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Wort zum Sonntag

Liebe Gemeindemitglieder!

Manche lieben es, andere nehmen es kaum wahr. Diesmal hat das Wort zum Sonntag der ARD – meines Erachtens nach – größere Aufmerksamkeit verdient. Ich stelle es hier wohlwollen zur Verfügung. Aber bitte bilden Sie sich doch Ihre eigene Meinung dazu.

Video-Stream (>hier)
zum Nachlesen (>hier)

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

Sommerpause

Zur Sommerpause darf ich darauf hinweisen, dass an folgenden Sonntagen keine Eucharistiefeier in unserer Kapelle stattfindet:

Sonntag, der 10. & 17. & 24. Juni 2018

Wir beginnen wieder mit dem Sonntagsgottesdienst am 01. Juli 2018.

Gerne weise ich darauf hin, dass Sie auch die Messen der lokalen Kirchengemeinden besuchen können oder an den Gottesdiensten der evangelischen Schwestergemeinde teilnehmen können (siehe >hier)

So wünsche ich Ihnen allen einen erholsamen Urlaub und freue mich schon auf das Wiedersehen im 1. Juli 2018 – oder wann und wo auch immer.

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Die buddhistische Wai Khru Zeremonie ist einmal im Jahr ein ganz besonderer Tag im Leben thailändischer Schulen. Die Kinder und Jugendlichen müssen sich vor den thronenden Lehrern auf den Boden werfen und mit kleinen floralen Weihegaben demütige Dankbarkeit zeigen, sowie für das kommende Jahr Respekt und Gehorsam versprechen.

Bei Uneingeweihten hinterlässt diese Zeremonie oft einen schalen Beigeschmack. Es widerstrebt dem Nicht-Asiaten instinktiv, sich zu demütigen und durch Selbsterniedrigung einem anderen Respekt zu zollen.

Die Bibel kennt diesen natürlichen Widerstand gegen sich niederwerfende Unterwürfigkeit schon aus dem Buch Esther (Est 3,1-6). Selbst Alexander der Große konnte davon ein Lied singen, verlangte er doch nach der Eroberung Persiens von seinen makedonischen Beamten letztlich erfolglos den gleichen Ritus, der bislang nur am mesopotamischen Hof üblich war: Die Proskynese, also das Niederwerfen vor dem Herrscher als Zeichen absoluter Verehrung und Anerkennung.

Andererseits: Wenn Gott ins Spiel kommt, dann haut es einen schon mal von den Füßen. Dem Propheten Ezechiel muss erst der Heilige Geist kraftvoll unter die Arme greifen und sich von ihm wieder aufrichten lassen, bevor Gott mit ihm auf Augenhöhe sprechen kann. Ein Perspektivwechsel der ganz besonderen Art.

Ezechiel 1, 28b – 2, 5:
In jenen Tagen 28als ich die Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn sah, fiel ich nieder auf mein Gesicht. Und ich hörte, wie jemand redete. 1Er sagte zu mir: Stell dich auf deine Füße, Menschensohn; ich will mit dir reden. 2Als er das zu mir sagte, kam der Geist in mich und stellte mich auf die Füße. Und ich hörte den, der mit mir redete. 3Er sagte zu mir: Menschensohn, ich sende dich zu den abtrünnigen Söhnen Israels, die sich gegen mich aufgelehnt haben. Sie und ihre Väter sind immer wieder von mir abgefallen, bis zum heutigen Tag. 4Es sind Söhne mit trotzigem Gesicht und hartem Herzen. Zu ihnen sende ich dich. Du sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott, der Herr. 5Ob sie dann hören oder nicht – denn sie sind ein widerspenstiges Volk -, sie werden erkennen müssen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war.

Alexander hin, Ezechiel her – wenn wir heute mit Situationen, Lebensentwürfen oder Haltungen in Kontakt kommen, die nicht unmittelbar unseren politischen oder religiösen Auffassungen entsprechen, dann nehmen wir unbewusst eine Abwehrhaltung ein. Schuld daran ist unser dorsomedial-präfrontaler Cortex, die Amygdala, der sog. Mandelkern unseres Gehirns. Die amerikanischen Neurologen Kaplan, Gimbel und Herres haben herausgefunden, dass wir beim Infragestellen unserer ureigensten Überzeugungen intuitiv mit der Aktivierung eben jener Mechanismen in unserem hinteren Gehirn reagieren. Also nicht mit dem vorderen Bereich, wo die Vernunft verortet ist. Eigentlich ein unbewusster Vorgang zum Schutz der eigenen Identität.

Und was heißt das nun? Sobald wir in Konflikt geraten mit etwas, das nicht unserer innersten Auffassung entspricht, schaltet das Hirn auf Ablehnung. Es ist die gleiche Reaktion, die sich einstellt, wenn es um die leidige Diskussion um das Aufhängen von Kreuzen am richtigen Ort geht. Oder um die Zulassung von wiederverheiratet Geschiedenen oder evangelischen Gläubigen bei der Kommunion. Oder beim Richtig oder Falsch von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Lebensentwürfen, u.v.m. Wenn unterschiedliche Auffassungen von Wahrheit aufeinander prallen, dann wird Kommunikation eben schwierig.

Aber bleiben wir doch biblisch. Ein Beispiel: Jemand, den man zu kennen glaubt, etwa weil man seine Brüder und Schwestern, seine Familie, Herkunft und Ausbildung angeblich kennt und den man deshalb ja voll und ganz einzuschätzen weiß-, so jemand tritt plötzlich derart auf, wie man es sich nicht einmal im Traum hätte vorstellen können. Noch dazu mit Aussagen, die um Himmels Willen weder vermeintlich zu dieser Person und seiner Geschichte, noch zu den eigenen religiösen Standpunkten passen. Reaktion: Nach der anfänglichen Irritation dann die umfassende Ablehnung: Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Markus 6, 1b-6:
1bJesus kam in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. 2Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen! 3Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. 4Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. 5Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. 6Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Danach zog Jesus durch die benachbarten Dörfer und lehrte.

Das kommt einem ziemlich bekannt vor. Wir haben von diesem Paradebeispiel tiefenpsychologischer Reaktion aufgrund neuronaler Verhaltensmuster gerade im Evangelium gelesen. Mit seiner neuen Botschaft stellt Jesus die religiöse Identität seiner Heimatgemeinde unbeabsichtigt in Frage. Die Kommunikation läuft ziemlich schlecht. Die Ablehnung ist vorprogrammiert. Seine Worte bleiben im Mandelkern auf der Strecke. Sie erreichen weder Verstand, noch das Herz derjenigen, die nur noch den Kopf über ihn schütteln. Kopf und Herz – sie verhärten sich.

Es kann eben nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf. Das, was Jesus da sagt, ist unerhört. Und genau deswegen findet er bei seiner ganzen Gemeinde kein Gehör und in der Konsequenz: Kein Verständnis, kein Glaube, ergo kein Wunder.

Aber es gibt Ausnahmen. Diejenigen, die schon die Hoffnung aufgegeben haben, die sich nicht mehr so sehr um die ewigen Wahrheiten kümmern wollen, die vom Leben eigentlich nichts mehr erwarten, die werden hellhörig. Sie haben noch offene Fragen, sind in ihrer Not nicht mehr überzeugt davon, dass alles immer so sein soll, wie es war. Sie zweifeln am Leben, an Gott, an sich selbst. Sie sind ansprechbar für eine neue Botschaft, die die einzige Alternative bleibt, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht. Ihnen steht nichts mehr im Wege, nicht einmal sie sich selbst. Bei diesen, bei den Kranken, geschieht das Wunder. Sie werden heil.

Und wo stehen wir? Sicherlich muss man uns nicht mehr überzeugen von der Botschaft Jesu. Aber selbst wir sind nicht gefeit vor der Versuchung, all zu schnell unverrückbare Positionen zu beziehen, sei es nun aus bewussten oder unbewussten Gründen. Wir brauchen uns nicht aus Hochachtung vor der eigenen Überzeugung in den Staub der blinden Voreingenommenheit zu werfen. Geben wir dem Geist der Weisheit Gottes die Chance, uns aufzurichten und unser Gegenüber zumindest zu verstehen. Seien wir also nachsichtig mit Menschen anderen Meinung und Auffassung. Ich bin gespannt, welche Wunder dann geschehen können. Denn schließlich ist – auf beiden Seiten – irren ja bekanntlich menschlich – und glauben auch.

 

 

 

Im Goldenen Käfig Süd-Ost-Asiens

Große Asienkonferenz 2018 in Singapur

„Und was bist Du jetzt?“, so fragen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Großen Asienkonferenz den lokalen Reiseführer Chaqa Hill, als er von seinen indonesischen, malaysischen und singapurianischen Wurzeln erzählt. „Von allem irgendwie ein bisschen“, – so die weise und typische Antwort vieler Menschen, die in Singapur leben.

Chaqa ist ein bunter Vogel, so sagt er über sich selbst. So bunt wie sein Lebensstil und mindestens so bunt wie die Peranakan-Häuser, die er uns in Singapur, seiner Geburtsstadt, zeigt. Er hat wie im Fluge mit Leichtigkeit die Herzen der Kolleginnen und Kollegen erobert, aber davon später mehr.

Vom 26. Februar bis zum 2. März 2018 trafen sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger der Großregion Australien, Indien und Asien in der Hochglanzmetropole an der Straße von Malakka, zusammen mit dem Leiter des Katholischen Auslandssekretariates, Msgr. Peter Lang, und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter, Dr. Gregor Spiess, zum obligatorischen gegenseitigen Austausch. Das Diözesane Bildungshaus in Singapur bot einen angemessenen Rahmen, um miteinander ins Gespräch zu kommen über die jeweiligen Besonderheiten, Herausforderungen und Chancen der katholischen Gemeinden deutscher Sprache, verteilt über die ferne indo-pazifisch-australische Hemisphäre. Die tägliche Feier des Gottesdienstes, auch mit Gläubigen der Ortsgemeinde, tat ihr übriges dazu.

Same Same but different

The same procedure as every time – der Bericht aus den Gemeinden ist jedesmal einer der Haupttagesordnungspunkte. Auch wenn man meint, alles schon zu wissen, ist es immer wieder anders. Die Gemeinden entwickeln sich. Asiatische Metropolen wachsen schneller, als man zuschauen kann. Auslandsgemeinden sind wie Bambus. Sie schießen zwar nichts in Kraut, aber sie bieten sowohl Stabilität, als auch Flexibilität in der Reaktion auf die sich verändernden Rahmenbedingungen der Länder mit sehr heterogenen Gesellschaften.

Hans-Joachim Fogl, der langjährige Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde in Singapur, hatte sehr engagiert alles in die Wege geleitet, um den Konferenzteilnehmern einen umfassenden Eindruck Singapurs zu geben, kann er doch sehr erfreut sein über die ca. 230 Familien, die Mitglieder der Kirchengemeinde sind. Kinder- und Jugendarbeit nehmen einen großen Raum ein. Die Schule schätzt sein Engagement in der Oberstufe, insbesondere die gute Zusammenarbeit bezüglich des langjährigen Sozialprojekts der 10. Klassenstufe in Indien.

Die von ihm mit betreute Filialgemeinde in Kuala Lumpur ist zwar klein, aber fein. Mit Bindung an die malaysische Ortskirche pflegt sie darüber hinaus einen guten ökumenischen Kontakt zur evangelischen Schwestergemeinde.

Auch in Penang bestimmt die Nachfrage das Angebot. Zweimal jährlich beabsichtigt Pfarrer Fogl, zum dortigen Gottesdienst einzuladen, vielleicht sogar im Rahmen des traditionellen Oktoberfestes. Asiaten in der Lederhose – immer wieder köstlich

Ebenfalls im Aufgabenbereich des deutschen Pfarrers von Singapur: die neu gegründete Gemeinde in Ho Chi Min City, Vietnam. Sie stand von Beginn an unter einem guten Stern. Bischof Paul Bùi Văn Đọc – leider im März 2018 verstorben – forcierte den weltkirchlichen Kontakt. Unterstützung in der Katechese erhält die junge Gemeinde ebenfalls von einer vietnamesischen und einer deutschen Ordensschwester.

Nachdem Pfarrer Lothar Vierhock leider von Hongkong nach Moskau wechselte, übernahm Pfarrer Franz Herz die Betreuung des Duftenden Hafens – so die pejorative Übersetzung von Hongkong – zusätzlich zu seinem Auftrag als Pfarrer von Peking. Im wöchentlichen Wechsel bietet er in beiden Weltstädten deutschsprachigen Sonntagsgottesdienst an. Es ist durchaus eine Herausforderung, dies zeitlich mit Schulunterricht in der chinesischen Metropole und den zusätzlichen Aufgaben in beiden Gemeinden in Einklang zu bringen.

Pfarrer Michael Bauer, sozusagen sein chinesischer Kollege mit Sitz in Shanghai, besucht auch die Gemeinde in Taiwan. In einem Gastgeberland, das sehr selbstbewusst von seiner langen Geschichte geprägt ist, kann er mit den Gemeinden eine eher traditionelle Spiritualität fruchtbringend leben.

„Geprägt von dem Wunsch nach Kontinuität haben PGR und Förderverein erfolgreich dafür Sorge getragen, dass die deutschsprachige Gemeinde in Tokyo nun endlich den Status einer eigenen Pfarrei hat“, so Gemeindereferentin Gabriele Gabriel, die zusammen mit dem priesterlichen Urgestein Pater Hamm SJ Sorge trägt für die Seelsorge in der Hauptstadt des Landes der aufgehenden Sonne.

Schulunterricht, Firmvorbereitung von Jugendlichen und Erwachsenen, Kulturelle Angebote wie Film-Exerzitien und Einkehrtage prägen das seelsorgliche Angebot, sowie die Koordination der Ökumene mit der evangelischen Gemeinde, die im kommenden Jahr auf einen neuen Pfarrer hofft.

Pfarrer Kasimir Fatz – nach wie vor in seinem Lieblingsland – erlebt hautnah das rasante wirtschaftliche Wachstum der bevölkerungsdichtesten Region Südost-Asiens. Wäre die Länge der Verkehrsstaus im javanischen Jakarta ein Maß für Prosperität, jenes Land würde Platz eins in der Weltrangliste einnehmen. Obwohl es trauriger Weise immer wieder zu vereinzelten Anschlägen in Indonesien kommt – zuletzt auf die Santa Maria Cathedral in Surabaya (Mai 2018) – zeigt Indonesien als Land mit dem weltweit höchsten Anteil an Muslimen ein entspanntes Verhältnis zu anderen Religionen. Pfarrhaus und Kirche werden geschützt von einheimischen Sicherheitskräften. Für die Christen besteht Versammlungsfreiheit. Trotzdem bleibt man wachsam gegenüber dem Einfluss des IS und insbesondere von Saudi-Arabien.

Der Rückgang des Anteils an deutschsprachigen Expats ist gestoppt. Es kommen wieder mehr Europäer nach Jakarta. Das zeigt sich nun auch wieder im Anstieg der Gemeindemitglieder. Die Gemeinde stellt sich daher in ihrer Nische weltoffen und bunt dar. Sie bietet Heimat auch für andere Sprachgruppen wie Polen und Franzosen.

Es würde sicherlich der Realität nicht gerecht, von Pfarrer Roland Bauer in Sydney nur als Seniorenseelsorger zu sprechen, wenngleich sich sein Engagement in Blacktown sehr wohl um die Betreuung des kirchlichen Altenheimes St. Hedwig, sowie der Planung und des Neubaus eben jener Seniorenresidenz dreht. Als Bauherr hat er die Zukunft dieses Standortes sehr genau im Blick, investiert aber zugleich in die personale seelsorgliche Präsenz in Croydon, dem zweiten Standort der Gemeinde. Pfarrer Bauer erlebt, dass der Anteil junger Familien sinkt, die Gemeinde aber auf ältere Menschen mehr und mehr Anziehungskraft ausübt. Trotzdem erfreut sich die sog. „Deutschstunde“ – ein ehemals pfarrliches Angebot zum Erlernen der Sprache – zunehmender Beliebtheit, hat sie sich doch zum Begegnungsort für Kinder, Jugendliche und junge Familie gewandelt.

Erfrischend neu in der Runde – Pfarrer Anh Vu Ta mit Sitz in Manila. Mit der Kap Anamur vor vielen Jahren als Kind aus Vietnam geflohen und in Deutschland aufgewachsen, hat ihn sein Lebensweg als Priester zuletzt an die Universität in Manila geführt. Dort behält er zusammen mit Pfarrer Franz-Josef Eylers SVD auch die europäischen Touristen und Expats im Auge. Mit seinem wunderbaren Akzent und der deutschen Sprache sehr gut mächtig ist er eine Bereicherung. Daher war es mehr als konsequent, ihn ebenfalls zur Großen Konferenz einzuladen.  In der Philippinischen Hauptstadt und darüber hinaus engagiert er sich für ein regelmäßiges Angebot an deutschsprachigen Messen, Katechese für Erstkommunion und Firmung, in der Beichtseelsorge und beim Grundschulunterricht. Da die Besucher der Gottesdienste immer sehr weite Wege auf sich nehmen müssen, sorgt er nach den Gottesdiensten noch für ausgedehnten Raum zur Begegnung.

Wer nun den ersten Platz der Luftverschmutzung einnimmt – ob nun Peking oder Neu Delhi – das bleibt für Pfarrer Hans Cornelsen in Indien unklar. Sein subjektiver Eindruck jedenfalls lässt keinen Zweifel an der beeinträchtigenden Umweltsituation in der indischen Kapitale. Dennoch zieht es immer noch viele Menschen – auch für längere Zeit – auf den riesigen Subkontinent. Er freut sich darüber, dass die von ihm mitbetreute Gemeinde in Bombay wieder wächst. Farmgottesdienste auf dem Land und vielerlei Begegnungsmöglichkeiten nach den Gottesdiensten machen das kirchliche Angebot derart attraktiv, dass die Gemeindemitglieder selbst lange Wege zum Gottesdienst nicht scheuen. Die guten Beziehungen zur Deutschen Schule und zu den Botschaften sorgen ebenfalls dafür, dass die Gemeinden ihren festen Sitz im Leben behalten.

„Dabei sein ist alles“ – dieses olympische Motto macht sich diesmal Gemeindereferentin Jutta Hassler zu eigen. Geprägt von den Vorbereitungen und der Feier der Olympischen Winterspiele 2018 war die jüngste Vergangenheit auch eine Chance für die Gemeinde in Seoul. Obwohl das öffentliche Interesse in Süd-Korea sich eher auf sportliche und politische Aktivitäten konzentriert, schafft sie es, die deutsch-koreanischen Familien als kontinuierlichen Stamm der Gemeinde zusammenzuhalten. Wegen der intensiven Vorbereitung der Gottesdienste, des Schulunterrichtes und der engen ökumenischen Zusammenarbeit mit ihrer evangelischen Kollegin verdient sie mindesten die christliche Goldmedaille in der Kategorie: selbständige Gemeindeleitung.

Die Stadt der 1000 Engel, seit sieben Jahren nun Heimat von Pfarrer Jörg Dunsbach, scheint ihm wohl nicht genug zu sein. Fest etabliert im gesellschaftlichen Leben Bangkoks weiß er zu berichten: „Wir nennen uns zwar deutschsprachige Gemeinde, sind aber zusehends international geworden – aus welchen Gründen auch immer“. Der wöchentliche Gottesdienst offenbart den multinationalen und -kulturellen Charakter in Thailand. Vielerlei europäische Nationen sind sonntags vertreten, dazu Thais, Koreaner, Philippinos, Menschen aus Afrika, Süd-Amerika, China und dem Saarland. Selbst einer der Kirchenmusiker ist moslemischen Glaubens. Anscheinend ein offener melting pot unterschiedlicher Kulturen, geeint im Gebet, im Glauben und in der Sehnsucht nach ehrlicher Begegnung. Dies zeigte sich zuletzt im Erstkommunionsgottesdienst von sechs Kindern mit acht unterschiedlichen nationalen Wurzeln.

Gleiches zeigt sich erfreulicher Weise in zunehmendem Maße auch in Phnom Penh, Kambodscha, und in Yangon, Myanmar, für die er seit drei Jahren zuständig ist. Sein Status für Laos: standby. Viele der Deutschsprachigen dort arbeiten und leben auf dem Land außerhalb der Hauptstadt Vientiane, was es ihnen schwer macht, regelmäßig zum Gottesdienst zu kommen. Die Infrastruktur Laos´ ist in Bezug auf Mobilität tatsächlich eine sehr asiatische Herausforderung.

Nicht alles Gold, was glänzt

Hoch informativ und zugleich mit tiefen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Einblicken versehen – die Referate von Margit Kunz
 (SGC-Handelskammer) und der Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung, Gisela Elsner und Patrick Rüppel. Das Standing Singapurs innerhalb der ASEAN-Staaten und der asiatisch-pazifischen Großregion muss von verschiedenen Seiten beleuchtet werden.

Der ehemalige kleine Fischereihafen entwickelte sich nach dem Krieg zum bedeutendsten Umschlagplatz von Waren auf dem Seeweg, zum attraktiven Finanzstandort und zum sicheren Hort innerhalb des von Krisen und Kriegen geschüttelten Asiens. Verdankt es sich doch der straffen Planung, Führung und Gestaltung durch den ersten Staatpräsidenten, Lee Kuan Yew, der nach der britischen Kolonialzeit Singapur zu dem machte, was es heute ist: Ein ökonomischer Standort, der selbstbewusst gegenüber Hongkong, Shanghai, Peking und dem Rest der Welt auftreten kann.

Zwar mit Verfassungsorganen ausgestattet wird das Land allerdings straff geführt, die Zukunft geplant und ohne zu zögern auch umgesetzt. Sicher ein Vorteil: hohe Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand, auf der anderen Seite aber auch ein hoher Preis, der dafür zu zahlen ist. Niemand hat die Absicht, bezüglich Singapur von einem undemokratischen Staat zu reden. Aber das Potenzial an Presse- und politischer Meinungsfreiheit ist sicherlich noch nach oben offen. Eddy, ein Singapurianer malaisischer Abstammung, äußert sich ambivalent: „Wir leben in einem goldenen Käfig. Er ist zwar golden, bleibt aber ein Käfig“.

Jeder für sich – aber alle zusammen

Gesellschaftlicher Höhepunkt: Der Empfang des Deutschen Botschafters, Dr. Ulrich A. Sante. Er kam auf die Idee, dieses Zusammenkommen als kulturelle Begegnung verschiedener Religionen zu gestalten. Kurzerhand wurden der Katholische Erzbischof William Goh, der Pfarrer der evangelischen Schwestergemeinde, Pastor Happel, sowie die Leiter der wichtigsten in Singapur vertretenen Religionen eingeladen: Juden, Muslime, Taoisten, Buddhisten, Hindus, Sikh, Baha´i und Zoroaster, sowie der Vorsitzende des Präsidialen Rates für Religiöse Harmonie und der Präsident der Interreligiösen Organisation, Singapur. „Es ist eine hervorragende Gelegenheit, den interreligiösen Dialog voranzutreiben und mehr über das religiöse Leben in Singapur zu lernen“, so Botschafter Sante. „Es ist am wichtigsten, mehr über unseren eignen Glauben und den der anderen zu lernen, um nicht weiter beeinflusst zu werden von denjenigen, die Religion dazu missbrauchen, Menschen voneinander zu trennen.“

Erzbischof Goh unterstrich im weiteren Gespräch diese Haltung und führte weiter sinngemäß aus: „Wir sind in Singapur sehr dankbar, dass wir unsere Religion leben dürfen. Aber wir wissen auch, dass dies nur im gegenseitigen Respekt gelingen kann. Wer sich nicht daran hält, für den ist in Singapur kein Platz“.

Msgr. Peter Lang bedankte sich ganz besonders für diesen gelungenen Abend voller spannender Begegnungen und Gespräche. Alle Gäste waren einhellig der Meinung, dass dieses Forum des interreligiösen Gespräches nicht das letzte seiner Art gewesen sein soll.

Ich sehe was, was du nicht siehst …

Quasi zum Abschluss der Tagung mit erfrischender Leichtigkeit trotz tropischen Klimas – der Tagesausflug mit Chaqa. Begeistert erzählt er den Ausflüglern davon, wie Inder, Malayen und Chinesen Tür an Tür wohnen und zitiert den Staatsgründer: „Singapur ist keine malayische Nation, dies ist keine chinesische Nation, dies ist keine indische Nation“. Singapur ist von allem etwas.

Dies zeigt sich insbesondere an der bunten Peranakan-Kultur. Selbstredend, dass diese Chaqa ganz besonders gut gefällt. Die Peranakan sind Nachfahren der Chinesen, die im 18. Jahrhundert in die Gegend des heutigen Singapurs kamen. Viele der Chinesen ließen sich als Arbeiter und Händler nieder. Sie heirateten Einheimische. Aus der Mischung von muslimischen Malaiinnen und buddhistisch-taoistischen Chinesen entstand eine einzigartige Kultur mit eigener Sprache, einem eigenen Kleidungsstil, einer eigenen Küche und vor allem einer eigener Architektur. Die bunten Häuser mit Kacheln und Zierrat an Fenstern, Balkonen und Giebeln sind ein wohltuendes Pendant zu den zwar eindrucksvollen, aber doch sterilen Glasfassaden der die Skyline beherrschenden repräsentativen Wolkenkratzer des Stadtstaates am Äquator.

Chaqa lässt die Gruppe raten, wer wohl in den Häusern wohnt? Davon sichtlich überfordert klärt er bereitwillig auf, dass jede Ethnie ihre je eigene Dekoration pflegt. „Die Chinesen sind am einfachsten zu erkennen: Nämlich dort, wo gut sichtbar die großen Limousinen unter dem Vordach stehen“, gibt er mit einem Augenzwinkern zu.

Anschließend erhalten wir einen hautnahen Einblick in die HDB, das „Housing and Development Board“. Darunter versteht man die staatliche Siedlungspolitik. Jene Behörde hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Slums und die traditionellen Siedlungen der 60er-Jahre durch modernen, platzsparenden und bezahlbaren sozialen Wohnungsbau zu ersetzen. Jeder kann eine Wohnung bekommen, aber es hängt davon ab, wie viel man verdient, wie alt man ist, Familienstand und Kinder und ethnische Zugehörigkeit, geschweige denn für umsonst. Niemand kann einfach in die Gegend ziehen, wo er gerne hin will. Alles wird kontrolliert,   geregelt und kontingentiert. Man will vermeiden, dass Angehörige einer bestimmten Volksgruppe Ghettos bilden. Soweit die Theorie.

Die Praxis lernen die Konferenzteilnehmer auch noch kennen. Beim Besuch einer guten alten Freundin von Chaqa, die in einem der ersten dieser Siedlungskomplexe ein Appartement bewohnt. Sie gibt uns dankenswerter Weise Einblick in ihr privates Zuhause und damit eine Vorstellung davon, wie Menschen in Singapur miteinander leben.

„Früher war meine Mutter freier“, gibt Chaqa etwas bedenklich zu. „Sie war für mich wie eine tropische Blume, bunt, voller Leben und offenherzig in Kleidung und Sprache. Heute hat sich vieles verändert. Auch sie. Und dies liegt am Einfluss von Religionen, die diesen Lebensstil nicht gut heißen“, bedauert er sichtlich bewegt. Und so fasst er zwar differenziert, aber aus ganzem Herzen zusammen: „Ich liebe es nicht, Singapurer zu sein, aber dennoch bin ich sehr glücklich, den stärksten Reisepass der Welt zu besitzen. Dazu gehören sehr viele Vorteile. Ich habe sehr viel gesehen und erlebt und kann mit bestem Gewissen in meinem Fall sagen: There is no place like mein Geburtsort. Es ist nicht ‚home’ aber hier bin ich bestens aufgehoben und kann mit Respekt alt werden. Es ist sicher hier, und viele Sachen funktionieren bestens“. OK lah?

 

All good lah!

Alles in allem eine erfolgreiche, bewegende, sehr gut vorbereitete und ereignisreiche Konferenz. Voll Dankbarkeit nehmen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Großen Konferenz viele Eindrücke und Anregungen mit in ihre jeweiligen Gemeinden. Bei allem Licht und Schatten – Singapur ist eben immer wieder eine Reise wert. So freuen sich alle auf ein baldiges Wiedersehen zur freiwilligen Kleinen Konferenz im Oktober 2018, dann aber im indonesischen Yokyakarta im Schatten des Merapi und verabschieden sich herzlich und landestypisch auf singlish: Goodbye lah …

 

 

 

 

 

 

Erstkommunion 2018

Ganz besonders möchte ich einladen zur Feier der diesjährigen Erstkommunion am:

Sonntag, den 27. Mai 2018
um 10.30 Uhr
Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn

Dieses Jahr werden sechs Kinder zum ersten Mal zum Altar treten und die Eucharistie empfagen.

Daniel, August, Elle, Angie, Nia und Caroline haben sich an vier Einkehrtagen gut vorbereitet und freuen sich, mit Eltern, Verwandten und Freunden dieses Fest zu Feiern. 

Wir als Gemeinde freuen uns darüber, dass diese Kinder nun zur vollen Mahlgemeinschaft dazu gehören werden. So heißen wir alle, die gerne mitfeiern wollen, herzlich willkommen.

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

DSGVO

Das KDG – kirchliches Datenschutzgesetz – hat bisher den vertraulichen Umgang und die Sicherung personengebundener Daten in Kirchengemeinden wirksam geregelt. Zum 25. Mai 2018 tritt aber nun die EU-DSGVO in Kraft – die europaweite Datenschutzgrundverordnung. Da wir als Kirchengemeinde über eine Homepage verfügen und persönliche Daten zwecks Kontaktaufnahme und Newsletter-Service speichern, gilt dieses Recht auch für uns.

Es spielt dabei keine Rolle, wo wir uns aufhalten oder ob wir gewerblich arbeiten oder nicht. Zum – in der juristischen Fachsprache so bezeichneten – „Kundenstamm“ gehören EU-Bürgerinnen und -bürger. Insofern hat die neue Verordnung für uns unmissverständlich Relevanz. „Auch Kirchen und kirchliche Organisationen müssen sich daher in Zukunft bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten nach den neuen gemeinsamen Grundprinzipien richten“, so Axel Voss, zuständiger EU-Abgeordneter.

Um dem Recht genüge zu tun, darf ich Sie heute darüber informieren, dass die Homepage und der Newsletter der Gemeinde überarbeitet wurden und von nun an nach besten Wissen und Gewissen in allen Belangen den Richtlinien der neuen EU-Verordnung entsprechen.

Neben vielen unsichtbaren und umfassenden Änderungen innerhalb der Programmierung ist für Sie zu erkennen: Sie werden beim Besuch der Homepage zukünftig der Verwendung von sog. Cookies zustimmen müssen. Außerdem: Das Impressum und die Datenschutzerklärung haben sich entsprechend geändert. Sie können dies unter folgenden Links auf unserer Homepage einsehen.

>Impressum

>Datenschutz

Ich muss Sie darauf hinweisen, dass für die Versendung der Gemeinde-Newsletter der Service der US-amerikanischen Firma MailChimp genutzt wird. Um dieses Angebot zu nutzen, werden von mir NUR und AUSSCHLIESSLICH die Email-Adressen dort gespeichert. Ich trage in dieses System keine weiteren Angaben wie Namen, Wohnort oder Telefonnummern ein. Wenn Sie dem widersprechen möchten, dann schreiben Sie mir bitte unter: joerg.dunsbach@gmx.net  . Ich werde Sie dann aus dem Verteiler unwiderruflich löschen.

Bitte beachten Sie aber, dass Sie im Widerspruchsfall auch keinen Newsletter der Gemeinde mehr erhalten werden.

Weitere Social Media Services wie Facebook, Twitter, WhatsUp, Instagram etc. verwendet die Kirchengemeinde ohnehin aus langjährigen Sicherheitsbedenken nicht.

 

 

Ushnisha, Feuerzungen und Pickelhaube

Die Gebärdensprache Frankreichs und vieler anderer Länder kennt ein sehr einprägsames Symbol, das die Bedeutung „deutsch, Deutscher, aus Deutschland“ hat. Was es damit Interessantes auf sich hat, erfahren Sie noch beim Weiterlesen.

Heute werden Sie etwas über Symbole erfahren. Diese haben – und das ist ihr wesentliches Merkmal – mehrfache Bedeutungen. Sie sind vieldeutig, im Unterschied zu Zeichen, die per definitionem eindeutig sein müssen. Man denke beispielsweise an Schriftzeichen. Oder man stelle sich vor, Verkehrszeichen erfordeten jeweils situationsbedingt der Interpretation, wenn gleich sich asiatische Straßenschilder leider nicht immer unmittelbar zweifelsfrei in ihrer Eindeutigkeit offenbaren.

Symbole bedürfen jedoch eines kulturellen, intellektuellen und tiefenpsychologischen Hintergrunds, um als solche erkannt, gedeutet und verstanden zu werden. Beispielsweise findet man in Kirchen oder auf der Ein-Dollar-Note ein Dreieck mit einem Auge darin – hier ein Hinweis auf den allessehenden, dreifaltigen Gott, dort – so die Verschwörungstheoretiker – eine Replik auf die Freimaurergilde oder wahlweise den Orden der Illuminati – ganz wie es beliebt.

Aber bleiben wir doch hier bei uns im geliebten Asien. Die reiche kulturelle Welt des Buddhismus verwendet ebenfalls in ihrer darstellenden Ikonographie eine Vielzahl von symbolischen Ausdrucksformen. Wer war nicht schon begeistert von den vergoldeten Tempeln Thailands mit ihren reichen Ausmalungen des Ramayana-Epos, den strahlenden Reihen von vergoldeten Buddha-Statuen oder martialischen Tempelwächtern, flankiert von geflügelten Garudas, Makara-Mischwesen und mythologischen Nagas.

Auch die Darstellungen des Buddha sind – je nach konfessioneller, historischer und geographischer Herkunft – unterschiedlich in Habitus, Form und Gestalt, und daher auch in ihrem Ausdruck, bzw. Ihrem Symbolwert.

Der hinlänglich bekannte und so bezeichnete „Dicke Buddha“, vornehmlich im chinesischen Kulturkreis verbreitet, verweist auf Prosperität, also auf Erfolg und Wohlstand, der nicht zuletzt auch im alltäglichen Leben der Gläubigen in eben jener Körperfülle seinen Sitz im Leben hat. Nie war eine Putte barocker…

Ganz anders im eher schlanken, asketischen Theravada-Buddhismus Thailands, der den Erleuchteten gerne wohl proportioniert und dem Schlankheitsideal zeitgenössischer Models entsprechend zeigt. Ebenfalls ein sinnfälliger Ausdruck, geschuldet der Zurückhaltung in weltlichen Genüssen und in diesem Fall eher spirituell motiviert.

Auffallend bei den auch als Einzeldarstellung vorhandenen Buddha-Köpfen sind die kurzen gekräuselten Haare, als Zeichen seiner Askese. Doch zugleich entdeckt man den vor allem im indisch geprägten Kulturkreis vorkommenden Dutt, einen sich am oberen Hinterkopf formenden dicken Haarknoten, dem sogenannten Ushnisha. Dieser war ursprünglich Teil des öffentlichen Erscheinungsbildes indisch-hinduistischer Monarchen. 

Aber warum nun doch – bei aller Bescheidenheit – solch ein zierender, offensichtlich geschlechtsunspezifischer Haarschmuck bei dem Erleuchteten, der doch seinem königlichen Elternhaus entsagte und den geschorenen Schädel des Mönchs vorzog?

Wie gesagt – wir befinden uns nicht bei der historische getreuen Darstellung des Buddha, sondern innerhalb eines  bei ihm in künstlerische Form gebrachten Ideals. Der Haarknoten ist somit eine der körperlichen Ausdrucksformen des Gelehrten und zugleich ein Symbol für dessen Offenheit. Sozusagen ein Weisheitsauswuchs, eine haarige Krone der Erleuchtung.

Kronen sind so alt wie die Menschheit. Federbusch oder Hörner für den Feldherrn, Lorbeerkranz für den Sieger der Olympiade, die Doppelkrone der Herrscher am Nil über Ober- und Unterägypten, die phrygische Mütze als Vorläufer der bischöflichen Mitren, das Myrthenkränzchen für den Primizianten, bis hin zu den Ringen und Reifen aus edelsten Metallen, ausladend verziert mit Preziosen und Juwelen für Königinnen und Könige, mit Zacken und stilisierten Sonnenstrahlen, alles sich um das Haupt des Erwählten windende Kreise der Vollkommenheit und Eleganz, archetypische Symbole von Ewigkeit und Macht – und zwar in allen Kulturen dieser Erde.

Selbstverständlich auf dem Kopf getragen verleihen sie dem Träger oder der Trägerin eine alles und jeden hinauswachsende, überhöhende Relevanz. Wer sie aufsetzt, der zeigt der Welt seinen legitimierten, übermenschlichen Kontakt zu einer geistigen Welt und zugleich zur rechtmäßigen, unangefochtenen Herrschaft, die er von dort erhält. Sie ist der symbolische Uplink zu jener Macht, von der der Herrscher seine transzendente Bestätigung erfährt. Nur mal so unter uns: Sogar eine große deutsche Kaffee-Marke krönt sich selbst als herausragend und unübertroffen im Geschmack.

Selbstredend, dass dem Buddha in seiner geistigen Bedeutung als Erhabener genau diese Rolle als Gekrönter zukommt, die eben auch symbolisch ihren Ausdruck gefunden hat in eben jenem Ushnisha, also einer stilisierten Krone.

Da im (thailändischen) Theravada-Buddhismus bekanntlich alles etwas mehr abgespeckt ist, hat sich der Dutt vom Knoten zu einer Spitze weiter entwickelt. Oftmals unverkennbar als Flamme dargestellt, zeigt sie das Ergebnis der Meditation und Lebensführung des Buddha. Sie, die Flamme, ist ein Symbol der spirituellen Kraft, die in der Erleuchtung (enlightment – „Entzündung“) des Buddha ihren Ursprung hat.

Das Christentum kennt auch eine Krone, allerdings ist es eher die Persiflage auf den rechtmäßigen Herrscher, wird sie doch zum Hohn Jesus, dem König der Juden, als Dornenkrone aufgesetzt. Spöttisch führt sie paradoxerweise den Anti-König vor, der in seiner freiwilligen Erniedrigung selbst diese Schmähung stoisch erträgt, und der offensichtlich in den Augen seine Peiniger mit seinem göttlichen Anspruch gescheitert ist.

Die Tiara, die Trias Corona oder Triregnum, päpstliche Krone mit der symbolischen Bedeutung der dreifachen Herrschaft des Pontifex im Lehren, Leiten und Heiligen, sagen die Einen. Die Anderen verleihen ihr den Ausdruck päpstlicher Gewalt über den Himmel, die Erde und Rom (oder die Unterwelt). Wie dem auch sei – sie wurde Ende der 60er Jahre zur Bewunderung ins Vatikanische Museum verbannt und genießt weiterhin keine zeremonielle Aufmerksamkeit mehr.

Ist also die Krone nur noch ein Relikt feudaler Zeiten und ganz verschwunden aus unserer Wahrnehmung,  außer vielleicht bei der epischen Inszenierung des Spiels um den Eisernen Thron (GOT)?

Weit gefehlt! Jedes Jahr feiern wir nämlich – wenn man mir den Vergleich erlaubt – ein Krönungsritual der jungen Kirche, wenn gleich auch unspektakulär und weniger offensichtlich. Wir tun dies an Pfingsten (Pentecostae – 50 Tage nach Ostern), wenn wir aus der Apostelgeschichte erfahren (Apg 2,3), wie die Jünger aus Furcht alle zusammen waren. Maria war auch dabei. Sie hatte ja bereits ihre einschlägigen Erfahrungen mit dem Heiligen Geist gesammelt.

Die Erscheinung der Feuerzungen über ihren Häuptern ist symbolisch die Krönung. Es ist der Moment der Erleuchtung. Die unmittelbare Verbindung mit Gott und die überwältigende nachträgliche Erkenntnis dessen, was sich an jenen Tagen an Ostern ereignet hat.

Des Freundes Jesus beraubt durch dessen Tod, das posttraumatische Nicht-wahr-haben-wollen des leeren Grabes und das Gefühl der einsamen Verlassenheit am Himmelfahrtstag – all dem steht die plötzliche tiefe Einsicht entgegen, dass alles seinen Sinn hatte. Es brannte ihnen nicht nur das Herz (Lk 24,32), sondern Verstand und Leben neigen zur spontanen Selbstentzündung. Buchstäblich geht ihnen ein Licht auf.

Genau das muss es gewesen sein, von dem Jesus gesprochen hatte, als er noch zu Lebzeiten einen Beistand, den Paracletos, versprach: Die Sendung des Heiligen Geistes – eine Kraft, die tröstet und die sich vor allem nicht mehr zügeln lässt, die Fähigkeiten entfesselt, an die man selbst im Traum nicht gedacht hat. Plötzlich scheint alles möglich.

Begeistert für die Sache Jesu hält es sie daher nicht mehr auf den Stühlen hinter verschlossenen Türen, sondern sie strömen in alle Welt, um die Botschaft vom unbändigen Leben mutig und begeistert zu verkünden. Die Sprengkraft dieser Bewusstwerdung hat die Welt verändert.

Das hat man ihnen, den Freunden Jesu nicht unmittelbar zugetraut. Selbst die spontan-linguistische Begabung, sogleich in einem multikulturellen und -religiösen Umfeld Jerusalems für alle die richtigen Worte zu finden, trifft bei vielen auf Unverständnis. Vielleicht waren einige pfingstliche Zaungäste durchaus der Meinung, dass jenen Fischern ein Zacken in der Krone fehlt. Aber letztendlich ließen sie sich nicht aufhalten. Fast hört man sie sagen: „Wir schaffen das!“ (Fußnote: Ein Zitat, das übrigens nicht von einer deutschen Politikerin stammt, sondern eigentlich von Bob dem Baumeister.)

Nota bene: Wir feiern diese pfingstliche Krönung nicht nur erinnernd als alljährliches Kirchenfest, sondern verleihen ihr auch heute noch sakramentalen Charakter. Bei der Taufe, bei der Weihe und insbesondere bei der Firmung – der Salbung mit königlichem Öl, dem Chrisam, wird nochmals unterstrichen, dass wir als Kinder Gottes, als Töchter und Söhne Jesu seinen Heiligen Geist empfangen – genau wie die Jünger Jesu – und zugleich auch Anteil haben an seinem Königtum.

So betet der Bischof beispielsweise innerhalb der Ölweih-Messe über dem Chrisam: „Für alle, die wiedergeboren werden im Wasser der Taufe, mache diesen Chrisam zu einem Zeichen vollendeten Heiles und Lebens. … Erhebe sie zur Ehre von Königen, Priestern und Propheten und bekleide sie mit dem Gewand ihrer unvergänglichen Berufung.“ Damit gehören wir alle unmissverständlich dazu. Wir sind Gesalbte – das bedeutet übrigens das Wort Christen.

Zugegeben, unsere Feuerzungenkrone ist unsichtbar, hat aber nichts desto weniger geistliche Wirklichkeit. Sie zeichnet uns aus als real existierende royale Mitglieder einer königlichen Familie. Allerdings in einem Königtum, das zugleich in, aber nicht von dieser Welt ist (Joh 17, 17.24). Ein anderes Wort dafür ist Kirche. By the way: Dieser Familienstatus ist unser Re-Entry-Visum für das Paradies.

Wie versprochen – noch etwas zur Gebärdensprache. Dazu schauen wir noch in die deutsche Geschichte: Man könnte durchaus in die Versuchung geraten, die Spitze der Preußischen Pickelhaube als stilisierte Flammenzunge zu verstehen. Allerdings haben diese den profanen Hintergrund, dass sie aus der mittelalterlichen Beckenhaube und über diverse Lautverschiebungen von der Bieckelhaube zu eben jener Pickelhaube weiterentwickelt worden sind. Das eng zulaufende Ende des Helms wurde im Laufe der Zeit schmiedetechnich mehr und mehr spitz ausgetrieben, um vertikalen Schlägen auszuweichen, was 1870/71 und im Ersten Weltkrieg beim Nahkampf noch sinnvoll war.

Zwar verschwand diese militärische Ausrüstung nach besagtem Ersten Weltkrieg. Und doch entwickelte sich nicht nur beim ehemaligen Erbfeid Frankreich dieser Kopfschutz geradewegs zur Manifestation eines international verstandenen Symbols preußischen Deutschtums.

And here we are: Den ausgestreckten Finger über den Kopf an die Stirn gelegt – das begreifen Gehörlose heute fast weltweit als gebärdesprachlichen Ausdruck für Deutschland.

Wie ein manuelles Denk-mal ist unser gebärdenhafter Gestus des Kreuzzeichens. Wir greifen uns dabei unbewusst an den Kopf, natürlich nicht als Reminiszenz an unser preußisches Erbe oder als Zeichen einer Staatszugehörigkeit. Wenn wir uns – zurecht beginnend mit der Stirn – bekreuzigen, dann kann es uns in diesem Falle unmissverständlich deutlich machen, dass wir als Christen mit der Flamme des Heiligen Geistes gekrönt sind.

Das heißt: Mit Vernunft und Verstand Gottes Wort verstehen und bedenken, versuchen zu begreifen und uns begeistern lassen von dem, was dieser Glaube für uns bedeutet, und wie wir Worte und Taten finden können, die das fortsetzen, was wir von Jesu Botschaft verinnerlicht haben. Haben wir das verstanden, dann sind wir wirklich nicht nur gekrönt und gesalbt, sondern auch erleuchtet. Und natürlich sind mir hierbei die wohltemperierten Feuerzungen weit aus lieber als historische Pickelhauben.

 

Frohe Pfingsten 2018
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

Wir feiern unseren Pfingstgottesdienst am
Sonntag, den 20. Mai 2018 um 10.30 Uhr
in unserer Heilig Geist Kapelle
beim St. Louis Hospital, Sathorn.

 

 

Priesterweihe und Primiz von Christoph Herr

Liebe Gemeindemitglieder!

Für knapp ein viertel Jahr durfte ich zwischen dem Abschluss meines Studiums und dem Beginn der eigentlichen praktischen Seelsorgeausbildung 2016 ein Praktikum bei Ihnen, der Deutschen Katholischen Gemeinde Bangkoks, machen. Mit viel Freude denke ich an diese Zeit zurück.
Natürlich erlauben die heutigen Kommunikationsmittel, den Kontakt zu Pfarrer Dunsbach und anderen Gemeindemitgliedern schnell und einfach zu pflegen, und ich freue mich über jede Nachricht aus Thailand.

Ich möchte Sie auf diesem Weg herzlich einladen zu meiner

Priesterweihe am 16. Juni 2018 um 9 Uhr
im Kaiserdom zu Speyer

 

 

Auch zu meiner

Primiz am 17. Juni 2018 um 10 Uhr
in meiner Heimatstadt Germersheim

möchte ich Sie herzliche einladen. 

Mir ist natürlich klar ist, dass ein „kurzes Vorbeischauen“ aufgrund der großen Entfernungen nicht möglich ist – so weiß ich aber doch, dass wir im Gebet an diesen beiden Tagen verbunden sind. 
Mit Pfarrer Dunsbach bin ich schon im Gespräch, vielleicht im Frühjahr 2019 eine Nachprimiz mit Primizsegen in Bangkok zu feiern.
 
Mit der Bitte um Ihr begleitendes Gebet,
Christoph Herr, Diakon

Lieber Christoph!
Ein langer Weg geht zu Ende, den Du ja auch mit uns geteilt hast. Dafür danken wir Dir als Deutschsprachige Gemeinde in Bangkok. Um so mehr freuen wir uns, dass nun ein weiterer Weg für Dich beginnt. Mit Deiner Priesterweihe begibst Du Dich in die Nachfolge Jesu zusammen mit den Menschen, dir Dir anvertraut sind. Dazu gratulieren wir Dir und wünschen Dir alle Gaben des Heiligen Geistes.
Wir alle würden uns in Bangkok sehr freuen, wenn Du wieder zu Besuch kommen könntest, um mit uns Deine Nachprimiz zu feiern. Sei uns immer herzlich willkomen.
In diesem Sinne Gottes reichen Segen auch im Namen der Gemeinde
Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

Hinweis: Wer Herrn Christoph Herr persönlich schreiben will, kann dies auch unter dieser Adresse tun:
Christoph.Herr(AT)bistum-speyer.de

 

 

 

 

Khrung Thep … und weiter?

Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Phiman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit

Kurz: Bankok. Das ist der Name, unter der wir diese quirlige Metropole Asiens kennen und ihr begegenen mit Liebe, Ertragen, Verzweiflung, Verwunderung, Überraschung, Enttäuschung oder Staunen.

Nie ist diese Stadt langweilig. Immer bietet sie etwas Neues. Sie wandelt sich schneller, als wir es verarbeiten oder wahrnehmen können.

Schon viele haben es unternommen, eine Dokumentation über Bangkok zu erstellen, doch heute möchte ich Ihnen – selbst noch davon begeistert – eine Produktion des Saarländischen Rundfunks 🙂 für die Deutsche Welle aus dem Jahre 2017 ans Herz legen. „Welcome to Bangkok“

Zur Zeit ist diese Reportage in deutscher Sprache noch in der Mediathek der DW zu finden. Dazu besuchen Sie bitte diesen Link:

http://www.dw.com/de/welcome-to-bangkok/av-41514495

Gleichzeitig gibt es diesen Film auch auf YouTube in englischer Sprache unter:

https://www.youtube.com/watch?v=xC4h7SA6sBc

Allen, die mit Bangkok verbunden sind, wünsche ich schöne Momente des Wiedererkennens. Denjenigen, die noch nicht hier waren, die Möglichkeit, diesen Teil der Erde einmal selbst entdecken zu können. Sonntags lohnt sich dann auch der Besuch des Gottesdienstes bei der Deutschsprachigen Katholischen Kirchengemeinde.

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Goldene Hochzeit in Bangkok

Ganz besonders möchte ich zum kommenden Festgottesdienst in Bangkok einladen.
 

Sonntag, den 8. April 2018
10.30 Uhr Kapelle St. Louis Hospital
Sathorn, Bangkok

Wir haben das große Glück, dass Resi und Gerd Haegele Ihre Goldene Hochzeit in unserer Mitte feiern möchten. Beide sind den meisten von Ihnen bekannt. Sie kommen regelmäßig aus Hua Hin nach Bangkok zu verschiedenen Gottesdiensten und Veranstaltungen unserer Gemeinde.
Deshalb wollen wir mit ihnen zusammen auch im kommenden Sonntagsgottesdienst Gott danken für die 50 Jahre einer glücklichen Ehe und gleichzeitig um den Segen bitten für ihre gemeinsame Zukunft.

So freue ich mich auf dieses besondere Fest darf ich auch im Namen von Familie Haegele herzlich einladen zur Mitfeier der Goldenen Hochzeit.

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr

 

 

Mondhase, Buddha und Quetzalcoatl

 

Zugegeben: Ich vermisse etwas in Asien. Nämlich Hasenbraten. Am Vorabend des Festmahles, großzügig mariniert mit Honig und Paprika, am nächsten Tag leicht angebraten und mindestens drei Stunden geschmort in einem Sud aus Rotwein, Kartoffel, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen, mit Sellerie auf einem Bett aus Crème Fraîche. Ja das vermisse ich tatsächlich. Leider keine Chance, hier in Bangkok Hasen oder Karnickel zum Kochen zu finden. Woran liegt das wohl, wenn man doch sonst hier alles bekommt, was das Herz begehrt?

Vielleicht deshalb, dass mein Geschmack nicht unbedingt dem der normalerweise der Schärfe ausgesetzten Gaumen der Thais entspricht. Vielleicht hat es aber auch mythologische Gründe, dass die Hasen in Asien dem Kochtopf weniger fürchten müssen als in Europa. Vielleicht gibt aber auch nur der Himmel darauf die Antwort.

Und in den selbigen schauen wir mal, am besten bei Nacht, und bei Vollmond und sehen … in Europa meistens den Mann und in Asien eben den Hasen im Mond.

Durch die entsprechende Neigung der Erdachse auf Äquatorhöhe ergeben die Krater, Schatten und Kontrastunterschiede der Mondoberfläche von Süd-Asien aus gesehen eben die Silhouette eines mit gespitzten Ohren sitzenden Hasen.

Nur: Wie kommt der Hause auf den Mond?

In der chinesisch-schamanistischen Gedichtesammlung Chuci aus dem 2. Jahrhundert nach Christus wird von einem Hasen berichtet, der auf dem Mond Kräuter für das Lebenselixier der Mondgöttin Chang’e mörsert. Im chinesischen Volksmund ist der Hoppler bis heute auch als „Jadehase“ lebendig und wird zusammen mit Chang’e während des Mondfestes am 5. Tag des 8. Monats des lunaren chinesischen Kalenders (25.9. in diesem Jahr) gefeiert.

Im Buddhismus gilt der Hase als Symbol der Selbstlosigkeit. Diese Vorstellung geht zurück auf die Erzählung vom Hasen, die bis hinauf nach Japan (dort bekannt als „Tsuki no Usagi„) unterschiedliche Facetten kennt, aber immer wieder auf das Selbe hinaus läuft. In den Jakata genannten Wiedergeburtsgeschichten wird folgendes erzählt: Ein Affe, ein Otter, ein Schakal und ein Hase begegnen einem armen, alten Mann, der die Tiere um Nahrung anfleht. Der Affe bringt Früchte, der Otter fängt Fische, der Schakal stiehlt eine Eidechse und einen Topf mit Quark. 

Der Hase aber schämt sich, weil er nur Gras geben kann. So wirft er sich kurzerhand in ein Feuer, um sich selbst als Speise anzubieten. Aber, oh Wunder, der Hase wird nicht zum Braten. Der alte Mann offenbart sich als heiliger Sakka, der in den buddhistischen Sutren als König der Götter und Bewahrer des Buddhismus und seiner Lehren gilt. Bewegt von der Opferbereitschaft des Hasen malt der Sakka das Bildnis des Hasen auf den Mond. 

„Der Hase in dieser Geschichte ist der Buddha selbst in einem seiner früheren Leben. Was er als Hase getan hat ist einer der Gründe für seinen Status als Buddha“, erklärt Somparn Promta, Professor für buddhistische Philosophie an der Chulalongkorn Universität in Bangkok.  Dr. Chawarote Valyamedhi,Buddhismusexperte an der Thammasat Universität in Bangkok ergänzt: „Das Konzept der Selbstlosigkeit ist im Theravada-Buddhismus sehr populär“.

Springt man jetzt von Asien um die halbe Erde nach Südamerika, dann finden wir den selbstlosen Hasen auch explizit in den Mythen der Azteken. Dort, im heutigen Mexiko, erzählte man sich die Legende von Gott Quetzalcoatl, der eine Weile als Mensch auf der Erde wandelte, ermüdete und Hunger litt. Auch Quetzalcoatl bot sich ein Hase als Speise an. Wie der Sakka erhob Quetzalcoatl aus lauter Dankbarkeit den Hasen in den Mond als ewiges Symbol der Selbstlosigkeit.

Im Christentum hat der Hase einen ambivalenten Charakter. Dem alten Testament gilt er als unreines Tier. Das Dreihasenfenster im Paderborner Dom hingegen kann als Symbol für die Dreifaltigkeit aufgefasst werden. Aus der Antike kommt die Deutung des Hasen als Sinnbild von Lebenskraft, Wiedergeburt und Auferstehung, was von manchen als Wurzel der österlichen Hasensymbolik verstanden wird. Ob und wie und woher sich das selbstlose Verhalten des legendären Hasen aus den Tiefen Asiens mit der Bereitschaft Jesu zum Selbstopfer in Einklang bringen lässt, das weiß ich nicht. Offensichtlich ist aber die Wertschätzung desjenigen, der zum Wohle anderer sein Leben gering achtet und sich selbst zum Opfer bringt. Es ist der Ausdruck der vollkommenen Liebe. Das wissen Menschen überall auf der Welt. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde“ (Joh 15,13)

Aus dem Buddhismus und der chinesischen Mythologie ist der Hase ist bis heute nicht wegzudenken. „Jadehase“ hieß der Mond-Rover, den die Chinesen im Dezember 2013 mit der Mondsonde Chang’e-3 auf den Mond schossen. Durch so manches Volksmärchen in den buddhistischen südostasiatischen Kulturen hoppelt der Hase als weises und manchmal auch raffiniertes Tier. Die Parallelen zwischen den Hasenmythen unterschiedlicher Kulturen sind offensichtlich. In unseren Märchen spielt er ebenso eine Rolle wie in unserem christlichen Brauchtum. Zum Beispiel als Osterhase, der biologisch völlig unkorrekt Eier legt, sie hingebungsvoll bunt anmalt, nur um sie dann völlig selbstlos zu verschenken. Na denn, zu seiner Ehrenrettung dieses Jahr vielleicht lieber Lamm-  anstelle von Hasenbraten. Frohe Ostern 2018.

 

 

Kar- und Ostertage 2018

Ganz besonders möchte ich heute schon zu den kommenden Gottesdiensten beider Kirchengemeinden für die Kar- und Osterzeit einladen.

Katholisch:

Bangkok:

– Palmsonntag, 25. März 2018, 10.30 Uhr, Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn,
Gottesdienst zum Palmsonntag
 
– Gründonnerstag, 29. März 2018, 9.30 Uhr, Assumption Cathedral, Oriental Avenue, Bangkok
Pontifikalamt mit Kardinal Francis zur Weihe der Heiligen Öle (Und was ist das? Siehe >hier)
 
– Karfreitag, 30. März 2018, Einladung zum Evangelischer Gottesdienst mit Abendmahl um 19:00 Uhr, ev. Gemeindehaus Soi Sitthi Prasat
 
– Karsamstag, 31. März 2018, 19.00 Uhr, Kath. Pfarrhaus, 152 Sukhumvit Soi 20,
Feier der Osternacht im Garten, anschließend kleines Osterabendessen
 
– Ostersonntag, 1. April 2018, 10.30 Uhr, Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn
Osterhochamt, mit Bläserensemble, anschließend Verzehr von Ostereiern, Osterlämmern und Würstchen
 
– Sonntag, 27. Mai 2018, 10.30 Uhr, Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn,
Feier der Erstkommunion

 

Pattaya:

– Ostermontag, 02. April, 11.00 Uhr, Kirche St. Nikolaus, Pattaya, Sukhumvit,
Ostermontag Hochamt, anschließend kleine Osterfeier mit Ostereiern und -lämmern.

 

Anfahrtsskizze Kapelle St. Louis Hospital >hier
Anfahrtsskizze kath. Pfarrhaus >hier
Anfahrtsskizze St. Nikolaus Kirche, Pattaya >hier

 

 

Evangelisch:

Bangkok:

– Karfreitag, 30. März 2018 um 19:00 Uhr Gemeindehaus  Soi Sitthi Prasat
Evangelischer Gottesdienst mit Abendmahl zum Karfreitag mit anschließendem gemeinsamen Essen (Mitbringbuffet)
 
– Karsamstag, 31. März 2018, Einladung zur kath. Feier der Osternacht im kath. Pfarrhausgarten, 152 Sukhumvit Soi 20, anschließend kleines Osterabendessen
 
– Ostersonntag, 1. April 2018, 11.00 Uhr, Gemeindehaus Soi Sitthi Prasat
Familiengottesdienst am Ostermorgen „… auf dem Weg nach Emmaus …“
mit anschließenden Ostereiersuche und Osterbrunch.
Mitbringbuffet mit österlichen Leckereien

Pattaya:

– Palmsonntag, 25. März 2018 um 10.00 Uhr, Begegnungszentrum  
Be-Denkzeit zur Einstimmung in den Gottesdienst,
um 11.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl zum Palmsonntag
 
– Karfreitag, 30. März 2018 um 17:00 Uhr, Begegnungszentrum,
Evangelischer Gottesdienst zum Karfreitag.
 
– Ostersonntag, 1. April 2018, 11.00 Uhr, Begegnungszentrum
Familiengottesdienst am Ostermorgen mit Ostereiersuche

 

Anfahrtsskizze ev. Gemeindehaus Bangkok >hier
Anfahrtsskizze ev. Begegnungszentrum Pattaya >hier

 

Und hier nochmal alles im >Überblick.

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

Bratort im Pfarrhausgarten

Am kommenden Sonntag kommt einiges zusammen. Zum einen ist unser moselfränkisch-traditioneller Brezelsonntag. Zur Mitte der Fastenzeit gibt’s eigentlich süße Brezeln – aber diesmal in der erweiterten Form, nämlich als kleines Grillfest im Pfarrhausgarten nach der Messe.

Deshalb lade ich herzlch ein zur Gartenmesse und Mittagessen

am kommenden Sonntag,
den 11. März 2018
um 10.30 Uhr
im kath. Pfarrhaus (Anfahrtsskizze)

Und wenn man ein Fest feiert, dann lädt man sich gerne Gäste ein. Die kommen diesmal aus Deutschland – auch traditionell aus dem Antoniuskolleg in Neunkirchen/Seelscheid bei Bonn.

Die 13 Jugendlichen beginnen mit ihren beiden Betreuern ihr dreiwöchiges Sozialpraktikum zusammen mit uns beim Gemeindegottesdienst, den sie vorbereitet haben und auch mitgestalten wollen. Bereiten wir alle ihnen einen herzlichen Empfang.

Danach machen sie sich auf den Weg ins Kinder- und Waisenheim nach Baan Gerda (Provinz Lopburi). Am Ende der Zeit verbringen wir noch ein paar Tage zusammen mit Sightseeing hier in Bangkok.

Deshalb heute herzliche Einladung zum Gottesdienst und zum anschließenden Grillfest. Wer möchte, darf auch gerne noch einen kleinen Salat oder Kuchen mitbringen.

 

 

 

Letzte Ölung oder wann?

Beim Ayurveda, beim SPA, bei der traditionellen Ölmassage oder bei vielfältigen Detox- oder Entspannungstherapien wird es verwendet: Öl unterschiedlicher Herkunft und Temperatur, flüssig oder als Salbe, mehr oder weniger temperiert, angereichert mit Duftstoffen, ätherischen Komponenten oder feinsten Salzkristallen zwecks Peeling. Eine ganze Wellnessindustrie hat sich dieses natürlichen Schmierstoffes bemächtigt, um für Schönheit, Gesundheit, Entspannung und einen hohen Wohlfühlfaktor zu sorgen – mit Erfolg.

Aber wie so oft… Es gibt kaum etwas Neues unter der Sonne. Denn Salbungen gab es bereits in frühantiker Zeit zu unterschiedlichen Anlässen. Schon die Ägypter salbten ihre Toten, um sie sozusagen reisefertig für das ewige Leben zu machen. Aber nicht nur im heidnischen Umfeld waren Salbungen bekannt.

Die Bibel kennt Salbungen mit wohlriechendem Olivenöl sowohl im kultischen, wie auch im weltlichen Sinne. Die Salbung zum Propheten und König wird aus dem Alten Testament überliefert, die Salbung der Toten finden wir im Neuen Testament bei Lazarus und am Ostermorgen am Grabe Jesu wieder. Auch der barmherzige Samariter salbt die Wunden des Verletzten.

Salben und spezifischer Weise das im Mittelmeerraum beheimatete Olivenöl haben eine zweifache, nämlich eine pharmazeutische und eine kosmetische Bedeutung. Sie wirken medizinisch, indem sie die Wundheilung fördern und Narbenbildung hemmen. Daneben haben sie pflegenden Charakter. Sie glätten die Haut und machen sie geschmeidig, Falten werden minimiert. Das ist eine Eigenschaft, die nicht nur die Damen zu schätzen wissen.

Die Kirche heute kennt ebenfalls die Verwendung von Öl zur Salbung bei den Sakramenten der Taufe, Firmung, Weihe und Krankensalbung. Und immer wieder gilt das Versprechen, das uns bei unserer Taufe gemacht wurde. Wir sind und bleiben ein Glied des Volkes Gottes und gehören für immer Christus an, der selbst gesalbt wurde zum Priester, König und Propheten (aus dem Ritus der Taufe, Chrisamsalbung)

Und genau das ist es, was Gott uns schenkt. In der Salbung drückt er aus, dass wir von im geheilt werden an Leib und Seele. Er will das Heil des Menschen und nicht sein Unglück. Darüber hinaus hat Gott uns schön gemacht – jenseits aller Vorstellungen der Mode, die ehedem wechselt wie die Jahreszeiten und unabhängig vom Alter oder Leistungsvermögen. Wir tragen abbildhaft das Antlitz Jesu und sind daher mit einer menschlichen Würde und einer Schönheit ausgezeichnet, die kein Schönheitschirurg je herzustellen vermag.

Selbst wenn man an Grenzen der Existenz gelangt, zum Beispiel bei der Erfahrung der Schwäche und der Krankheit, wenn nicht mehr alles schön und heil ist, selbst dann bleiben wir nicht allein. Das Sakrament der Krankensalbung wird leider immer noch sehr kurzsichtig auch als „Letzte Ölung“ bezeichnet. Dies ist aber eine Engführung und bezieht sich wirklich nur auf die unmittelbare Zeit vor dem Sterben.

Krankheiten äußern sich aber vielschichtig. Körper und Geist können leiden – oftmals sehr langfristig und sogar unbemerkt von anderen. Krankensalbung heißt aber auch: Gott geht mit mir in guten und in schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit, und selbst der Tod scheidet uns nicht von seiner Liebe – dies ist in allen Lebensaltern der Fall.

Deshalb die Einladung, dieses Sakrament zu empfangen, wenn Sie Ihr ganz persönliches Leid oder Krankheit Gott anvertrauen und ihn um seinen Segen und Trost bitten möchten. In der Salbung – in die geöffneten Hände und auf die Stirn – sagt Gott Ihnen seine Nähe zu, auch wenn diese vielleicht ganz anders ist, als man erwartet oder sich wünscht.

Vielleicht kennen sie ja auch ältere oder kranke Menschen in Ihrer Nähe, die sich darüber freuen würden, diese Sakrament zu empfangen. Bringen Sie jene doch einfach mit, wenn es geht …

So möchte ich ganz herzlich einladen zum nächsten Sonntagsgottesdienst. Innerhalb der Messe besteht dann die Möglichkeit, das Sakrament der Krankensalbung zu empfangen:

 

in Bangkok:
Sonntag, 04. März 2018
10.30 Uhr, Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn

in Pattaya:
Samstag, 03. März 2018, um 11.00 Uhr,
St. Nikolaus Kirche, Sukhumvit

 

Herzlich
Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

Fourty Shades of Purple

Vierzig Tage Fastenzeit – warum eigentlich so lange?

Nun, die Zahl Vierzig hat eine lange biblische Tradition. Das Volk Israel musste 40 Jahre lang durch die Wüste wandern, um ins Gelobte Land zu gelangen. Mose selbst verbrachte 40 Tage mit Gott auf dem Berg Sinai. Die Stadt Ninive bekam eine Schonfrist von 40 Tagen, um sich eines Besseren zu besinnen und tatsächlich einen neuen Weg einzuschlagen.

Kein Wunder also, wenn das Neue Testament die Zeit der Zurückgezogenheit und des Fastens Jesu in der Wüste ebenfalls auf 40 Tage festlegt. Wer das zu biblischer Zeit las, der verstand sofort: Jesus steht in der Tardition des Volkes Israel und der großen Propheten, die von Gott in der Wüste geprüft und berufen worden sind.

Dieses Ereignis aus dem Markusevangelium (Markus 1, 12–15) ist die biblische Grundlage für unsere Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt und sich 40 Tage bis Ostern erstreckt.

Selbst im Gottesdienst schlägt sich das nieder: 40 Tage kein Gloria, kein Halleluja, kein Blumenschmuck – und die Farbe der liturgischen Kleidung ist auch violett (purple). Offiziell heißt diese Zeit: Österliche Bußzeit – und offenbart schon im Wort ihren ambivalenten Charakter.

OMG – 40 Tage kein dies und kein das, Verzicht auf dieses und jenes, Zurückhaltung bei diesem und jenem. Keine schönen Aussichten. Fastenzeit hat den inhärenten faden Geschmack des weniger statt mehr, der Einschränkungen und alles andere als einen gefühlten oder tatsächlichen Mehrwert.

Wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum es nicht gerade attraktiv ist, sich darauf einzulassen.

Klar gibt es im Umfeld der Tage nach dem Karneval vielerlei Angebote zum Heilfasten, Abspecken, Wellness- und Fitnessprogramme und Angebote, die Kalorienzufuhr oder die Aufnahme auf alkoholischer Gärung basierender Genussmittel aus gesundheitlichen Gründen zu reduzieren. Sicherlich nicht schlecht, oft vergebens und nicht unbedingt religiös motiviert.

Jeder mit einem gesunden Maß an hedonistischer Grundeinstellung und noch dazu in einem Umfeld, das eigentlich alles und noch viel mehr an Möglichkeiten des Wohlfühlens bietet, wird sich nicht leicht tun mit dem bewussten Willen zum Versicht. Wir sitzen da alle im gleichen Boot.

Unser Glaube und die Kirche und die Bibel muten uns also schon ganz schön was zu, zumindest temporär eine oppositionelle Haltung zum Gewohnten und Geliebten einzunehmen. Muss man sich das wirklich antun?

Eigentlich schon, denn zum Leben und zur Verkündigung Jesu gehört sein Kreuzweg mit dazu, der ja  in der scheinbaren Katastrophe endet. Der schmähliche Tod zwischen den Verbrechern am Kreuz. Daran kommen wir nicht vorbei. Nicht in der Bibel und auch nicht im Leben. Fastenzeit ist also die Zumutung, sich mit den dunklen Seiten des Lebens auseinander zu setzen, dem Verdrängungsmechanismus eine Alternative zu bieten und auch die Vergänglichkeit, die Ärmlichkeit der Existenz und ihre Schattenseiten ernst zu nehmen.

Neben all dem Schönen und Hellen gibt es vielerlei Seiten des Kontrastes und unterschiedliche Abstufungen im Grau des Lebens. Niemandem gelingt es, dies ganz auszublenden. Also dient diese Zeit nun genau dazu, jenes auch einmal in den Blick zu nehmen.

Fastenzeit mit ihrer Einladung zum Versicht ist somit kein  Selbstzweck, sondern dient dazu, auf der einen Seite einen realistischen Blick auf das Unvollendete, Fehlerhafte, Lebenseinschränkende, ja sogar auf den Tod zu lenken.

Zum anderen aber auch: Diese Bußzeit ist eine Österliche! Und das ist der andere, perspektivenreiche Aspekt dieser 40 Tage. Schon diese Wortwahl macht deutlich, beim Zugehen auf den Karfreitag diesen nicht nur ernst zu nehmen, sondern und vor allem dort nicht stehen zu bleiben.

Es ist ein Durchgang. Die Israeliten und die Juden heute kennen dafür das Wort Pessach (Pas-scha) und erinnern damit an den Exodus durch das Rote Meer – aus der Sklaverei Ägyptens hin zum Gelobten Land, in dem alles gut wird.

Eigentlich hätten wir allen Grund, beim Blick auf das Kreuz an Gott und der Welt zu verzweifeln. Vor allem Jesus, der es aber gerade nicht tut. Selbst in der größten Verzweiflung – „Warum hast du mich verlassen?“ – legt er seinen Geist in die Hände des Vaters, auch wenn er rein garnichts mehr von ihm spürt.

Schon voraussehend feiert Jesus das Pascha-Fest, das Letzte Abendmahl, im Bewusstsein des Karfreitags und zugleich seiner Auferstehung. Alle seine Abschiedsreden weiten den Blick über sein Sterben hinaus. Nach all dem Leiden und Tod kommt das neue Leben, nämlich ein ewiges.

Aus dieser Perspektive heraus kann es nun eine wirkliche Motivation sein, sich den vierzig Tagen der Fastenzeit zustellen. Nämlich im vorausscheinenden Licht von Ostern die Dunkelheiten des Lebens ernst zu nehmen und jenem zugleich in Glaube und Hoffnung und Liebe mehr Farbkontrast zu verleihen.

Ausgehend von der liturgischen Farbe schage ich also vor, sich positiv zu positionieren. Neben dem, auf das man verzichten will, vielleicht ein Mehr zu wagen: Ein Mehr an Aufmerksamkeit, Dankbarkeit, Zuwendung, Anteilnahme, Sensibilität, Geduld, Zeit für andere und sich selber, Bewusstsein für das, was mir im Leben an Gutem geschenkt wird, und eine dankbare Wahrnehmung all dessen, was mir so oft wie selbstverständlich erscheint.

Nehmen wir der Asche des gleichnamigen Mittwochs ihre Graustufen und färben wir sie mit dem Licht von Ostern. Versuchen wir, die Farblosigkeit eines ohnehin selten gelingenden Verzichts in ein breites Spektrum von „Fourty Shades of Purple“ zu verwandeln. Dann reicht es für jeden einzelnen Tag.

Schließlich haben wir 40 Tage dazu Zeit. Da sollte schon mal was gehen. Niemand verspricht, dass das einfach sei. Aber mit unserer Fantasie, mit Kreativität, mit der Freude am Glauben und der Vorfreude auf Ostern geht vieles einfach leichter.

Und warum nun gerade violett? Gönnen Sie sich doch mal – wenigstens einmal im Jahr – einen Sonnenaufgang. Am Meer, auf einem Berg, vielleicht von einem der hohen Etagen eines der unzähligen Wolkenkrazer Bangkoks, oder von wo auch immer. Genießen Sie die Blau-Goldene Stunde des sich erhebenden Tages und erfreuen Sie sich an dem wunderbaren atmosphärischen Farbspektrum des Morgenhimmels.

Gleich nach dem tiefen, noch nächtlichen Blau wird sich das Rot dazu mischen. Homer beschreibt es als Göttin Eos, die „aufdämmernd nun mit Rosenfingern emporsteigt“.

Violett färbt sich dabei der ganze Himmel. Es läßt schon ahnen, dass sich unser Zentralgestirn erneut erheben wird. Dann ist bald die Nacht vorbei und es beginnt ein neuer Tag.

Das heißt: Wenn der Himmel lila wird, dann geht gleich die Sonne auf. Auch wenn es noch dunkel und vielleicht noch kalt ist von der Nacht – schon bald erstahlt das Licht eines neuen ereignisreichen, wunderbaren Tages. Mit anderen Worten – Violett heißt: Alles wird gut!

Und um es mit Jesus Worten zu sagen: „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten“. (Mat. 6,17)

Eine gesegnete und gelingende Fastenzeit wünscht Ihnen allen

Herzlich

Jörg Dunsbach

 

 

 

Aschermittwoch

Da es ja schwieriger ist, während der Wochentage zur Kapelle zu kommen, wollen wir den Empfang des Aschenkreuzes auf den ersten Fastensonntag am 18. Februar legen. Mit diesem traditionsreichen Symbol treten wir ein in die österliche Bußzeit und feiern dies am

Sonntag, den 18. Februar 2018
um 10.30 Uhr
Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn

 

Herzliche Einladung!

 

 

 

 

 

 

 

Paare und Pärchen

Wenn auch das Fest des Heiligen Valentin auf den 14. Februar fällt, werden wir schon am kommenden Sonntag dieses Heiligen gedenken. Er ist es ja, der dem bei Floristen so beliebten Valentinstag seinen Namen gegeben hat.

Der Legende nach soll Valentin als Bischof in Rom durch eine Krankenheilung viele Leute für den christlichen Glauben gewonnen haben. Valentin habe als Priester Liebespaare trotz des Verbots christlich getraut und sei deswegen am 14. Februar 269 hingerichtet worden. Zudem habe Valentin den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Daher die florale Komponente. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Segen gestanden.

Traditionsgemäß gedenken wir dieses Heiligen auch in unserer Kirchengemeinde mit der Feier eines Einzelsegens für Menschen, die in Liebe verbunden sind.

Dabei richtet sich der Blick auf all die unterschiedlichen Paare und Pärchen, die bei uns leben. So bunt Thailand ist, so vielfältig gestalten sich auch bei uns die differenzierten Formen menschlichen Zusammenlebens – vom klassischen Bild und Verständnis der Ehe bis hin zu der von Achtung, Wertschätzung, Verantwortung und Treue geprägten Lebensgemeinschaften im gesamten Spektrum gegenseitiger Zuwendung und Liebe. Auch wenn manche sich noch damit schwer tun… das Leben findet immer seinen Weg.

Wie gut, dass selbst Kardinal Marx diesbezüglich in einem Interview mit dem BR am 03.02.2018 betont, dass „daher die Lebensgeschichte jedes einzelnen in der Seelsorge stärker in den Blick genommen werden (müsse) als bisher.“

Daher herzliche Einladung zum

Valentinsgottesdienst
am Sonntag, den 11. Februar 2018 um 10.30 Uhr
in der Kapelle St. Louis Hospital, Sathorn

Am Ende des Gottesdienstes dürfen die Paare und Pärchen gerne zusammen den Einzelsegen empfangen und sich vor Gott zusagen lassen, dass es gut ist, wenn der Mensch nicht alleine bleibt.

 

 

 

Lichtmess und Blasiussegen

Heute war im Wochenblitz zu lesen, „dass die Leute während der Woche Gewitter und Schauer erwarten sollten, begleitet von starken Winden und einem Temperaturabfall von 6-8 Grad Celsius.

Das „ungewöhnliche“ Wetter würde zuerst im Nordosten auftreten, gefolgt von den Gebieten im Norden, Osten und Zentralthailand, heißt es in der Erklärung. Bangkok und die umliegenden Gebiete würden ebenfalls starken Regenfällen und sinkenden Temperaturen ausgesetzt sein.

Ein starker Nordost-Monsun breitet sich über den Golf aus. Dies wird auch zu starken Regenfällen im Süden führen, gab das Institut bekannt.“

Dann bin ich mal gespannt, ob die alte Bauernregel „Blasius im Regen – folgt ein guter Erntesegen“ am 3. Februar auch für die hiesigen Tropen gilt. Es wäre somit ein ertragreiches Erntejahr zu erwarten.

Das Fest des Hl. Blasius (3. Februar, inkl. Hl Ansgar) wird wegen der zeitlichen Nähe meistens in Verbindung mit der „Darstellung des Herren“ gefeiert, volkstümlich auch Maria Lichtmess genannt.

40 Tage nach Weihnachten richten wir den Blick auf den jungen Jesus, wie er – üblich bei Erstgeborenen – von seinen Eltern in den Tempel gebracht wird. Maria und alle, die dabei waren, staunten über die Worte, die man über ihn sprach und seine Zukunft, die ihm verheißen wurde.

So möchte ich heute ganz besonders zum kommenden Sonntagsgottesdienst einladen:

 

 

Sonntag, 4. Februar 2018
10.30 Uhr Kapelle
St. Louis Hospital
Sathorn

Im Gottesdienst werden wir dann auch den Blasius-Segen empfangen. Zwischen den beiden gekreuzten Kerzen hindurch erhalten wir – auf die Fürsprache des Hl. Blasius vertrauend – den Zuspruch Gottes, dass er uns in Gesundheit und Krankheit treu zur Seite steht.

In diesem Sinne freue ich mich, Sie am kommenden Sonntag begrüßen zu dürfen.

 

Heribert Gold verstorben

Mit großer Trauer muss ich Ihnen heute mitteilen, dass Heribert Gold am vergangenen Freitag, den 19. Januar 2018, entschlafen  ist.

Heribert Gold, seit fast drei Jahren Mitglied unserer Gemeinde und regelmäßiger Gottesdienstbesucher, war schon seit langer Zeit von Krankheit gezeichnet. Durch einen Zufall wurde er aufmerksam auf unsere Gemeinde und hat die Gelegenheit genutzt, nicht nur zum Gottesdienst zu kommen, sondern wenigstens einmal in der Woche das thailändische Umfeld zu verlassen und um sich wieder in der Muttersprache unterhalten zu können. So haben wir alle viel von ihm erfahren und auch Anteil haben können an seiner langen Lebensgeschichte.

Mehrfach hatte er schon lebensbedrohliche Krankheiten überstanden. Nun aber hat er den guten Kampf gekämpft, aber doch am Ende verloren.

In der Sorge für seine ebenfalls schwerkranke Frau hat er sich selbst aus dem Blick verloren. Im Herbst letzten Jahres hat ihn dann doch die Krankheit so geschwächt, dass er sich mehreren Untersuchungen und Eingriffen hingeben musste.

Jeden Sonntag hat er sich telefonisch gemeldet, um die Gemeinde zu grüßen und über seinen Zustand zu berichten. Viele haben ihn noch angerufen oder im Krankenhaus besucht. An Weihnachten wurde es aber zusehends schlechter.

Noch vor zwei Wochen konnte ich mit ihm das Sakrament der Krankensalbung feiern. Dabei war er noch voller Hoffnung, wieder zu gesunden. Der Wunsch, wieder zum Gottesdienst zu kommen und die Menschen der Gemeinde wieder zu sehen, haben ihm trotz Schmerzen ein Lächeln aufs Gesicht gezeichnet. Und trotz gebrochener Stimme hat er es sich nicht nehmen lassen, die Weihnachtslieder am Krankenbett noch mitzusingen, so gut es eben noch ging.

Schließlich haben ihn mehrere Krankheitsbilder doch die Kraft genommen. Er durfte zu Hause bei seiner Frau ruhig einschlafen. 1941 in Würzburg geboren, hat er viel von der Welt gesehen, bis es ihn hierher nach Thailand verschlagen hat. Nun ist er heimgagangen, dorthin, wo seine ewige Heimat ist.

In Dankbarkeit schauen wir auf die vielen Stunden zurück, in denen wir ihm begegnet sind. Wir werden als Gemeinde um ihn trauern und ihn in unserer Mitte vermissen. Unser Mitgefühlt gilt auch seiner lieben Frau, die ihn bis zuletzt liebevoll gepflegt hat.

So lade ich ein zum Ersten Sterbeamt für Heribert Gold am kommenden Sonntag, den 28. Januar 2018 um 10.30 Uhr in unserer Kapelle im St. Louis Hospital, Sathorn.

Da sein Körper medizinisch-wissenschafltlichen Zwecken zur Verfügung gestellt werden soll, ist im Moment leider noch nichts über eine Beerdigungform bekannt.

>Traueranzeige für Heribert Gold

 

Herr, schenke unserem lieben Verstorbenen
Heribert Gold die Ewige Ruhe.
Und das Ewige Licht leuchte ihm.
Lass ihn ruhen in deinem Frieden.
Amen

Jörg Dunsbach, Pfr.

 

 

 

 

Ökumenischer Neujahrsempfang

Herzliche Einladung zum Neujahrsempfang, dieses Jahr im evangelischen Gemeindehaus in der Soi Sitthi Prasat (hier> Anfahrtsskizze) am

Samstag, 27. Januar 2018 ab 18 Uhr

Wir feiern das Neue Jahr gemeinsam mit der evangelischen deutschsprachigen Gemeinde.

Es gibt zu essen, zu trinken, gute Gespräche und es gibt Dank an alle, die die Arbeit in unseren Gemeinden mit Herz und Hand unterstützen. Der Abend ist eine gute Gelegenheit, sich untereinander besser kennenzulernen. Kommen Sie! Seien Sie dabei!

Wir werden von 18 bis ca. 22 Uhr feiern. Es wird auch eine Kinderbetreuung geben, falls Sie Ihre Kinder mitbringen wollen.

Bitte melden Sie sich per Mail bis zum 25.01.2018 an bei Pfr. Körber mit der Angabe, mit wie vielen Personen / Kindern Sie kommen: ev.kirche.th@gmail.com 

Das erleichert uns die Planung für Essen und Trinken. DANKE!

Zu welcher Gemeinde auch immer Sie gehören, auch wenn Sie aus den Gemeinden der umliegenden Nachbarländern in Kambodscha, Laos oder Myanmar anreisen möchten oder gar keiner Gemeinde angehören – bei uns sind Sie immer willkommen zum ökumenischen Neujahrsempfang 2018

Pfarrer
Carsten Körber und Jörg Dunsbach

 

 

 

Sternsingeraktion

Es hat seit vielen Jahren in Deutschland die gute Tradition der Sternsinger, die um den 6. Januar herum die Häuser aufsuchen, den Weihnachtssegen auf die Türschwellen schreiben und um eine Spende bitten für die Projekte des Kindermissionswerkes.

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 71.700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt.

Mehr als 2.600 Kinder und Jugendliche feierten in Trier die Eröffnung der 60. Aktion Dreikönigssingen. Das Bistum war zum ersten Mal Gastgeber der bundesweiten Auftaktveranstaltung.

„Segen bringen, Segen sein – das ist euer Motto, mit dem ihr und 300.000 Kinder in ganz Deutschland Jahr für Jahr als Sternsinger unterwegs seid. Ihr alle hier gehört dazu: Die Kleinen und die Großen, die Sternsinger und die Begleiterinnen und Begleiter“, begann Pfarrer Bingener den offiziellen Teil der Eröffnung.

„Gott schenkt uns Leben und Freude. Unter seinem Segen eröffnen wir jetzt alle gemeinsam die Aktion Dreikönigssingen 2018“, so Prälat Krämer weiter. Überall in Deutschland werden rund um den Dreikönigstag Kinder und Jugendliche als Sternsinger unterwegs sein.

Die aktuelle Aktion steht unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“. Über 150 Millionen Mädchen und Jungen auf der Welt müssen arbeiten, und Indien ist das Land mit den meisten arbeitenden Kindern weltweit.

Auch hier in Bangkok wollen wir diese Aktion unterstützen. Zwar werden keine Sternsinger durch die Starßen ziehen können, aber den Segen für die Türschwellen wurde ja schon als Aufkleber an Weihnachten ausgeteilt. Wer noch keinen hat, wird ihn am kommenden Sonntag erhalten können. 

Die Kollekte wollen wir dann als Sonderkollekte für die diesjährige Sternsingeraktion gestalten.

Deshlab lade ich herzlich ein zum kommenden Dreikönigsgottesdienst am

Sonntag, 07. Januar 2018 um 10.30 Uhr,
Kapelle St. Louis Krankenhaus, Sathorn

Da mit diesem Gottesdienst die Weihnachtszeit zu Ende geht, lädt die Gemeinde herzlich ein zum anschließendem Weihnachtswürstchenesssen. Da wir leider auf den Glühwein verzichten müssen, werden zur Bratwurst noch Stollen und Zimtsterne gereicht.

In diesem Sinne Gottes Segen für 2018 und herzliche Einladung
Jörg Dunsbach, Pfr.