Eisenbahnfreunde Vechta kamen aus dem Flugzeug fast direkt zur Kirche
"Ihr habt ja hier sogar Gebetbücher!" wunderte sich Heinz Oesting, nachdem er die Sonntagsmesse in der Katholischen Gemeinde St. Marien, Bangkok, besucht hatte. Hätte der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Quakenbrück/Vechta von diesem "Reichtum" der Auslandsgemeinde gewusst, hätte er vielleicht nicht soviel Arbeit in die Herstellung eines doppelseitig bedruckten Liedblattes gesteckt. So aber waren die etwa 50 Mitreisenden des Vereins bestens auf die Messe vorbereitet.
Für die Eisenbahnfreunde war der Gottesdienst nach dem frühen Einchecken im Hotel der erste Programmpunkt ihrer zweiwöchigen Rundreise durch das südostasiatische Land. Um 6.40 Uhr waren sie auf dem Suvarnabhumi-Flughafen der thailändischen Hauptstadt gelandet. Um 10 Uhr standen sie schon an der Kapelle des St. Louis-Krankenhauses.
Für die Gruppe aus dem nordoldenburgischen Münsterland nichts Besonderes: Schon vor zehn Jahren haben wir sogar mit einem holländischen Pater in Peking die Messe gefeiert. Er las sie für eine chinesische Gemeinde, auf Latein," erzählte Oesting auf dem Kirchvorplatz. Und so war der Messbesuch in Bangkok schon Wochen vor der Ankunft durch einen Reiseveranstalter eingefädelt worden.
Pfarrer Clemens Fabry, selbst aus dem Bistum Münster, zeigte den Reisenden aus seiner Heimat dann wie klein die Welt doch geworden ist. Sprach er doch rund 10.000 Kilometer von der Heimat entfernt in seiner Predigt, passend zum Evangelium des Tages, über münsterländer Hochzeitsbräuche, zum Beispiel den Gästebitter: "Wenn im Münsterland, zumindest in einigen Teilen, Bauernhochzeit ist, gibt es die traditionsreiche Einrichtung des Gästebitters. Dieser Mann aus der Nachbarschaft des Bräutigams fährt auf einem bunt geschmückten Fahrrad, mit einem breitkrempigen Hut und einem auffälligen Kostüm herum und lädt die Gäste zur Hochzeit ein." Da sah man einige Gläubige verständnisvoll nicken in den Kirchenbänken." Und Fabry meinte: "Wenn das nicht Globalisierung ist!"
Laura Blömer aus der Reisegruppe hatte früher die Gemeinde sogar schon einmal bei einer Privatreise aufgesucht und war mit ihrem Mann Arnold nicht das erste Mal hier. Bevor es dann "zum Rasieren und Frischmachen" endlich ins Hotel zurückging, verriet Oesting noch hinter vorgehaltener Hand ein Geheimnis. Die Eisenbahnfreunde seien eigentlich doch mehr "Reisefreunde". Aber da das "Kind einen Namen brauchte" taufte der frühere Kundenberater der Bahn im Personenverkehr die Gruppe kurzerhand auf den Namen. Und dann ging es ab in die Busse.Wolfgang Rollik
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