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Amtseinführung Evangelischer Pfarrer

In guter ökumenischer Tradition möchte ich gerne die Einladung zur Einführung des neues evangelischen Pfarrers Carsten Körber an Sie weiterleiten. Er hat sich unter das Wort des Psalms 31 gestellt: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – und tatsächlich: Der pastorale Raum Südost-Asiens ist wirklich weit. Um so wichtiger, hier auch Heimat und zu Hause zu finden. Die Kirchengemeinden helfen dabei. 

Deshalb an dieser Stelle – auch an uns – die offizielle Einladung der evangelischen Gemeinde:

 

Einladung zur Amtseinführung
von Pfarrer Carsten Körber
am Sonntag, dem 1. Oktober 2017

 
Wir möchten Sie herzlich einladen, Carsten Körber als Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Thailand willkommen zu heißen.
Aus diesem freudigen Anlass feiern wir am Sonntag, 1. Oktober 2017, um 14.00 Uhr den Festgottesdienst in der Sampanthawong Kirche (Wegbeschreibung) durch Rev. Dr. Bantoon Boon-Itt (CCT – Church of Christ in Thailand  – Pakh/Bezirk 6) und Pfr. Daniel Happel, Singapore (EKD – Evangelische Kirche in Deutschland).

Beim anschließenden Empfang in der Sampanthawong Kirche haben Sie die Möglichkeit, dem neuen Pfarrer unserer Gemeinde zu seiner Einführung zu gratulieren.
Bitte teilen Sie uns aus organisatorischen Gründen per E-Mail mit, ob und mit wieviel Personen Sie am anschließenden Empfang mit Imbiß teilnehmen werden: ev.kirche.th@gmail.com
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
 
Im Namen des Kirchengemeinderates
Markus Kaiser, Vorsitzender
 
Diese Einladung leite ich gerne an Sie alle weiter. Es wäre schön, wenn auch wir als katholische Kirchengemeinde durch unsere Teilnahme beim Einführungsgottesdienst ein Zeichen des Willkommens setzen könnten.
Auf jedem Fall gratulieren wir dem neuen evangelischen Seelsorger und mitbrüderlichen Kollegen und wünschen ihm von Herzen Gottes reichen Segen.
 
Jörg Dunsbach, Pfr.
 
 

Diakonenweihe in Deutschland

Der Priesterkandidat Christoph Herr, der 2016 in unserer Gemeinde in Bangkok ein dreimonatiges Praktikum leistete, ist am 10. September in seiner Heimatgemeinde Germersheim zum Diakon geweiht worden. Durch Handauflegung und Gebet nahm Weihbischof Otto Georgens aus Speyer den 27-Jährigen in den Klerikerstand auf. Die gut eineinhalbstündige Feier verfolgten in der Pfarrkirche St. Jakobus hunderte Gläubige mit.

Bitte finden Sie hier den Bericht über seine Weihe und das großartige Fest in seiner Heimatgemeinde in der Pfalz.

 

 

 

 

 

Gemeindefest zu Mariä Namen

Herzlich möchte ich Sie einladen zu unserem Patrozinium – also dem Namenstagsfest unserer Kirchengemeinde. Da wir ja als Gemeinde den Namen Mariens tragen, wollen wir auch das Fest Mariä Namen (eigentlich am 12. September) zum Anlass nehmen, unser Gemeindefest am kommenden Sonntag zu feiern.Daher herzliche Einladung zum Festgottesdienst am

Sonntag, den 10. September 2017
um 10.30 Uhr
Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn

Voraussichtlich wird der Gottesdienst auch wieder von unsererm Bläserensemble, anderen Musikern und Rafael Ayrle mitgestaltet.

Im Anschluss an den Gottesdienst ist dann das traditionelle Festessen auf dem Platz vor der Kapelle. Auch dazu lädt die Gemeinde herzlich ein. Diesmal wird uns Frank Boer vom Deutschen Eck mit einem leckeren Grill-Buffet, Salaten und Getränken verwöhnen.

In diesem Sinne allerbeste Grüße und herzlich Willkommen

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Der Papst kommt nach Burma

Nun haben sich die Gerüchte doch bewahrheitet. Seit dem 28. August ist es offiziell: Papst Franziskus kommt nach Burma und Bangladesh. Während seiner Südostasienreise wird er vom 27. bis zum 30. November 2017 in Myanmar die Städte Yangon und Nay Pyi Taw besuchen. Ein genaues Programm dieser Tage liegt leider noch nicht vor. Allerdings wird es sicher in Yangon einen großen Gottesdienst geben. Weitere Infos >hier.

Ich hoffe, dass wir dort als deutschsprachige Gemeinde auch teilnehmen können. Nähere Informationen dazu, wenn es mehr Details zur Reise geben wird. In dieser Woche wird dann auch wieder ein Gottesdienst der deutschprachigen Gemeinde gefeiert werden am Samstag, den 02. Dezember 2017, 10.00 Uhr im Bischofshaus in Yangon (Anfahrtsskizze) als vorweihnachtlicher Adventsgottesdienst.

Vorher findet aber noch ein weiterer Gottesdienst der Gemeinde in Yangon statt. Zusammen mit dem neuen Pfarrer der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache, Carsten Körber (siehe hier), werden wir gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst feiern. Aus Anlass des Festes der Deutschen Einheit – diesmal in Yangon gefeiert am Donnerstag, den 12. Oktober 2017, bieten wir unseren Gottesdienst an am

Samstag, den 14. Oktober 2017
um 10.00 Uhr
im Bischofshaus Yangon

(Anfahrtsskizze).

Pastor Körber freut sich schon sehr, Sie alle kennen zu lernen. Alle sind wieder herzlich willkommen, auch die Familien mit ihren Kindern.

Wer uns schon vorher treffen möchte – wir sind am Freitag, den 13. Oktober 2017 ab 20.00 Uhr im Restaurant Mahlzeit zu Gast und haben bestimmt noch Platz an unserem Tisch, oder im Anschluss ans Abendessen beim Longdrink auf der Skybar. Auch dazu herzliche Einladung.  

 

Auch im Namen meines lieben neuen Kollegen

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Diakonenweihe von Christoph Herr

Liebe Gemeindemitglieder!

Es ist nun über ein Jahr her, dass ich bei Ihnen ein mehrmonatiges Praktikum leisten durfte. Es war damals eine Zeit des Übergangs: Das Studium der Theologie hatte ich erfolgreich in München abgeschlossen, die praktische Ausbildung in meiner Heimatdiözese Speyer stand vor der Tür. Und dazwischen Thailand.

Die Zeit in Asien war eine wunderbare und erfahrungsreiche Zeit: die fremde Kultur, das Klima, das Leben einer katholischen Gemeinde in einem nichtchristlichen Umfeld. Dazu kommen die vielen Begegnungen – manche sind leider mittlerweile verstorben, zu anderen habe ich noch immer regen Kontakt. Es war eine wunderbare und erfahrungsreiche Zeit in Asien!

Am 10. September werde ich durch das Gebet der Kirche und die Handauflegung meines Weihbischofs Otto Georgens zum Diakon geweiht. Im Bistum Speyer ist es üblich, dass die Diakonenweihe in der Heimatkirche des Kandidaten gespendet wird.

Die St.-Jakobus-Kirche in Germersheim ist in vielerlei Hinsicht ein symbolträchtiger Ort: Hier wurde ich vor 27 Jahren getauft, hier ging ich zur ersten Hl. Kommunion und empfing die Firmung. Hier wurde aber auch der Selige Paul Josef Nardini (1821-1862) getauft, der erste Pfälzer, der es „in den Himmel geschafft hat“. Die Kirche liegt auch – wie es schon das Patrozinium verrät – am Jakobsweg, jener großen europäischen Pilgerstraße nach Santiago de Compostela, wo die Gebeine des Apostels Jakobus verehrt werden. „Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.“, sagt der Epheserbrief (2, 20).

Ich bitte Sie, als Freunde in der Ferne, am 10. September für mich zu beten und damit einzustimmen in das Gebet der Kirche!

Vielen Dank und Gruß nach Thailand,

Christoph Herr

 

Lieber Christoph!

Alle, die Dich haben kenner lernen dürfen, behalten Dich in bester Erinnerung. Deshalb werden wir Dich im Gebet auch begleiten, insbesondere am Sonntag, den 10. September 2017, – der Tag, an dem Du Deine Diakonenweihe empfangen wirst.

So wünschen wir Dir Gottes Segen und bleiben miteinander verbunden

im Namen der Kirchengemeinde – Jörg Dunsbach, Pfr.

Wer auch aus der Ferne gratulieren möchte – hier die Kontaktdetails:

CHRISTOPH H E R R
Am Germansberg 60
D-
67346 Speyer
Germany

email: Christoph.Herr@bistum-speyer.de

Nachtrag vom 22.09.2017: Und hier der Link zu dem Bericht über Christoph Herrs Diakonenweihe – einschließlich reichhaltiger Bildergalerie: >hier

 

Vatikanische Vertretung in Yangon

Im Nachgang zu einem Besuch von Nuntius Erzbischof Paul Tschang In-Nam, Bangkok, im Februar in Yangon und einem Treffen mit Aung San Suu Kyi in ihrer Residenz in Naypyidaw, hat die Regierung von Myanmar zugestimmt, diplomatische Beziehungen mit dem Vatikan aufzunehmen. Papst Franziskus seinerseit ist bereit, einen Botschafter für Myanmar zu ernennen. Diese Aufgabe übernimmt nun zusätzlich Erzbischof Paul Tschang In-Nam, bereits Nuntius für Thailand und Kambodscha, sowie Apostolischer Delegierter für Laos. Er wird diese Aufgabe von Bangkok aus mit übernehmen (Quelle: UCAnews siehe >hier.). Dazu wünschen wir Ihm als deutschsprachige Gemeinde in Bangkok und Yangon natürlich von Herzen Gottes Segen.

Es ist eine weitere Wertschätzung der Katholischen Kirche in Asien. Sicherlich wäre es eine Stärkung der Katholiken insbesondere in Myanmar, wenn Papst Franziskus einen Besuch nach Burma unternehmen könnte.

Auch wenn es bei ihm nicht klappen sollte – ich komme jedenfalls gerne wieder nach Yangon. So wie es aussieht, wird dies wieder am Samstag, den 14. Oktober 2017 sein. Auch dieses Mal schon um 10.00 Uhr vormittags in der Kapelle im Bischofshaus. Voraussichtlich wird auch der neue evangelische Pfarrer Carsten Körber mit dabei sein. Aber das müssen wir im Detail noch planen.

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr. 

 

Lavendel, Hosianna, Jasmin – …

Es war wohl die bekannteste Gesangseinlage im deutschen Werbefernsehn der 70er Jahre, die uns das weichwaschende Vernell mit „Lavendel, Oleander, Jasmin – Vernel“ ohrwurmartig als flauschige Wäscherfahrung versprach. Nicht nur als Weichmacher für Hemden, Blusen, Bademäntel, sondern als umfassendes Gesamterlebnis odor-nasaler Eindrücke, hinter der sogar die Natur noch zurückstecken musste.

Guter Geruch – das verkauft sich nicht nur gut, das ist auch stellvertretend für den Gesamteindruck, den ein Ort, ein Raum oder eben auch ein Mensch liefert. „Die kann ich nicht riechen“, oder: „Der stinkt mit“ – sind nicht nur sprichwörtlich. Sie sind wissenschaftlich belegt. Der Mensch kommuniziert mittels Körpergeruch. Wir nehmen mit unserer Nase sehr sensibel wahr, was gut für uns ist und was nicht. Es sind die sensorischen Reste unserer evolutionären Entwicklung.

Dabei gibt es immer noch vieles, was mir stinkt. Da hilft kein Waschen, kein Parfum, kein Weichspüler. Und damit meine ich noch nicht einmal die Klongs oder die Gase, die die Kanalisation in der Trockenzeit in Bangkok freisetzt, oder das Erlebnis einer im Hochsommer vollbesetzen Hochbahn mit Menschen im Zustand extremer Intensivtranspiration – trotz Klimaanlage – in Kombination mit leicht flüchtigen Restbestandteilen der Verdauung.

Es gibt einen Geruch, an den ich mich regelrecht erinnern kann, und der mir immer wieder in die Nase kommt. Zuletzt beim Besuch des Anatomie-Museums in Bangkok. Hinter dem vordergründigen Geruch des alles durchdringenden Formalins war es zu riechen. Auch bei meinem Praktikum in der Ontologie – vor vielen Jahren im Krankenhaus in Saarbrücken. Oder beim Warten in der Trauerhalle vor dem Verabschiedungsgottesdienst, oder auch beim Besuch von Familien, die kurz zuvor zu Hause einen Menschen verloren haben und der noch im Sterbebett aufgebart war. Nein – das ist nicht eklig. Es ist ganz normal. Aber der Geruch des Todes ist unverkennbar. Unverwechselbar.  Einprägsam. Mit nichts zu vergleichen.

Es ist der Geruch der Verwesung. Es ist das Parfum des Todes. Und es gibt für ihn kaum eine Beschreibung. Weder süßlich noch scharf, weder stechend noch beißend. Er ist einzigartig, abschreckend, warnend.

Dieser Geruch steht im absoluten Widerspruch zum Leben. Nichts, was lebendig ist, verströmt einen solchen Geruch. Selbst die Bibel spricht genau davon (Lazarus – Joh 11,39). Und deshalb wundert es mich nicht, wenn fromme Legenden versucht haben, Inhalte unseres Glaubens mit einprägsamen Bildern und Geschichten und sinnlichen Erfahrungen so zuspicken, auszubauen und erzählerisch zu verbreiten, um ein buntes Zeugnis für das Leben zu geben. Legenden, die eben mit diesem Geruch zu tun haben. Legenden, die einer historischen Überprüfung zwar nicht standhalten, die aber genau das in Worte und BIlder bringen, was unsere Hoffnung ist. 

So war das auch mit Maria.

Auserwähltes und unverheiratetes Mädchen, Mutter Jesu, in Sorge über den verschwundenen 12jährigen, zurechtgewiesen von ihrem erwachsenen Sohn bei der Hochzeit von Kanaa, ausharrend im Angesicht des Sterbenden unter dem Kreuz stehend und betend bei der Sendung des Heiligen Geistes im Kreis der Jünger. Und an ihrem Ende wurde sie zur Projektionfläsche für das Bild, das Gott vom Menschen hat. Nicht zerfallend zu Staub und verwesend in der Vergessenheit, sondern mit Haut und Haaren, mit Leib und Seele aufgenommen in den Himmel.

Die berühmte Abtei Dormitio in Jerusalem erzählt uns von diesem Ereignis. Maria ist nicht verstorben, sie ist entschlafen. Sie ist nicht verwest, sie hat sich verduftet. Sie ist nicht der Unendlichkeit des Todes verfallen, sondern mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden. Die Kirche glaubt und feiert dies von den ersten Jahrhunderten an. Und ich denke zurecht. Wenn Christus für alle Menschen die Auferstehung gebracht hat, warum dann nicht zuerst und vor allem für Maria? Und – so erzählt die Legende – das Sterbezimmer Mariens wurde nicht von Verwesungsgeruch erfüllt, sondern vom Duft der Rosen, der Blumen und Kräuter. Und diese stehen für Leben, Lebendigkeit, Sauberkeit, Reinheit und Liebe.

Ja, eine Legende, aber eine schöne. Sie beschreibt nicht nur einen Grundsatz unseres Glaubens, sondern schlägt sich auch nieder im wunderbaren und spielerischen Ausdruck traditioneller Frömmigkeit: An Maria Himmelfahrt werden Blumen- und Kräutergebinde gesegnet – und damit die Menschen, die sie mitbringen. Sie erinnern uns „an die Herrlichkeit Gottes und an den Reichtum des Lebens“, wie es in dem Segensgebet zu Maria Himmelfahrt heißt, und vor allem: was einmal auf uns wartet, wenn wir gestorben sind. Das sind wohlriechende Aussichten: Ich finde es dufte, dass Gott uns mit Leib und Seele bei sich haben will. Bleibt spannend, wie dies dann sein wird.

Himmelfahrt ist dann eher: Lavendel, Hosianna, Jasmin – Maria. Und Grund genug, nicht nur eigene Kräuter- und Blumensträuße zum Segen mitzubringen, sondern auch im Anschluss an den Gottesdienst noch miteinander zu feiern.

Herzliche Einladung daher zum Festhochamt Maria Himmelfahrt:

Sonntag, 13. August 2017

10.30 Uhr

Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn Road

 

Ebenfalls herzliche Einladung zur würzig-duftenden Bratwurst und Getränken im Anschluss an den Gottesdienst – bereitgestellt von Frank Boer und seinem Team vom Deutschen Eck.

Herzliche Einladung

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

Abschied und Ankunft

Liebe Gemeindemitglieder!

Nach sechs Jahren werden Annegret Helmer und Ulrich Hoste-Helmer, unser evangelisches Pastorenehepaar, nun ihren Dienst in Thailand beenden und nach Deutschland zurückkehren.

Wir schauen dabei zusammen auf sechs sehr erfüllte und vom ökumenischen Geist getragene Zeit der gemeinsamen Seelsorge zurück – sei es bei so vielen ökumenischen Veranstaltungen wie Nikolausfeier, Neujahrsfest, Martinsfeier und gemeinsamer Schulunterricht (siehe Bild), wie auch bei der Koordination und Zusammenarbeit bei den unterschiedlichsten Projekten und sozial-caritativen Herausforderungen, sowie bei unseren ökumenischen Gottesdiensten.

Wir haben eigentlich nie über Ökumene gesprochen – wir haben sie gelebt und Realität werden lassen. Nicht nur wegen der Offenheit beider Gemeinden für das gemeinsame Anliegen, christlichen Glauben auch im nichtchristlichen Umfeld zu leben, sondern gerade weil wir uns auch menschlich so gut verstanden haben.

Für alles Vertrauensvolle und Geistgetragene sage ich im Namen der Gemeinde Annegret und Ulrich den allerbesten Dank. Gleichzeitig wünschen wir ihnen auch Gottes Segen für die bevorstehenden neuen Aufgaben in Deutschland, sei es nun in der Pfarrseelsorge oder bei weiterführenden Projekten im Rahmen der EKD.

Der Nachfolger steht auch schon fest. Schön, dass die evangelische Gemeinde nahtlos einen neuen Pastor finden konnte. Geben wir doch Pastor Carsten Körber  gleich selbst Raum, sich Ihnen allen vorzustellen:

Liebe Schwestern und Brüder in der deutschsprachigen katholischen Gemeinde Bangkok!

Ich bin der neue Pfarrer in Ihrer evangelischen Schwestergemeinde. Mein Name ist Carsten Körber, und derzeit lebe und arbeite ich noch in Düsseldorf. Aber  ich sitze schon auf gepackten Koffern und bin froh, wenn ich im Juli dann endlich in Thailand ankomme. Mein erstes Projekt dort wird ein Thai-Sprachkurs sein. Danach geht es richtig los. Da bin ich gespannt sowohl auf Sie, die Menschen in der deutschsprachigen katholischen Gemeinde, wie auch auf unsere geschwisterliche Zusammenarbeit. Deshalb möchte ich Ihnen heute auch schon den Termin meiner Amtseinführung am 24. September nachmittags mitteilen (genaue Uhrzeit und Ort werden noch bekannt gegeben!) Save-the-Date!. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele von Ihnen dann dabei sein werden. Ich freue mich auf das gegenseitige Kennenlernen und auf eine gesegnete Zeit in Thailand. Kommen Sie behütet durch die Sommerferien und mit guten und frohen Erlebnissen und vor allem erholt und heil wieder nach Bangkok!

Ganz herzlich grüße ich Sie – Ihr Pfarrer Carsten Körber

 

Lieber Carsten, lieber Mitbruder!

So lässt die EKD Dich reisen – in das Land der scharfen Speisen. Sei bei uns allen ebenfalls herzlich willkommen. Ich freue mich ganz besonders auf unsere Zusammenarbeit und möchte schon heute einladen zu einem unserer Sonntagsgottesdienste, in denen Du Dich auch persönlich bei uns vorstellen kannst. Den genauen Zeitpunkt werden wir noch rechtzeitig bekannt geben.

In diesem Sinne einen großen Dank für das Vergangene und zugleich die Bitte um Gottes Segen für unsere gemeinsame Zukunft als Schwestergemeinden hier in Thailand und darüber hinaus.

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Fron… Was?

Liebe Gemeindemitglieder!

Na, da muss ich als Pfarrer doch schmunzeln. Beim Erstellen dieses Newsletters suchte ich auf einem der größeren Portale zum erwerben lizenzierter Fotos zwecks Wahrung der Urheberrechte unter dem Stichwort „Fronleichnam“.

Und was findet man da am ersten und am häufigsten: Bilder mit der Darstellung „Brückentag“. Somit ergibt sich die Bedeutung von Fronleichnam für Länder, in denen dieses urkatholische Fest ein gesetzlicher Feiertag ist: Er ist der erste Pfeiler der Urlaubsbrücke, die vom Donnerstag bis zum Sonntag geschlagen wird und den (ggfls. freien) Freitag und Samstag überspannt. Na, das ist doch eine hervorragende säkular – weltanschaulich neutrale und noch dazu einfache Erklärung, oder?

Ich wäre kein Pfarrer, wenn es mir dabei nicht in den Fingern kribbeln würde. Brückentag finde ich gut – wenn auch im katholischen Sinne. Denn wir holen ja einen Festtag nach, der in der Karwoche liegt. Der Gründonnerstag hat ja viele Facetten, die im großen Geschehen des Leidens und Sterbens Jesu bis zur Feier seiner Auferstehung nicht alle angemessen berücksichtigt werden können. Das Fest Fronleichnam dient dazu, das Geschehen des letzten Abendmahles und der Einsetzung der Eucharistie durch Jesus eigens hervor zu heben und eben dieser Facette die ihr zustehnde Wertschätzung zu geben, traditioneller Weise auch mit Prozessionen durch die Pfarrgemeinden. Die historischen Hintergründe finden sich >hier.

Die eigentliche Brücke hat Jesus selbst geschlagen. Der unüberwindliche Abgrund zwischen Gott und dem Menschen, die sich aus der Natur der Unterschiedlichkeit von Schöpfer und Geschöpf ergebende Trennung beider lässt sich nicht von Seiten des Menschen aufheben oder überwinden. Gott selbst hat durch seinen Sohn diese Trennung überwunden. Jesus ist der große neue Bogen, den Gott zwischen Himmel und Erde setzt. Im Alten Testament sprach Gott davon, sich anhand des farbigen Regenbogens am Ende der Sintflut daran zu erinnern, dass er einen Bund mit dem Menschen schließt. Zugegeben – schön anzuschauen, aber unerreichbar. „Somwhere over the rainbow way up high, …“ und zurecht: „If happy little bluebirds fly beyond the rainbow why, oh why, can’t I?“, klingt es mir in den Ohren.

 

 

Bei Mose weißt Gott darauf hin, dass er die Schuhe ausziehen soll. Und unerreichbar bleibt er in Gestalt des nicht verbrennenden Dornbusches. Eine Offenbarung des Gottes, der tatsächlich da ist, aber unberührbar bleibt. „Noli me tangere!“ Auch verhungern lässt er sein Volk nicht auf der Reise durch die Wüste. Manna ist ein hilfreiches Lebensmittel, aber es verdirbt und hat keinen Bestand. 

Jesu ist anders. Er ist menschlich nahbar, begreiflich im eigentlichen Wortsinn und zugleich Gott zum Anfassen. Er offenbart sich und berührt die Menschen. „Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist (der Menschensohn)“, sagt er zum dem eben geheilten Blinden (Joh 9,37). Das ist eine neue Brücke, die Jesus baut. „Komm zu mir! Folge mir! Und du findest den Weg zu Gott!“ Das hat eine neue Qualität. Jesus bleibt nicht in der Vorstellung, er wird Realität. Und der Höhepunkt findet sich dann beim letzten Abendmahl. „Das ist mein Leib, das ist mein Blut“ – Brot und Wein werden zu den neuen Lebensmitteln für Leib und Seele: Das Geländer an der Brücke zwischen Gott und den Menschen. An Jesus kann man sich festhalten. Er wird ein Teil von mir – in Haut und Haaren, mit Leib und Seele. Ein kongenialer göttlich-menschlicher Metabolismus: Die Stoffwechselprodukte von verzehrtem Brot und Wein werden zu Energielieferanten für die Seele.

Bei all den Problemen des Lebens, bei allen Abgründen und Tälern, bei allem Auf und Ab lädt uns Jesus ein, zu ihm zu kommen: „Kommt alle zu mir, die ihr euch müht und plagt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Matt 11,28). Das ist eine großartige Einladung, Fronleichnam als Brückentag zu feiern, sich Gott zu nähern, in seinem Sohn mit ihm eins zu werden.

Deshalb ganz besonders herzliche Einladung zur Feier des Fronleichnamsfestes am kommenden

Sonntag, den 18. Juni 2017 um 10.30 Uhr
in unserer schönen neu renovierten Kapelle im St. Louis Hospital, Sathon Road.

Zum Ende des Gottesdienstes, den mein lieber Mitbruder Paul Johannes Mittermüller wieder mit uns feiern wird, laden wir noch herzlich zur eucharistischen Anbetung und zum anschließenden feierlichen Schlusssegen ein.  

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

 

Laotische Zeitdivergenz

„In Laos geht alles etwas langsamer“, sagt Hartmut Janus von der GIZ in Vientiane – eine der wohl unbekanntesten Hauptstädte Südostasiens. Und recht hat er. Zwar hat sich die Hauptstadt doch zusehends verändert in den fünf Jahren, als ich zum ersten Mal in Laos war, aber dennoch bleibt das Land in Lebensweise und Entwicklung deutlich hinter den rasanten Umbrüchen anderer asiatischer Staaten zurück. Gründe dafür finden sich nicht nur in der jüngeren Geschichte, sondern auch in der politischen Situation, sowie in der Binnenlage dieses Landes, das keinen Zugang zum Chinesischen Meer oder zur Andamanensee hat.

Dennoch gibt es Aufbrüche – gerade in der Hauptstadt.

„Nein, wir sind kein kommunistisches Land!“, widerspricht mir entsetzt Sammy, mein privater Taxifahrer aus der Demokratischen Volksrepublik Laos, der mir auch das Umland von Vientiane zeigt. „Jedenfalls nicht, wie Ihr Euch das in Europa vorstellt.“ Und tatsächlich – die Selbstorganisation der Bevölkerung im Mikrokosmos marktwirtschaftlicher Bestrebungen ist zwar zaghaft, aber dennoch überall zu erkennen. Sogar die erste Shoppingmall westlichen Standarts macht sich breit, wenn auch das Preisniveau es dem Normallaoten unmöglich macht, den Versuchungen des Konsums zu erliegen.

Stattdessen hat sich der berühmte Nachtmarkt innerhalb der letzten fünf Jahre von einem kleinen Antiquitätenmarkt zu einem brausenden Spektakel über einen Großteil der sogenannten Promenade entlang des Mekongs entwickelt. Wie aus dem Nichts wachsen an jedem Nachmittag die Verkaufsstände mit Bedarfsgegenstände für das alltägliche Leben, gespickt mit Nippes und Pupes aus vietnamesischer Billigproduktion aus dem Boden. Während der Night-Market-Rush-Hour ist dann fast kein Durchkommen mehr möglich. Aber ab 23.00 Uhr verschwinden die Stände wieder so schnell, wie sie entstanden sind. Alle roten Pavillions, samt Angebot werden auf Karren verpackt, die dann von einer halsbrecherichen Flotte von Motorrädern abtransportiert werden. Danach ist die Promenade wieder menschenleer, während sie vorher von tausenden vor allem Kinder, jugendlicher und junger Erwachsenener bevölkert wurde und – oh Wunder – von allem Müll und Unrat befreit.

Hartmut Janus bestätigt meinen Eindruck des zaghaften Aufschwungs. „Die ASEAN-Konferenz im vergangenen Jahr sorgte insbesondere für den Neubau von Häusern und Hotels in der Nähe des Flusses. Aber leider steht ein Großteil davon nun leer, weil sich niemand diesen Wohnraum leisten kann“. – Außer den Chinesen, die das neu gebaute, alles andere als laotisch erscheinende Architekturmonster mit Mekongblick besetzt haben.

Sammy zeigt mir dann auch die Nam-Ngum-Talsperre, in den Jahren 1968-1984 erbaut, die insbesondere der Stromerzeugung dient und der Versorgung des Landes mit Elektrizität dienen soll. Reizvoll auf der einen Seite, aber erschreckend, wie hier in die Natur eingegriffen wird, da der Stausee eine riesige Fläsche bedeckt.

In gleichem Maße wird der Mekong überreguliert. Während vor fünf Jahren der Fluss noch bis an die Promenade in Vientiane mit seinen braunen Fluten heranreichte – sogar zur Trockenzeit -, liegen die Schwemmlande nun im Trockenen. Die Megastaudammprojekte Chinas und auch Laos´am Oberlauf des Mekong regulieren die Wassermenge auf ein einheitliches, aber niedriges Maß. Stromerzeugung, Trinkwassergewinnung und Bewässerung schränken die schwankenden Pegelstände des Flusses enorm ein, wenngleich auch immer mit Überflutungen zu rechnen ist, wenn in China aus welchen Gründen auch immer die Dämme geöffnet werden. Nachhaltige Umweltplanung und verantwortlicher Umgang mit Wasser sieht anders aus.

Sammy zeigt mir noch das große Gebäude der „Électricité du Laos“ – das letzte Unternehmen in staatlicher Hand. „Natürlich gibt es Privatisierung, aber die großen Unternehmen gehören den großen Familien, die wiederum in der Regierung vertreten sind.“ Semistaatliche Privatisierung auf laotisch.

Das Potential von Entwicklung ist also noch hoch. Daher auch die Vielzahl von internationalen Entwicklungshelfern in allen gesellschaftlichen Bereichen. Darunter auch einige deutschsprachige Mitarbeiter internationaler und nationaler Organisationen. Europäische Unternehmen haben noch nicht wirklich Fuß gefasst in Laos. Da wird die Zukunft zeigen, wie verlässlich internationale Verträge durchsetzbar bleiben. Aus diesem Klientel setzt sich auch die deutschsprachige Gemeinde zusammen, die zum ersten Mal zum katholischen Gottesdienst eingeladen war. Herr Botschafter Grau und seine liebe Gattin öffneten die deutsche Vertretung. Wenn auch beim Gottesdienst am Pfingstsamstag die Teilnehmerzahl überschaubar war, so bleibt doch Grund zur Hoffnung, dass – wenngleich in Laos auch alles etwas langsamer geht, die Gemeinde dort in Zukunft noch wachsen wird.

Papst Franziskus jedenfalls legt besonderen Wert auf die südostasiatischen Staaten. Nach Bangkok und Myanmar hat er nun auch für Laos einen Kardinal ernannt. „Bischof Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun (73) ist aus Laos gebürtiger Apostolischer Vikar von Paksé in seinem Heimatland. Er studierte in Laos und in Kanada, empfing die Priesterweihe 1972, erfand eine Katechistenschule und ein System der Seelsorgebesuche in den abgelegenen Bergdörfern in Laos. Die Katholiken in dem südostasiatischen Land leben in einer extremen Diasporasituation, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei 1,5 Prozent, es besteht eine Situation der Unterdrückung der Kirche. So gibt es in Laos keine Bistümer, sondern bisher bloß Apostolische Vikariate.“ (Quelle: Radio Vatikan)

 

 

Jahrgedächtnis Siegfried Thom

Am kommenden Sonntag, den 28. Mai 2017 wollen wir das Jahrgedächtnis für unseren ehemaligen Organisten, Siegfried Thom, feiern. Zu seinem Angedenken wird auch der Gottesdienst besonders von Khun Patrick, Khun Morrokot und Raphael Ayrle musikalisch mitgestaltet werden. So darf ich herzlich zur Mitfeier des Gottesdienstes – diesmal zum letzen Mal in der Kapelle des Camillian Hospitals – um 10.30 Uhr einladen.

Aus diesem Anlass zwei Dinge:

Zum einen einen ausgesprochenen Dank an Khun Patrick (l.). Kurz nach seiner Taufe hat er vor zwei Jahren den Weg in unsere Gemeinde gefunden. Seit dem hat er zunächst mit Herrn Thom, aber auch nach dessen Tod unermüdlich dafür Sorge getragen, dass wir in unseren Gottesdiensten und bei weiteren Veranstaltungen immer mit Kirchenmusik und Liedbegleitung rechnen durften. In Zusammenarbeit mit Khun Morrokot (r.) erfreuen uns beide zugleich nun mit wunderbarer Musik beim Singen und auch in gleicher Weise bei den vielen unterschiedlichen Instrumentalstücken. Was wären unsere Gottesdienste ohne Musik – und damit: Was wären sie ohne das Mitarbeiten dieser beiden hervorragenden Musiker. Daher ihnen beiden an dieser Stelle auch ein offizielles Lob und großes Dankeschön.

Zum Anderen: Dass wir die Kapelle im Camillian Hospital nunmehr seit acht Monaten nutzen durften, verdanken wir dem persönlichen Einsatz von Don Giovanni, dem geistlichen Leiter des Krankenhauses. Durch sein Engagement war es uns möglich, während der Renovierungsarbeiten in St. Louis die Krankenhauskapelle nutzen zu können – noch dazu unentgeltlich.

Bereits zum Ende des vergangenen Jahres hat sich die Gemeinde mit einer großzügigen Spende zugunsten seines Hilfsprojektes „St. Camillus Foundation of Thailand“ bei ihm bedankt. Dies wollen wir nun zum Ende unserer Zeit dort wiederholen. Deshalb darf ich ganz herzlich einladen zu einer Sonderkollekte – ebenfalls für seine Stiftung. Ich glaube, dass wir ihm dadurch tatkräftig zeigen können, wie dankbar wir ihm für seine Gastfreundschaft und Betreuung sind. Im Voraus bereits herzlichen Dank für Ihre Spende!

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Was lange währt,…

…, wird endlich gut.

Heute morgen habe ich die Bestätigung bekommen, dass wir wieder nach St. Louis umziehen dürfen. Deshalb darf ich schon heute ganz herzlich einladen zu unserem Wiedereröffnungsgottesdienst am

Pfingstsonntag, den 04. Juni 2017
10.30 Uhr
Kapelle St. Louis Hospital, Sathon Rd.
Wegbeschreibung: >ANFAHRTSSKIZZE ST. LOUIS

 

Zum Festgottesdienst an Pfingsten wird dann auch Khun Patrick (Querflöte) und Khun Morrokot (Piano) zusammen mit dem Bläserensemble von Khun Sassis den Gottesdienst musikalisch mitgestalten.

Im Anschluss an den Gottesdienst bereitet uns Frank Boer vom Deutschen Eck noch ein kleines BBQ vor. Auch dazu herzliche Einladung.

Die Renovierungsarbeiten sind gelungen und abgeschlossen. Somit steht uns unsere Kapelle wieder in vollem Umfang zur Verfügung. Allerdings ist die Miete enorm gesteigert worden – um 100%. Ich vertraue darauf, dass Sie mit Ihren großzügigen Spenden wie auch schon in der Vergangenheit die Finanzierung auch der gestiegenen Kapellenmiete mittragen werden. Dafür schon im Vorraus herzlichen Dank. Vor und nach dem Gottesdienst stehen wie immer auch Getränke zur freien Verfügung.

Bis dahin feiern wir die Gottesdienste noch in der Kapelle des Camillian Hospitals also an folgenden Sonntagen: 21. und 28. Mai 2017, danach zum 4. Juni dann in St. Louis.

In diesem Sinne und in der Freude über unseren Umzug in unsere Kirche grüße ich Sie alle

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

Anita, Isabel und Nikolas

Am kommenden Sonntag feiern wir in unserer Gemeinde das Fest der Erstkommunion. Drei Kinder haben sich darauf vorbereitet und freuen sich mit Ihren Familien, dieses Fest nun feiern zu können.

Daher darf ich ganz herzlich einladen zum Gottesdienst am

 

Sonntag, den 14. Mai 2017

um 10.30 Uhr

Kapelle Camillian Hospital, Thong Lo

 

Wir freuen uns alle, die Kinder am Tisch des Herrn willkommen heißen zu dürfen.

 

 

Kapelle in St. Louis – Stand der Dinge (12.05.2017)

Nach dankenswerter Vermittlung durch den Sekretärs von Kardinal Francis haben wir zumindest die Zusage, dass wir zum Ende der Renovierungsarbeiten wieder nach St. Louis umziehen dürfen. Allerdings hält man sich von Seiten der Krankenhausverwaltung bescheiden zurück, uns einen genauen Termin anzugeben.

Ich werde nach angemessener Zeit wiederum um HIlfe bitten müssen, um endlich einen bestätigten Termin zu erhalten. Nach Auskunft von Ortskundigen liegt es angeblich an der noch nicht fertig gestellten Klimaanlage. Bis auf Weiteres bleiben wir also noch in der Kapelle des Camillian Hospital.

Hoffen wir also weiter …

UPDATE: Wiedereröffnungsgottesdienst am Sonntag, den 4. Juni 2017, 10.30 Uhr.

 

 

 

Erste Messe in deutscher Sprache in Vientiane, Laos

Herzliche Einladung zum ersten Katholischen Gottesdienst deutscher Sprache in Vientiane

Liebe Interessierte Christen, Freundinnen und Freunde der Gemeinde in Laos!

Nachdem die evangelische Schwestergemeinde nun schon mit regelmäßigen Gottesdiensten in Laos vertreten ist, hat freundlicher Weise die Deutsche Botschaft Vientiane ebenfalls die Möglichkeit eröffnet, zu katholischen Gottesdiensten einzuladen. Mein lieber evangelischer Kollege, Pastor Urlich Holste-Helmer, hat dazu dankenswerter Weise bereits die Wege geebnet.

Als Pfarrer der Gemeinden in Bangkok, Phnom Penh und Yangon möchte ich nun diese Gelegenheit im Namen der Deutschen Bischofskonferenz auch gerne für Laos wahrnehmen.

Alle sind WILLKOMMEN! Gleich, welche persönliche Geschichte, welches Alter oder welchen Hintergrund, Herkunft, Nationalität, Religion, Konfession oder sexuelle Orientierung Sie haben; gleich wie Ihr momentaner Status in der Katholischen Kirche auch sei oder welches Bild Sie von sich selber haben – Sie alle sind bei uns willkommen, akzeptiert und respektiert.

Deshalb darf ich Sie alle in ökumenischer Weise herzlich einladen zum ersten deutschsprachigen katholischen Gottesdienst am

Samstag, den 03. Juni 2017 um 11. 00 Uhr
im Kinosaal der Deutschen Botschaft,
Sokpalouang 26, Vientiane,

Anfahrtsskizze siehe >hier

Bitte bringen Sie beim Besuch der Botschaft auch Ihren gültigen Reisepass mit.

Gerne nehme ich Sie auch in die Verteilerliste der Newsletter unserer Gemeinde auf, damit Sie auch über die Angebote, Veranstaltungen und Gottesdienste der Kirchengemeinde informiert bleiben. Bitte senden Sie mir dazu eine kurze Email mit dem Hinweis auf den Newsletter für Laos: joerg.dunsbach@gmx.net . Auf unserer Homepage finden Sie ebenfalls alle für Sie relevanten Informationen für Vientiane: www.vientiane.church

In diesem Sinne danke ich besonders Herrn Botschafter Gau für die großzügige Gastfreundschaft, die engagierte Unterstützung durch seine liebe Gattin und sein Team, freue ich mich auf ein erstes Kennenlernen und sende Ihnen allen die besten Grüße aus Bangkok

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

>Einladungsschreiben zum Ausdrucken und Weiterleiten.

 

 

Filmabend „Schweizer Garde“

Gerne leite ich eine Einladung des Schweizer Botschafters weiter zu einer Filmaufführung im Foreign Correpondant Club (Wegneschreibung siehe >hier) “The World’s Smallest Army” (CH 2016; by Gianfranco Pannone; Language: Swiss-German; English subtitles)

 

 

 

 

 

Bitte finden Sie die genauen Angaben – in englischer Sprache – hier angefügt:

Monday, May 8, 2017 at 7 p.m.
at the Foreign Correspondents’ Club of Thailand (FCCT),
Penthouse, Maneeya; Center Building 518/5 Ploenchit Road,
Patumwan, Bangkok
(connected to the BTS Skytrain station Chidlom)
 
Free admission for FCCT-members
Non-members THB 150  (tickets can be bought directly at FCCT)
Before the screening, from 6.30 p.m. onwards, Swiss snacks and Swiss wine will be served.

Please find further information in attachement. We are looking forward to seeing you there!

 

 

 

Healing of Memories – 500 Jahre Reformationsgedächtnis

„In der Physik bezeichnet man als Zweikörperproblem die Aufgabe, die Bewegung zweier Körper, die ohne äußere Einflüsse nur miteinander wechselwirken, zu berechnen. Speziell wird als Zweikörperproblem auch die Aufgabe der klassischen Mechanik bezeichnet, die Bewegung zweier Körper zu berechnen, die sich gegenseitig mit einer Kraft anziehen oder abstoßen, deren Stärke umgekehrt proportional zum Quadrat ihres Abstandes ist“ (Wikipedia).

Was sehr physikalisch klingt, ist durchaus als Metapher für die Situation der beiden deutschsprachigen Kirchengemeinden in Bangkok zu verstehen. In Thailand arbeiten die Evangelische und die Katholische Kirchengemeinde eng miteinander zusammen. Sie bilden die beiden Brennpunkte der gemeinsamen ökumenischen Arbeitelipse, bewahren aber auch zugleich ihre Selbständigkeit und stehen somit in einer Linie mit vielen anderen ausländischen Gemeinden, für die die Ökumene zu einem wesentlichen Profil kirchlicher Arbeit geworden ist.

Gemeinsam kreisen sie im Gravitationszentrum eines guten und geschwisterlichen Geistes um den einen zentralen Mittelpunkt, nämlich Gottes Wort zu verkünden und die Botschaft Jesu in einem ganz spezifisch vom Buddhismus geprägten Land unter den Menschen deutscher Sprache zu verkünden, Kirche präsent zu halten und Anlaufstelle für in Not geratene zu sein.

Deshalb haben sich das evangelische Pastorenehepaar Annegret Helmer und Ulrich Holste-Helmer, so wie Jörg Dunsbach, kath. Pfarrer, auch zu eigen gemacht, im Rahmen des 500jährigen Reformationsgedenkens eine Gottesdienstform aufzugreifen, die zuvor bereits vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, und dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm unter dem Leitwort „Healing of Memories“ am 11. März 2017 in Hildesheim gefeiert wurde. Zentrales Anliegen dieses Gedenkens war, die Verletzungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den christlichen Kirchen in den vergangenen 500 Jahren zu benennen und gegenseitig vor Gott um Vergebung zu bitten.

An diese Wunden zwischen den christlichen Kirchen wurde im Gottesdienst am Sonntag, den 2. April 2017 in Bangkok erinnert, und auch daran, dass Protestanten und Katholiken bis heute nicht gemeinsam Abendmahl feiern können. Aber der Blick wurde auch auf das Gemeinsame gerichtet –– und so endete der Gottesdienst mit einem Ritual der Tauferinnerung, das Christen aller Konfessionen miteinander verbindet: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen sich gegenseitig einen Segen zu und berührten dazu die Stirn ihres Gegenübers mit einigen Tropfen des Wassers aus dem Taufbecken, das in der Mitte des Gottesdienstraumes stand. Nicht wenige werden sich an dieser Stelle an das thailändische Songkranfest erinnert haben, bei dem ja auch zum Beginn des neuen Jahres Buddhafiguren und Menschen mit reichlich Wasser begossen werden und sich Segen erhoffen.

Zugleich war dieser Gottesdienst auch das letzte größere ökumenische Ereignis, das zusammen mit den beiden evangelischen Pastoren gefeiert wurde. Ihr Vertrag endet nun nach sechs Jahren in der Thailändischen Metropole und den angeschlossenen umliegenden Ländern. Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde betont Pastor Ulrich Hoste-Helmer: „Mit unseren persönlichen Gaben und Interessen ergänzten wir uns im Religionsunterricht an der RIS Swiss Section – Deutschsprachigen Schule Bangkok sowie bei gemeinsamen Gottesdiensten und ökumenischen Veranstaltungen wie der Nikolausfeier oder dem Neujahrsempfang sehr gut und erlebten, dass dies eine überzeugende Ausstrahlung in beide Gemeinden und auch in die deutsche Community drüber hinaus hat“. Zustimmung findet er von Seiten seiner Frau, Pastorin Annegret Helmer, die den Blick schon in die Zukunft lenkt: „Wir freuen uns sehr, dass am Ostersonntag Pastor Carsten Körber aus Düsseldorf zum neuen Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Thailand gewählt wurde. Er wird seinen Dienst im August 2017 antreten. So ist für einen nahtlosen Übergang gesorgt.“ – Nicht nur, was die interne Stellenübergabe innerhalb der Schwestergemeinde betrifft, sondern auch die Kontinuität in der ökumenischen Zusammenarbeit hier in den südostasiatischen Ländern Thailand, Myanmar, Laos und Phnom Penh. Denn auch die katholische Gemeinde wird den neuen evangelischen Pastor herzlich willkommen heißen.

 

 

Österliches Geschirrspülen

Im Unterschied zur Mathematik kann die Physik bei ihren Überlegungen auch einmal tatkräftige Annahmen und Näherungen ins Feld führen, die nicht allzu genau und 100% exakt sind. Gerade bei großen Berechnungen können kleine Faktoren gegebenenfalls vernachlässigt werden.

Das Interessante: Am Ende kann durch Beobachtung, Vorhersage  und Experiment festgestellt werden, dass man trotz der vielen Ungenauigkeiten und „rechnerischen“ Verunreinigungen“ sehr nah an die Realität herangekommen ist. Ein Beispiel dafür ist die sehr genaue Berechnung des Erdumfangs durch die frühen griechischen Naturphilosophen wie zum Beispiel Aristoteles, Aristarch und Eratosthenes.

 

Werner Heisenberg, einer der fundamentalen Mitbegründer der Quantenphysik, hat dies viele Jahrhunderte später nur bestätigen können. Tief im Inneren der Feinstruktur der Materie bleibt alles unbestimmt. Genaues lässt sich nicht mehr sagen. Dort ist alles unscharf. Und doch: Am Ende aber haben die physikalischen Theorien ein ungeheueres Prognosepotenzial. Die Experimente belegen es, und die Vorhersagen treffen ein. Somit ist die physikalische Theorie zumindest nicht falsch.

Dies hat ihn veranlasst, folgendes weise Wort zu prägen: „Wissenschaft zu treiben, das ist wie Geschirrspülen. Es gibt schmutzige Teller, es gibt schmutziges Spülwasser, es gibt schmutzige Lappen –  und am Ende steht vor einem das saubere Geschirr“.

Ich glaube: Ostern ist die großartige Idee Gottes, genauso Geschirr zu spülen.

Ich glaube, dass Gott ziemlich erschrocken sein musste, als er das Ergebnis seiner Schöpfung angesehen hat. Klar, alles war gut, aber nicht perfekt. Gerade die kongeniale Idee, den Menschen als sein Ebenbild zu schaffen, d.h. mit der subjektiven Entscheidungsfreiheit auszustatten, war ein Glück für uns – nämlich ausgestattet zu sein mit einem Höchstmaß an persönlicher Entfaltungsmöglichkeit. Aus Gottes Sicht aber bestimmt auch ein Erstaunen darüber, zu was der Mensch dann alles in der Lage sein würde. Und um im Bild zu bleiben: Das feinste Geschirr, das Gott sich ausgedacht hatte, besaß die unangenehme Eigenschafft, Schmutz anzusetzen. Das strahlende Porzellan wird stumpf und das Silberbesteck läuft an.

Die Bibel spricht an vielen Stellen davon, wie Gott versucht hat, nachzubessern. Die Radikallösung: Das verschmutzte Geschirr als Einwegware einfach komplett zu entsorgen. Gesagt – getan. Aber in der Sintflut das Kind mit dem Bade auszuschütten, das ging Gott ziemlich ans Gemüt. Die Reaktion war dann ja auch prompt: Das soll niemals wieder geschehen.

Also auf ein Neues: Der gute Rat – Bleibt sauber! Zusammengefasst in der Magna Charta des Alten Bundes. Die10 Gebote hätten eigentlich ausreichen müssen. Wer das alles beachtet, der trennt sich auch nicht von Gott.

Wunderbar: Wenn man sich also an alle Gebote Gottes hält, dann bleibt man sauber und rein, und damit in Gottes Augen wohlgefällig. Ein perfektes und umfassendes System, das es so einfach macht, zwischen gut und böse, schwarz und weiß, richtig und falsch zu unterscheiden.

Und? Mose kann ein Lied davon singen. Denn so einfach war es dann doch nicht. Da redet er sich den Mund fusselig, und doch machen die Menschen, was sie wollen. Die Reaktion: Noch mehr Regeln und Vorschriften, Einschränkungen, Verbote und Restriktionen.

Kein Wunder, dass dieses Normensystem des Alten Testamentes hauptsächlich Reinigungsvorschriften enthält: Sei es in Bezug auf Nahrung, persönliche Sauberkeit oder aber auch im Hinblick auf ethisch-moralische Vorschriften. Wir würden heute sagen: psycho-soziale Hygiene.

Nur hat dieses „Mehr“ an Vorschriften damals den gleichen Effekt wie heute in den gesellschaftlichen Systemen. Je mehr vorgeschrieben, verboten, reglementiert und unter Strafe gestellt wird, umso mehr steigt die Notwendigkeit der Sanktionierung. Denn aus der Vorschrift ergibt sich die Notwendigkeit der Einhaltung, und aus der Nichteinhaltung natürlich die Konsequenz der steigenden Kriminalisierung und folgerichtig der Strafverfolgung und Verurteilung. Sonst wäre dieses System ja auch sinnlos. 

Kein Wunder also, dass neben dem sinnvollen und befreienden Glauben an den Gott, der sein Volk liebt und der es ins gelobte Land führt, schnell eine Auffassung getreten ist, die Gott als die große Gesetze erlassende, ausführende und richtende Gewalt in einer Person versteht. Wie hoch oder gering das Maß an Freiheit in Staaten ist, die keine Gewaltenteilung kennen, weiß ja jeder vernünftig denkende Mensch selbst einzuschätzen.

Nächster Schritt im Sauberkeitssystem Gottes: Die Reinigungsspezialisten, im Alten Testament vornehmlich die Propheten. Allen gemeinsam die Grundannahme: Wenn ihr nicht sauber bleibt, dann seid ihr auch nicht rein. Und so werben sie mit vielen Worten um das Reinheitsideal Gottes. Der Sünde, also der Grundverschmutzung, begegnen sie mit allerlei gutgemeinten Lebensweisheiten, die natürlich ihrem tiefen Glauben an Gott und seiner Liebe zu den Menschen entspringen. Die einen werben mit viel Pathos und Empathie, die anderen auch mal mit Drohung, mit Feuer und Schwert. Und ganz erfolglos waren sie ja auch nicht. Ihre Worte halfen vielen, sich eines Besseren zu besinnen, um die Feinstaubbelastung der Seele auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Aber so richtig zog dieses Instrument auch nicht. Die menschliche Grundtendenz, Schmutz anzusetzen, blieb bestehen mit zwei Konsequenzen: Zum einen auf Seiten der Menschen die eigene Überzeugung, es sowieso nie richtig oder gut genug machen zu können, gegenüber dem allzu hohen Anspruch Gottes. Zum anderen: Die Einsicht Gottes, dass dieses System von Gesetz und fast unerreichbarer Erlösungsvoraussetzung als Anspruch gegenüber den Menschen nicht zielführend ist. Was auch immer er versucht hat – sein Volk schafft es einfach nicht aus eigener Kraft, in den gereinigten Urzustand zurück zu finden, auch wenn Gottes Vorgaben, Vorschläge und Hilfsangebote noch so gut gemeint sind.

Ist das Projekt „Guter Mensch“ also damit gescheitert? Vielleicht hat sich das Gott auch einmal verzweifelt selbst gefragt. Aber an Aufgeben hat er dabei nicht gedacht. Und vielleicht hat er sich gesagt: „Wenn man es eben nicht alleine macht … Also muss ich selber ran. Nicht irgendein Hinweis, nicht irgendein Gebot, nicht irgendein Vertreter, sondern ich selbst. Der Boden dafür ist ja genügend bereitet. Wer wirklich will, versteht doch schon, was ich will. Die Zeit ist also reif dafür.“ Vielleicht so etwas wie die umgangssprachliche Beschreibung von Gottes Entschluss zur Menschwerdung.

Das neue Konzept: Jesus. Und das gab es bislang noch nicht. Statt mittelbar, nun eben unmittelbar eingreifen. Und weniger eingreifen als werben, reden, überzeugen, Taten für sich sprechen lassen, unmissverständlich die Liebe Gottes in den Mittelpunkt und zugleich die Würde und Gotteskindschaft des Menschen über das Gebot zu stellen, die Gebote nicht aufzuheben, sonder sie mit Leben zu erfüllen, auch mal im Tempel einiges zurecht zu rücken und den Opferbetrieb zum Erliegen zu bringen, um auf das Wesentliche hinzuweisen. Der Facettenreichtum Jesu machte eines ganz deutlich: Es geht Gott nun um das Ganze. Wenn er schon selbst so persönlich anwesend ist, dann muss man doch endlich verstehen, um was es ihm geht.

Weit gefehlt – auch hier kam es, wie es kommen musste. Das Werben Gottes in seinem Sohn für die eigene Sache ist kläglich gescheitert. Kein Aufstand, keine Massenbekehrungen, kein permanentes Hosianna, sondern ein lautstarkes „Kreuzige ihn!“. Das Projekt Menschwerdung erlebte seinen kläglichen Untergang im schmachvollen Tod des eigenen Sohnes…. auf den ersten Blick.

Es wäre aber nicht Gott, wenn er in dieser absoluten Katastrophe das Blatt nicht noch gewendet hätte. Unverhofft und unerwartet noch dazu. Nicht durch ein machtvolles Eingreifen, nicht in der großen letztendlichen Offenbarung und und zornerfüllten Vernichtung der Menschheit – diese Option hat er ja früher schon ausgeschlossen -, sondern im Aushalten und geschehen lassen, ja selbst im tiefen Schweigen angesichts des sicheren Todes. Wer würde auch schon mit so einer Reaktion rechnen.

Gottes genialer Schachzug ereignete sich im Dunkeln, in der Mitte der tiefsten Nacht, in der abgrundtiefen Verlassenheit von Tod und Verlorenheit – im tiefsten Grab. Dem Tod die Stirn zu bieten und ihm im größten Triumph die Show zu stehlen. Dem Tod den Sieg zu entreißen und sich mit Haut und Haaren auf die Seite seines Sohnes zu stellen und das Ja zum Leben zu sprechen. Ganz unspektakulär, aber zugleich mit einer bis dahin unbekannten Innovation. Das größte Schmutzpartikel per se, nämlich den Tod, weg zu waschen. Aus eigenem Antrieb, als Exemple par excellence, als Pars pro toto, als Nagelprobe und Beweis, wie ernst es Gott mit dem Leben und den Menschen meint.

Paulus hat das kurze Zeit später mit seinen eigenen Worten auszudrücken versucht: Die Sünde trennt den Menschen von Gott. Das heißt: sie führt in der Konsequenz zur Gottesferne und -entfremdung, d.h. zum Tod. Das Gesetz sollte dem Menschen helfen, von der Sünde wieder rein zu werden. Aber wer konnte das Gesetz schon umfassend und in aller Konsequenz einhalten? Niemand! Also musste Gott selbst eingreifen und die morbide Kausalität zwischen Sünde und Tod aufhalten. Diesen Teufelskreis wollte Gott ein für allemal aufbrechen.  Und das ging nun eben einmal nur mit dem Paradox des Todes Jesu. Er, ausgerechnet er, hätte nicht sterben können, da er eben ohne Sünde war – das Merkmal seiner Gottessohnschaft schlechthin. Wenn er es dann doch tat, führte Gott den Tod damit ad absurdum. Er benutzt den Tod  als Reinigungsmittel gegen den Tod. Und um noch eins drauf zu setzen, rief er Jesus ins Leben zurück und hat damit die Sünde und den Tod ziemlich dumm aussehen lassen.

Nicht, um sozusagen die familieninterne Angelegenheit mit dem Sohn und dem Heiligen Geist  zum Abschluss zu bringen, sondern zielgerichtet auf die Rettung der Menschen hin: Niemand schafft es, vor Gott ohne Sünde zu sein. Also niemand schafft es, sauber zu bleiben. Doch Gott hat ein für allemal Schluss gemacht mit der Konsequenz, aus selbstverschuldeter Verunreinigung nur noch dem Tod verschrieben zu sein. Ja, wir werden alle sterben, aber selbst der Tod kann uns von einem Leben in Gott nicht mehr trennen.

Alles, aber auch alles hatte in Gottes Plan von Anfang an das ehrgeizige Ziel, mit dem alten Feind abzuschließen. Der ganze Dreck menschlichen Unvermögens und Schuld, all dieser Schmutz aus nachlässigen Unfähigkeiten und Versuchungen, all das, was man hinlänglich als Sünde bezeichnen kann – all diese Schmutzfaktoren menschlichen Lebens hat Gott aber sowas von reingewaschen, dass unser wahres Wesen, nämlich unser Dasein als Gottes feinstes Tafelbesteck endlich wieder zum Vorschein kam. Wer von uns hätte das schon alleine leisten können…

Gut, schmutzig machen wir uns immer wieder. Aber Gott hat mit der Auferstehung Jesu an unserer Seele eine Imprägnierung mit Lotuseffekt vorgenommen. Die Sünde, das heißt konsequent der Tod, perlt an uns ab. Die Seele ist zwar nicht frei davon, Kratzer ab zu bekommen, aber im größten Schmutzwasser des Todes hat Gott uns rein gewaschen. Kein Wunder, dass wir an Ostern auch an unsere eigene Taufe denken. Sie ist sowas wie die Oberflächenversiegelung gegen die Angst, verloren zu sein, von Gott nicht geliebt zu sein, ja sogar gegen den Tod.

Zum Schluss ist also alles gut geworden. Gott hat es hinbekommen. Und am Ende sind auch wir zwar nicht immer sauber, aber rein.

Frohe Ostern 2017

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Ökomenischer Gottesdienst
Healing Memories

 

Am 11. März 2017 fand in Hildesheim ein besonderer ökumenischer Gottesdienst statt – gemeinsam geleitet vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, und dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm.

Anlass war das Gedenken an 500 Jahre Reformation, die 1517 mit der Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen gegen den mittelalterlichen Ablasshandel begann und schließlich zur Kirchentrennung zwischen Katholiken und Protestanten führte.

Dieser gemeinsame Gottesdienst war als ein Buß- und Versöhnungsgottesdienst gestaltet, in dem all die Verletzungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den christlichen Kirchen in den vergangenen 500 Jahren benannt wurden. Vorbild für diesen Gottesdienst war das „Healing of Memories“, zu deutsch: „Heilung der Erinnerungen“, das zuvor bereits nach dem Ende der Apartheid in Südafrika, aber auch nach den gewaltsamen Konflikten in Nordirland, Bulgarien, Ungarn, Serbien und Bosnien-Herzegowina erprobt worden war.

Healing of Memories“ meint, in einem geschützten Raum die eigene Beteiligung an den Verletzungsgeschichten ehrlich zur Sprache zu bringen – und so eine Heilung der Erinnerungen und auch Heilung durch die Erinnerungen hindurch zu erfahren.

Gemeinsam mit der evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Bangkok wollen wir diesen Impuls in dieser Fastenzeit auch bei uns in Thailand aufgreifen.

Daher feiern wir am

Sonntag, dem 2. April 2017 um 11. 00 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus

(Anfahrtsskizze >hier)

einen ökumenischen Gottesdienst, in dem ich als Gastprediger die Ansprache halten werde. Zugleich werden wir in die Gebete aus Hildesheim einstimmen und die Erinnerung an die gemeinsame Taufe in den Mittelpunkt stellen. Denn sie ist das ökumenische Sakrament, das die Christen aller Konfessionen miteinander verbindet.

Pastoren Annegret Helmer, Ulrich Holste-Helmer und Pfarrer Jörg Dunsbach

 

 

 

Kapelle St. Louis – Stand der Dinge

Es gibt gute Nachrichten! Obwohl wir uns beim Gottesdienst im Camillian-Hospital ja recht wohl fühlen, zieht es viele von uns doch auch zurück in unsere kirchliche Heimat im St. Louis Hospital.

Gestern morgen habe ich die Kapelle aufgesucht und kann sagen: Die Renovierungsarbeiten nähern sich dem Ende. Die Kapelle ist sehr schön renoviert worden und macht einen sehr einladenden Eindruck.

Nach Rücksprache mit der Verwaltung habe ich einen vorläufigen Termin genannt bekommen, ab dem wir wieder in unsere Kapelle einziehen können. Genannt wurde Sonntag, der 7. Mai als vorläufiger Planungstermin. Die Bestätigung dafür erhalte ich am 17. April. Hofffen wir, dass dies auch so der Fall sein wird. Bis dahin feiern wir dankenswerter Weise weiter im Camillian-Hospital.

 

UPDATE: Termin für den 7. Mai ist nicht bestätigt. Bitte erwarten Sie weitere Informationen dazu, sobald ich mehr weiß.

 

 

Ostergottesdienste 2017

Leider ist unsere Kapelle im Camillian Hospital in der Osternacht von der dortigen Thai-Gemeinde schon besetzt. Daher musste ich eine Alternative finden, was sich wiederum als sehr kompliziert erwiesen hat. Alle anderen Kirchen sind in der Osternacht von den dortigen Gemeinden schon belegt. Daher habe ich mit meiner Hausvermieterin gesprochen und sie überzeugen können, die Osternacht diesmal tatsächlich im Pfarrhausgarten zu feiern. Sie hat dazu ihr OK gegeben.

 

 

Daher herzliche Einladung zur

Feier der Osternacht am Samstag, 15. April 2017, um 19.00 Uhr

im Pfarrhausgarten, 152 Sukhumvit Soi 20. (Anfahrtsplan).

 

Anschließend findet noch eine kleine Agape-Feier bei Brot und Wein statt.  Parkplätze sind nur begrenz verfügbar. Daher am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

 

Weitere Ostergottesdienste:

Ökumenisch:

– Freitag, 14. April 2017, 19.00 Uhr, ökumenische Karfreitagsandacht, Bangkok, im ev. Gemeindezentrum, Bangkok

 

Katholisch:

– Sonntag, 09. April 2017, 10.30 Uhr, Palmsonntagsgottesdienst, Camillian Hospital, Bangkok

– Donnerstag, 13. April 2017, 9.30 Uhr,  Chrisam-Messe (?), Assuption Cathedral (>hier) mit Kardinal Francis

– Samstag, 15. April 2017, 19.00 Uhr, Feier der Osternacht, Pfarrhaus in Bangkok

– Sonntag, 16. April 2017, 10.30 Uhr,  Osterhochamt im Camillian Hospital, Bangkok

– Montag, 17. April 2017, 11.00 Uhr, Ostergottesdienst in der St. Nikolaus Kirche, Pattaya

siehe auch: www.gemeinde-bangkok.com

 

Evangelisch:

– Sonntag, 16. April 2017, 11.00 Uhr, Familien-Ostergottesdienst, ev. Gemeindezentrum Bangkok

siehe auch: www.die-bruecke.net

 

 

 

Gottesdienst mit Aschenkreuz

Für den Samstag der kommenden Woche darf ich wieder herzlich zum Gottesdienst in Pattaya einladen. Diesmal stehen wir am Anfang der Fastenzeit. Daher biete ich an, in diesem Gottesdienst auch das Aschenkreuz zu empfangen. Wir treffen uns am:  Samstag, den 04. März 2017 um 11.00 Uhr in der Nikolauskirche, Sukhumvit, Pattaya.

In Bangkok feiern wir den ersten Fastensonntag ebenfalls mit der Austeilung des Schenkreuzes am Sonntag, den 05. März 2017, um 10.30 Uhr im Camillian Hospital.

Bis dahin wünsche ich Ihnen noch schöne Fastnachtstage und einen lustigen Karneval

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

U-Turn

Wenn ich auf der Sukhumvit unterweg bin, dann denke ich oft an die Fastenzeit. Warum? Weil ich nämlich von A nach B will und mal wieder nix geht. Weder komme ich voran, noch bin ich im Zweifelsfall auf der richtigen Seite. Einfach mal Blinker setzen, rechts abbiegen und umkehren – geht hier (meistens) garnicht. Einzige Lösung: Geduld und warten bis zum nächsten U-Turn. Kehr doch um! Man scheitert am real existierenden stehenden Verkehr.

Fastenzeit? Die will doch das gleiche von mir. Kehr um! Klasse. Also Richtung ändern und umdrehen. Dann wird alles besser. Super! Wirklich?

Ok, Jesu Ruf zur Umkehr ist unausweichlich. Es gehört einfach mit dazu, über die eigenen Wege nachzudenken und als Orientierung das Evangelium zu nutzen. Ausreichend Wege gibt es ja genug. Aber umkehren? Also 180 Grad Wende? Wenn das mal so einfach wäre… Da ist die Navigation in Bangkoks Stadtverkehr ja noch machbarer.

Na, dann denken wir es doch mal durch – nur so für Spass:

Zunächst: Wo bin ich überhaupt? Standortbestimmung ist wichtig. Auf vertrauten Wegen fällt diese meistens weg. Ich kennen mich ja aus. Das macht träge, gefährliche Routine stellt sich ein und sorgt für Nachlässigkeit oder Unachtsamkeit. Meistens fällt das dann erst auf, wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben und vieles einfach garnicht mehr so rund läuft. Kaum ist eine der großen Straßen gesprerrt und unter den Brücken hat das GPS keinen Empfang mehr – dann wird es schwierig zu wissen, wo ich denn genau bin. Wo bin ich – mit anderen Worten: Wer bin ich? Was hat mich zu dem gemacht, der ich bin? Und was soll noch aus mir werden?

Als nächstes: Wo solls denn hingehn?

Die Einsicht, dass ich schlimmstenfalls auf der falschen Bahn bin, oder zumindes mein Weg, Leben, Handeln, Unterlassen, etc. nicht zielführend ist. Dazu braucht es schon ein gehöriges Maß an Sensibilität, Selbstwahrnehmung, Ehrlichkeit, Selbstvertrauen, Einsichtsvermögen, Urteilskraft und Klarheit. Wie im Straßenverkehr: Wenn ich nicht weiß, wo ich hin will, dann sind alle Wege nichtssagend. Der Weg ist das Ziel – freut mich für jeden, der so frei sein kann. Glückwunsch! Wenn aber das Ziel fehlt, dann kann ich auch keine Entscheidung treffen. Gerade die Entscheidungen sind aber das, was uns zu dem macht, was wir geworden sind und werden können. Doch dazu braucht es Mut.

Dann als Drittes: Gegebenenfalls umkehren. Wenn das mal so einfach wäre. „Kehren Sie, wenn möglich, um!“, tönt es manchmal aus dem Navigationsgerät. Besonders amüsant auf der Autobahn. Es geht eben nicht immer. Wie im Verkehr. Wenn kein U-Turn da ist, dann muss ich auf dem Weg bleiben. Es braucht also Vorbereitung, Kalkulation, Abwägen, Konsequenzen bedenken, Alternatiwege in Betracht ziehen, Scheitern einkalkulieren, Versuch und Irrtum, ausprobieren…

Ich bin kein Freund von „Entweder – oder“, aber auch nicht immer für ein „Sowohl – also auch“. Anstelle einer 180 Grad-Wende kommt vielleicht auch nur eine Kurskorrektur in Frage – und schon wird aus dem Unmöglichen ein Lösungsweg. Vielleicht reichen auch zunächst einmal 45 oder 90 Grad. Oder es ist noch nicht an der Zeit. Oder die Wende nimmt selbst viel Raum und Zeit ein – wie die gewaltigen U-Turn-Bridges hier im Lande.

Eigentlich ist das der klassische Dreischritt aus Urteilen – Entscheiden – Handeln. Ein Konzentrat aus Lebenserfahrungen, das in der Auflösung im Wasser des Alltags seine richtige Dosierung finden sollte. Bei Anwendung bleiben Risiken und Nebenwirkungen natürlich nicht ausgeschlossen. Auch ein Pfarrer weiß da nicht immer die Antwort – steht er doch selbst unter dem gleichen Anspruch und der Erfahrung von Gelingen und Misslingen.

Fastenzeit kann also heißen, sich bei diesem Dreischritt mit Gott auseinander zu setzen. Was durfte ich werden und wer bin ich heute? Wo soll es hingehen? Was kann darf, soll ich tun – oder besser lassen? Und wie kann das gehen? Klassisch sagt man dazu Gebet – und das muss nicht nur in der Kirche sein. Zum Beispiel auch im Stau auf der Sukhumvit, bei der Suche nach dem nächsten U-Turn oder sonst wo.

Schwarz/Weiß-Lösungen gibt es da kaum. Eher bleibt vieles in Schattierungen und bestenfalls in unterschiedlichen Farbtönen. Aber es tröstet mich, dass ich mir auch selbst im Weg stehen darf, statt Umkehr nur einen Umweg einschlage oder doch auf den alten Wegen bleibe. Ich weiß nämlich, dass Gott immer mit dabei ist. Er freut sich, wenn ich es schaffe, und schmunzelt vielsagend, wenn ich scheitere. Wenn dem so ist, dann darf ich es oft wagen, mich neu zu erfinden, umzukehren, den Ausflug auf den Holzweg zu machen, Umwege in Kauf zu nehmen, tatsächlich eine neue Richtung einzuschlagen, oder auch auf dem Weg zu bleiben, den ich gewählt habe. Denn am Ende aller Wege steht immer nur Gott. Das Ziel heißt Ostern – und das kommt so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Es ist eben wie hier im Verkehr: Navigation ist, wenn man trotzdem ankommt.

Eine gesegnete Fastenzeit 2017 wünscht Ihnen

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

Zum Tode von Franz Josef Jägel

Mit tiefer Trauer und dem Schmerz über seinen Verlust muss ich Ihnen leider mitteilen, dass unser langjähriges, treues Gemeindemitglied Franz Josef Jägel nach seinem tragischen Unfall und Sturz heute, am 09. Februar 2017, seinen schweren Verletzungen erlegen ist.

Unser Mitgefühl und Beten gilt daher ganz besonders seiner lieben Ehefrau Irene, die nach dem erst kürzlich verstorbenen Sohn nun auch noch den Verlust ihres Mannes erdulden muss.

Dass Franz nicht mehr unter uns sein soll, ist für sie wie für uns alle unfassbar, unwirklich und unerträglich. Die Unbarmherzigkeit des Todes hat sich wieder einmal von seiner ganzen Seite gezeigt.

Franz Jägel lebte mit seiner Familie hier in Bangkok nunmehr seit neun Jahren. In dieser Ziet war er einer der treuesten Gottesdienstbesucher. Darüber hinaus hat er sich im Pfarrgemeinderat und bei vielen Veranstaltungen der Gemeinde engagiert und Verantwortung übernommen. Er gehörte zu den wahren Kirchensäulen unserer Pfarrgemeinde.

Daher werden wir ihn schmerzlich vermissen, wenn sein Platz nun in Zukunft leer bleiben wird.

So möchte ich Sie bitten, nicht nur für ihn, sondern auch besonders für seine Ehefrau Irene zu beten. Zeigen wir uns als eine Gemeinde, die in guten wie in schlechten Tagen zusammen hält und auch die nicht alleine lässt, die im Schatten des Todes stehen.

So darf ich besonders einladen zur Feier des Ersten Sterbeamtes am

 
Sonntag, den 19. Februar 2017, um 10.30 Uhr in unserem Sonntagsgottesdienst,
Kapelle des Camillian-Hospitals, Thong Lo.

Die Feier der Verabschiedung ist ebenfalls am Sonntag, den 19. Februar 2017 um 15.00 Uhr nachmittags in der Kapelle des Beerdigungsunternehmens AsiaOne. Adresse: No.7, THF Building, Chan Road Soi 46, Watprayakrai, Bangkolaem, Bangkok, 10120 Thailand. Tel.: 026750502 – Wegbeschreibung und Anfahrtsskizze siehe >hier: AsiaOne Kapelle.

Anschließend ist dann um 17.00 Uhr die Kremation im Tempel Khlong Toei Nai. Adresse: Klong Toei Nai Temple, Soi Wat Khlong Toei Nai, Khlong Toei, Bangkok 10110, >MAP oder siehe auch >hier.

Am nächsten Tag,  Montag, den 20. Februar 2017 um 15.00 Uhr, ist dann die Verstreuung der Asche auf dem Chao Praya bei Ko Khret. Bitte finden Sie hier die >Wegbeschreibung zum Pier Ko Khret, (oder eigene >Homepage), wo wir um 15.00 Uhr ablegen werden.

Das Zweite Sterbeamt feiern wir dann am Sonntag, den 26. Februar 2017 in unserer Kapelle, Camillian Hospital Thong Lo um 10.30 Uhr.

Zur Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten darf ich Sie im Namen von Irene Jägel und auch im Namen der ganzen Gemeinde herzlich einladen.

So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.

In tiefem Mitgefühl
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

Lichtmess und Blasiussegen

„Blasius im Regen – folgt ein guter Erntesegen“… Ob diese Bauernregel für den 3. Februar allerdings auch für die hiesigen Tropen gilt, ist durchaus fraglich. Jedenfalls hat es heute doch etwas geregnet, also hoffen wir mal auf gute Früchte- und Reisernte in diesem Jahr.

Das Fest des Hl. Blasius wird wegen der zeitlichen Nähe meistens in Verbindung mit der „Darstellung des Herren“ gefeiert, volkstümlich auch Maria Lichtmess genannt. 40 Tage nach Weihnachten richten wir den Blick auf den jungen Jesus, wie er – üblich bei Erstgeborenen – von seinen Eltern in den Tempel gebracht wird. Maria und alle, die dabei waren, staunten über die Worte, die man über ihn sprach und seine Zukunft, die ihm verheißen wurde.

So möchte ich heute ganz besonders zum kommenden Sonntagsgottesdienst einladen im Camilliankrankenhaus, Thong Lo, um 10.30 Uhr, 6. Stock. Im Gottesdienst werden wir dann auch den Blasius-Segen empfangen. Zwischen den beiden gekreuzten Kerzen hindurch erhalten wir – auf die Fürsprache des Hl. Blasius vertrauend – den Zuspruch Gottes, dass er in Gesundheit und Krankheit uns zur Seite steht.

In diesem Sinne freue ich mich, Sie am Sonntag, den 5. Februar um 10.30 Uhr begrüßen zu dürfen.

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Kürzungen durch die Bischofskonferenz-
erste Reaktionen

Der Abteilungsleiter des Bereiches „Weltkirche und Migration“ der Deutschen Bischofskonferenz, Ulrich Pöner, hat allen Gemeinden, aber auch allen, die sich persönlich mit ihren Bedenken an die deutschen Bischöfe gewendet haben, mit einem allgemeinen und für alle gleichen Brief geantwortet. Da vielleicht einige dieses Schreiben nicht kennen, möchte ich es hier gerne veröffentlichen.

Antwortschreiben Ulrich Pöner DBK

Man muss bei allem Respekt Herrn Pöner zu Gute halten, dass er in seiner Abteilung selbst von den Beschlüssen der Bischöfe überrascht wurde und nun eine Entscheidung verantworten muss, die er selber nicht mitgetragen hat. Es ist immer eine Krux, wenn Entscheidungs- und Verantwortungskompetenz auseinander fallen. Insofern ist Herr Pöner sicherlich der falsche Adressat für eine Erwiderung oder einen Einspruch.  Leider gibt es aber keinen anderen Ansprechpartner für die in diesem Fall berechtigten Anliegen der Auslandsgemeinden. Wie man dies einschätzen soll und was man davon halten kann, überlasse ich jedem Einzelnen.

Die Gemeinde in Peking hat darüber hinaus von Herrn Pöner noch die Information erhalten, dass die Bischöfe die Einsprüche wohl zur Kenntnis genommen haben. Außerdem haben das Auslandssekretariat und auch Herr Pöner selbst die berechtigten Bedenken der Gemeinden wiederholt zum Ausdruck gebarcht. Es besteht aber seiner Ansicht nach die begründete Vermutung, dass sich die Bischöfe auf eine Änderung ihres Beschlusses nicht einlassen werden.

Der von den Auslandsseelsorgern dringend angeratene Dialogprozess ist daher ohne jede Bedeutung. Er wird von den Bischöfen offensichtlich nicht gewünscht. Dass darüber bei allen Betroffenen, Gemeindemitgliedern, Seelsorgerinnen und Seelsorgern, ein Höchstmaß an Fassungslosigkeit, Entsetzen und vor allem tiefe Enttäuschung eingetreten ist, versteht sich von selbst.

Ich frage mich: Wo ist das synodale Prinzip der gegenseitigen Wertschätzung? Das Bistum Trier hat hier sehr visionarisch gearbeitet… Warum findet aber jetzt kein Dialog, Beratung oder Kompromissfindung statt?  Wir wären gerne alle bereit gewesen, über alternative Finanzierungsmöglichkeiten nachzudenken. Was ist davon zu halten, wenn die Bischöfe zum Ende des überdiözesanen Gesprächsprozesses 2015 schreiben: „Das Gespräch auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens muss in strukturierter und verbindlicher Form weitergehen, damit die Umbrüche in der Kirche nicht zum Abbruch, sondern zum Aufbruch werden“ und weiter: „So wurde in den Jahresforen nach den Möglichkeiten einer missionarischen Pastoral gesucht und der Frage nachgegangen, wer die Trägerinnen und Träger dieser Mission sind. Gesucht wurde nach der „Vision“ einer Kirche, „die heute Gott und den Menschen nahe sein will und ihr Zusammenleben mit den Menschen von heute so gestaltet, dass diese den Glauben sinnstiftend und erfüllend, kritisch und befreiend erleben können, sich in der jeweiligen Lebenswirklichkeit angenommen wissen und in Kirche ein Zuhause und echte Gemeinschaft finden können.“ (Abschlussbericht: Überdiözesaner Gesprächsprozess „Im Heute glauben“ 2011– 2015).

Wo, wenn nicht in den Auslandsgemeinden, findet sich die Wirklichkeit genau dieser Vision? Und dann soll diese Realität den Sparmaßnahmen geopfert werden? Unverständnis ist noch eines der gringsten Gefühle, die sich dabei einstellen…

Die vor Kurzem zu Ende gagangene Bistumssynode im Bistum Trier hat zurecht folgendes Prinzip zum Leitmotiv künftiger Pastoral erhoben:  „Perspektivwechsel – Dort hingehen, wo die Menschen sind“. Für die weltweiten Auslandsseelsorgerinnen und -seelsorger ist dies nicht eine erst einzunehmende neue Position als Ergebnis eines Umdenkens, sondern beständige, existenzielle und immer wieder herausfordernde real-existierende Wirklichkeit.

Von den 5 Mio. im Ausland lebenden deutschsprachigen Katholiken erreichen die Auslandsgemeinden einen sehr großen Teil. Unter sich ständig ändernden Rahmenbedingungen gelingt es den Gemeinden, seelsorgliche, caritative und kulturelle Kontinuität zu schaffen. In einer immer mobiler und globaler werdenden Welt sind die Kirchengemeinden der Boden, auf dem die vielen Neo-Nomaden von heute Wurzeln schlagen können. Je mehr das jeweilige Umfeld durchsetzt ist von der zum Teil fremden Kultur des Gastgeberlandes, um so mehr bieten die Kirchen eigener Muttersprache einen Schmelztiegel für sich ansonsten gegenüberstehender Milieus, die im europäischen Umfeld eher weniger bis nichts miteiander zu tun haben. Auch und besonders jener Gesellschaftsanteile, die normalerweise eher kirchenfremd sind.

 

Die Diversität der etablierten Gottesdienstbesucher, die unübersehbare Zahl der im Weichbild der Gemeinde assoziierten Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen, die wie durch Zufall auftauchenden, nach Kirche suchenden Touristen oder die durch Schicksalsschläge oder selbstverschuldet in Not geratenen Menschen, – all jenen bieten die Auslandsgemeinden eine Heimat.

Die Auslandsgemeinden sind der beständige Anker in sich immer schneller verändernden sozialen Systemen. Sie sind Leuchttürme für alle, die fern der eigenen Kultur sich zu verlieren drohen und die unbeirrt daran erinnern, dass es mehr gibt als die vermeintlichen Sicherheiten dieser Welt. Sie zeigen unverzichtbare Präsenz auch für die Menschen des Gastgeberlandes, die neugierig sind, was die Christen denn eigentlich so alles machen, oder die tatsächlich ein so hohes Maß an Attraktivität ausstrahlen, dass sie selbst zur religiösen Heimat für die Gastgeber werden. Insofern ein nicht zu vernachlässigender missionarischer Aspekt.

Es ist die tiefe Überzeugung und der nachdrückliche Wunsch aller Auslandsseelsorgerinnen und -seelsorger, sowie der vielen kirchlich verbundenen und noch mehr sinn-suchenden Menschen im Ausland, dass dieser bereits gelebte Perspektivwechsel auch in den europäischen deutschsprachigen Kirchen und den Entscheidungs- und Verantwortungskomepetenz tragenden Bischöfen wertgeschätzt werden möge. Die Menschen sind unterwegs. Mehr denn je. Und wir – Gemeinden und Seelsorgerinnen und Seelsorger – sind genau dort, wo diese Menschen sind. Die Garantie dieser Kontinuität ist unschätzbar wertvoll.

Der Samen, den deutschsprachige Kirche im Ausland aussät, bringt keine großflächigen Monokulturen zum Vorschein, sondern überschaubare bunte Felder, auf denen das Wort Gottes vielfältig Wurzeln schlägt, erblüht und Früchte trägt. Gebe Gott, dass dies auch in Zukunft so bleiben möge.

Und hier noch Pressestimmen zur beabsichtigten Kürzung durch die Bischöfe:

FAZ Artikel 21.01.2017

Kölner Stadtanzeiger 23. Jan. 2017, 18:39

 

 

 

 

ökumenischer Neujahrsempfang der Gemeinden

Die evangelische und katholische Gemeinde möchten herzlich zum Beginn des neuen Jahres zu einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst einladen. Wir beginnen am

 Sonntag, den 01. Januar 2017
um 17.00 Uhr
im evangelischen Gemeindehaus

125/1 Soi Sitthi Prasat,
Rama IV Road, Bangkok 10120,

Mobile: +66 (0) 8 1815 9140
eMail: ev.kirche.th@gmail.com

Lageplan siehe: >hier

 

Im Vorfeld steht von 16.00 Uhr bis 16.45 Uhr auch Kaffee und Kuchen bereit.

Aus Anlass des 500jährigen Reformationsgedenkens wollen wir daher das Jahr ökumenisch beginnen. Der Gottesdienst steht dabei unter der sog. Jahreslosung – dieses Jahr aus dem Buch Hesekiel 36,26 : „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Im Anschluss an den Gottesdienst findet dann unser traditioneller Neujahrsempfang statt. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Unterdessen geben wir auch einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr, sowie einen kurzen Ausblick auf 2017. MIt einem kleinen humoristischen Finale soll der Empfang gegen 21.00 Uhr ein Ende finden.

Herzliche Einladung

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

FAQ – auch im neuen Jahr …

Im Chat, per Anruf, Mail, oder wo auch immer im Zwischenmenschlichen – eine der am meistgestelltesten Fragen (FAQ) lautet: „Wo bist Du?“

Und? Gelobt und gepriesen sei das Internet – es hilft mal wieder beim „share location“. Line kann das schon sehr genial – aber wer kennt außerhalb von Asien schon Line? WhatsApp ist mal wieder viel zu ungenau, und wie bei fb bedient sich das Zuckerbergunternehmen ungeniert der persönlichen Standortdaten. Auch der iMessanger hat da noch viel Nachholbedarf. Außerdem müsste eine Alternative gefunden werden, mit der man irgendwie exakt und doch einfach ohne globale Koordinatenfeinstbestimmung trotzdem einen Ort festlegen könnte.

Gibt’s nicht? Gibt’s doch. Zum Beispiel: Sie finden mich im Pfarrhaus unter: göttin.pharao.erteilt

Und was soll das jetzt sein? Eine einzigartige App, die mit drei Wörtern weltweit jeden Punkt auf der Welt lokalisieren und eindeutig festzulegen vermag. Quasi als globales Adresszuordungsverfahren ohne Chat und Messanger, mit dem jeder jeden Punkt auf der Welt auf 3×3 m genau per App finden kann. What3words – ein kongeniales Start-Up. Was dahinter steckt, und wie das funktioniert, kann man im Detail >hier nachlesen oder als App auch gleich kostenlos herunterladen. Der Vorteil: What3words verwandelt komplexe GPS-Koordinaten in einprägsame Adressen. Super! Am besten gleich mal ausprobieren.

Wo bist Du? Wie gesagt – eine sehr wichtige Frage. Will man doch wissen, wo jemand ist, wie weit es noch ist, ob man noch lange zum Treffpunkt braucht. Letztendlich mehr als eine Frage der Neugier, als vielmehr auch ein Ausdruck der Sehnsucht nach einem Menschen, dem man sich verbunden fühlt, und wo er eben gerade ist. „Sag mir wo Du bist, und schon setze ich mich in Beziehung zu Dir. Wenn ich weiß, wo Du bist, dann kann ich mir vorstellen, wo Du bist; dann bist Du bei mir im Blick; dann verliert die Distanz ihren Schrecken; kann die Zeit bis zum Wiedersehen abschätzen; weiß, dass Du sicher angekommen bist; dann fühle ich mich Dir näher,…“

„Wo bist Du?“ – Das ist wohl eine der ältesten Fragen schlechthin, ja sogar die zweite Frage in der Bibel überhaupt (Gen 3,9). „Wo bist du, Adam?“, fragt Gott nach dieser unseligen Affaire mit der verbotenen Fruckt vom Baum der Erkenntnis. Wir kennen die Geschichte.

Aber was soll denn nun diese Frage? Es wird doch kein Systemversagen des göttlichen Positionierungssystems gegeben haben, also ob Gott nicht wüsste, wo Adam ist. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, wie bei einem allwissenden und allsehenden Zeus einen Blitz in das Versteck Adams zu schleudern und die Strafe auf den Fuß folgen zu lassen, Eva gleich mit eingeschlossen.

Aber – wieder einmal – Gott ist so ganz anders. Die Frage „Wo bist du?“ kommt bei ihm zu allererst aus dem Herzen, und zudem will Gott nicht wissen, hinter welchem paradiesischen Gebüsch im Garten Eden er sich versteckt hält, sondern wo er steht, also wo bzw. wie sein Standpunkt ist, seine Einstellung, also was jetzt anders ist als vorher.

Gott baut Adam eine Brücke, sich zu erklären, sich zu rechtfertigen. Aber Adam versteht nicht. Der Bissen von der Frucht ist bereits halb verdaut und zeigt Wirkung. Adam erkennt, was aus seiner Perspektive Sache ist, und sogleich beginnt er, Verteidigungsstrategien zu entwickeln. „Ich wars nicht!“, könnte man es auf den Punkt bringen. Das, was wir gemeinhin Sünde nennen, das ergreift von Adam Besitz: Das freie, sich bewusst von Gott Abkehren. Der Irrtum, sich vor Gott verstecken zu müssen. Die Angst, Gottes Zuwendung verlieren zu können.

Ich wäre schon gerne damals dabei gewesen im Paradies. Am liebsten hätte ich mich dann hervorgetraut und mich frech in den göttlichen Dialog eingemischt, Adam mal zur Seite nehmend und ihm sagend: „Mein lieber Adam, du hast zwar vom Baum der Erkenntnis gegessen, aber verstanden hast du rein gar nichts. Merkst Du nicht, dass Gott dich sucht, weil er Dich liebt? Hast du immer noch nicht verstanden, dass Gott nicht deine Vernichtung, sondern eine zweite Chance für dich will? Unterstellst du Gott wirklich, dass er in perfider Weise die Freiheit, mit der er dich beschenkt hat, nun zum Schuh werden lässt, wenn du dich ihrer bewusst bedienst? Und letztlich: Meinst du allen Ernstes, dass das bischen Obst dich trennen könnte von Gottes Zuwendung? Er kehrt sich nicht von dir ab – auch wenn er in deinen Augen allen Grund dazu hätte. Aber, wenn er nach dir fragt, dann ist das genau sein Wesen: Je mehr du dich abwendest, versteckst, davon läufst, um so mehr ist er hinter dir her. Er kann nicht lassen von dir. Er ist eifersüchtig auf alles und jeden, der sich zwischen euch stellt. Was wirklich Liebe bedeutet, das, lieber Adam, wirst du wohl erst lernen müssen!“ Ob Adam mich verstanden hätte? Wohl kaum. Eher hätte er mit What3words seinen Ort so beschrieben: Schuld.Misstrauen.Angst. Eben auf 3×3 m genau und das Mitten im Paradies.

Es kommt zwar, wie es kommen musste. Es folgt die Vertreibung aus dem Paradies. Die Fakten lagen ja schließlich auf dem Tisch. Aber die Heilsgeschichte geht erstens weiter und zweitens gut aus, wie wir wissen. Und übrigens: Adam wird noch einmal gefragt werden, wo er denn sei. Das Osterbild der Ostkirche beschreibt die sogenannte Höllenfaht Christi. Jesus zerbricht die Pforten der Hölle und bereitet mit seinem Tod und seiner Auferstehung den Weg zum Himmel. Anzunehmen, dass die Hölle ziemlich voll gewesen sein muss. Deshalb wird Christus wohl gefragt haben: „Adam, wo bist du?“ Denn als Ersten führte er Adam aus dem Reich des Todes, reicht ihm die Hand, zieht ihn machtvoll aus dem Tod und geht voran, gefolgt von allen anderen und Zukünftigen (1 Kor 15,22f). Da wird Adam wohl zu guter Letzt verstanden haben, Eva natürlich auch.

„Wo bist Du?“ Welche drei Wörter würden wohl unsere location festlegen? Weniger mit dieser tollen App, als vielmehr mit dem eigenen Herz- und Seelenpositionierungssystem. Eine Frage, die wir uns vielleicht im neuen Jahr gefallen lassen sollten. Wenn ich sie anders stelle, wird diese Frage eventuell zugänglicher: „Wo bin ich?“ Also: Wo ist mein Standpunkt, mein Standort – insonderheit in meiner Beziehung zu Gott. Eine Frage, die ich mir auch als Pfarrer zu selten stelle. Ich meine viel zu oft, genau zu wissen, wo ich bin. Doch Perspektivwechsel, neue Verortung, Standortbestimmungen sind zwar selten leicht, immer aber sehr hilfreich, auch in meiner eigenen Positionierung zu Gott. Und bin ich wirklich sicher, dass ich immer da bin, wo ich meine zu sein? Das GPS kennt ja auch Standortungenauigkeiten… Dann tut es gut, auch im Zweifel sich das Wort Gottes von Jesaja sagen zu lassen: „Sie her, ich habe Dich in meine Hand geschrieben“ (Jes 49,16) – ein sehr guter Ort!

Ich muss also gar nicht selber 100%ig klären, wo ich bin. Denn die eigentliche Suchbewegung geht von Gott aus (Adam sic!). Auch wenn ich mich verliere, dann bin ich noch lange nicht verloren. Er will etwas von mir, er sucht mich, er hat Interesse an mir, ich bin ihm unendlich wichtig, er kann nicht von mir lassen. Was für ein großartiger Gott, den man einfach nicht los wird und von dem man sich finden lassen darf.

Im Unterschied zum verhältnismäßigkeitslosen, um sich greifenden Videoüberwachungswahnsinn mit dem Versprechen einer doch nur scheinbaren Sicherheit weiß ich mich von Gott in keiner Weise kontrolliert. Vielmehr bin ich dankbar, dass er um mich weiß. Bei ihm immerwährend im Blick zu sein, ist das Befreiendste, das ich mir vorstellen kann. Wo auch immer ich bin, da bin ich in ihm. Eine größere Sicherheit und Freiheit kann ich mir nicht wünschen. Also:

– „Wo bist Du?“

– „Schon immer nur in Dir!“

Ein gesegnetes und gutes neues Jahr 2017

Herzlich

Jörg Dunsbach, Pfr.