Bangkoks Erzbischof firmte fünf Jugendliche der deutschsprachigen Gemeinde
Das war ein grosser Moment für die fünf Jugendlichen aus unserer Gemeinde: als sie Anfang Juni vor Bangkoks Erzbischof Francis Xavier Kriengsak Kovithavanij in der Kapelle des St. Louis Hospitals ihr Taufversprechen erneuerten. Was vor Jahren bei ihrer Taufe ihre Eltern übernommen hatten, weil sie selber noch nicht antworten konnten, das übernahmen sie nun selbst. Die erste Firmung nach zwei Jahren in der Gemeinde.
Justine Burgener, Megan Hofman, Lea Müller, Ettore Nawawattanasup und Linin Illert waren denn auch ein bisschen aufgeregt vor dem feierlichen Gottesdienst. “Müssen wir denn was sagen?” fragte eine der jungen Damen etwas ängstlich. Ausser einem bekräftigenden “I do” auf die Fragen des Erzbischofs nichts, war die beruhigende Antwort.
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Rollik führte als Zeremoniar auf Deutsch und Englisch durch die Messe. Er dankte Erzbischof Kriengsak, der seit zwei Jahren im Amt ist, für die spontane Annahme der Einladung. Der Erzbischof, der nach eigenen Worten schon vorgehabt hat, der Gemeinde einen Besuch abzustatten, erfuhr dann etwas über die Struktur und die Menschen, die sich zu ihr zählen.
In seiner vom PGR-Vorsitzenden simultan übersetzten Predigt ermahnte der Erzbischof die Anwesenden, Zeugen und Lehrer für Christus zu Hause, an den Arbeitsplätzen und in den Schulen zu werden. Der Erzbischof fragte wörtlich: “Wie machen wir das praktisch? Verwandeln wir uns plötzlich in religiöse Fanatiker und beginnen, zu unseren Familien, unseren Freunden und denen um uns herum zu predigen? Keinesfalls! Wir machen das ganz einfach, indem wir uns bemühen, die Person zu werden, zu der Gott der Vater, uns gemacht hat.”
Erzbischof Kriengsak gab dann anschauliche Beispiele, “eine solche Person zu werden, die Jesus uns lehrt zu sein”. Und er sagte, die Menschen würden lieber eine Predigt sehen, als jemandem zuzuhoeren: “Wenn es darum geht Zeugnis zu geben und zu lehren, spricht unser Leben beredter als unsere Lippen,” so Kriengsak. Das Sakrament der Firmung, dass er den Jugendlichen spenden werde, werde “ihr neues Leben, das sie mit der Taufe erhalten haben, stärken.”
Wolfgang Rollik erinnerte am Ende des Gottesdienstes daran, dass die Jugendlichen mit ihrem freiwilligen “Ja” zur Firmung erstmals in grossem Masse Verantwortung übernommen hätten, ein wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden. Rollik dankte Erzbischof Kriengsak bei der Gelegenheit auch, “für das kostbare Geschenk, das Sie uns ein Jahr lang gegeben haben, Pfarrer Xumpha”, der bis zur Amtsübernahme durch Pfarrer Jörg Dunsbach die Gottesdienste in der Gemeinde gehalten hat.
Ein besonderer Dank galt auch James Mittelstaedt. Der fruehere Lehrer der Deutschen Schule Bangkok hatte die Jugendlichen auf den grossen Tag vorbereitet. Mittelstaedt hatte vor 50 Jahren in den Vereinigten Staaten seinen ersten Religionsunterricht gehalten.
Als der Erzbischof in der Sakristei auf die Uhr schaute, waren anderthalb Stunden vorüber. Ein richtiger Bischofsgottesdienst also! Da musste er schmunzeln. Nach dem Gottesdienst hatte die Gemeinde Gelegenheit, mit dem Erzbischof von Bangkok ins Gespräch zu kommen. Die Eltern der Firmlinge hatten für einen reichhaltigen Imbiss gesorgt.
Wolfgang Rollik
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