Annegret Helmer – Gedanken zu „Vom Himmel hoch“
Musikalische Gestaltung: Ulrich Holste-Helmer, Orgel; Dorit Christ und Khun Patrick, Querflöten

26. Dezember 2016 – 2. Weihnachtsfeiertag
11.00 Uhr St. Nikolauskirche, Sukhumvit Road, Pattaya
Musikalische Gestaltung: Wolfram Reda, Orgel und Fagott; Khun Patrick, Querflöte

01. Januar 2017 – Neujahrstag
17.00 Uhr gemeinsamer ökumenischer Gottesdienst der Evangelischen und Katholischen Gemeinde im evangelischen Gemeindehaus, anschließend Neujahrsempfang, Wegbeschreibung >hier

 

 

Wie immer gibt es für jeden im Gottesdienst am Heiligen Abend auch ein Geschenk nach der Predigt.

 

Krippe und Engel

Hier auch noch der Hinweis zu den Gottesdiensten an Weihnachten bei der evangelischen Schwestergemeinde:
siehe auch >hier

Heiliger Abend Bangkok, 24.12.2016: 17.00 Uhr, Sampanthawong Kirche, Si Wiang Road

Heiliger Abend Pattaya, 24.12.2016: 17.00 Uhr im Begegnungszentrum, Naklua Road

1. Weihnachtsfeiertag Pattaya, 25.12.2016: 11.00 Uhr Begegnungszentrum, Naklua Road

 

Gesamtübersicht siehe >hier

 

So wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Segen

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

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Die letzte Besucherin

Red apple with missing a bite isolated on white backgroundEs war in Bethlehem bei Tagesanbruch.

Der Stern war schon verblasst, der letzte Pilger hatte gerade den Stall verlassen, die Heilige Jungfrau hatte das Stroh in der Krippe zurecht gesteckt, das Kind würde endlich schlafen können. Aber schläft man denn in der Weihnachtsnacht?

Sachte öffnete sich die Tür, man könnte sagen, fast mehr durch einen Hauch aufgestoßen als durch eine Hand, und eine Frau erschien auf der Schwelle, ihre Blöße nur bedeckt mit Fetzen, so alt und so verschrumpelt, dass in ihrem erdfarbenen Gesicht der Mund nur noch eine Falte mehr darstellte.

Als sie sie erblickte, bekam Maria Angst, als wäre es irgendeine böse Fee, die eintrat. Glücklicherweise schlief der kleine Jesus. Der Esel und der Ochse kauten friedlich ihr Stroh und sahen die Unbekannte herannahen, ohne größeres Erstaunen zu zeigen, so als ob sie sie von jeher kannten. Aber die Heilige Jungfrau ließ sie nicht aus den Augen. Jeder Schritt der Alten erschien ihr Hunderte von Jahren zu dauern. Die Alte näherte sich weiter, und jetzt war sie an der Krippe angelangt. Gott sei Dank schlief der kleine Jesus immer noch. Aber schläft man denn in der Weihnachtsnacht?

Plötzlich hob er die Augenlider, und seine Mutter war sehr erstaunt festzustellen, dass die Augen der Frau und die des Kindes genau gleich waren und von der gleichen Hoffnung strahlten.

Die Alte beugte sich über das Stroh, während ihre Hand in ihren ungeordneten Fetzen etwas suchte, dass sie anscheinend Jahrhunderte brauchte um es zu finden. Maria betrachtete sie fortwährend mit der gleichen Befürchtung. Die Tiere betrachteten sie auch, aber immer noch ohne Überraschung, so als ob sie von vornherein wüssten, was geschehen würde.

Endlich, am Ende einer sehr langen Zeit, war die Alte damit fertig, aus ihren Lumpen einen Gegenstand herauszuziehen, den sie in ihrer Hand verbarg, um ihn dem Kind zu übergeben.

Nach all den Schätzen der Magier und all den Geschenken der Hirten, was könnte diese Gabe sein?

Da, wo sie stand, konnte Maria es nicht erkennen. Sie sah nur den vom Alter gebeugten Rücken, der noch krummer wurde, als er sich über die Wiege beugte. Aber der Ochs und der Esel sahen es, und waren immer noch nicht erstaunt.

Das dauerte noch eine geraume Zeit. Dann richtete sich die alte Frau auf, wie befreit von der schweren Last, die sie zu Boden gezogen hatte. Ihre Schultern waren nicht mehr gerundet, Ihr Kopf schien beinahe das Strohdach zu berühren. Ihr Gesicht hatte wunderbarerweise seine Jugend zurück gewonnen. Die Lumpen waren von ihr abgefallen, und sie war bekleidet mit einem kostbaren goldenen Gewand, ihr langes seidiges Haar bedeckte ihre Schultern.

Und als sie sich von der Wiege entfernte, um zur Tür zu gelangen und in der Nacht zu verschwinden, aus der sie gekommen war, konnte Maria endlich sehen, was ihr geheimnisvolles Geschenk war.

Eva, denn das war die Alte, hatte dem Kind einen kleinen Apfel übergeben, den Apfel der ersten Sünde – und so vieler anderer, die folgten! – Maria sagte zu ihr: „Ich kenne dich, du bist Eva! Jetzt ist alles gut!“

Und der kleine rote Apfel leuchtete in der Hand des Neugeborenen wie die Erdkugel der neuen Welt, die mit ihm soeben geboren wurde.

Jérôme und Jean Tharaud

 

 

Es begab sich aber zu jener Zeit, …

 

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… dass Augustus Kaiser von Rom war. Rom war eine sehr große Stadt und ein noch viel größeres Königreich.  Damals lebte auch jener Kaiser Augustus in seinem Palast in Rom. Dort hatte er viel Zeit. Er dachte viel nach, wie er noch mehr Länder erobern konnte oder noch mehr Geld bekam. Eines Tages stand er auf seinem Palast und schaute auf das Forum. So nannte man damals den Marktplatz. Als er die vielen Menschen aus ganz vielen Ländern in der Stadt Rom sah, da fragte er sich: „Wie viele Menschen leben eigentlich in meinem Reich? Wenn ich das weiß, dann kann ich mehr Steuern verlangen und bekomme noch mehr Geld.“

 

 

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Da rief er seinen Minister und fragte: „Wie viele Menschen leben eigentlich in meinem Reich?“ Der Minister war ganz erschrocken. Denn auf diese Frage hatte er keine Antwort. Sonst wusste er eigentlich immer alles. „Oh, Kaiser“, sagte er da, „sicher weißt Du das doch und du willst mich prüfen. Aber wir wollen es ganz genau machen. Bestimmt hast Du schon daran gedacht: Wir machen eine Volkszählung!“

„Eine Volkszählung!? Das gab’s ja noch nie!“, rief der Kaiser, „beim Jupiter – die Leute werden sich beschweren. Wie sollen die denn alle hier her nach Rom kommen? Wie soll das denn gehen?“

Der weise Minister hatte schon die Antwort bereit: „Oh, beim Merkur! Du großer allwissender Kaiser, du wolltest bestimmt befehlen, dass alle Leute am besten dort hin gehen, wo sie geboren worden sind. Du weißt doch, dass das viel einfacher ist. Dort kann man sie zählen. Und am besten trägt man sie gleich in Listen ein. So kann man besser Steuern eintreiben.“

 

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Der Kaiser sah das auch so. Deshalb gab er den Befehl, dass sich alle Menschen in seinem Reich in Steuerlisten einzutragen hätten, und zwar in ihrem Geburtsort. „Befehl ist Befehl!“, sprach er und schickte seine Boten in alle Teile seines Reiches. Sein Minister schickte den Befehl sofort los und war selbst ganz gespannt, wie viele Leute denn nun im Königreich leben.

 

 

 

 

 

 

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Damals gab es einen Stellvertreter vom Kaiser. Der war von Beruf Statthalter, weit weg von Rom in Syrien, und hieß Quirinus. Als er den Befehl vom Kaiser bekam, sagte er sich: „Oh, beim Jupiter – das wird viel Arbeit geben. Aber Befehl ist Befehl! Auf – und zählen wir die Leute hier in unserem Land. Hey ihr Soldaten – lauft schnell nach Judäa, Jerusalem, Nazareth, Bethlehem und in all die anderen Städte hier bei uns in der Gegend!“ Er dachte schon daran, dass auch er sehr reich werden würde, wenn viele neue Leute viele Steuern bezahlen müssten. „Da bleibt auch mehr für mich übrig“, dachte er sich im Geheimen.

 

 

 

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Zur gleichen Zeit lebten dort in der Gegend in Nazareth zwei junge Leute. Es waren Maria und Josef. Eines Tages kam Josef hungrig aus der Werkstatt zurück – er war nämlich Schreiner und Häuserbauer – und Maria saß am Tisch. „Wie? Kein Essen?“ fragte Josef.

„Josef!“, sagte da Maria, „Josef setz‘ dich! Wir müssen reden.“ Und sie redeten.

„Ich bin schwanger!“, sagte Maria.

Man muss wissen, dass die beiden erst später heiraten wollten. Doch nun sagte Maria so etwas.

„Du bekommst ein Baby?“, rief Josef, „und das auch noch jetzt!? Aber davon weiß ich doch garnichts!“ Maria und Josef wussten schon ganz genau, wie das mit den Kindern so geht. Aber soweit waren sie noch nicht. Das sollte erst später kommen, nach der Hochzeit. Sie waren ja erst nur verlobt.

„Beim Jehova – ein Kind!“, rief Josef noch einmal. „Aber wie? Wer? Wo? Was? Wann?“ Josef war ganz aufgeregt.

„Jetzt setze dich erst mal hin und ich erzähle Dir von Anfang an, was geschehen ist.“

„Da bin ich aber gespannt, was jetzt kommt“, sagte Josef, aber er hörte sehr aufmerksam zu.

 

 

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Und Maria erzählte, wie der Engel zu ihr kam. „Hallo Maria, ich bin der Engel Gabriel!“, sagte dieser und erklärte weiter, dass sie, Maria, ein Kind bekommen wird.

Das war zuerst zu viel für sie. Erst diese Lichtgestalt, unangemeldet im Zimmer, und dann diese Nachricht.

„Das geht gar nicht!“, sagte Maria sofort. „Mein lieber Gabriel – der Josef und ich, wie haben noch nicht … also, du weißt schon, was ich meine…“

„Ja“, sprach der Engel, „das weiß ich doch. Aber das Kind ist ja auch von Gott, und bei ihm ist nichts unmöglich.“

„Ach! Echt?“, fragte Maria ganz erstaunt und blieb erst mal stumm…

Sie überlegte bei sich: „Soll das jetzt wirklich wahr sein? Wir warten ja schon lange auf den Gesandten Gottes, den Messias. Eigentlich haben sich das alle ganz anders vorgestellt. Aber vielleicht ist ja auch Gott ganz anders, als wir uns ihn vorstellen. Also gut. Aber eines muss noch geklärt werden.“

Und sie sagte zu dem Engel: „Das ist ja alles gut und schön. Aber wie soll das denn nun gehen mit dem Kind? Also, … du weißt schon…“

„Maria“, sagte da der Engel, „bei Gott ist eben alles ganz anders.“

„Siehste!“ – dachte sich Maria und der Engel fuhr fort:

„Du wirst nicht wissen wie, aber Gott wird ganz nahe bei dir sein. Er wird ganz um dich herum sein, und du wirst ganz von Freude erfüllt werden. Du wirst wissen, dass du ganz in Gott aufgehoben bist, und er dich unendlich lieb hat. Das nennt man Heiliger Geist. Dieser Heilige Geist wird dich umgeben, fast so wie eine Wolke, oder wie wenn man durch einen Schatten geht. Du weißt, dass er da ist und doch kannst du ihn nicht festhalten. Dann wirst du schwanger sein.“

Maria spürte, wie es ganz warm um ihr Herz wurde. Sie wusste, dass Gott jetzt ganz nahe bei ihr war.

„Ok“, sagte Maria, obwohl sie immer noch nicht genau wusste, was das alles zu bedeuten hatte. „Wenn´s ein Junge wird, dann soll er Gabriel heißen, so wie du!“

„Oh nein“, sagte der Engel. „Weil – und ja, es wird ein Junge – weil er ein ganz besonderer Mensch und Gott sein Vater ist, deshalb wird man ihn Emmanuel nennen. Das heißt soviel wie: Gott ist immer und überall für alle Menschen da.“

„Ach“, sagte Maria, „das ist aber ein ziemlich langer Name.“

„Hast ja Recht, Maria“, sagte der Engel, „Rufname: Jesus. Besser?“.

„Einverstanden. Und weil diese Botschaft von Gott ist, machen wir das so, wie du das gesagt hast!“, sagte Maria, und der Engel verschwand so plötzlich, wie er gekommen war.

 

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Josef war ziemlich überrascht. Zuerst dachte er: „Also das mit dieser komischen Geschichte vom Geist, vom Kind und von Gott, und dann noch nicht verheiratet… Am besten, du lässt die Maria alleine.“

Im Traum hat ihm dann ein Engel gezeigt, wie lieb Josef doch seine Maria hat. Das stimmte ja auch. Und weil er sie so lieb hatte und bei der ganzen Geschichte auch noch Gott im Spiel war, dachte er sich: „Na gut. Ich lasse Maria nicht alleine. Ich bleibe bei ihr. Punkt!“, und am nächsten Morgen sagte er zu ihr: „Du, Maria, hör mal, … Ich hab mir das gut überlegt. Ich bleib bei dir, ganz egal, was passiert, weil ich dich so lieb habe.“ Josef war ein echt toller Mann und Maria war sehr, sehr stolz auf ihn.

 

Inzwischen ist einige Zeit vergangen. Maria hat noch ihre Verwandte besucht, ihre gute Freundin Elisabeth, um sich Rat zu holen. Man muss ja wissen, was man so machen muss, wenn man schwanger ist. Elisabeth bekam nämlich auch ein Baby, und beide freuten sich ziemlich darüber.

Als Maria wieder in Nazareth war, sagte Josef: „Maria, wir müssen nach Bethlehem. Dort wurde ich geboren. Es ist Volkszählung.“

„Oh Josef – muss das denn sein? Ich bin doch schwanger, und so lange dauert das auch nicht mehr, bis das Baby geboren wird.“

„Befehl vom Kaiser. Und Befehl ist Befehl. Und den Jungen, den zählen wir dann gleich mit. Ich hab schon gepackt. Wir können gleich los.“

Und so zogen Maria und Josef mit dem Esel von Nazareth nach Bethlehem. „Weißt du,“ fragte Josef seine Maria, „weißt du, dass in Bethlehem schon mal ein König geboren wurde? Er war ein sehr weit entfernter Verwandter von mir.“

„Jaaa“, sagte Maria mit glänzenden Augen. „Das war David. Und unser Sohn wird auch mal ein König sein, aber ganz anders als die anderen!“

„Wie recht du hast“, dachte sich Josef im Stillen, „wie recht du hast…“ und ließ Maria auf dem Esel reiten.

 

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Kaspar, Melchior und Balthasar saßen etwa zur gleichen Zeit ziemlich weit weg am Ufer des großen Flusses Euphrat. Sie waren Wissenschaftler, konnten gut rechnen, kannten sich mit Sternen aus, und in der Schule waren sie auch schon gute Freunde. Von Beruf waren sie Könige. Als König hat man viel Zeit. Also trafen sie sich und schauten nachts in den Himmel. Da erschien plötzlich ein großer neuer Stern.

„WOW“, sagten Kaspar und Melchior gleichzeitig. „Ein großer neuer Stern!“

„Hatten wir schon“, sagte Balthasar.

„Ja aber schau doch – der bewegt sich aber!“, sagten die beiden.

„Gibt’s nicht!“ sagte Balthasar.

„Dooooch, gibt’s! Schau doch!“ riefen die beiden anderen. Und tatsächlich. Alle drei konnten sehen, wie der Stern ganz ganz langsam über den Himmel zog. Das war echt neu.

Sie überlegten lange, was das bedeuten soll. Sie lasen in den Büchern, fragten andere Wissenschaftler und kamen zu dem Ergebnis: Das muss so was wie ein Wegweiser sein. Und sie fanden heraus: Dieser Stern zeigt an, wo ein großer König geboren werden soll, nämlich in dem Land, wo die Juden leben.

„Oh, ein neuer König, also so etwas wie ein neuer Kollege. Da müssen wir hin. Nichts wie los! Kamele beladen, Verpflegung und Wasser einpacken und vor allem Geburtstagsgeschenke nicht vergessen.“ Lang und mühsam war ihr Reisen hin zur Stadt Jerusalem. Aber sie waren voller Neugierde, wer dieser neue König sein soll. Der Stern zog ihnen dabei immer voraus.

 

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„So, der Stern steht hier erst mal ziemlich weit oben am Himmel. Er bewegt sich fast nicht mehr“, sagte Balthasar nach langer Reise. Der neue König muss also irgendwo hier sein. Wo sind wir eigentlich?“

Schnell hatten sie herausgefunden, dass sie in der Hauptstadt der Juden waren. Die große Stadt heißt Jerusalem.

„Echt? Jerusalem?“, sagte Melchior. „Hier gibt es auch einen König. Der heißt Herodes. Und weil der sich mit Königen hier auskennt, fragen wir doch ihn, wo der neue König geboren werden soll. Dann wissen wir es genau.“

Herodes bat die drei in seinen Thronsaal. Er hatte nur gehört, dass sie den König suchten.

„Herzlich Willkommen!“, sagte er, „nun habt ihr ja den König gefunden. Ich bin der beste und reichste König weit und breit. Ich habe ganz viele Soldaten, und ich habe schon viele Kriege gewonnen und viele Feinde getötet. Keiner ist so mächtig wie ich.“

„Oh“, sagten da die drei anderen Könige. „Das mag ja so sein. Aber, um ganz ehrlich zu sein, wir suchen nach dem neuen König!“

„ACH! Wie jetzt??? Ein neuer König????““ – rief da voller Entsetzen Herodes aus, und er erschrak so sehr, dass die ganze Stadt mit ihm erschrocken ist.

Und er dachte im Stillen bei sich: „Das ist gar nicht gut. Ich bin König. Sonst keiner. Und wenn da ein neuer König ist, dann nimmt der mir bestimmt meinen Thron weg. Das geht gar nicht.“

Und so fragte er die drei Könige: „Wo soll der Neue denn geboren werden?“

„Das wollten wir von dir wissen, großer Herodes! Wir sind ja Ausländer. Du kennst dich hier besser aus als wir, und man sagt, dass dein ganzes Volk auf einen besonderen König wartet.“

„Die lassen nicht locker“, dachte sich Herodes. „Man sagt ja, dass der von Gott erwählte König, der Messias, in Bethlehem geboren werden soll. Aber da komme ich nicht her. Sollte es also einen stärkeren König als mich geben? Das wäre sehr schlecht für mich. Hm, hoffentlich haben die komischen drei Sterndeuter  Unrecht. Ich werde es schon herausfinden.“

„Also,“ sagte Herodes ganz freundlich, „also man sagt, dass irgend wann einmal ein König in Bethlehem geboren werden sollte. Aber ich glaube nicht so richtig daran. Ihr könnt das ja herausfinden und dorthin gehen. Ein kleines unbedeutendes Dorf, nicht weit weg von hier. Das schafft ihr schnell. Versucht es doch dort einmal. Wenn dort nichts los ist, dann habt ihr ja hier mich als den besten König, den es gibt.“

„So machen wir das“, sagten die Drei Könige und wollten schon gehen.

Beim Hinausgehen rief aber Herodes hinterher: „Ach, übrigens… Wenn ihr schon dorthin geht und erfolgreich seid, dann lasst mich einfach wissen, wo der tolle neue König ist. Wenn der so toll ist, dann muss ich auch dort hin und meine Glückwünsche und Geschenke bringen.“

„Ja, ja, geht schon klar“, riefen die Drei vereint. „Das machen wir auf dem Rückweg.“

Aber irgendwie hatten die drei ein komisches Gefühl dabei. „Mit dem Herodes, da stimmt etwas nicht. Wir müssen vorsichtig sein!“, stimmten sie alle überein. Sie sollten sich später noch daran erinnern. Jetzt erst mal schnell nach Bethlehem. Und der Stern zog weiter vor ihnen her.

 

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Zur gleichen Zeit kamen Maria und Josef schon in Bethlehem an.

„Hör mal, Josef, ich bin sooo müde!“, sagte Maria. „Und es wird jetzt langsam Zeit für die Geburt. Ich kann das schon spüren. Können wir denn nicht ins Hotel?“

„Herberge, heißt das, Maria. Herberge!“

„Egal wie das heißt, ich muss mich ausruhen“, seufzte Maria etwas genervt.

„Also gut“, sagte Josef und fragte bei einer Herberge nach der anderen. Aber weil Volkszählung war, konnten sie kein Zimmer bekommen. Alles war schon besetzt oder ausgebucht.

Josef wurde langsam ungeduldig und sagte: „So, ich frag jetzt nur noch einmal und wenn dann kein Zimmer frei ist, dann gehe ich irgendwo mit dir hin, wo man sich wenigsten hinlegen kann, ganz egal wo.“

Das sagte auch der Gastwirt in der letzten Herberge an der Straße: „Alles voll, aber wenn es euch egal ist und ihr euch nur irgendwo hinlegen wollt… Schaut da, hinten bei den Feldern, da ist ein Stall für die Tiere. Da könnt ihr hin. Kostet auch nichts. All for free.“

Josef wollte schon streiten mit dem Wirt, aber Maria zog ihn am Ärmel und sagte: „Komm, dort wo sich Ochs und Esel gute Nacht sagen, da ist auch Platz für uns beide. Wir haben ja uns, und wir haben uns so lieb, ob im Hotel oder im Stall.“

„Herberge, Maria, Herberge! Also gut – ab in den Stall. Wie geht’s Dir eigentlich?“

„Das Kind kommt bald“, sagte Maria. Es wird Zeit“. Und Josef sagte: „Oh, dann komm und keine Angst – ich bin ja bei dir.“

 

 

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Und tatsächlich – es war Zeit. Obwohl der Stall doch nicht ganz leer war. Ochs und Esel waren dort für die Nacht untergestellt. Stroh fand sich zum Glück auch schnell. Josef machte noch ein Feuer für heißes Wasser, und Maria schaute Josef tief in die Augen und sagte: „Josef, es ist soweit.“

Josef wusste eigentlich nicht so recht, was er bei einer Geburt so machen soll. Männer wissen das nie so richtig. Aber er tat, was er konnte. Und eigentlich ging alles ganz schnell. Das Kind wurde geboren und Maria stillte ihren Sohn zum ersten Mal. Ja, es war ein Junge, wie der Engel gesagt hatte. „Und?“, fragte Josef. „Jesus!“, sagte Maria. „Gut“, sagte Josef und wiederholte: „Jesus soll er heißen. Und schau nur, was für ein toller Stern über unserem Stall steht!“

„Josef, ja, ganz toll, aber ich habe im Moment andere Sorgen. Bitte hole doch die Windeln aus der Reisetasche. Der Kleine muss gewickelt werden, sonst wird ihm kalt. Und nach dem Stillen muss er schlafen. Kannst Du nicht ein Bett bauen?“

„Mir fehlt das Handwerkszeug. Tut mir leid, hab ich vergessen“, bedauerte Josef. „Aber ich hab schon eine Idee: Hier steht die Futterkrippe. Ochs und Esel werden sie uns bestimmt ausleihen. Und mit frischen Stroh wird’s für den Jungen bestimmt schön weich sein.“ „Josef“, seufzte Maria, „Du bist ein toller Mann.“

„Ich, weiß, Maria, ich weiß…“, antwortete Josef, gab Maria einen Kuss und lobte sie: „Du hast das alles ganz toll gemacht, Maria.“

Und so legten beide das Jesuskind in die Krippe. Schnell schlief das Baby ein, und die Nacht wurde ganz stille. Jetzt endlich konnte Maria auch den großen Stern bewundern. Er stand genau über dem Stall. Sie hielten sich beide ganz fest im Arm, und sie waren beide so glücklich. An die Volkszählung dachte im Moment niemand mehr.

 

 

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Aber mit der stillen Nacht war es dann schnell vorbei. Alle drei waren ziemlich müde, als plötzlich Unruhe entstand. „Josef, schau doch mal, was da los ist!“, sagte Maria. „Da kommen fremde Leute. Denen gehört bestimmt der Stall und wir müssen wieder weiter.“

Tatsächlich kamen die Leute, denen der Stall gehörte. Es waren die Hirten, die nachts auf den Feldern bei den Herden sind. Als sie kurz vor dem Stall waren, da riefen sie schon und wollten wissen, ob jemand da sei.

„Ja, ja“, rief Josef, „kommt ruhig rein!“ Und die Hirten kamen von allen Seiten, begleitet von ihren Schafen.

Und die Freude war riesengroß, denn sie erzählten was geschehen war.

Als sie draußen auf den Feldern waren, da erschienen Engel und sprachen davon, dass der neue König, der Retter der Welt, geboren sei. Zuerst wollten sie das gar nicht glauben. Einer der Hirten sagte sogar: „Hey ihr Engel. Ihr habt euch in der Adresse getäuscht. Uns erzählt sonst niemd etwas. Das müsst ihr dem Herodes in Jerusalem erzählen!“ Die Engel lachten dabei, aber es klang wie Gesang und Musik. „Nein, nein“, sagte der Oberengel – das war der, der schon bei Maria war – „das ist alles in Ordnung. Ihr seid die Ersten, die das hören sollen. Denn es soll Friede sein bei den Menschen, die Gott lieb hat. Herodes hat für so etwas keine offenen Ohren. Und jetzt lauft schnell zu dem Stall. Dort ist Maria und Josef und ein kleines Kind, in Windeln gewickelt, das in einer Krippe liegt.“

Und genau so fanden die Hirten dann Maria und Josef und das Jesuskind.

Kaum hatte sich Maria von dem ganzen Trubel erholt, da klopfte es schon wieder. Josef ging nachschauen und kam zu Maria zurück. „Du wirst es nicht glauben, aber noch mehr Besuch. Ich glaube, das sind Ausländer.“

„Aber wir kennen hier doch niemanden“, sagte Maria. Und schon waren die drei seltsam gekleideten Sterndeuter da. Sie hatten tatsächlich den Weg zum Stall gefunden. „Gestatten – Heilige Drei Könige vom Euphrat: Kaspar, Melchior und Balthasar – zu Euren Diensten!“ Josef und Maria sahen sich nur sprachlos an. Und schon waren die Drei Könige an der Krippe. „Seid bitte leise! Das Baby schläft.“, rief Maria den dreien noch hinterher. Aber von all dem wurde Jesus wieder wach. Er lachte und freute sich sichtlich über die drei neuen Gäste.  „Junge oder Mädchen?“, wollten die Besucher gleich wissen. „Junge“, sagte Maria. „Na, und wie heißt denn der Kleine?“, fragten sie wie im Chor und Maria antwortete: „Jesus“. „Ach, ein königlicher Name. Das bedeutet nämlich soviel wie: Gott hilft“, erklärte Balthasar, und sogleich fielen die drei Könige auf die Knie und beteten Jesus an.

Das Jesusbaby freute sich und quäkte laut, besonders, als die Könige die Geschenke auspackten. Einer hatte Myrre dabei. Das ist so etwas wie eine gut riechende Heilsalbe. „Jesus wird viele Menschen heil machen. Er wird ein Herz für die Kranken haben“, sagte Melchior. Kaspar hatte auch ein Geschenk. Das war Gold. „Alle Könige behalten das Gold immer für sich. Jesus wird aber auch ein Herz für die Armen haben. Er wird ihnen zuhören und ihnen Hoffnung geben. Das ist noch viel wertvoller als Gold.“

„Und ich bringe Weihrauch mit“, sagte Balthasar, und sofort musste Josef heftig husten. „Den bekommen nur Könige. Jesus wird aber auch der Bruder von allen Menschen sein. Damit macht er alle Menschen zu Königinnen und Königen, weil wir dann alle die Kinder Gottes sind.“

Maria schaute Josef an und sagte: „Siehst du, wenn schon die Könige kommen, dann muss unser Kleiner schon etwas besonderes sein…“ Mütter macht so etwas immer ganz stolz. Und Josef sagte: „Er ist doch auch dein Sohn und der von Gott. Natürlich ist er dann ein König. Ich will ihm ein guter Pflegevater sein.“

„Josef, du bist ein echt toller Mann und ich bin sehr, sehr stolz auf Dich!“, sagte Maria, und wie immer antwortete Josef: „Ich weiß, Maria, ich weiß“, und gab ihr wieder einen Kuss.

 

 

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Dann erzählten die drei Könige noch, dass sie dem Herodes nicht über den Weg trauen. „Der ist gefährlich. Vor dem müsst ihr aufpassen. Der meint es nicht gut mit euch“, sagten sie noch und rieten Maria und Josef, mit dem Kind nach Ägypten zu fliehen. Dort wären sie sicher.

„Also gut“, sagte Josef, die Karawane zieht weiter – nach Ägypten.“ Ein weiter Weg und fern der Heimat. Maria stimmte zwar müde zu, wusste aber auch, dass es das Bessere war. „Aber wenn alles wieder gut ist, dann gehen wir wieder zurück nach Hause!“, sagte sie und Josef bestätigte: „Aber klar doch. In Nazareth ist schließlich unsere Heimat“.

So zogen sie den langen Weg weiter nach Ägypten, wo am Nil die Pyramiden stehen. Und als Jesus älter wurde, und König Herodes gestorben war, kehrten sie auch wieder in ihre Heimat nach Nazareth zurück, wo sie einst hergekommen waren.

 

 

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„Und wir?“ fragte Kaspar. „Gehen wir auch nach Ägypten? Soll ganz toll sein dort. Super Strand und Pyramiden zum klettern.“ „Nein“, sagten die anderen beiden heiligen drei Könige. Wir gehen gleich wieder nach Hause in unser Land. Aber wir müssen aufpassen. Herodes schaut bestimmt schon, wo wir bleiben. Wir machen einen Umweg, wandern nur bei Nacht und verstecken uns vor den Soldaten und vor Herodes. So kann er uns nicht finden. Dann müssen wir auch nicht sagen, wo Jesus geboren wurde.“

Mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen, weil sie Herodes ausgetrickst hatten, zogen die heiligen drei Könige auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Herodes aber schaute noch lange, ob er sie irgendwo fand. Aber weder den neuen König Jesus, noch die drei Sterndeuter bekam er je wieder zu Gesicht. Von dem Tag an ärgerte er sich und hatte Angst, dass ihm jemand seinen Thron wegnehmen würde. Denn er wusste ja nicht, dass Jesus so ganz anders war. König Herodes hat nie verstanden, dass Jesus ein ganz besonderer König war. Jesus wurde nämlich ein König des Friedens und der Liebe, der Wahrheit und der Gerechtigkeit. Denn wie hatte Gabriel noch gesagt: „Bei Gott ist alles ganz anders und nichts unmöglich!“.

Besonderer Dank an:
Fam. Braunshofer
Anton Grawe
B. Heinz
Mr. Fox

Frohe Weihnachten 2016
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Zwischenstand

3d white people - no symbolVor geraumer Zeit habe ich Sie über die geplanten Budget-Kürzungen, bzw. Schließungen von  Auslandsgemeinden durch die Deutsche Bischofskonferenz in Kenntnis gesetzt.

Daraufhin haben unzählig viele Menschen aus unserer Gemeinde, aus den Nachbarländern und auch aus Europa, ja über den ganzen Globus verteilt, unmittelbar, differenziert und sachlich ihre Bedenken, Befürchtungen und auch persönlichen Enttäuschungen mit Briefen, Telefonaten und Emails zum Ausdruck gebracht.

Für Ihr aller Engagement in dieser Sache, Ihre vielen Schreiben und Kontaktaufnahmen, Ihren persönlichen Einsatz zum Erhalt des Standortes Bangkok und der angeschlossenen Gemeinden in Kambodscha und Myanmar danke ich Ihnen von ganzem Herzen. Ehrlich – ich war persönlich sehr davon berührt, wie intensiv Sie alle reagiert haben – macht es doch auch auf diese Weise deutlich, wie unverzichtbar Ihnen deutschsprachige Kirche und eine Heimatgemeinde im Ausland ist. Danke auch dafür, dass Sie mir Ihre Stellungnahmen mitgeteilt haben, was mich besonders gefreut hat.

Wir – die Seelsorgerinnen und Seelsorger Indiens, Australiens und Asiens – haben bisher leider noch keine qualifizierte offizielle Stellungnahme erhalten. Einzig ein Bischof hat mitgeteilt, dass es einen „groß angelegten Prozess unter grundlegender Voraussetzung einer Aufgabenkritik über das künftige Budget der vom Verband der Diözesen Deutschlands wahrgenommenen gemeinsamen Aufgaben der deutschen Bischöfe“ gibt. Unsere ausgestreckte Hand und unser Angebot zu einem Gesprächsprozess, insonderheit auch nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten der Auslandsseelsorge gemeinsam mit der Bischofskonferenz zu suchen, bleibt nach wie vor bestehen. Im Rahmen dieses groß angelegten Beratungsprozesses sollte man also auch mit denen reden, die sich damit auskennen.

3d Männchen DankeWie auch immer – Ihr großartiger Einsatz für unsere Gemeinden hat mit Sicherheit dazu geführt, die Bedeutung von Auslandsseelsorge wesentlich transparenter zu machen. Ich bin davon überzeugt, dass die Entscheidungsträger – bei allen schmerzlichen Sparzwängen – der Seelsorge für die im Ausland lebenden Menschen, nicht zuletzt in Thailand und den Nachbarländern, auch künftig ein angemessenes Gewicht beimessen werden.

So danke ich Ihnen nochmals von ganzem Herzen und wünsche noch eine schöne vierte Adventswoche

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Es war einmal …

… vor vielen hundert Jahren …

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… eine alte Hafenstadt mit Namen Myra. Diese liegt am Mittelmeer. Heute heißt die Stadt Demre. Das ist in der Türkei. Dort ist es oft sehr heiß. Die Menschen mussten schwer auf den Feldern arbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eines Tages war ein trockener Sommer. Die Leute schwitzten. Es kam kein Regen und die Felder waren leer. Es gab nichts mehr zu Essen und nur sehr wenig zu Trinken. Die Leute hatten Angst. Sie glaubten, bald verhungern und sterben zu müssen.

 

 

 

 

 

 

 

 

040-nikolaus-2016-playmo_0185

Sie liefen zum Heiligen Nikolaus und riefen: „Du bist ein Heiliger! Du bist ein Freund von Jesus! Du kannst uns helfen! Bitte Nikolaus, hilf uns doch, sonst müssen wir sterben! Bitte doch Gott um Hilfe!“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nikolaus versprach zu tun, was er konnte. Er ging in seine Kirche, ganz allein, um zu beten und sprach: „Lieber Gott! Jesus war immer gut zu den Menschen. Ich weiß nicht, was ich machen soll oder wie ich den Menschen helfen soll. Bitte sei auch gut zu uns und hilf uns! Sonst müssen wir alle sterben.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Am nächsten Tag kam im Hafen ein Schiff an. Es war auf dem Weg in die große Stadt Rom. Die Seeleute wollten eine Nacht im Hafen bleiben. Es war über und über mit Säcken voller Getreide beladen. Die Menschen kamen alle am Hafen zusammen. Auch Nikolaus war dabei.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nikolaus suchte den Kapitän. Er sprach ihn an und sagte: „Ahoi, Herr Kapitän! Wo kommt ihr her und wo wollt ihr hin?“ Der Kapitän schaute sich Nikolaus genau an und sagte: „Guter Bischof, wir wollen nur eine Nacht bleiben und frisches Wasser auf unser Schiff bringen. Dann segeln wir weiter nach Rom. Wir haben Korn und Getreide für den großen römischen Kaiser geladen. Das müssen wir dann nach Rom bringen.“

 

 

 

 

 

 

 

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„Ach, sagte da Nikolaus, ihr kommt zum falschen Zeitpunkt. Wir leiden unter Trockenheit und einer Hungersnot. Aber wir wissen, dass auch ihr Durst habt. Deshalb wollen wir das wenige Wasser, das wir haben, auch mit euch teilen. Aber bitte, lasst uns auch von dem Korn übrig. Sonst werden wir verhungern.“
„Das Wasser nehmen wir gerne“, sprach da der Kapitän, „aber von dem Getreide werden wir Euch nichts abgeben. Das gehört weder uns noch euch. Das gehört dem Kaiser.“
Doch Nikolaus sprach: „Guter Kapitän. Du musst für Deine Leute sorgen und ich für meine. Wenn wir teilen, dann hat jeder etwas davon. Sonst werden wir verhungern und ihr müsst verdursten.“
„Ja“, sagte da der Kapitän. Denn er war genauso weise wie der Bischof Nikolaus. „Aber schau doch, guter Bischof! Wenn wir auch nur einen Sack Korn weniger in Rom zum Kaiser bringen, dann wird er sehr böse werden. Dann haben wir zwar die Schiffsreise überlebt, aber der Kaiser wird uns alle ins Gefängnis werfen und bestimmt töten.“

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Da sagte Bischof Nikolaus: „Wir alle hier glauben an Jesus. Er war gut zu allen Menschen. Er war sogar gut zu den Römern. Lass mich nur machen!“
Und Nikolaus hob die Hände zum Himmel und betete mit allen Menschen seiner Stadt: „Vater Unser im Himmel. Hilf uns und all diesen Menschen und gib uns unser tägliches Brot! Wenn Du willst, dann lass ein Wunder geschehen! Du kannst doch nicht wollen, dass wir alle sterben oder dass den Matrosen etwas geschieht.“

 

 

 

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Darauf sprach Nikolaus zu dem Kapitän: „Habt keine Angst. Gott sorgt für uns alle. Ladet ruhig das Korn aus. Gott beschützt uns alle. Es wird niemandem etwas geschehen.“
Der Kapitän war noch ganz ungläubig und wollte schon wieder den Hafen verlassen. Aber ein kleiner Matrosenjunge kam zu ihm und sagte: „Herr Kapitän. Nikolaus hat Recht. Ich bin nämlich auch Christ und vertraue auf Gott. Das ist nicht immer leicht. Aber es ist gut und gibt den Menschen Hoffnung. Du solltest tun, was Nikolaus sagt und auch an Gott glauben.“ Der Kapitän hörte sehr aufmerksam zu. Dann überlegte er und fasste einen Entschluss.

 

 

 

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Also ordnete der Kapitän an, einige Säcke vom Schiff auszuladen – aber bitte nicht so viele. Das taten die Matrosen auch. Und die Menschen in Myra waren glücklich, dass sie etwas von dem Korn bekommen würden. Alle jubelten und freuten sich. Aber der Kapitän hatte Sorgen und bekam Zweifel. „Das wird der Kaiser bestimmt merken“, dachte er bei sich. „Wenn man die Säcke aus dem Schiff lädt, dann wird das Schiff leichter und es steigt aus dem Wasser weiter nach oben. Oh, oh, das werden die Soldaten in Rom bestimmt merken. Dann werden wir doch sterben müssen.“ Und er bekam große Angst.

 

 

 

 

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Also ging er an die Hafenmauer und schaute sich an, wie das Schiff im Wasser liegt. „Hm“, dachte er sich. „Hm, da stimmt was nicht! Und er schaute ganz genau hin. Er nahm eine Stange und prüfte den Tiefgang des Schiffes. Und tatsächlich er täuschte sich nicht. Die Matrosen entluden ganz viele Säcke vom Schiff, und trotzdem wurde es nicht leichter. Es sah immer noch so aus, als ob das Schiff schwer von Getreide tief im Wasser lag. Er konnte es kaum glauben,  und schnell lief er zu Nikolaus.

 

 

 

 

 

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„Nikolaus, Nikolaus!“, rief er schon von weitem. Sieh nur: Ein Wunder!“ Nikolaus blieb ganz ruhig und fragte, was passiert sei. Da erklärte der Kapitän, dass man gar nicht merkte, wie das Schiff entladen wurde, obwohl so viele Säcke schon ausgeladen waren.
Dem Nikolaus viel ein Stein vom Herzen. Er hatte sogleich verstanden, dass Gott ein Wunder geschehen ließ. Und in seinem Herzen sprach er ein Dankgebet. Dann sagte er: „Siehst du, guter Kapitän, Gott sorgt für die Menschen. Und Jesus ist der Freund von allen. So können wir alle überleben und brauchen keine Angst zu haben.“
Und der Kapitän antwortete: „Ja, ich habe dir vertraut und tatsächlich: Du bist wunderbar. Du hast uns alle gerettet.“
Darauf sagte aber Nikolaus: „Danke nicht mir, sondern Gott hat dieses Wunder getan. Ihm wollen wir gemeinsam danken.“
Recht hast du, sprach der Kapitän. „Und wenn ich in Rom bin, dann will ich auch in eine Kirche gehen und zu Jesus beten und ihm danken. Ich will auch Christ werden wie du.“
„Und wir auch!“, riefen da die Matrosen, die noch ganz sprachlos waren über das Wunder, das sie erlebt hatten.

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Die Menschen waren glücklich, dass sie nun wieder Korn hatten und Brot backen konnten. Den Matrosen gab man noch von den Wasservorräten mit, und diese machten sich auf die weite Reise übers Meer nach Rom. Dort merkte niemad etwas davon, dass man in Myra einige Säcke Getreide ausgeladen hatte. Es war immer noch genau so viel, wie der Kaiser bekommen sollte.

 

 

 

 

 

 

 

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Nikolaus aber ging mit den Menschen in die Kirche. Sie lasen die Jesusgeschichten aus der Bibel und feierten das Mahl mit Brot und Wein. Sie dankten Gott für das Wunder und baten ihn, die Seeleute sicher über das gefährliche Meer zu leiten.
Noch heute bitten die Matrosen auf den Schiffen Gott um eine sichere Reise und denken dabei auch an den Heiligen Nikolaus.

 

 

Besonderer Dank an:
Fam. Braunshofer
Anton Grawe
B. Heinz
Mr. Fox

 

 

 

 

 

Weihnachtsgottesdienste 2016

christ-church-bkkMaria und Josef mussten Herberge suchen – und wir eine Kirche! Und die Anglikanische Gemeinde gibt uns Raum dafür.

Da unsere Kapelle in St. Louis immer noch renoviert wird und die Übergangskapelle im Camillian-Hospital für die Christmette zu klein ist, konnte ich dennoch eine Kirche finden, in der wir den Heiligen Abend feiern dürfen. Leider ist aber kein anderer Zeitpunkt möglich als 20.00 Uhr.

 

Christmette:
Christ Church Bangkok
11 Convent Road, Bangrak, Bangkok 10500, Thailand
um 20.00 Uhr

 

Die Kirche ist sehr einfach zu finden. Sie liegt genau auf der Ecke Sathorn Road / Convent Road. Gleich neben dem BNH-Hospital. Hier auch die >Anfahrtsbeschreibung.

Es bestehen auch beschränkt Parkmöglichkeiten, Zufahrt von der Convent Road aus. Aber mehr Platz wird sein, wenn die Gottesdienstbesucher des vorangehenden Gottesdienstes den Parkplatz verlassen haben.

Besser zu erreichen ist die Kirche mit dem Nahverkehr: BTS Sala Daeng oder MRT Lumphini oder Silom. Von dort mit Taxi oder Motorradtaxi oder zu Fuß gut zu erreichen.

christ-church

Zwar müssen wir das Kirchengelände bis spätestens 21.30 Uhr wieder verlassen haben, aber innerhalb dieser Zeitspanne werden wir festlich feiern und anschließend auch zum Stehempfang mit Glühwein und Weihnachtsplätzchen einladen.

Den Gottesdienst mitgestlaten werden wieder Khun Patrick, Querflöte und Piano, aber auch unser Bläser-Quintett unter der Leitung von Khun Sassis.

Am 1. Weihnachtsfeiertag, also am Sonntag, den 25. Dezember 2016 feiern wir wieder in der Kapelle des Camillian Hospitals, im 6. Stock um 10.30 Uhr. Anfahrtsbeschreibung >hier.

Dabei werden wir in guter ökumenischer Zusammenarbeit und aus Anlass des Luther-Jahres auch eine Ansprache von Pastorin Annegret Helmer zu einem bekannten Weihnachtslied hören. Auch dazu herzlich willkommen.

 

Sterne Set - Gold

 

In Pattaya findet der katholische Weihnachtsgottesdienst am 26. Dezemebr um 11.00 Uhr in der St. Nikolauskirche, Sukhumvit, statt.

 

 

Hier auch der Hinweis zu den Gottesdiensten der evangelischen Schwestergemeinde:

Heiliger Abend Bangkok, 24.12.2016: 17.00 Uhr, Sampanthawong Kirche, Si Wiang Road

Heiliger Abend Pattaya, 24.12.2016: 17.00 Uhr im Begegnungszentrum, Naklua Road

Erster Weihnachtsfeiertag Pattaya, 25.12.2016: 11.00 Uhr Begegnungszentrum, Naklua Road

 

Ich bitte um Ihr Verständnis, dass wir dieses Jahr etwas flexibel sein müssen, freue mich aber sehr darauf, mit Ihnen Weihnachten in einer sehr schönen Kirche feiern zu können.

Einen schönen Advent wünschend

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

Nikolaus – Das Original

Nikolaus von MyraUnter dieser Überschrift laden auch in diesem Jahr die Evangelische Gemeinde und die Katholische Gemeinde ein zu einem ökumenischen Gottesdienst mit anschließender Nikolausfeier am:

Samstag, 10. Dezember 2016 um 15.00 Uhr
im Garten des evangelischen Gemeindehauses,
125/1 Soi Sitthi Prasat, Rama IV Road, Thung
Mahamaek, Sathorn, Bangkok 10120
(Wegbeschreibung)

Eintrittskarten für die Nikolausfeier sind bei der Evangelischen und der Katholischen Gemeinde (nach den Gottesdiensten) sowie in der Swiss School erhältlich. Eine Voranmeldung wird dringend erbeten!

Der Eintritt (THB 300,‐ für Erwachsene, THB 150,‐ für Kinder) beinhaltet das adventliche Kaffeetrinken und Nikolaustüten für die Kinder.

Weitere Informationen bei Pastor Ulrich Holste‐Helmer, E‐Mail: ev.kirche.th@gmail.com , Mobil: 08 1815 9140 oder bei Pfarrer Jörg Dunsbach, Email: post@gemeinde-bangkok.com , Mobil: 0811589812.

Wer die Karten nicht direkt erwerben kann, darf auch gerne ein Vorreservierung per Email vornehmen. In diesem Fall teilen Sie uns bitte mit, mit wie vielen Kindern und Erwachsenen Sie teilnehmen möchten.

So freuen wir uns auf einen schönen adventlichen Nachmittag und senden beste Grüße

Jörg Dunsbach, Pfr

 

 

 

Existenz der Auslandsgemeinden bedroht

Liebe Gemeindemitglieder – es eilt!

Rotstift, Einsparung, KndigungWie in den beiden letzten Gottesdiensten bereits mitgeteilt, steht der katholischen deutschen Auslandsseelsorge (KAS) und damit den Gemeinden eine bedrohliche Mittelkürzung durch die Deutsche Bischofskonferenz bevor, über die schon in kurzer Zeit abschließend entschieden werden soll. 50% Kürzung innerhalb von zwei Jahren – das ist keine Kürzung mehr, das ist eine De Facto-Enthauptung.

Viele haben sich dankenswerter Weise schon nach den Gottesdiensten in die Unterschriftenlisten eingetragen.

In einer konzertierten Aktion haben die Seelsorgerinnen und Seelsorger der Region Indien, Asien und Australien bereits auf dieses Vorhaben der Deutschen Bischöfe schriftlich reagiert (siehe >hier).

Aber Ihre Mithilfe ist unerlässlich. Bitte machen Sie positiv deutlich, wie wichtig Ihnen Auslandsseelsorge im Allgemeinen und unsere Gemeinden in Thailand, Kambodscha und Myanmar im Speziellen ist.

Dazu erhalten Sie anbei auch einen Text (Brief an Bischöfe) den Sie so als Vorlage verwenden oder aber auch sinngemäß selber verfassen können. Bitte senden Sie diesen Brief oder Ihre persönliche Stellungnahme an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferen, Kardinal Reinhard Marx (Email Kardinal Marx), und an den zuständigen Auslandsbischof Matthias König (Email Weihbischof König), und am besten auch noch an Ihren jeweiligen Heimatbischof (Adressliste Bischöfe).

Rotstift mit Balken

Wie wir erfahren haben, tagt das entscheidende Gremium leider schon am 18. November. Daher ist Eile geboten, um mit Nachdruck unsere Position deutlich zu machen, die im Vorfeld weder erfragt wurde, noch um eine Einschätzung gebeten wurde.

Zu allem Unglück: Betroffen sind davon auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Katholischen Auslandssekretariates (KAS) in Bonn – ein unverzichtbares Team für die weltweite Koordination der Auslandsgemeinden.

Im Sinne eines von den Deutschen Bischöfen ansonsten offiziell gepflegten Dialogprozesses ist es sehr wichtig, dass wir diese beim Wort nehmen und nun selbständig von unserer Seite aus aktiv werden und um Gehör bitten müssen.

Wir alle sollten es wenigstens versuchen, den Bischöfen vor ihrer entgültigen Entscheidung zu verdeutlichen, welche bedrohlichen Konsequenzen für die deutschsprachigen Katholiken im weltweiten Ausland und für unsere Gemeinde entstehen können. Bitte nehmen Sie sich dazu baldmöglichst die Zeit.

In diesem Sinne danke ich Ihnen allen für Ihre Mithilfe und hoffe, dass die Existenz unserer Gemeinden gewahrt bleiben kann. Gebe Gott, dass die Bischöfe ein Einsehen haben.

 

Brief an Bischöfe:  Vorlage für Gemeindemitglieder

Adressliste Bischöfe in Deutschland: Adressen-DBK

Brief der Seelsorgerinnen und Seelsorger: Brief der SeelsorgerInnen

E-Mail Adresse Kardinal Marx, Vorsitzender der DBK: erzbischof@eomuc.de

E-Mail Adresse Weihbischof König, Auslandsbischof: matthias.koenig@erzbistum-paderborn.de

 

Herzlich und in Sorge

Jörg Dunsbach, Pfr

 

 

 

 

Sankt Martin – neu erzählt

b-dsc04247-kopieMartin war zu Hause bei den Eltern in der Stadt Tours. Das ist heute in Frankreich. Immer wieder sah er die Soldaten, die in den Burgen der Römer lebten. Schon als Junge träumte er davon, ein stolzer römischer Soldat zu werden. Wenn er groß war, dann wollte er mit einem Pferd und anderen Soldaten durch das Land ziehen und für den Kaiser kämpfen. Seine Eltern freuten sich darüber nicht besonders. Sie hatten natürlich Angst um ihren Sohn.

 

 

 

 

c-dsc04249-kopieAls Martin dann groß war, wurde er Offizier in der römischen Armee. Vom Kaiser bekam er das Schwert und sein Pferd. Und natürlich den roten Mantel, der dem Kaiser gehört. Auch den darf er tragen. Martin war wirklich sehr, sehr stolz.

 

 

 

 

 

 

d-dsc04252-kopie-2Beim Kaiser musste Martin schwören, dass er für ihn kämpfen wird. So wurde er ein Offizier der römischen Armee. Die Römer führten viele Kriege. Das war gefährlich. Im Krieg musste Martin für den Kaiser siegen. Mit dem Schwert sollte er die vielen Feinde töten.

 

 

 

 

 

 

e-dsc04255-kopieGleich danach zeigte er sich seinen Freunden. „Schaut mein scharfes Schwert! Und schaut mein schönes Pferd! Ich werde in den Krieg ziehen und die bösen Feide alle erschlagen!“, rief Martin seinen Freunden zu. Diese waren sehr glücklich und freuten sich mit Martin. „Seht doch, unser Martin! Was für ein starker Soldat er ist! Er wird im Krieg viele Siege feiern können.“

Nur seine Eltern hatten Angst. Sie machten sich sorgen. Im Krieg werden Menschen getötet. Deshalb war auch Martin in Gefahr. Seine Eltern waren nicht so glücklich wir Martins Freunde.

 

 

h-dsc04258-kopieAuf dem Weg in den Krieg kommt Martin in die Stadt Amiens. Mittlerweile ist es Winter geworden. Es ist bitterkalt, und er freut sich schon, im nächsten Gasthof einzukehren. Dort ist es warm. Es gibt leckeres Essen und guten Wein für die Soldaten. Doch plötzlich sieht er im Schnee einen Mann. Es ist ein Bettler. Er wundert sich, wie dieser draußen in der Kälte überleben kann und will schon schnell vorbei reiten. Mit so jemanden gibt man sich nicht ab. Schon garnicht als berühmter Soldat.

Doch dann zügelt er sein Pferd, steigt herab und schaut sich den Armen genau an. Er ist neugierig. „Was treibst du hier in der Kälte?“, fragt er ihn voller Unverständnis. „Scher dich doch weg! Du hast hier nichts verloren!“

„Ach“, antwortet ihm da leise der arme Bettler. „Hab doch Mitleid mit mir. Ich habe kein Dach über dem Kopf. Ich habe alles verloren und niemand hilft mir. Geh du nur zu deinen Soldaten und freu dich am Leben. Ich habe schon alles verloren. Heute Nacht wird es so kalt, da werde ich nun selber sterben…“

i-dsc04261-kopiePlötzlich packt Martin das Mitleid. Er kann fühlen, wie es dem armen Mann geht. Ohne zu zögern nimmt er sein Schwert und teilt den großen Mantel inzwei. So reicht er für beide. Denn ihm ist auch kalt. Er gibt den halben Mantel dem Bettler ohne Worte, schaut noch einmal auf ihn herab, schwingt sich auf sein Pferd und reitet in die dunkle Nacht hinein. Er hört noch nicht einmal, wie sich der Bettler mit Freudentränen bedankt für Martins Hilfe. Er hat ihm das Leben gerettet. Und Martin denkt plötzlich darüber nach, was Barmherzigkeit ist.

 

 

 

 

 

l-dsc04264-kopieNoch in der Nacht begegnet er seinen Freunden. Die sind völlig außer sich und rufen entsetzt: „Du spinnst doch, Martin! Bist du verrückt geworden? Du siehst ja bescheuert aus mit deinem halben Mantel. Was hast Du denn angestellt? Weißt Du nicht, dass der Mantel der Armee gehört? Und jetzt hast du die Hälfte verloren? Damit hast du den Kaiser beleidigt!“

Martin schaut unter sich. Jetzt versteht er, was er gemacht hat. Das hätte er nicht tun dürfen. Denn der Mantel gehört ja eigentlich dem Kaiser. Aber Martin tut es nicht leid. Er weiß, dass er das Richtige getan hat. Es war richtig, dem Bettler zu helfen. Soll doch der Kaiser und die Freunde denken, was sie wollen. Dem Armen zu helfen war gut und richtig. Sonst wäre der arme Mann doch gestorben.

m-dsc04267-kopieNachts hat Martin einen Traum. Martin träumt sonst nicht so viel. Aber plötzlich sieht er ganz klar den Bettler vor sich. „Was machst du in meinem Traum?“, fragt Martin. „Schau genau hin!“ sagt der Bettler. „Schau genau hin, und du siehst, wer ich wirklich bin.“

Da erkennt Martin, wer der Bettler eigentlich war. Es ist Jesus. Er hat schon von ihm gehört, wie er den Menschen geholfen und vom Frieden unter den Menschen gesprochen hat.

„Dann bin ich eigentlich Dir begegnet, Jesus!?“ fragt Martin noch ganz ungläubig. „Ja“, sagt der Bettler, in dem Martin jetzt Jesus erkennt. „Denn alles was du einem Menschen tust, das hast du mir getan.“

Und mit diesen Worten wird Martin wach und fasst einen Entschluss.

n-dsc04270-kopieAm nächsten Tag geht Martin zur Kirche. Dort ist der Bischof. Ihm erzählt er von seinem Traum. Er will kein Soldat mehr sein. Er will jetzt ein Freund von Jesus werden. Die Freunde von Jesus nennt man Christen.

Auch Martins Eltern sind dabei, und einige Freunde, die schon Christen sind. Sie freuen sich, dass Martin auch Christ und Freund von Jesus werden will.

Der Bischof macht ihn zu einem Christen. Das nennt man Taufe.

Jetzt freut sich Martin und will ein gutes Leben führen. Aber als Soldat geht das nicht. Deshalb fasst Martin noch einen sehr wichtigen Entschluss. „Das wird nicht einfach werden“, denkt er sich dabei.

o-dsc04273-kopie-2Martin geht zum Kaiser. Er gibt ihm sein Schwert zurück. Martin sagt: „Ich bin jetzt ein Freund von Jesus. Als Christ kann ich nicht in den Krieg ziehen und Menschen töten. Du musst auf mich verzichten. Hier stehe ich – ich kann nicht anders.“

Der Kaiser ist sprachlos. Er ist von Martin enttäuscht, ja er ist sogar böse auf ihn. Und doch lässt sich Martin nicht umstimmen. Der Kaiser spührt, dass Martin ganz fest von seinem Glauben überzeugt ist. Da kann sogar er nichts daran ändern.

 

 

 

r-dsc04280-kopie-2Die Freunde von Martin wollen jetzt, dass er jetzt selber Bischof wird in der Kirche. Aber Martin hat davon gehört. Eigentlich möchte er das nicht. Er will ganz einfacher Christ sein. Deshalb versteckt er sich im Stall. Doch die Gänse schnattern so laut, dass die Freunde Martin entdecken. Er kann sich nicht mehr verstecken.

 

 

 

 

 

 

t-dsc04285-kopieJetzt ist Martin Bischof in der Kirche. Er liest mit den Leuten die Jesusgeschichten in der Bibel und tut mit ihnen, was Jesus auch getan hat. Er bricht das Brot mit ihnen und teilt den Wein aus.

Viele sind seinem Beispiel gefolgt. Auch andere Soldaten wollen nicht mehr kämpfen. Sie wollen jetzt so leben, wie Jesus es auch getan hat und den Menschen helfen. Martin war ein Vorbild für viele Menschen geworden.

 

 

 

 

img_4023So ziehen auch heute am Sankt Martins-Tag immer noch Menschen singend durch unsere Straßen. Die Kinder tragen dabei die Laternen und bringen das Licht in die Welt. Sie erinnern uns damit daran, dass Jesus die Welt heller gemacht hat und wir dem Beispiel des Heiligen Martin folgen dürfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erstkommunion 2017

kommunionskerzenTraditioneller Weise werden die Kinder der dritten Klassenstufe (also um die 9 Jahre alt) zur Vorbereitung und Feier der Erstkommunion eingeladen.

Deshalb darf ich alle interessierten Eltern und Kinder zu einem ersten Treffen ins Pfarrhaus bei mir einladen.

Freitag, 25. November 2016 um 18.00 Uhr

Kath. Pfarrhaus
152, Sukhumvit Soi 20, Bangkok
(Anfahrtsskizze)

Bitte bringen Sie auch dann ihre Kinder, Geschwister oder andere Familienmitglieder mit – wenn möglich. Nach einem gemeinsamen Abendessen werden wir dann sowohl den Termin für die Feier festlegen, als auch andere offene Fragen miteinander besprechen.

Bitte geben Sie mir doch eine kurze Rückmeldung, ob und mit wie vielen Personen sie kommen möchten. Schreiben Sie mir bitte kurz unter: post@gemeinde-bangkok.com

So freue ich mich über Ihre Rückmeldung und auf die Vorbereitung zur Feier der Erstkommunion.

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Neuer Gottesdienstort: Kapelle Camillian Hospital

Thailand ist ein wunderbares Land. Es ist voller Überraschungen und gewährt die großartige Erfahrung, in jedem Lebensalter immer auch noch flexibel bleiben zu können.

Der schöne Plan, das Pfarrhaus als vorübergehenden Gottesdienstort zu nutzen, ist leider gescheitert. Mehr möchte ich dazu hier garnicht sagen …

Aber: Father Giovanni, der Leiter des Camillian Hospitals in der Thong Lo hat sofort und unkomliziert seine uneingeschränkte Hilfe angeboten. Dafür gebührt ihm unser aller bester Dank!

camillian-innenDas heißt, dass AB KOMMENDEN SONNTAG, 23.10.2016, unsere Gottesdienste in der KRANKENHAUSKAPELLE DES CAMILLIAN HOSPITALS stattfinden können, solange eben unsere Kapelle in St. Louis renoviert wird. Der Zeitpunkt ändert sich nicht. Wir feiern unseren Gottesdienst weiterhin sonntags um 10.30 Uhr.

Adresse:

Camillian Hospital
432-423 Sukhumvit 55 Road,(Thong Lo)
North Klongtun,Vadhana, Bangkok, Thailand 10110

>siehe hier

 

 

 

 

camillian-einfahrtWie kommt man dort hin?
Das Krankenhaus verfügt über einen eigenen Parkplatz. Außerdem ist es einfach mit dem Nahverkehrt zu erreichen.
Zum einen kann man mit der BTS bis zur Station Thong Lo in der Sukhumvit fahren. Dort nimmt man am besten ein Taxi, ein Motorradtaxi oder die kleinen roten Busse (7 Baht) bis fast zum Ende der Thong Lor. Dort liegt das Krankenhaus auf der linken Straßenseite.

Oder mit dem Boot: Über den Klong San Saep (Anleger: Soi Thonglo) ist das Camillian Hospital ebenfalls sehr leicht erreichbar. Die Anlegestelle ist neben der Überführung der Thong Lo über den Klong. Wenn man von dort über die Brücke geht, bleibt man auf der gleichen Straßenseite und muss etwa 5 min laufen.

 

 

camillian-aussenEine genau skizzierte Wegbeschreibung steht zur Verfügung und ist unter folgendem Link abrufbar:
Wegbeschreibung zum Camillian Hospital

 

 

 

Wo ist die Kapelle?
Vom Vorplatz aus betreten Sie bitte das Krankenhaus durch den Haupteingang und gehen gerade aus bis zum Ende der Einganshalle. Dort befinden sich die Aufzüge. Die Kapelle befindet sich im 6. Stock. Beim Verlassen des Aufzuges stehen Sie unmittelbar vor dem Einganz zur Kapelle.

Ich bitte Sie um Nachsicht wegen all dieser Komplikationen, aber vieles ist hier einfach nicht vorhersehbar oder planbar. Ich bin aber sehr froh und dankbar, dass wir nun übergangsweise eine Kapelle gefunden haben.

So freue ich mich, Sie ab diesem Sonntag im Camillian willkommen heißen zu dürfen.

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

St. Martin in der Soi Halleluja

St Martin direction sign with palm trees

Die Veranstaltung fällt aus den bekannten, aktuellen Gründen aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Paradies …

Vintage image of a sad angel on a cemetery against the background of leaves (details)

… mögen Engel Dich geleiten!“

So beginnt der schon sehr alte Hymnus aus dem Ritus der Kirche zur Beerdingung. Er drückt in tiefer Überzeugung aus, dass unsere lieben Verstorbenen nicht verloren sind. „Denn deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben gewandelt, nicht genommen“, beten wir ebenfalls im Requiem.

Aus dieser Überzeugung heraus feiern wir an Allerheiligen nicht nur das Gedächtnis derer, die schon im Himmel vollendet sind und auf deren Fürsprache wir vertrauen, sondern auch an Allerseelen das liebende Gedenken all derer, die uns der Tod genommen hat.

 

Seit einigen Jahren ist es darüber hinaus in einigen Städten Deutschlands zur Tradition geworden, in ökumenischer Zusammenarbeit der Kirchen Gedenkgottesdienste für die sog. „Unbedachten“ zu veranstalten – also für Menschen, die ohne Beteiligung von Angehörigen im Auftrag der Sozialämter eingeäschert wurden (im Volksmund „Sozialbeerdigung“ oder „Armenbegräbnis“ genannt).

Auch in Thailand gibt es nicht wenige Menschen aus Deutschland, der Schweiz oder Österreich, deren Leben auf diese Weise zu Ende geht – nämlich ohne Begleitung durch Verwandte oder Freunde, und die am Ende im Auftrag durch die jeweils zuständige Botschaft eingeäschert werden (und in der Regel dann auch ohne Grabstätte für die Asche).

GrabschmuckDarum haben die evangelische und die katholische Gemeinde in Thailand schon seit mehreren Jahren die Anregung aus Deutschland aufgegriffen und begonnen, diese „unbedachten“ Menschen in ihre gottesdienstlichen Gebete für die Verstorbenen mit einzuschließen und dabei auch noch einmal die Namen dieser „Unbedachten“ verlesen.

 

Dies wollen wir auch in diesem Jahr so halten und laden ein zu den Gottesdiensten mit Totengedenken:

Samstag, 5.11.2016, 11.00 Uhr in der St. Nicolaus Kirche Pattaya, Sukhumvit Road,
katholischer  Wortgottesdienst

Sonntag, 6.11.2016, 10.30 Uhr im Katholischen Gemeindehaus Bangkok, 152 Sukhumvit Soi 20,
Eucharistiefeier zu Allerheiligen mit Totengedenken

Sonntag 13.11.2016, 11.00 Uhr im Begegnungszentrum Pattaya, Naklua Road zwischen Soi 11 und Soi 13,
evangelischer Gottesdienst mit Totengedenken

Sonntag 20.11.2016, 11.00 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Bangkok, 125/1 Soi Sitthi Prasat, Rama IV,
evangelischer Gottesdienst mit Totengedenken

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

Kirche zu – Pfarrhaus auf!

Liebe Gemeindemitglieder!

image1-1Am vergangenen Freitag hat mich die Krankenhaus-verwaltung von St. Louis wissen lassen, dass unsere Kapelle bis voraussichtlich Ende des Jahres wegen Renovierungsarbeiten geschlossen wird. Gestern, am Sonntag, war daher bis auf Weiteres unsere letzte Messe in St. Louis.

Ich hatte mich schon früher darum bemüht, eine Ersatz-Kirche/Kapelle zu finden. Dies gestaltete sich aber leider ergebnislos. Entweder waren die Kirchen zu weit weg, oder nicht mit dem Nahverkehr erreichbar oder keine Parkmöglichkeiten vorhanden für diejenigen, die mit dem Auto kommen. Und selbst wenn diese Bedingungen erfüllt waren, dann waren die möglichen Gottesdienstzeiten schlicht unannehmbar.

 

Nach Rücksprache haben wir uns kurzfristig entschlossen,
ab Sonntag, den 23.10.2016
die Gottesdienste im Pfarrhaus zu feiern.
(Anfahrtsskizze und Wegbeschreibung)

gelbes Schild Wir bauen fr Sie mit Bauarbeiter-Schild

 

Damit haben wir ja auch schon Erfahrung …

So darf ich ab kommenden Sonntag zu mir ins Pfarrhaus einladen. Getränke, Kaffee und Tee stehen natürlich auch dort vor und nach dem Gottesdienst zur Verfügung.

Natürlich bemühe ich mich, doch noch eine Kapelle zu finden. Ich habe bereits eine vorläufige Zusage bekommen, muss aber noch die Rahmenbedingungen klären. Dazu alles Weitere später!

Hier noch der wichtige Hinweis, dass der Gottesdienst am Sonntag, den 30. Oktober ausfällt!

So freue ich mich, Sie bald bei mir zu Hause begrüßen zu dürfen.

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

Wechsel an der Spitze

Vor zwei Wochen hat in Fulda die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz stattgefunden.

Turnusmäßig stand die Wahl der Mitglieder, der Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Bischöflichen Kommissionen und Unterkommissionen auf der Tagesordnung. Hier hat es einige Veränderungen gegeben, die uns unmittelbar betreffen. Hier auch der Brief des Leiters des Auslandssekretariates, Msgr. Pfarrer Peter Lang.

Mit Feude und Dankbarkeit schauen unsere Gemeinden auf die gute seelsorgliche und intensiv verbundene Betreuung durch Erzischof Heiner Koch zurück. Er war ja in der Vergangenheit unser sog. Auslandsbischof. Viele werden sich noch lebhaft an seinen schwungvollen Besuch im März 2015 hier in Bangkok und Pattaya erinnern, sowie an die inspirierende Firmung. Für all seine Unterstützung und Hilfsbereitschaft sagen wir heute alle herzlichen Dank. Auch Erzbischof Koch hat noch einen Brief zum Abschluss seiner Tätigkeit an die Gemeinden gelesen, den man >hier nachlesen kann.

weihbischof-ko%cc%88nigZugleich heißen wir unseren neuen Auslandsbischof herzlich willkommen. Am 14. Oktober 2004 wurde der heute 57jährige Matthias König zum Weihbischof in Paderborn bestellt und am 5. Dezember 2004 zum Bischof geweiht. Seit längerer Zeit ist er bereits als Beauftragter der Bischofskonferenz in weltkirchlichen Fragen unterwegs.  Nun auch als zuständiger Bischof für die Betreuung und Fürsoge der Auslandsgemeinden.

Wir gratulieren ihm auch von Seiten der Gemeinden in Bangkok, Phnom Penh, Vientiane und Yangon und wünschen ihm Gottes Segen und viele gute Erfahrungen bei den Auslandsbesuchen weltweit.

Herzlich Willkommen!

 

 

 

 

 

Erntedank und noch viel mehr …

Herzlich möchte ich Sie zum diesjährigen Erntedankgottesdienst einladen am kommenden Sonntag, den 02. Oktober 2016 um 10.30 Uhr in unserer Kapelle im St. Louis Hospital.

Wer möchte, kann auch gerne einen kleinen Korb mit Früchten und Obst mitbringen und vor dem Altar abstellen. Die Gaben werden dann im Gottesdienst noch gesegnet.

img_3919-1Dankeschön sagen wollte ich aber auch noch allen, die am vergangenen Sonntag zur Gartenmesse und anschließendem Frühstück da waren. Ein bezaubernder Morgen, noch dazu mit soviel Glück mit dem ausgebliebenen Regen. Danke auch für die vielen Glückwünsche zum Geburtstag 🙂 Jan und ich, wir haben uns sehr darüber gefreut.

img_5871-1Danke auch allen Spendern von Kuchen und Gebäck, den Sponsoren, sowie all jenen, die sich so großzügig an der Kollekte beteiligt haben.
Ebenso Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben: den Helferinnen und Helfern, Köchen und Dekorateuren. Ein großer Erfolg auf allen Ebenen für unsere ganze Gemeinde.

Schön auch, dass einige „Neue“ da waren, die gleich einen guten Eindruck von unserer lebendigen Gemeinde bekommen konnten. Ihnen ganz besonders ein herzliches Willkommen!

In diesem Sinne Ihnen allen Gottes Segen

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

Ubi Missa – Ibi Mensa

WeiwurstfrühstückWo die Messe, da der Tisch! Ein altes kirchliches Sprichwort, das viel Wahrheit in sich birgt. Denn Gottesdienst am Tisch des Herrn für das seelische Heil schließt ja nicht aus, dass das leiblische Wohl zu kurz kommen soll.

Deshalb heute die Einladng nicht nur zur Gartenmesse im Pfarrhaus, sondern auch zugleich nach dem Gottesdienst zum gemeinsamen Brunch – in guter Oktoberfesttradition – mit Weißwurst, Brezeln, süßem Senf, Holland-Bier und anderen Getränken.

Mit Musik geht ja alles viel besser. Da jedoch alle großen Festzeltblasmusikvereine zur Zeit in München beschäftigt sind, bin ich aber trotzdem glücklich, unsere bekannte Jazz-Combo für den Vormittag engagieren zu können. Gerne werden uns die jungen Artisten mit Ihrer Musik verzaubern. Deshalb herzliche Einladung:

Sonntag, 25. September 2016
10.30 Uhr Gottesdienst
Pfarrhausgarten: 152, Sukhumvit Soi 20, Bkk
(Anfahrtsskizze)
anschließend Frühstück

Parkmöglichkeiten sind in der Straße vorhanden.

So freue ich mich auf Sie und wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche.

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

Nachtrag: Leider hat das St. Louis-Hospital den Ausweichtermin für unser Gemeindefest am 16. Oktober ebenfalls abgesagt. Daher fällt das Gemeindefest dieses Jahr leider aus.

 

 

 

 

Seelsorge in Krisenfällen

notfall-pfarrerDie Bombenanschläge in Hua Hin, Phuket, Trang, Surat Thani und Phang Nga haben im vergangenen Monat viele Menschen in Thailand, aber auch international sehr betroffen gemacht. Die Deutsche Botschaft reagierte sofort durch die Einrichtung eines Krisenstabs. Dieser kontaktierte die Angehörigen der vier deutschen Verletzten und ermöglichte es ihnen innerhalb kürzester Zeit, nach Thailand zu kommen.

Auch die beiden deutschsprachigen Gemeinden aus Bangkok wurden durch den deutschen Patientenberater des San Paulo Krankenhauses in Hua Hin, Thomas Mohr, informiert und wurden in guter ökumenischer Zusammenarbeit tätig. Pfarrer Jörg Dunsbach konnte direkt am Tag nach den Anschlägen nach Hua Hin fahren und als Notfallseelsorger für Gespräche zur Verfügung stehen. Vikarin Dorit Christ fuhr am Donnerstag darauf nach Hua Hin und besuchte eine junge Frau, die aufgrund ihrer Verletzungen länger in Thailand bleiben musste.

Gleichzeitig wurde eine Welle der Hilfsbereitschaft losgetreten. Thomas Mohr rief deutschsprachige Residenten aus Hua Hin auf, aktiv zu werden. Und das wurden sie: Allein mussten sich die deutschsprachigen Verletzten im Krankenhaus nicht fühlen und an Obst und Lesestoff war kein Mangel.

Inzwischen konnten alle deutschsprachigen Opfer des Anschlags nach Deutschland zurückkehren. Ihnen und ihren Angehörigen wünschen wir viel Kraft, damit sie die nötigen Schritte unternehmen können, um das Geschehene schnell zu verarbeiten.

 

 

 

 

 

Christus in Thailand

Liebe Gemeindemitglieder!

CITBeide deutschsprachigen Kirchengemeinden haben nun ein kleines Buch herausgegeben, das es wirklich in sich hat.

Dargestellt und beschrieben werden Szenen aus dem Leben Jesu, wie sie als Wandmalerein in der St. Clement-Kapelle in Pattaya zu bewundern sind.

Wer die Kirche zum ersten Mal von außen sieht oder betritt, könnte in Versuchung geraten, einen buddhistischen Tempel zu besuchen, gleicht doch auf den ersten Blick die Architektur und Ikonographie sehr den traditionellen Ausmalungen und Gestaltungen landestypischer Tempel.

Beim genauen Betrachten stellt man allerdings fest, dass sämtliche Darstellungen Szenen aus dem Leben Jesu festhalten. Somit wird die gesamte Kapelle zu einer ins Bild gefassten Bibel.

Das vorliegende Buch will dazu beitragen, den kulturellen Schatz dieser Kapelle einem breiteren Spektrum an Interessierten zu öffnen. Deshalb sind die begleitetenden Schrifttexte aus den Evangelien auch dreisprachig – in Thailändisch, Englisch und Deutsch verfasst.

Geburt JesuWir bieten diese Ausgabe zum Selbstkostenpreis von 200,- THB pro Stück an. Gerne können Sie diese Neuausgabe auch nach den Gottesdiensten erwerben – sowohl bei der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache, als auch bei unserer Kirchengemeinde.

Ich lege Ihnen dieses kleine Buch wirklich ans Herz. Erschließt sich doch das Leben Jesu hier auf asiatische Art und Weise, nämlich so, wie es durch die Augen eines Thai-Künstlers gesehen, verstanden und wieder in Bilder umgesetzt wurde. Eine weitere Chance, sich inkulturativ dem Neuen Testament zu nähern und Jesu Botschaft neu zu lesen.

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

 

Himmelfahrt und Terminausblick

Liebe Gemeindemitglieder!

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Am kommenden Sonntag holen wir das Fest Maria Himmelfahrt vom vergangenen 15. August nach. Dazu darf ich Sie herzlich einladen. Wer möchte, kann auch gerne Kräuter- und Blumengebinde mitbringen, die dann im Gottesdienst nach alter Tradition gesegnet werden.

Es bieten sich wahlweise auch die vielen buddhistischen Blumenkränze (Phuang Malai) an, die man ja überall an den Straßen kaufen kann. So werden jene diesmal im interreligiösen Austausch zu einer ganz besonderen Ehre kommen 🙂

Der Gottesdienst ist wie immer am Sonntag, den 20. August um 10.30 Uhr in unserer Kapelle.
Anschließend feiern wir auch noch die Taufe von Carlotta und Philipp Wagner-Wetzel. Wer bleiben möchte, ist natürlich herzlich willkommen.

Weitere Termine:

Hier noch ein kurzer Ausblick auf die anstehenden Gottesdienste und Veranstaltungen:

Gemeindefest Mariä Namen

Unser Namenstagsfest der Gemeinde feiern wir am Sonntag, den 16. Oktober 2016 um 10.30 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst in unserer Kapelle. Mit dabei auch diesmal wieder unser Bläserquintett. Anschließend ist dann das festliche Büffet vor der Kirche aufgebaut, das uns diesmal Frank Boer vom Deutschen Eck zubereiten wird. Alle sind herzlich eingeladen.

GartenmesseGartenmesse und Jazz-Frühstück

Eine Woche später, am 25. September ist dann aus gegebenen Anlass der Gottesdienst nicht in der Kirche, sondern im Pfarrhausgarten – Zeitpunkt wie immer 10.30 Uhr, aber im Pfarrhaus in der Soi 20 (Anfahrtsskizze).

Im Anschluss daran lassen wir es uns gut gehen bei Weißwurst, Brezeln, süßem Senf, einem kühlen Bier und anderen Getränken, unter anderem gesponsort von Holland Beer und Otto. Begleitet wird das Frühstück von unserer allseits bekannten und geschätzten Jazz-Band, die wie jedesmal für gute Stimmung sorgen wird.

Gottesdienst in den Nachbarländern:

Auch für die Gemeinde in Yangon, Myanmar, ist ein weiterer Gottesdienst schon zugesagt. Diesmal am Samstag, den 22. Oktober 2016 um 11.00 Uhr im der Kapelle des Bischofshauses. Mehr Informationen dazu auf unserer neuen Homepage www.yangon.church

Phnom Penh night viewIn Phnom Penh, Kambodscha, starten dann im September auch die regelmäßigen katholischen Gottesdienste. Der genaue Termin wird noch bald bekannt gegeben. Hierzu war in den vergangenen Tagen einiges vor Ort an organisatorischem Einsatz nötig, der aber ein sehr positives Ergebnis lieferte. Dazu mehr auf unserer neuen Homepage www.phnompenh.church

In diesem Sinne grüße ich Sie alle und wünsche Ihnen Gottes Segen

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

 

Buddha-Ausstellung in Deutschland

Buddha: Sammler öffnen ihre Schatzkammern –
232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren

 

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© Weltkulturerber Völklinger Hütte

Bis Sonntag, den 19. Februar 2017, präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte die Großausstellung „Buddha“. Die Ausstellung zeigt 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren. Internationale Sammler öffnen ihre Schatzkammern. Meisterwerke buddhistischer Kunst aus der antiken Region Gandhara (im damaligen Nordwestindien) sowie aus Indien, China, Japan, Kambodscha, Thailand, Burma, Indonesien, Nepal und Tibet geben einen einzigartigen Überblick über die buddhistische Kunst Asiens vom  1. Jahrhundert vor Christus bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die Exponate stammen aus den vier asiatischen Regionen Südasien, Ostasien, Südostasien und der Himalaya-Region. Die Objekte stammen ausschließlich aus Privatsammlungen und waren in diesem Umfang noch nie zu sehen. Ein großer Teil der Exponate wird zum ersten Mal öffentlich gezeigt.

 

 

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© Weltkulturerber Völklinger Hütte

Im Zentrum der Buddha-Ausstellung stehen drei große Themen: die Entstehung der ersten Buddha-Bildnisse in der Kushan-Periode (etwa zeitgleich in den Schulen von Gandhara und Mathura), die Entwicklung des Buddha-Bildes in Asien von der Antike bis in die Neuzeit und die Weltanschauung des Buddhismus. „Meditations-Bildnisse“ laden die Besucher ein, sich in die mannigfache Bildwelt des Buddhismus zu vertiefen.

Die Ausstellung „Buddha“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt zahlreiche extrem seltene und besonders herausragende Meisterwerke. Viele der Exponate gehören nach Expertenansicht zu den besten Stücken ihrer Art oder sind sogar die besten Werke ihres Typs, die weltweit bekannt sind. Die Buddha-Ausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist die bedeutendste panasiatische Buddhismus-Ausstellung, die weltweit jemals gezeigt wurde.

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© Weltkulturerber Völklinger Hütte

„Mit der Ausstellung der buddhistischen Kunst aus dem Kulturraum Asien sorgen wir international für Aufsehen. Schirmherr ist niemand anderes als der XIV. Dalai Lama. Das zeigt die enorme Qualität der Ausstellung. Sie fügt sich hervorragend in unsere neue Tourismuskonzeption ein, mit der wir auf noch mehr Klasse statt Masse setzen“, sagt Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr.

Weitere Hinweise zur Anfahrt, Eintrittspreise und Öffnungszeiten finden Sie >hier.

 

 

 

 

 

 

 

Die Arkadischen Hirten

Vom Urlaub als Vorgeschmack des Himmels

gr ArkadiaWaren Sie schon mal in Arkadien? Wenn nicht, dann lohnt es sich, einmal dorthin zu fahren – besonders weil davon auch der zur Zeit gebeutelte griechische Tourismus profitieren wird. Diese Landschaft inmitten des Pellepones übt nicht nur heute einen Reiz auf naturverbundene Urlauber und Griechenlandliebhaber aus, sondern war bereits in der Antike nicht nur ein geographischer Ort, sondern in gleicher Weise auch idealisierter Ausdruck eines Mythos. „Schon in der Zeit des Hellenismus wurde Arkadien verklärt zum Ort des Goldenen Zeitalters, wo die Menschen unbelastet von mühsamer Arbeit und gesellschaftlichem Anpassungsdruck in einer idyllischen Natur als zufriedene und glückliche Hirten lebten“, wie man in Wikipedia lesen kann.

Klingelt da etwas? Könnte das nicht sogar eine gelungen-vielversprechende Umschreibung sein aus einem Werbekatalog für mediterrane Urlaubsziele? Mit Sicherheit – denn wer sucht das im Urlaub nicht? Inmitten der Natur, umweht von sommerlichen Winden, den smogfreien Himmel über sich und eine atemberaubende Landschaft um einen herum, sei es nun am Meer oder eben auch auf dem Festland. Noch dazu – die Arbeit ruht, den Stress hinter sich, sich völlig frei fühlend alle Viere von sich streckend und den lieben Gott einen guten Mann sein lassend. Ein Ausbrechen aus dem Gewohnten, jenseits aller Konventionen und Verpflichtungen eins sein mit der Natur. Wie wahr – einfach arkadisch-paradiesisch.

Goldenes-Zeitalter

Diese Vorstellung, ja Sehnsucht ist nicht neu. Und vielleicht steckt in diesem fast unmöglichen Wunsch schon der Keim des alten griechischen Arkadia-Mytos – losgelöst von der geographischen Positionierung dieses Ortes hin zu einem idealisierten Zustand, wo immer dieser sich auch manifestieren sollte. Nämlich zu suchen nach dem Ort, wo das Goldene Zeitalter weiterbestanden hat, wie damals, als eben alles noch viel besser war, wie Ovid es in seinen Metamorphosen (3 n. Chr.) lyrisch beschrieben hat: „Die Menschen lebten sorglos wie Götter in ungestörtem Frieden, frei von Kummer, Plagen und Jammer, hüteten ihre großen Viehherden und genossen ihre üppigen Mahlzeiten. Ein Hauptmerkmal jener Zeit war, dass die Erde von sich aus die benötigte Nahrung reichlich hervorbrachte. Daher war anstrengende Landarbeit unnötig. Die Menschen waren mit den Göttern befreundet und kannten kein Unheil.“ (siehe Wikipedia). Wir würden heute sagen, es sei das Schlaraffenland. Die Griechen nanntes es eben Arkadia.

Nicolas Poussin (1594-1665), vielbeschäftigter barock-klassizistischer Maler in Paris und Rom hat diesen mythischen Traum aufgegriffen in seinen Bildern von den Arkadischen Hirten.

Nicolas_Poussin_-_Et_in_Arcadia_ego_(deuxième_version) (2)In der zweiten, späteren Fassung dieses Bildes sieht der Betrachter eine weite, offene und liebevoll-idyllische Landschaft, bogenförmig eingerahmt von Bergen am Horizont und in der Mitte drei Hirten, die erstaunt um einen Sarkophag stehen. Einer der Hirten wendet sich fragend und unverständig an eine daneben stehende weibliche Göttin, die als Allegorie auf die Kunst zu verstehen ist. Dieser Hirte wird sicher schon die Inschrift auf dem Grabmal entziffert haben, während die beiden anderen noch erstaunt die in den Stein eingemeißelten Buchstaben nachzeichnen. „ET IN ARCADIA EGO“ steht dort geschrieben, was man im Originalbild naturgemäß besser lesen kann. Laut einer der möglichen Übersetzungsvarianten heißt dies soviel wie: „Auch ich bin in Arkadien“.

Was also erzählt die Geschichte dieses Bildes? Die Hirten machen sich auf den Weg. Sie suchen nach Arkadien, dem unentdeckten Land, dem Rest des Paradieses, also nach dem, was vom Goldenen Zeitalter noch geblieben ist. Und gerade als sie begreifen, dass sie am Ziel ihres Suchens angekommen sind, da finden sie inmitten von Arkadien einen Sarkophag, ein Grabmal – also das Symbol des Todes und der Vergänglichkeit. Alles andere, als das, was sie sich gerade hier gedacht oder erwartet hätten. Mitten im größten Glück die Ernüchterung. Man sieht den Hirten ihre Enttäuschung förmlich an. Selbst im erhofften irdischen Paradies ist eben nichts perfekt.

In der Kunst und Literatur gibt es mehrere Interpretationen dieses Bildes. Ich hatte meine eigene, als ich – mindestens genau so erstaunt wie die dargestellten Hirten – vor dem Original im Pariser Louvre stand.

Chagall VertreibungArkadien ist ein Symbol. Arkadien ist der Kristallisiationspunkt der je persönlichen, von Marcel Proust viel beschworenen Suche nach der verlorenen Zeit, oder wie ich gerne sage: nach dem verlorenen Paradies.

Diese Sehnsucht befällt jeden. Sie ist Motor bei der Frage nach Gott, nach Erlösung. Sie ist der Grund, auf dem die Hoffnung wächst nach Geborgenheit in Gott. Sie ist die Quelle eines unbändigen Wunsches, den Himmel zu erreichen. Als Christen können wir auf die Worte Jesu hören und dieser Sehnsucht eine Richtung geben. Weg, Wahrheit und Leben finden wir in Christus.

Viele denken das nicht, ihnen bedeuten diese Worte nicht viel, und sie bleiben für sie gut gemeinte, aber leere Hülsen. Trotzdem haben alle die, die mit der Antwort des christlichen Glaubens nicht viel anfangen können, die gleichen Fragen, auch die gleichen Sehnsüchte. Den christlichen Glauben, und damit die Antworten auf die großen Fragen des Lebens nicht anzunehmen, befreit sie auch nicht von der Sehnsucht nach dem Guten, Wahren, Schönen und Ewigen.

Aber gerade weil ich eine Hoffnung habe und meine Sehnsucht sich auf den Himmel richtet, bleibt mein Suchen nicht nur auf meinen persönlichen Glauben reduziert. Er bedarf des Ausdrucks. Leben ist Ausdruckshandlung meiner Überzeugungen. Wenn ich an das Paradies glaube, dann suche ich es schon hier. Wenn Christus das Leben in Fülle versprochen hat, dann suche ich diese Fülle schon im Jetzt. Die Verheißungen des Glaubens sind für mich keine Vertröstungen auf das Jenseits, sondern dynamische Begeisterung, Gott im hier und jetzt zu suchen und zu finden (IV. Hochgebet). Aber dennoch im vollen Bewusstsein, dass alles Gute, Schöne und Wahre letztlich nur Vorläufer sind, Vorgeschmack und Motivator.

Genau dies unterscheidet mich vielleicht von den Hirten. Sie setzen alles auf eine Karte. 100 % Paradies, aber bitte jetzt und gleich und ohne Abzug. Alles oder Nichts. Und diese stellen überrascht fest: Selbst wenn man meint, man hätte es gefunden – es bleibt letztlich unerreichbar. Klar sind sie enttäuscht – das Ende einer Täuschung. Denn 100% gibt es nicht – jedenfalls noch nicht. Durchaus ein schmerzlicher Erkenntnisprozess. Vergleichbar mit Herrn Rossi, der das Glück sucht. Und immer, wenn er es hat, dann stellt er fest, dass vom Glück doch ein Stück fehlt.

 

Deshalb mein Plädoyer für das Leben, es nun einmal so zu nehmen, wie es ist. Das Schwere und Mühsame, die Verpflichtungen und Aufgaben, die Arbeit und die täglichen Sorgen dabei aber nicht ausschließlich als erdrückende Last zu sehen, sondern sich die Sehnsucht zu erhalten nach einer Zeit oder einem Ort, „wo die Menschen unbelastet von mühsamer Arbeit und gesellschaftlichem Anpassungsdruck in einer idyllischen Natur“ zufrieden und glücklich leben können (s.o.).

End of WorkFür mich zudem eine hervorragende Umschreibung für den vielschichtigen Begriff „Urlaub“: Aus der ursprünglichen althochdeutschen Wortbedeutung abgeleitet die Erlaubnis, weg zu gehen. Also raus aus dem Alltag, aus der Arbeit, aus den Verpflichtungen, Konventionen, um in Ruhe und nach Mögichkeit sorgenfrei zu genießen, wenn auch nur auf Zeit.

Denn so schön die Reise- und Urlaubszeit auch sein kann, sie ist nur vorläufig und geht mit Sicherheit zu Ende. Sozusagen Urlaub als „Arkadia light“. Im vollen dankbaren Bewußtsein einer einmaligen, nicht wiederkommenden geschenkten und hoffentlich wunderbaren Zeit, aber auch im Wissen um die Rückkehr in einen Alltag, der wesentlich anders ist. Zumindest erspart einem dies die Enttäuschung wie bei den Hirten in Arkadia.

Vielleicht können auch die Überlegungen jüdischer Theologen aus dem Mittelalter helfen. Diese dachten nämlich darüber nach, was denn nach der Vertreibung aus dem Paradies von selbigen im Leben noch übrig geblieben sein könnte. Sie kamen zu dem Ergebnis: Die Edelsteine und der Wein.

Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen schönen Urlaub und bei einem guten Glas Wein – entweder im griechischen Arkadien oder wo auch immer auf der Welt – gute Erholung und im günstigsten Falle einen Vorgeschmack des Himmels für Leib und Seele.

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Zum Tod von Herrn Siegfried Thom

Langjähriger Organist der Kirchengemeinde verstorben

Thom Piano (1)„Letztendlich sollte das Ziel jeder Musik die Ehre Gottes und die Erfrischung der Seele sein“, so ein Zitat von Johann Sebastian Bach.

Herr Siegfried Thom hätte dies mit Sicherheit auch unterschrieben, war er doch ein großer Freund und Interpret dieses Musikers. Immer wieder kam er bei aller Freude an anderen Komponisten auf Bach zurück. Für ihn die Quelle der Musik und der Höhepunkt der Komposition.

Mit Trauer und Erschrecken haben wir nun erfahren, dass Herr Thom heute plötzlich nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.

Schon in den vergangenen Wochen war er gesundheitlich sehr angeschlagen, hat es sich aber dennoch nicht nehmen lassen, trotzdem zum Gottesdienst zu kommen. Noch am vergangenen Samstag hat er mir mitgeteil, wie sehr er es bedauert, wegen des Krankenhausaufenthaltes nicht zum Gottesdienst kommen zu können.

Schließlich hat er seit vielen, vielen Jahren zuverlässig, kompetent und engagiert den Organistendienst in Bangkok und in Vertretung auch in Pattaya bei unseren Gottesdiensten übernommen. Obwohl evangelischer Christ hat er bei uns und in der Eucharistiefeier seine Heimat gefunden.

Thom MusikerAber auch seine Fähigkeiten als Flötist konnte er im Gottesdienst immer wieder unter Beweis stellen – seit einem Jahr nun regelmäßig in der fruchtbaren und für ihn und die Gemeinde sehr erfreulichen Zusammenarbeit mit unserem Flötisten, Khun Patrick. Beide ein buchstäblich eingespieltes Team – zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen.  Darüber hinaus im Zusammenspiel mit dem Bläserensemble und zuletzt auch mit den Musikerfreunden von Khun Patrik anlässlich der feierlichen Erstkommunion.

Freude bereitete ihm besonders seit einiger Zeit die Gesangsaus- und Weiterbildung von Raphael Ayrle. Hier konnte er seine pädagogischen Fähigkeiten und musikalischen Erfahrungen an einen jungen Künstler weitergeben. Vielleicht so etwas wie sein musikalisches Erbe…

Hier zuletzt anlässlich der Paris Agreement Signature Celebration mit EU-Vertreterin Luisa Ragher im Central World, was ihm sichtlich große Freude bereitete.

Nach einer bewegenden Lebensgeschichte kam Herr Thom vor vielen Jahren nach Thailand. Hier hat er in beiden deutschsprachigen Kirchengemeinden als Organist mitgeholfen und die musikalische Gestaltung der Gottesdienste übernommen. Er gehörte zum Urgestein unserer Gottesdienstgemeinde und hat Kultur und Musik nachhaltig geprägt.

Auch darüber hinaus war er immer bereit, die außergottesdienstlichen Veranstaltungen beider Gemeinden musikalisch zu unterstützen und aufzuwerten – wie die Nikolausfeiern, Gartengottesdiente,  Festveranstaltungen und vieles mehr.

Wir verlieren mit Herrn Thom nicht nur eine hochbegabte Musikerpersönlichkeit, sondern auch eine tragende Säule unserer Gottesdienste. Wir werden nicht nur ihn vermissen, sondern auch seine Musik als schönste Dienerin der Liturgie. Er wird uns fehlen…

Unter großer Anteilnahme und mit sehr vielen Beileidsbezeugungen aus der ganzen Welt haben wir am Sonntag, den 05. Juni 2016 das erste Sterbeamt für Siegfried Thom feiern können. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst auch von 10 jungen Musikerinnen und Musikern unter der Leitung von Khun Patrick, der sich musikalisch und freundschaftlich mit Herrn Thom verbunden fühlte. Ein ganz besonderes Andenken also, das die Musiker Herrn Thom damit bereiten konnten.

Nach der ökumenischen Trauerfeier im Beerdigungsunternehmen begleitete eine große Zahl von Gemeindemitglieder den angereisten Sohn, Herrn Klaus-Jürgen Thom und den Sarg zum Krematorium zur Einäscherung.

Einen Tag später konnten wir wiederum unter großer Beteiligung die Asche von Siegfried Thom im Fluss bei Pakkhret verstreuen.

Herr, schenke ihm uns all unseren lieben Verstorbenen die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihm. Lass ihn ruhen in Frieden. Amen.

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

„Open the doors!“

Liebe Gemeindemitglieder!

Altar querExegeten, jene Fachleute der Bibelauslegung, suchten schon seit frühester Zeit nach Prallelen, nach Vorausbildern der Handlungen Christi im Alten Testament. So wird Jona, der drei Tage lang im Bauch eines „Wales“ ausharren muss, in Beziehung gesetzt zu den drei Tagen der Grabesruhe des Herrn. Interessant wird nun dieses Verfahren, wenn aus dem reichen Fundus der biblischen Überlieferung eine uns völlig unbekannte und vielleicht auch in einem solchen Zusammenhang wunderliche Erzählungen präsentiert wird. Auf eine solche Brücke zwischen dem Alten und dem Neuen Testament wollen wir hin zum tieferen Verständnis von Ostern schreiten.

Eine der wohl beeindrucktesten Zeugnisse der mittelalterlichen Handwerkskunst ist der Verduner Altar im österreichischen Stift Klosterneuburg bei Wien. Der 1181 von Nikolaus von Verdun gefertigte Altar oder besser die von ihm gefertigten Emailplatten sind nicht nur kunsthistorisch bedeutsam, sondern bieten auch ein faszinierendes theologisches Programm. Ursprünglich, dies sei der Vollständigkeit wegen erwähnt, schmückten die Platten eine Kanzel, bevor sie in einen Altar eingesetzt wurden.

17 Spalten bestehen aus jeweils drei Reihen von Emailbildern: In der Mitte ist eine Szene aus den Evangelien dargestellt, über dieser Platte eine Szene aus dem Alten Testament vor der Zeit des Mose, d.h. vor der Zeit der Übergabe der Gesetzte am Gottesberg Horeb, und unter dieser Mittelplatte eine Szene aus der Zeit nach Mose. Bas Bild zur Auferstehung ist unten von Samson, der zwei Türflügel in den Händen trägt, eingerahmt.

2-R41-K25-1181 (139707) Nikolaus von Verdun, Samson u.Stadttore Nikolaus von Verdun, t‰tig 2.H.12.Jh. - 'Samson tr‰gt die Stadttore von Gaza'. - Ausschnitt aus dem Verduner Altar, 1181. Email in Gruben- und Zellenschmelz auf vergoldetem Kupfer. Klosterneuburg (Niederˆsterreich), Stiftskirche. E: N.of Verdun, Samson with the City Gates Nicholas of Verdun, active 2nd half of the 12th century. - Samson carries the city gates of Gaza. - Detail from the Verdun Altar, 1181. Enamel in CloisonnÈ and basse-taille on gilded copper. Klosterneuburg (Lower Austria), Abbey. F: Nikolaus von Verdun, Samson et portes Nikolaus von Verdun, actif 2∞ moitiÈ du 12∞ siËcle. - 'Samson soulËve les portes de Gaza'. - DÈtail du retable de Verdun, 1181. Email champlevÈ et niellÈ sur cuivre dorÈ. Klosterneuburg (Basse-Autriche), Eglise conventuelle. ORIGINAL: Samson carries off the citygates of Gaza,(Judges 16,3) Verdun Altar, 51 plaques in champsleve-technique, enamel on gilded copper. 1181, for Prior Wernher of the Augustinian canons of Klosterneuburg, Austria. Total L of the altar: 460 cm Sammlungen des Stiftes, Klosterneuburg, Austria

Ein Mann trägt zwei Türflügel einen Berg hinauf. Bei der Person handelt es sich um Samson, der von seiner Geburt an ein gottgeweihter Mann war und dessen Stärke legendär ist. So kennt jeder die Erzählung, dass Samson einen Löwen wie „mit bloßen Händen“ zerriss, „als würde er ein Böckchen zerreißen“ (Richter 14, 6). Nikolaus von Verdun hat jene Erzählung mit dem Löwen auch in sein Bildprogramm aufgenommen und parallel zur sogenannten Höllenfahrt Christi gesetzt.

Mit Höllenfahrt wird die Zeit der drei Tage des Grabes bezeichnet. Der Tradition nach stieg der Herr nieder in die Tiefen des Todesreichs und holte alle Menschen, die vor seiner Menschwerdung verstorben waren, heraus und begleitete sie in den Himmel. Wie Samson von der Kraft aus der Höhe und dem Geist Gottes regelrecht überschattet wurde und den Löwen auf dem Weinberg tötete, so hat auch Christus mit dem Tod gefochten und ihn „zerrissen“.

Unser Ausgangsbild ist aber nicht die Höllenfahrt Christi, sondern seine Auferstehung. Samson war auf dem Weg nach Gaza. Hinter ihm liegt nicht nur der Kampf mit dem Löwen, sondern auch die Hochzeit mit einer Philisterin aus Timna. Die Philister waren ein Volk, dass mit den schwächeren Israeliten im Krieg lag. Die Hochzeit und die nähren Umstände, die zu dieser führten, trugen nicht gerade dazu bei, die Beziehungen zu verbessern. Und so suchten die Philister, die in der Stadt Gaza lebten, Samson eine Falle zu stellen.

„Als Samson (eines Tages) nach Gaza kam, sah er dort eine Dirne und ging zu ihr. Als man den Leuten von Gaza berichtete: Samson ist hier!, suchten sie überall (nach ihm) und lauerten ihm [die ganze Nacht] am Stadttor auf. Die ganze Nacht über verhielten sie sich still und sagten: Wir warten bis zum Morgengrauen, dann bringen wir ihn um. Samson aber schlief bis gegen Mitternacht. Dann stand er auf, packte die Flügel des Stadttors mit den beiden Pfosten und riss sie zusammen mit dem Riegel heraus. Er lud alles auf seine Schultern und trug es auf den Gipfel des Berges, der Hebron gegenüberliegt.“ (Richter 16, 1-3)

Samson hob nicht einfach nur die Tore aus den Angeln, sondern mit diesen auch gleich die Posten und die Riegel. Bei einer Festung ist die schwächste Stelle der Verteidigung das Tor. Darum musste der Zugang zur Stadt oder zu einer Burg mit straken Holztoren, nicht selten mit Eisenbeschlag, gesichert werden. Der Riegel war sicherlich ein dicker Balken, der quer hinter dem Tor, teilweise in der Wand verschränkt werden konnte. Es sollten die Feinde zumindest sehr schwer haben, auf diesem Weg in die Festung einzudringen.

Samsons Feinde verstecken sich beim Torhaus, nach anderen Übersetzungen sogar im Torhaus selbst, denn der Platz am Tor war der Tummelplatz der Dirnen. Hier konnten sie dem Löwentöter problemlos auflauern, während er sich die Nacht hindurch mit einer Prostituierten vergnügte.

Die Tat am Tag sollte Fakten schaffen. Tapferkeit und Ehre wären der Lohn der Gaziter. Aber es kam anders! Nur bis Mitternacht schlief der Gottgeweihte. Er überraschte seine Feinde und setzte seinerseits ein Zeichen: Gaza sollte ihn nicht festhalten können, die Stadt sollte nicht sein Grab werden. Das Tor stand offen. Es sollte nun dauerhaft offen stehen, denn mit samt dem Pfosten und dem Riegel beseitigte er die Schranke zur Freiheit.

Auch Christus erlag nicht der List des Feindes. Das Kreuz war ein Paukenschlag! Die Waffe des Teufels, mit der er den Sieg über den Sohn Gottes erringen wollte, richtete sich gegen ihn selbst. War er sich doch sicher, diesen Jesus damit vernichten zu können. Er konnte den Sohn Gottes nicht in Versuchung führen, aber er konnte ihn doch qualvoll sterben lassen.

Anastasis TürenWie hat er sich doch geirrt! Das Totenreich sollte dem Herrn nicht zum Grabe werden, sollte ihn nicht einsperren und gefangen halten können. Kein Tor und keine Riegel sollten ihn halten können. „Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit. Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr, stark und gewaltig, der Herr, mächtig im Kampf.“ (Psalm 24, 7-8).

Samson war keine ganze Nacht im Bett der Dirne und seine Feinde lauerten ihm keine ganze Nacht auf, denn er überraschte seine Gegner, wie auch Christus den Satan überraschte: Nicht der Herr war der Gefangene, sondern der, der die Verstorbenen befreite und den Kerkermeister selbst einsperrte.  Samson trägt die beiden Türflügel auf einen Berggipfel. Schon die Stadt Gaza liegt über 900 m hoch.

Scheinbar ist der Berg, den Samson wählt, nicht so wichtig, sodass man seinen Namen nicht überliefern musste. Es kann einfach praktische Gründe haben, warum der Torträger gerade einen Berg gegenüber dem Hebron-Berg bestieg, aber wir wollen auch hier eine theologische Deutung versuchen: Der Berg Hebron taucht öfter im Alten Testament auf und war eine wichtige geographische Marke. Er war u.a. auch der Grabesort der Erzeltern Sara, Abraham, Jakob und jeweils deren Söhne (vgl. Gen 23, 19; Gen 25, 9 und Gen 49, 30).

Der Tradition nach hat Christus während der drei Tage seines Todes symbolische für alle Menschen aus dem Totenreich geführt, die bis seiner Menschwerdung entschliefen. Zu diesen zählten auch die Erzeltern. Die Tür, die bildlich gesprochen, die Verstorbenen vom Leben im Himmel trennte, wurde im Glanze Christi regelrecht weggesprengt. Und so trägt auch Samson den Türflügel weit weg, unerreichbar für die Bewohner von Gaza und in befreiender Entfernung zu den Erzeltern.

Auch das himmlische Jerusalem kennt keine geschlossenen Tore (Offenbarung 21, 25)! Die Stadt ist offen, damit jeder herein kann, bei Tag und bei Nacht, denn es gibt keinen Feind mehr. Es ist wie schon der Völkerapostel Paulus ausrief: „Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ (1 Korinther 15, 53-55).

Samson schließlich starb auf eine grausame Weise. Alle Stärke und List konnten ihn nicht im Leben halten. Auch er musste zu seinen Väter in die Tiefe hinabsteigen, bevor er die Stimme Christi hören durfte. Vertrauen auch wir, dass wir die Stimme Christi hören dürfen und mit allen, die vor uns schon gestorben sind, einst Gott loben dürfen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Frohe und gesegnete Ostern wünscht Ihnen – auch im Namen von Pfarrer Dunsbach

Ihr Christoph Herr, Gemeindepraktikant

 

 

 

 

 

„Nicht jeder, der Herr Herr sagt, …

kommt in das Himmelreich!“ (Mt.7,21)

IMG_3920 (1)Liebe Gemeindemitglieder!

Nicht selten durfte ich schon in „Theologenkreisen“ dieses kleine biblische Wortspiel über meinen Nachnamen hören. Ich bin so frei und greife mit einem Lächeln im Gesicht auf jenes Matthäus-Zitat einmal selbst zurück!

Ich darf mich Ihnen mit Freunde kurz vorstellen: Mein Name ist Christoph Herr, ich bin 25 Jahre alt und stamme aus der deutschen Pfalz. Ich studierte Katholische Theologie in Mainz, Leuven (Belgien) und München mit dem Ziel, Priester zu werden und schloss mein Studium erfolgreich im Februar dieses Jahres ab.

Meine Heimatdiözese ist das Bistum Speyer, das sich linksrheinisch über das Gebiet der Pfalz und eines kleinen Teils des Saarlands erstreckt. Im September wird voraussichtlich die praktische Ausbildung im Priesterseminar St. German in Speyer beginnen und bis dahin darf ich die kommenden elf Wochen als Praktikant bei Ihnen und vielmehr mit Ihnen verbringen.

Die ersten Eindrücke Bangkoks waren für mich, der ich doch aus einer gemütlichen Kleinstadt namens Germersheim stamme und ich die letzten zwei Jahre in München lebte, überwältigend. Die ersten Begegnungen mit Menschen deutscher Zunge, nicht zuletzt die herzliche Aufnahme bei Pfarrer Dunsbach, stimmen mich aber für die kommende Zeit sehr zuversichtlich.

Ich freue mich auf die vielen neuen Erfahrungen in dieser mir noch fremden Stadt und auf die persönliche Begegnung mit Ihnen.

Im Gebet verbunden,
Christoph Herr

 

Brezelsonntag extended version

Mittfasten, Fastenbrechen, Bergfest – oder im Obermoselanisch-luxemburgischen: Brezelsonntag. Ja – wir haben es geschafft und die Hälfte der Fastenzeit liegt hinter uns. Und wie lange hat die Asche gehalten?

Wie auch immer – auch die Kirche feiert mit dem kommenden Sonntag die Hälfte der Fastenzeit. Es ist bald geschafft und das Osterfest wirft bereits sein Licht voraus. Zum fünften Mal feiern wir daher auch diesen Sonntag wieder in der Mitte der Fasztenzeit den sog. Brezelsonntag, aber diesmal etwas ausgedehnter. Dazu bestehen zwei Anlässe.

Zum einen kommen die Schülerinnen und Schüler des Antoniuskollegs aus Neunkirchen-Seelscheidt zu Besuch und beginnen die Tages des Sozialpraktikums in guter Tradition in unserer Gemeinde mit einem Jugendgottesdienst (siehe auch unten!).

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Zum anderen: Zwar verzichten wir anschließend auf die traditionellen Zuckerbrezeln, wir werden aber von einem wohlwollenden Sponsor zu einem kleinen Fingerfood-BBQ im Anschluss an die Messe vor der Kirche eingeladen. Somit erhält der Brezelsonntag diesmal eine ganz besondere Aufwertung. Dafür dem großzügigen Spender schon mal herzlichen Dank!

Also herzliche Einladung zum Sonntags- und Jugendgottesdienst am
Sonntag, den 06. März 2016, 10.30 Uhr, Kapelle St. Louis Hospital

 

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

„Jottseidank, jieddet widde Wuesch!!!“

Bann Gerde Gruppe 2016Wie auch immer es im rheinischen Dialekt klingen mag – die tiefe Freude über ein Stück deutsche Bratwurst und selbstgemachten Kartoffelsalat ist den Jugendlichen des Antoniuskolleg in Neunkirchen-Seelscheid förmlich anzusehen, wenn Sie nach den bewegenden und intensiven Tage in Baan Gerda – der Einrichtung für HIV+ Kinder- und Jugendliche – wieder zurück nach Bangkok kommen und im Pfarrhausgarten mit einer Grillparty empfagen werden. Zum vierten Mal in Folge erwarten wir nun die Reisegruppe im März 2016.

14 Tage bei Reis und und anderen scharfen Thai-Speisen haben durchaus ihren Reiz, wie wohl doch nach einiger Zeit die Sehnsucht nach dem Bekannten nicht zu unterschätzen ist.

Unbekannt sind die Tage in Baan Gerda allemal: Asien, Thailand, fremde Sprache, Jugendliche mit lebensbedrohlicher Krankheit, Berührungsänsgte, Unsicherheiten und Begegnungshürden – really An Unexpected Journey – im Nachhinein für die Jugendlichen aber alles kein Problem. Die Erfahrungen der Gruppen aus den letzten Jahren belegen dies zu Genüge.

Somit werden die sich so nüchtern anhörenden „Tage des Sozialpraktikums“ zu einer abenteuerlichen Brutstätte neuer, ungeahnter Erfahrungen. Alle gehen als Beschenkte aus diesen Tagen hervor. Die Deutschsprachige Gemeinde in der Mitfeier der Jugendmesse zu Beginn der Thailand-Tage. Die Kinder und Jugendlichen in Baan Gerda, die neue Freundinnen und Freunde – wenn auch auf Zeit – finden.

Die große Nähe und Empathie der Jugendlichen zu anderen gleichen Alters oder jünger; die internationale Sprache freundschaftlicher Kommunikation; das tiefe sprachlose und doch vielsagende Verstehen über alle Sprachgrenzen hinweg; die Ausgelassenheit in der Freude über das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen; der unbeschreibliche Dank beim tiefen Blick in die Augen von Kindern und Jugendlichen, die jede Zuwendung aufsaugen wie ein trockener Schwamm. Die in der Vergangenheit dazu veröffentlichen, hochprofessionellen Videos auf Youtube sprechen für sich.

Aber auch das Staunen der deutschen Schülerinnen und Schüler beim Erleben einer Megacity, die offiziell 10, aber gefühlt um die 20 Mio. Einwohner hat – beim Besteigen der Skybar, beim High-Speed-Race auf dem Busboot über den Klong (Kanal), die Glitzerwelt der buddhistischen Tempel, die Enge in den lärmenden und stinkenden Tuck Tucks auf den völlig verstopften Straßen einer Stadt, die noch nie geschlafen hat. Und, ach, so vieles mehr. Wer auch immer die Chance hat, sich diesem Abenteuer zu stellen, wird anders nach Deutschland zurückkehren, als er es verlassen hat – für immer!

Ich freue mich über diese Möglichkeit, die das Antoniuskolleg über einen seinen Lehrer, Herrn Gerhard Wittig mit Hilfe anderer Kolleginnen und Kollegen den Jugendlichen bietet. Einfach großartig und 100%ig nachahmens- und vor allem förderungswert. Und die katholische Gemeinde vor Ort freut sich, allen, die diese Chance nutzen können, Wegbegleiterin zu sein, Gastfreundschaft und Begegnung zu schenken.

Ich weiß nicht, ob auf den Deutsch- oder Englischlehrplänen des Gymnasiums die Werke von Mark Twain stehen. Aber eines haben die Jugendlichen schon verwirklicht, ohne diesen herausragenden Autor vielleicht jemals gelesen oder von seinem guten Rat gehört zu haben. Zitat: „In zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein von den Dingen, die Du nicht getan hast, als von den Dingen, die Du getan hast. Also wirf die Leinen über Bord! Verlasse den sicheren Hafen! Fange den Wind mit deinen Segeln ein! Erforsche. Träume. Entdecke.“

Frischen Wind, neue Häfen, Leben mit allen Sinnen, aber auch die ersehnte deutsche Bratwurst in Bangkok – was für eine Freude, dass sich Jugendliche kompetent begleitet auf ein solches Wagnis einlassen können, wollen, dürfen… Jottseidank!

Sawasdee Khrup – Herzlich willkommen!

Jörg Dunsbach, Pfr.

Jugendgottesdienst mit den Schülerinnen und Schülern des Antonius-Kollegs am Sonntag, den 6. März 2016 um 10.30 Uhr, St. Louis, Sathorn

 

 

 

Gottesdienst mit Krankensalbung

Ganz herzliche möchte ich heute zum nächsten Sonntagsgottesdienst einladen. Innerhalb der Messe möchte ich auch die Möglichkeit geben, die Krankensalbung zu empfangen.

Sonntag, 28. Februar 2016
10.30 Uhr, Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn
Messe mit Krankensalbung

in Pattaya: Samstag, 27.02.2016, um 11.00 Uhr, St. Nikolaus Kirche, Sukhumvit

Das Sakrament der Krankensalbung wird leider immer noch sehr kurzsichtig auch als „Letzte Ölung“ bezeichnet. Dies ist aber eine Engführung und bezieht sich wirklich nur auf die unmittelbare Zeit vor dem Sterben.

Krankheiten äußern sich aber vielschichtig. Körper und Geist können leiden – oftmals sehr langfristig und sogar unbemerkt von anderen. Krankensalbung heißt aber auch: Gott geht mit mir in guten und in schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit, und selbst der Tod scheidet uns nicht von seiner Liebe – dies ist in allen Lebensaltern der Fall.

Deshalb die Einladung, dieses Sakrament zu empfangen, wenn Sie Ihr ganz persönliches Leid oder Krankheit Gott anvertrauen und ihn um seinen Segen und Trost bitten möchten. In der Salbung – in die geöffneten Hände und auf die Stirn – sagt Gott Ihnen seine Nähe zu, auch wenn diese vielleicht ganz anders ist, als man erwartet oder sich wünscht.

Vielleicht kennen sie ja auch ältere oder kranke Menschen in Ihrer Nähe, die sich darüber freuen würden, diese Sakrament zu empfangen. Bringen Sie sie doch einfach mit, wenn es geht …

In der Freude auf ein Wiedersehen verbleibe ich für heute

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Zum Reformationsgedenken vor 500 Jahren

Frau Prof. Dr. Margot Käßmann zu Besuch in unseren Gemeinden 

20120425_kaessmann470In der Zeit vom 22. bis 24. Februar 2016 wird Professorin Dr. Margot Kässmann im Rahmen einer Vortragsreise durch Ostasien auch Thailand besuchen.

Die frühere Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist seit 2012 „Botschafterin“ des 500jährigen Gedenkens der Reformation im Jahr 2017.

Dazu schreibt mein Kollege Ulrich Holste-Helmer aus der evangelischen Schwestergemeinde:

„Im Jahr 2017 wird der 500. Jahrestag der Reformation gefeiert. Warum gerade in diesem Jahr? Ausgangspunkt der Erinnerung ist die Veröffentlichung der „95 Thesen gegen den Ablasshandel“ durch Martin Luther im Jahr 1517, mit dem die Reformation in Deutschland begann. Aber im Grunde greift Luther in seinen Predigten und Streitschriften viele Themen auf, die schon seit Jahrhunderten zuvor im ausgehenden Mittelalter Thema waren: dass die Lehrautorität der Kirche über die der Bibel gestellt wurde,  dass die Kirche Ihre Macht durch Ämterkauf und Ablasshandel missbrauchte, dass es Zeit wurde, die Bibel in die jeweilige  Landessprache zu übersetzen – das alles hatten auch schon Petrus Valdes im 12. Jahrhundert in Südfrankreich, John Wyclif im 14.  Jahrhundert in England und Jan Hus an der Wende zum 15. Jahrhundert in Böhmen kritisiert.

Und dass nicht nur manche Fürsten und Könige, sondern auch zunehmend die Kaufleute in den großen Handelsstädten die reformatorischen Bewegungen unterstützten, weil sie sich der Übermacht der Papstkirche und des katholischen Habsburger  Kaiserreiches entziehen wollten, wird auch an den Schweizer Reformatoren Huldrych Zwingli und Jean Calvin im 16. Jahrhundert sichtbar.

Warum aber heute, 500 Jahre später, noch dieser reformatorischen Bewegung gedenken? Weil die Zeit des ausgehenden Mittelalters unserer Gegenwart erstaunlich ähnlich ist: revolutionäre Erfindungen und Entdeckungen (damals Buchdruck, heute Computer und Internet), globaler Welthandel und Bankverkehr (damals mit den gerade „entdeckten“ neuen Kontinenten, heute mit weltweit vernetzter Industrie und Börsenspekulation), Herausforderung durch die islamische Welt (damals die Türken vor Wien, heute die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus) – all das stellte damals und stellt heute die dringliche Frage nach den tragenden Werten, nach handlungsfähigen Institutionen und nach einem aufgeklärten Gewissen des einzelnen Menschen. Also genug Anlass, noch einmal kritische Rückschau zu halten!

Und noch eine letzte Anmerkung: Reformation – das war bis jetzt ein Gedenken an berühmte Männer. Erst in den letzten Jahren ist sichtbar geworden, wie viel gebildete und selbstbewusste Frauen damals eine entscheidende Rolle spielten. Ein weiterer Anlass, (scheinbar) Altbekanntes noch einmal neu zu entdecken!“

Folgendes Programm ist für diesen Besuch geplant:

Montag, 22.2.2016, 18.00 Uhr
Ökumenische Open‐Air-Andacht, Predigt von Frau Prof. Dr. Kässmann zum Thema:
„Wofür Reformationsjubiläum?“

Ort: Evangelisches Gemeindehaus, Bangkok, 125/1 Soi Sitthi Prasat, Rama IV Road
siehe hier: Lageplan

Dienstag, 23.02.2016, 15.00 – 18.00 Uhr
Vortrag von Frau Prof. Dr. Käßmann zum Thema:
Transforming Scociety and Spirituality – The Heritage of 500th Anniversary of Reformation in Europe

Ort: Room 105, Maha Chulalongkorn Building,
Chulalomgkorn University, Henri Dunant Road
siehe hier: Lageplan

Mittwoch, 24.2.2016, 14.00 Uhr:
Gesprächsrunde mit Frau Prof. Dr. Käßmann – Thema: „2017 – was gibt es da zu feiern?“
Ort: Begegnungszentrum Pattaya
Naklua Road zwischen Soi 11 und Soi 13, Rungroje Market (hinter dem „Borussia Park“)
siehe hier: Lageplan

alle Infos im Überblick: siehe >hier

Herzliche Einladung!

 

 

 

 

„Ist der liebe Gott eine Drohne?“

IMG_3484Der zweite Einkehrtag mit den Kommunionkindern dieses Jahres begann mit einem technischen Überraschungseffekt. Khan von Mediawok war da und brachte ein Drohne mit, um dankenswerter Weise Aufnahmen beim Einkehrtag vom Pfarrhaus und den Kommunionkindern zu machen.

Klar, dass die interessierten Kinder zunächst einmal ganz Khan´s Aufmerksamkeit hatten. Wie fliegt das Ding? Wie wird sie gesteuert, wie hoch kann sie fliegen? Was, wenn sie zuweit geflogen ist?

Schließlich erhob sich das fliegende Auge mit Bewunderung für den Piloten in die Höhe und dokumentierte alles, was draußen im Gaten so los war.

„Und der Gott? Sieht der auch alles von oben?“ Gute Frage, um einmal Perspektivwechsel vorzunehmen. Von der Frosch- über die (Drohnen)-Vogelperspektive hin zur Perspektive Gottes. Da sieht man eben immer mehr. Gut, dass Gott uns auch sieht, aber nicht überwacht wie unzählige Kameras. Und gut, dass er alles, was er sieht, nicht dazu benutzt, um uns anschließend anzuklagen oder zu bestrafen.

Gottes Augen schauen liebevoll, so wie der wiedergefundene Vater mit wachen Augen nach seinem verlorenen Sohn Ausschau hält. Das haben die Kinder sich anhand der Drohne selbst herausgearbeitet.

IMG_3486Zurück auf der Terrasse: Trockenübungen. Wie und wo mit den Händen hin beim Kreuzzeichen. Augen-Hand-Koordination im Schnelldurchgang, aber auch das Kreuzzeichen als Orientierung und Hilfestellung in der Ausrichtung zum Himmel, dem festen Stehen in dieser Welt und all den Menschen rechts und links neben mir. Schließlich erfolgreich abgeschlossen mit der praktischen Kommunionkinderkreuzzeichenprüfung, die alle bestanden haben.

„Und wie ist der Gott jetzt so?“ Na, was sagt denn Jesus? Er erzählt, wie man zu Gott beten kann und das sagt ja schon einiges aus, wie eben „Vater Unser“ so ist. Mit Bildern zu den einzelnen Sätzen und Aussagen des Vater Unsers konnten die Kinder schnell erkennen, dass Gott die Menschen alle und überall liebt. Dass er unbeschreiblich und einzigartig, und dass sein Name etwas ganz Besonderes ist. Er kennt unseren Hunger, auch, dass wir nicht immer 100% gut sind und dass wir seine Vergebeung brauchen.

Wie auch immer – einfach für die Kinder, anhand der einzelnen Bilder den Text des Vater Unsers schnell auswendig zu lernen und zu verstehen, was das denn nun alles bedeutet.

Nach dem schmackhaften Würstchengrillen und Toben im Pfarrhausgarten – Ortswechsel ins gemütliche Wohnzimmer. Wenn doch alles gut ist, was Gott gemacht hat, warum gibt es dann den Tod? Wie ist das mit dem Sterben. Darf man auch Angst haben? Und: Ist dann am Ende alles aus und vorbei?

IMG_3492Die Kinder haben ganz viel aufgeschrieben, was schön ist und gut. Was sie lieben und was ihnen alles  wichtig ist. Aber alle wussten, dass nichts für immer Bestand hat. Irgendwann ist alles auch mal vorbei. Erschreckend, aber verständlich, dass die Notizen und Bilder dann im Grill in Flammen aufgegangen sind.

Aus der Asche ist dann das Aschenkreuz erwachsen. Das Kreuz ist Zeichen des Todes. Jesus aber hat es umgewandelt. Er hat es zu einem Lebenszeichen gemacht.

So wird auch die Asche aus dem Feuer zu einem Lebenszeichen auf der Stirn der Kinder. Weil wir wissen, dass Ostern alles wieder gut ist und das Leben bei Gott stärker ist als alles, was vergehen kann.

Bis zum nächsten Treffen am Samstag, den 5. März 2016 im Pfarhausgarten.

 

 

 

 

 

Sieben Wochen mit oder ohne?

7-Wochen-mitJa, es ist wieder Aschermittwoch und nein – ich mache keine Vorschläge, auf was man alles verzichten soll. Wie könnte ich auch, wenn es mir selbst schwer genug fällt, und ich keinen dazu ermuntern möchte, noch mehr Lasten zu tragen… (Mt 23,4) Deshalb heute zum Beginn der Fastenzeit eine Alternative, die vielleicht dem Charakter der österlichen Vorbereitungszeit – zumindest meinem subjektiven Empfinden nach – besser entgegenkommt.

Dazu gehen wir doch einfach mal in der Kirchengeschichte zurück und blicken auf einen Mann voller Strahlkraft und Esprit. Der Heilige Bernhard von Clairvaux (1090-1153), eine faszinierende Gestalt, ein großer Denker und Ratgeber. Er machte den Reformorden der Benediktiner – nämlich die Zisterzienser – bekannt und berühmt. Sicher hätte er heute einen Blog geführt, oder über Twitter seine Weisheiten verbreitet, damals tat er es aber in einem reichen Schriftwechsel mit berühmten Persönlichkeiten seiner Zeit.

Einer dieser Brieffreunde war Papst Eugen III – ohne Frage eine streibare Gestalt, aber auch ein vielbeschäftigter Mann. Und – wen wundert´s – er litt an der gleichen „Krankheit“, unter der heute auch viele stöhnen. In Anspruch genommen von zuviel Verantwortung, pausenlosem Arbeiten und Entscheidungen treffen, gepaart mit einem sicherlich gehörigen Maß an Selbstüberschätzung, kurz: Überfordert und zerrieben von zu viel Arbeit. Burn out – oder wie auch immer man damals auf lateinisch dazu gesagt haben mochte, vielleicht „incendium finalis“, wer weiß…

Bernhard wusste davon und hatte für seinen Feund eine sehr weise Botschaft. Er schlägt eine Art Therapie vor:

bernhard_v_clairvaux_g„Wenn du Dein ganzes Leben und Erleben völlig ins Tätig-Sein verlegst und keinen Raum mehr für die Besinnung vorsiehst, soll ich dich da loben? Darin lob ich Dich nicht. Ich glaube, niemand wird Dich loben, der das Wort Salomons kennt: „Wer seine Tätigkeit einschränkt, erlangt Weisheit” (Sir 38, 25). Und bestimmt ist es der Tätigkeit selbst nicht förderlich, wenn ihr nicht die Besinnung vorausgeht. … Wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne Dich Dir selbst. Ich sage nicht: tu das immer, ich sage nicht: tu das oft, aber ich sage: tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.” (aus: Betrachtungen)

Oh wie weise – ich sollte es mir auch mal hinter die Ohren schreiben, auch wenn mir der persönliche Burn Out in seiner pathologischen Ausprägung nicht bekannt ist. Deshalb heute mal die alternative Idee zur Fastenzeit: Nicht sieben Wochen „ohne“, sondern lieber mal sieben Wochen „mehr“! Mehr: Zeit, für mich selbst. Ruhe, Durchatmen, Ausruhen, Genießen, Beten, Dankbarkeit, Innehalten, Sonntagsgottesdienst, einen Tag mit mir alleine, oder mit einem lieben Menschen, der mehr Zeit verdient hat. Kurz: Sich einmal sich selbst gönnen, wenn man sich denn auch selbst auszuhalten vermag, ohne gleich wieder irgend etwas zu tun oder zu produzieren.

relaxOk, Zeit ist Geld und leicht gesagt für jemanden, der unzählige Überstunden machen muss. Doch die beeinträchtigenden Auswirkungen von zu viel Tätigkeit gehen an keinem spurlos vorüber. Wem es aber gelingt, der wird auch wieder ein Lächeln auf das von Arbeit und Entkräftung gezeichnete Gesicht zeichnen können.

Daher mein Plädoyer für eine entspannte Fastenzeit. Und mit Jesu Worten: „Wenn du fastest, dann mach kein finsteres Gesicht“ (Mat 6,16), und: „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst!“

In diesem Sinne – frohes Fasten!

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

Herzliche Einladung auch am kommenden 1. Fastensonntag, 14.02.2016 um 10.30 Uhr, Kapelle St. Louis, Sathorn, zum Empfang des Aschenkreuzes.

 

 

Erster Einkehrtag Kommunionkinder

IMG_3364 (1)„Du bist einzigartig und wertvoll. Deshalb hat Dich Gott lieb. Du darfst immer zu ihm kommen!“

So das Thema des ersten Einkehrtages der Kommunionkinder am Samstag, den 06. Februar 2016. Elf Kinder haben sich dazu eingefunden. Nachdem die Eltern sich einen schönen Tag machen konnten, haben wir gleich im Garten angefangen mit der Kennenlernrunde. Ziemlich quirlig, aber um so schöner im großen Garten.

Mit dem Untersuchen der eigenen Fingerabdrücke mit Hilfe einer starken Lupe konnten wir sehen, wie unterschiedlich wir alle sind – sogar bis ins kleinste Detail hinein. Und weil wir deshalb alle einzigartig sind, ist jeder etwas Besonderes und Wertvolles.

Viel Freude dann auch bei den obligatorischen Sauerein mit Stempelkissen und Fingerfarben. Finger- und Handabdrücke, die von jedem kreativ zu Papier gebracht worden sind.

IMG_3366 (1)Nach dem schmackhaften Mittagessen – mit Hilfe von Barbara und meiner Mutter zubereitet, dann die Geschichte vom wiedergefundenen Vater, der beide Söhne gleich liebt, auch wenn einer mal auf die schiefe Bahn gekommen ist. Vor allem viel Verständnis für den zweiten Sohn, der ja schon etwas eifersüchtig war, als sein Bruder wieder nach Hause kam. Idealer Ansatzpunkt, um zu erklären, dass Gott ganz anders denkt als wir – Gott sei Dank!

Nach den Arbeitseinheiten auch genügend Zeit zum Spielen, Rennen und Fußballspielen – gemäß dem alten Sprichwort: “ Du sollst am Tag und nicht nur am Abend toben!“ Ergebnis: Eine wundervolle Monsterbeule. Aber alles wird gut.

Sonntags dann Kindergottesdienst mit Blasius-Segen. Bei Gott sind alle auf Platz Nummer Eins – so das Thema der Kathechese. Schön, dass alle Kinder mit Eltern auch beim Gottesdienst waren. Durchaus wiederholbar 🙂

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Wir sind Europameister

Und was bist Du?

handball-deutschlandZugegeben – ich persönlich halte es ja mit Winston Churchill, wenn auch das ihm zugeschriebene Zitat nicht belegt ist: „Never Sports!“ Und doch freue ich mich, wenn eine deutsche Mannschaft es wieder einmal geschafft hat in einem internationalen Wettbewerb. Glückwunsch – wir sind Europameister im Handball, und die Spieler standen zurecht auf dem obersten Treppchen. „We are the Champions …“

Wie bei allen Wettbewerbern – der zweite und der dritte Platz werden zwar noch lobend erwähnt, geraten aber schnell in den Hintergrund, wenn nicht sogar in Vergessenheit.

Wir sind Europameister. Die Identifikation mit den Siegern fällt uns daher besonders leicht. Und wie ist das im richtigen Leben? Nicht jeder gehört zu den Champions, viele versuchen stets ihr Bestes und kommen doch keinen Schritt weiter. Eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen fühlt sich zumindest subjektiv als Looser, als Verlierer, der eben nur daneben steht. Eine durchaus sehr verständliche, weltliche Sicht, denn nur „the winner takes it all!“

Und am kommenden Sonntag holen wir den Gedenktag des Heiligen Blasius nach. Und was hat der jetzt mit Abba und Europameister zu tun?
Nun, viele verbinden mit diesem Heiligen den besonderen Segen, bei dem man Gott um Bewahrung vor Halskrankheiten und Leiden an Leib und Seele bittet. Ein durchaus volkstümliche-beliebter Zuspruch, verbunden mit der tiefen Sehnsuch nach körperlich-seelicher Unversehrtheit.

Segen KerzenGespendet wird der Segen ja zwischen zwei gekreuzten Kerzen. Bis heute habe ich keine schlüssige Erklärung gefunden, warum dies so gemacht wird. Vielleicht hängt es mit der Symbolik aus der Ostkirche zusammen, in der die beiden Kerzen die zweifache Natur Jesu repräsentieren – nämlich Gott und Mensch zugleich zu sein.

Natürlich kennen wir diese Situation, Gesegnete zu sein, also den Segen passiv zu empfangen. Aber wechseln wir doch mal die Perspektive, nur so aus Spass -, nämlich auf die Seite des Priesters, der ja nicht selbst den Segen spendent. Gott ist es, der hier aktiv wird. Er ist es eigentlich, der segnet. Und plötzlich ändert sich auch die Blickrichtung. Wenn ich zwischen den gekreuzten Kerzen stehe, dann sind diese sowas wie Platz Nummer Drei und Zwei – und ich dazwischen auf Platz Nummer …? Na? Richtig: Eins!

Das heißt doch: In den Augen Gottes bin ich ein Gewinner. Aus Gottes Sicht darf ich mich ganz seines Ansehens freuen – er schaut mich an und freut sich über sein Geschöpf. Klar – kennt er auch alles, wo ich „geloost“, also verloren habe und nicht dem eigenen Anspruch gerecht wurde. Und doch stellt er mich mit jedem anderen in die Mitte auf das Siegertreppchen seiner Zuneigung.

winner

Na, und wenn er das mit jedem macht, dann gibt es in den Augen Gottes eben keine Looser, keine Verlierer mehr.  Wir sind und bleiben in seinen Augen unverlierbar wertvoll und wichtig. Weil Gott die Menschen unbeschreiblich liebt, haben in seinem Herzen alle den ersten Platz. Und da der Gewinner alles bekommt, mach auch Gott keine halben Sachen, sondern liebt jeden unendlich gleich. Das kann nur er!

Deshalb heute besonders herzliche Einladung zum nächsten Gottesdienst am Sonntag, den 7. Februar, 10.30 Uhr , Kapelle St. Louis Krankenhaus, Sathorn mit anschließendem Empfang des Blasiussegen.

 

 

Bagan, Burma --- Original caption: Myanmar (Burma), Mandalay Division, Bagan site classified as World Heritage by UNESCO, temples --- Image by © Philippe Body/Hemis/Corbis

Herzliche Grüße auch an alle aus der neuen Gemeinde in Yangon. Dort fand am vergangenene Samstag der erste deutschsprachige Gottesdienst statt. Mehr dazu auch im Reisebericht hier auf unserer Homepage.

Herzliche Grüße

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutschsprachige Gottesdienste in Rangun

Liebe deutschsprachige Mitbürgerinnen und Mitbürger in Rangun und Myanmar!St Mary Rangun

Herzliche Grüße ich Sie aus Bangkok. Hier in Thailand arbeite ich seit nunmehr 4 ½ Jahren als Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz.

Erzbischof Koch aus Berlin, zuständig auch für die katholische Auslandsseelsorge, hat mich gebeten, auch für Sie in Rangun Verantwortung zu übernehmen. Deshalb möchte ich Sie herzlich einladen zu einem Fest der Begegnung und zum Gottesdienst am

Samstag, den 30. Januar 2016 um 11.00 Uhr morgens

Ort: Bischofshaus von Kardinal Bo
gleich hinter der St. Mary´s Kathedrale
Archbishop’s House 289, Theinbyu Road, Botahtaung P.O.11161 Yangon. MYANMAR
(Anfahrt Bischofshaus Rangun)

Cardinal & meFreundlicherweise hat uns Kardinal Bo sein Bischofshaus und seine Kapelle zur Verfügung gestellt. Er freut sich, uns alle an diesem Tag auch willkommen zu heißen. Es wird also auch die Möglichkeit bestehen, mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Ich persönlich freue mich auch, Sie kennen lernen zu dürfen. Nach dem Gottesdienst haben wir die Möglichkeit, bei Getränken und einem kleinen Imbiss, zudem Kardinal Bo herzlich einlädt, auch noch über die Zukunft nach zu denken. Gerne bin ich bereit, zweimal im Jahr zu Ihnen zu einem Gottesdienst und zur Begegnung nach Rangun zu kommen. In den Nachbarländern in Phnom Penh und Vientianne werde ich dieses Angebot auch unterbreiten.

Bitte zögern Sie nicht, mich auch per Email zu kontaktieren. Gerne nehme ich Sie in den Verteiler der Gemeinde-Newsletter auf, damit Sie in Zukunft gleich über die Angebote in Rangun informiert werden: post@gemeinde-bangkok.com oder joerg.dunsbach@gmx.net

Weitere Informationen finden Sie auch unter der Gemeindehomepage: www.gemeinde-bangkok.com/rangun

Hier auch die Infos zum Downlaod: >hier.

Und hier zum Reisebericht im Anschluss an den Yangon-Besuch.

media19233201In diesem Sinne herzlich Willkommen. Und ganz wichtig – ob evangelisch oder katholisch oder andere Religion- alle sind herzlich eingeladen, ok?

Ihr

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

Gottesdienste, Termine und Veranstaltungen

Im Folgenden die herzliche Einladung zu den bevorstehenden Ereignissen in unserer Gemeinde:

Ikone_taufe1. Gottesdienst zum Abschluss der Weihnachtszeit
In Guter Tradition gestalten wir das Fest der „Taufe des Herrn“ am kommenden Sonntag, den 10. Januar 2016, nach dem Gottesdienst mit einem gemütlichen Zusammensein bei Glühwein und Plätzchen unter Palmen.

Besseres Leben2. Bücherlesung im Pfarrhausgarten
Barbara Bethge, wohnhaft in Hua Hin, wird am Mittwoch, den 20.01.2016 um 19.00 Uhr im katholischen Pfarrhausgarten eine Bücherlesung aus ihrem aktuellen Buch „Mein besseres Leben“ halten. Mehr Infos dazu HIER. Herzliche Einladung!

Sekt3. Ökumenischer Neujahrsempfang
Wieder hat ein neues Jahr begonnen – und traditionell laden beide Gemeinden zum ökumenischen Neujahrsempfang ein – diesmal ins Evangelische Gemeindezentrum.
Eingeladen sind Gemeindeglieder und Gäste – kurz: alle Menschen, die an den Gemeinden interessiert sind oder einmal hereinschnuppern und uns in zwangloser Atmosphäre näher kennen lernen wollen.
Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind! Es erwartet Sie ein unterhaltsames und informatives Programm. Zugleich bleibt Zeit und Gelegenheit, einander zu begegnen und ins Gespräch zu kommen.
Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Beiträge für das Buffet sind willkommen!
Folgender Ablauf ist vorgesehen:
ab 18.00 Uhr Ankommen bei einem Glas Sekt
18.30 Uhr Beginn des Programms
ca. 21.00 Uhr Offizielles Ende, anschließend Open End für Nachtschwärmer
Termin: am Samstag, den 23. Januar 2016 ab 18 Uhr rund um das Evangelische Gemeindehaus.

Info-Einladung siehe >hier!

4. Ökumenischer Bibelkreis

Foto: Mathilde Kohl, Siemensstrasse 9, 50825 Kšln, Tel. 0221.5506635 Bibel

Hier die Termine für die kommenden Treffen des ökumenischen Bibelkreises. Alle sind eingeladen, sich mit verschiedenen Themenbereichen oder Personen aus der Bibel auszutauschen.

Ort: Immer im katholischen Pfarrhausgarten

Treffen am:
– Mittwoch, den 27. Januar 2015 um 10.00 Uhr
– Mittwoch, den 17. Februar 2016 um 10.00 Uhr

 

Reibungskoeffizienz

ReibungskoeffizientDie Reibungskoeffizienz beschreibt laut Duden die von der Oberflächenbeschaffenheit eines Werkstoffes und dessen Geschwindigkeit abhängigen auftretenden Reibungsverluste, die sich vornehmlich in Wärme äußern. Unter Verwendung von Schmierstoffen verringert sich allerdings dieser Faktor.

Das kennt jeder – zum Beispiel, wenn man die Hände schnell aneinander reibt, dann wird es eben warm. Mit Handcreme geht’s allerdings besser. Man kann diesen Selbstversuch auch auf zwei Finger reduzieren. Dabei zeigt sich der gleiche Effekt.

Volkstümlich und sogar international ist dieser Selbstversuch allerdings besetzt mit einem ganz eigenen Verständnis. Wer nämlich zur Veranschaulichung des Reibungskoeffizienten Daumen und Zeigefinger aneinander reibt, der macht damit etwas ganz anderes deutlich – es geht dann eher unmissverständlich um´s Geld als um ein physikalisches Phänomen. Auch in diesem Zusammenhang helfen „Schmierstoffe“, um die Reibung zu minimieren.

mood_schmier (1)Gott sei Dank sind wir in unserer Gemeinde nicht darauf angewiesen, mit Hilfe von nicht verbuchten, illegalen Aquisitionsbeihilfen die Existenz unserer Pfarrei aufrecht zu erhalten. Ganz im Gegenteil – aber ohne offizielle, nachweisliche und verbuchte finanzielle Unterstützungen geht es eben nicht.

Deshalb an ersten Stelle: Den besten Dank an alle, die unserer Gemeinde im vergangenen Jahr durch Zuwendungen, Kollekten, Spenden und Beihilfen unterstützt haben. Dank auch an alle, die mithelfen bei Festen, Veranstaltungen und Gottesdiensten -, die die Gemeinde und mich dabei nicht nur fördern, sondern auch immateriell Zeit und Geld sparen helfen.

Ganz besonders dankbar bin ich denjenigen, die aus dem europäischen Ausland ihre Spenden uns hier zukommen lassen, da sich die „Ehemaligen“ immer noch mit unserer Kirche hier in Bangkok verbunden fühlen. Einfach großartig!

deutschespracheAber ganz ehrlich – wenn es diese grenzüberschreitenden Spenderinnen und Spender nicht gäbe, dann hätten wir vor Ort ganz schön zu kämpfen. Eigentlich schade, da in unserer Gemeinde viele Menschen sind, die sich nicht nur zugehörig fühlen, sondern auch viele, die insbesondere die kostenlosen Angebote der Kirchengemeinde nutzen. Noch dazu zahlt man hier in Thailand keine Kirchesteuer, auf die man ja als Gemeinden in Deutschland zählen kann. Ein Grund mehr, sich bei einer Jahresspende großzügig zu zeigen.

Deshalb meine einmalige, aber in jährlicher Regelmäßigkeit freundlich, aber bestimmt formulierte dringende Bitte, diese unsere Gemeinde auch finaziell zu unterstützen.

Um es unverblümt auszudrücken – ohne den jährlichen Haushaltsnachweis, dass wir es aus eigenen Kräften stämmen, nämlich die Ausgaben der Gemeinde selbständig zu decken, steht die Gemeinde in ihrer Existenz zur Disposition. Die Bischofskonferenz stellt Pfarrhaus und Pfarrer – und das ist bereits ein äußerst erheblicher pekunitärer Faktor, für den die Gemeinde nicht aufkommen muss. Aber alles andere müssen wir selber tragen. Sollte dies nicht mehr gewährleistet bleiben, endet die Zeit der katholischen deutschsprachigen Gemeinde in Thailand.

Um es ebenfalls ehrlich zu sagen – bisher ging das auch alles ganz gut. Und dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Aber dies bleibt nur gewährleistet, wenn Sie sich freundlicherweise bereit erklären, sich an den Kollekten weiterhin zu beteiligen und/oder auf eine angemessene und großzügige Jahresspende zurück zu greifen.

Manchmal bin ich wirklich verdutzt, dass bei einer vollen Kirche viele grüne Zwanziger in überdurchschnittlich hoher Zahl erscheinen – manchmal überrascht es mich auch, dass die Höhe der Kollekte über dem liegt, was man auf Grund der Kirchenbesucherzahl erwarten könnte. Ich weiß – Rot und Braun sind Farben, die politisch besetzt sind. Aber in Bezug auf die Farben Thailändischen Geldes sind sie sehr attraktiv. Lila geht auch und wird immer gerne gesehen.

1000Darum – bitte keine falsche Scheu und keine Hemmungen, einen nationalen oder internationalen Geldtransfer zugunsten unserer Gemeinde in die Wege zu leisten. Sie investieren damit zuletzt auch in ihre eigene Zukunft, nämlich im Ausland eine deutschsprachige und mittlerweile internationale Gemeinde vorfinden zu können, die Ihnen auf vielfältige Weise eine seelsorgliche, religiöse, kulturelle, festliche, gesellschaftliche und pastorale Bühne bereitet, die für Sie jederzeit zugänglich ist und auch bleiben soll. Zum finanziellen Engagement der Gemeinde siehe hier.

Somit verringern Sie unmittelbar den Reibungskoeffizienten zwischen erhofften Einnahmen und notwendigen Ausgaben der Gemeinde.

Dafür allerbesten Dank!

Ihr Jörg Dunsbach, Pfr.

Wie Sie Spenden können? Siehe hier, oder:

1. Per Scheck:
Empfänger: „Catholic Mission of Bangkok“
Betrag: nach oben offen
Am besten mir persönlich übergeben oder per Post/Einschreiben zukommen lassen.
Joerg Dunsbach
152, Sukhumvit Road Soi 20
Klong Toey
Bangkok, 10110
Thailand

2. Inlandsüberweisung oder vom Ausland nach Thailand:
Bank: Deutsche Bank AG, Bangkok Branch
Empfänger: Catholic Mission of Bangkok
Konto: 0042523000
SWIFT Code: DEUTTHBK
Verwendungszweck: Donation Catholic Mission of Bangkok

2. Aus Deutschland/Europa auf deutsches Konto der Gemeinde:
Bank: Deutsche Bank, Bonn
Empfänger: Verband der Diözesen Deutschlands wg. Kath. Auslandssektretariat
Konto: 38070059
SWIFT-BIC: DEUTDEDK380
IBAN: DE55380700590036124600
Verwendungszweck: Spende an Gemeinde Bangkok

3. Spendenquittung zur Vorlage beim deutschen Finanzamt:
Wenden Sie sich bitte per Email an Frau Andrea Kreuter A.Kreuter@dbk.de im Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz; unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Adresse und dem Nachweis Ihrer Überweisung, damit Frau Kreuter Ihnen eine Spendenquittung zukommen lassen kann.

Bitte teilen Sie mir auf jeden Fall per Email mit, wenn Sie eine Überweisung auf das thailändische Konto vorgenommen haben. Leider wird aus den Kontoauszügen nicht deutlich, wer eine Überweisung vorgenommen hat. Schließlich möchte ich mich ja bei Ihnen bedanken, ok? post@gemeinde-bangkok.com

PS: Das vergangene Haushalstjahr 2015 wird im Januar abgeschlossen. Die Buchführung für Bangkok und Pattaya ist öffentlich und kann bei mir eingesehen werden.

 

Du blöder Ochs – du dummer Esel!

Zur weihnachtlichen Ehrenrettung zweier pseudo-biblisch tierischer Gestalten

Ochs und EselOb das die beiden Tiere in der Krippe wohl gerne gehört hätten? Sicherlich nicht – waren sie doch treue Begleiter in der Krippe, wie das spätere Pseudo-Matthäusevangelium (entstanden um 600 n. Chr.) berichtet.

Zudem hat die Exsistenz beider animalischen Krippeneinwohner ja auch Sinn. Der Esel diente sehrwohl als Transportmittel und ein Ochs weiß ja auch, wo er in der Regel hingehört, auch wenn sich im deutschen Verkehrsfunk die Warnhinweise zu freilaufenden Rindern häufen.

Das instinktive Wissen der beiden Viecher ist dann der Hintergrund dafür, dass beide Tiere über die Heilige Schrift und die frühchristliche Ikonographie Einzug gehalten haben in die Krippe.

Maßgeblich verantwortlich dafür ist der Prophet Jesaja, der in seinen Schriften davon spricht, dass „der Ochse seinen Besitzer (kennt) und der Esel die Krippe seines Herrn“ (Jes 1,3).

Also – mit dem Regress auf Jesaja könnte man fragen: War denn die Bereitstellung dieser beiden Tiere etwa nur originäre Deko für die ersten frühchristlichen Krippendarstellungen? Sozusagen platzfüllende Materialien für eine ansonsten leere Tierunterbringungsmöglichkeit – abgesehen von der Ein-Kind-Familie?

Na ja, Tiere waren immer schon attraktiv – und wer die sozialen Netzwerke oder Youtube nach Katzen-Videos durchsucht, der kann davon ein tierisches Lied singen. Aber die beiden Haustiere sind mehr als dekorative Staffage. Sie haben – wie alle Bilder in der Bibel – ihren tieferen, symbolischen Sinn.

Krishna KuhFangen wir also mit dem Ochsen an. Wenn man ihn genderneutral und geschlechtsunspezifisch betrachtet, dann dürfte es vielleicht auch eine Kuh gewesen sein. Heilige Kühe gibt es ja genug – und ich meine nicht das hier im umgangssprachlichen gemeinte Tabu. Wenn auch im Thailändischen Buddhismus mit seinen hinduistischen Wurzeln die Kuh bei weitem nicht so heilig ist wie in den Sub-Himalaya-Variationen, so gilt sie insbesondere im indischen Kulturkreis ja deswegen als sakrosankt, weil sie nicht nur ein Statussymbol für Besitz ist, sondern vor allem, weil das Rind die Verkörperung der Mutter-Erde-Gottheit Prithivi Mata ist, und in einer der Reinkarnationen Krishnas. Wer einmal in Indien war, der weiß, wie buchstäblich unausweichlich Rinder sein können.

Im Mediterran-Vorderorientalischen war die Kuh oder der Ochse – also das Rindvieh – eher Nutztier. Beim Geben von etwas Milch, beim Pflügen der steinigen Felder, als Lasttier beim Transport oder beim Ziehen der Karren auf unebenem Gelände – dazu konnte er gute Dienste leisten. Seelig durfte sich der fühlen, der mit des Ochsen Hilfe rechnen und arbeiten konnte.

Ansonsten schaut er nur treu-doof. Mit genügend Druck ist Verlass auf seine Arbeit – und wenn nicht gerade als Stier, so ist er gutmütig und fast schon naiv. Seine Existenz bewegt sich im Triptychon von Arbeit, Heu und Wasser – das war´s dann auch schon, wenn wir die mehr oder weniger schmackhafte, kulinarische Verwendung mal vegan auschließen.

Kein Wunder, wenn er mit dem Attribut „blöde“ zumindest im deutschen Sprachraum belegt wurde. Stupide (engl.: stupid) könnte man auch sagen. Stoich in der intellektuellen Variante – aber immer sehr einfältig, verlässlich, fast schon treu, und vor allem einfach widerspruchslos unter das Joch gebeugt, untergeben und gehorsam. Was für ein blödes Rindvieh!

viele EselMit dem putzigen Esel tun wir uns vielleicht leichter: „Oh, wie süüüß!“ hört man es auf einem Eselsfest in Luxemburg von allen Seiten. Und putzig sind sie allemal. Zwar struppig im Winterfell, aber gutmütig auf den ersten Blick und leicht zu reiten. Vielleicht liegt meine persönliche Affinität zum Esel darin begründet, dass er Einzelkindcharakter hat. Wenn er etwas nicht will – dann will er es nicht, und macht es erst recht nicht. Das Bild der eselhaften, vielleicht überbewerteten, aber sprichwörtlichen Störrigkeit zieht sich wie ein Archetypus dieses Vierbeiners durch unser kollektives Bewusstsein. Da hilft auch die an der Stange vorgebundene Karotte nicht mehr.

Wie ein Elefant vergisst ein Esel ebenfalls nicht und einmal unsanft behandelt, kennt er seinen Peiniger und vor allem keine Vergebung. Ganz abgesehen davon, dass ein Esel mit Regenwasser auf der Nasenspitze unter keinen Umständen zum Verlassen seines Unterstandes zu bewegen ist. „Na, dann mach doch, was du willst, du dummer Esel!“ … sagt man im entsprechenden oder analogen Falle nicht nur zu dem Nutztier, oder?

Oh, oh, und sowas nun stellt das Pseudo-Matthäusevangelium, bzw. wir heute in unsere Krippen? Natürlich – und zur Ehrenrettung beider hier nun die Erklärung:

Vorweg – es liegt mir fern, hier in stereotype Klischees zu verfallen, ich möchte nur die Bilder aufgreifen, die die Alten Kirchenväter – also Theologen der Frühzeit des Christentums – bereits benutzt haben, um die beiden Paarhufer an der Seite des Christkindes ihre dramaturgische Rolle zu geben.

Also: Wo liegt Christus? Na, zwischen beiden Tieren in der Krippe – Maria, Josef, Engel, Hirten, Könige mehr im Vordergrund, aber Ochs und Esel nun mal als flankierende tierisch coole Begleiter daneben.

Christus wird hineingeboren in eine Welt, die sich bezüglich seiner Heimat in zwei Kulturkreise aufteilt. Da ist zum einen das jüdische Umfeld mit seinen Traditionen und Gesetzen; da ist auf der anderen Seite das gottlose Treiben der Römer und Griechen und anderer Orientalen mit ihrem – aus jüdischer Sicht – heidnischen Götzenopferdienst. Die Kirchenväter deuten also die beiden Tiere als die beiden sich gegenüberstehenden Theologien, Kulturen und Heilserwartungen, die nun in der Krippe Ihre Nahrung, ihr Lebensmittel finden.

Krippe-Ochs-EselBezugnehmend auf Jesaja, der ja Ochs und Esel zuschreibt, dass genau diese den Heiland erkennen und wissen, wo ihr Platz ist (Jes 1,3; s.o.), wird das Christuskind zum Versöhner der beiden. So dumm sind sie also garnicht. In ihm, Jesus, hebt sich ihr Widerspruch auf. Beide finden in seiner Verehrung den Weg zum Heil und zur Erlösung. Für Juden und Heiden gleichermaßen ist Christus geboren worden.

Die einen verlieren das beschwerliche Joch des erdrückenden Gesetzes, die anderen werden frei von der Abhängigkeit mehrfacher, eifersüchtiger Götter. Christus wird zum Passpartout, der gleichzeitig in zwei Schlösser passt und von beiden Seiten Türen zu ihm hin öffnen kann.

Soweit die allegorische, bildliche Deutung beider Haustiere. Darüber hinaus meine ich, dass wir uns den beiden Tieren noch mehr nähern können. Hand auf´s Herz – wie war das denn? Gab´s das nicht schon mehr als einmal, dass man sich selbst auch den Vorwurf machte? „Ich blöder Ochs! Ich dummer Esel“ !?

stupidGenau – Welcome to the Club! In diesem Sinne haben auch wir einen Platz an der Krippe. Beide Tiere sind für mich persönlich die besten weihnachtlichen Identifikationsfiguren in der wohldurchdacht inszenierten Komposition des Krippengeschehens. Ich – als blöder Ochs, als dummer Esel darf also mit dabei sein, und Christus gibt jedem die Möglichkeit, ganz nahe bei ihm zu sein.

Und das ist ja der tiefe Sinn von Weihnachten. Gott wird Mensch, um einer von uns zu sein. Ziemlich nahe dran zu sein am Menschen, um mit Leib und Seele verstehen und nachfühlen zu können, wie wir ticken. Selbst ich als dummes Rindvieh und mit all den Eseleien, mit denen man das eigene Leben versaubeuteln (schon wieder ein Tier!) kann – genau deswegen haben wir alle einen Platz bei diesem Jesus. Mag unser Leben noch so verhundst (sic!) sein, es wird von Christus selbst veredelt. Er sucht sich genau diesen Platz bei uns aus! Genau da will er hin. Was für eine Ehre für alle Ochsen und Esel – in und vor der Krippe.

Und wenn alle gegangen sind: Engel, Hirten, Schafe, Könige, – wer bleibt dann zurück? Genau – dann sind Ochs und Esel noch da, natürlich neben Maria und Josef. Und der Esel wird Jesus sogar noch zweimal tragen, nämlich nach Ägypten und später hinein nach Jerusalem.

Herr EselEine tierische Gesellschaft da an der Krippe. Wenn auch die beiden vierbeinigen Begleiter eher im Hintergrund bleiben, so werden sie für uns nun doch eine herausragende Stellung einnehmen. Denn wenn ich jetzt in die Krippe schaue, dann sehe ich mich selbst neben dem Christuskind stehen. Zusammen bilden nämlich Asinus et Bovem in Personalunion eine Eselsbrücke, die mich auch an meinen eigenen Platz in der Krippe erinnert.

„Du blöder Ochs, du dummer Esel!“ – keineswegs, denn: Sollten die Engel an Weihnachten singen: „Wir preisen Gott in der Höhe!“, dann darf ich als alter Esel aus tiefster Kehle antworten: „Ihh Ahh!“ – was ja bekanntermaßen auf bayrisch so viel heißt wie: „Ich auch!“

In diesem Sinne – tierisch frohe und gesegnete Weihnachten 2015 – Ihnen und all Ihren Lieben, wo immer Sie alle auch sein mögen.

Ihr Jörg Dunsbach, Pfr.

Gebet der Esel:

Gib, o Herr, dass wir mit den Füßen auf dem Boden bleiben und unsere Ohren zum Himmel wenden, um nichts von deiner Botschaft zu verlieren.

Gib uns einen mutigen Rücken, um die unerträglichsten Menschen zu ertragen und eine heldenhafte Kehle, die nicht – ihrem Ruf entsprechend – jedes Mal trinkt, wenn sie Durst hat.

Lass uns voranschreiten, indem wir gleichermaßen das schmeichelnde Streicheln und die beleidigenden Stockschläge ertragen.

Lass uns über der Ungerechtigkeit und der Undankbarkeit stehen, weil dies die einzige Überlegenheit ist, die wir anstreben.

Wir bitten dich nicht, dass wir alle Dummheiten vermeiden, denn – wie schon Aristoteles sagt: Ein Esel macht immer Eseleien.

Lass uns nur niemals die Hoffnung verlieren auf die seelige Barmherzigkeit für uns ach so unseelige Esel – wie es ja die armen Menschen über uns sagen. Jene, die weder was von den Eseln, noch von Dir, unserem Gott, verstanden haben:

Der Du auf dem Rücken eines unserer Brüder nach Ägypten geflohen bist, und der Dir den prophetischen Einzug nach Jerusalem auf dem Rücken einer der unseren bereitet hat.

(aus Frankreich)